Seltene und/oder vergessene Perlen und Klassiker des Horrorfilms

      Frisch gesehen:

      "Sette Note in Nero" aka "The Psychic" aka "Die sieben schwarzen Noten"

      Italien 1977
      Regie Lucio Fulci

      Spannender Giallo ohne viel Gewalt aber mit viel Spannung und Stimmung.

      Story:
      Eine schöne Frau (Jennifer O'Neill aus "Scanners") hat eine Vision in der sie glaubt einen Mord zu sehen. Ständig hat sie neue Erinnerungsfetzten vor Augen, keiner glaubt Ihr oder kann ihr helfen. Als eine Leiche, eine Exfreundin Ihres Mannes, gefunden wird wird der Gatte verhaftet.
      Mit einem Parapschologen will unsere Heldin zum einen die Visionen loswerden und die Unschuld Ihres Mannes beweisen...

      Leider sind die nicht Gore Filme von Fulci immer noch zu wenig gewürdigt. Mir einem soliden Budget und guten Schauspielern konnte der Mann schon beachtliches leisten. Ein (kleines) Meisterwerk des Italohorrors.
      „The strange World of Coffin Joe“

      Der brasilianische Horror Pionier Jose Moijca Marins hat diesen
      Episodenfilm 1968 gedreht. Bislang kannte ich von diesem Regisseur
      nur den ersten Teil seiner „Coffin Joe“ Trilogie. Diesen Film
      („At Midnight I'll take your Soul“ 1964) fand ich recht gut und
      vor allem für die Entstehungszeit verhältnismäßig brutal.
      Deswegen habe ich jetzt einen zweiten Film geschaut und war
      beeindruckt...

      Eswerden drei Episoden zu je 20-30 min geboten.Die erste handelt von
      einem alten Puppenmacher der mit seinen vier Töchtern lebt. Eine
      vierköpfige Verbrecherbande überfällt die Familie, schlägt den
      alten zusammen und vergewaltigt die vier Töchter. Danach ist es wie
      so oft im Gruselfilm: Vier Frauen die sich rächen wollen, vier
      Verbrecher und vier Puppen denen leider leider noch die Augen
      fehlen...

      In der zweiten Episode verliebt sich ein armer heruntergekommener
      Luftballonverkäufer in eine schöne, für ihn unerreichbare junge
      Frau. Sie wird leider bei Ihrer Hochzeit getötet (eifersüchtige
      Nebenbuhlerin). Unser Luftballonmann beschließt nun der Gruft einen
      Besuch abzustatten. Ruhiger Teil, ohne Dialoge, nur mit Stimmungen
      arbeitend und mich an einen Stummfilm erinnernd, für mich ein
      Kleinod. Und vom nekrophilen Thema ganz schön gewagt!

      Der spektakulärste Teil handelt von einem verrückten Professor (der
      Regisseur mit sichtbarer Freude) , der einen Kritiker und dessen Frau
      zu sich einlädt. Dort will er Ihnen Beweisen das jeder Mensch
      seinen Liebsten verraten würde wenn man ihn nur genug foltert.
      Unglaubliche Grausamkeiten, für 1968 eigentlich undenkbar! Filmisch
      nicht berauschend aber vielvielviel Splatter (Säure, flüssiges
      Blei, Zerstückeln, Kannibalismus...) und Ekel in 30 Minuten.

      Von vielen Kritikern und vielen Büchern ignoriert oder abwertend besprochen gibt es trotzden viel bei diesem Regisseur zu entdecken.
      Zumindest hat er Brasilien auf die Horror Landkarte gebracht und ist mit Herschell Gordon Lewis ein früher Tabubrecher und Pionier des Gorefilms.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Hans Peter“ ()

      Ewig keinen Film mehr besprochen...


      Liebe und Tod im Garten der Götter

      Amore e Morte nel Giardino degli die

      Italien -1972

      Über diesen Film hatte ich einiges gelesen und bei deeeem tollen Titel habe ich mir das Werk nun zu
      meinem Geburtstag schenken lassen...

      Ein alter Vogelkundler mietet sich in eine alte verlassene Villa mit großem wilden Garten ein, um Vögel
      zu studiere und Aufnahmen zu machen. Er findes bei seinem ersten Spaziergang unter einem Baum ein Knäul Tonbänder. Er hat Interesse
      und nimmt die Bänder mit zur Villa, reinigt sie und beginnt diese abzuspielen. Nun fängt die eigentliche raffinierte Geschichte an die
      sich um eine unglückliche Ehe, Inzest und Mord handelt...

      Zwar in der „Giallo“ Reihe von „Film Art“ herausgekommen hat der Film mit einem klassischen
      Giallo nur wenig gemeinsam. Trotzdem ein schönes, verschachteltes Werk irgendwo zwischen Giallo, Horror und Krimi mit einer Portion
      Drama und Melodram gewürzt. Verschiedene Handlungsebenen, Fragmente und Rückblenden machen den Film zu einem nicht einfachem aber
      sehenswerten kleinen Film. Dem Italo-Horror-Freund bekannte Erica Blanc und der mir bislang entgangene Deutsche Peter Lee Lawrence spielen überzeugend in der ersten undleider auch letzten Regiearbeit des Drehbuchautors Sauro Scavolini (unter anderem das Script für „Schwanz des Skorpions“ und „Die Farben der Nacht“). Leider hat laut Booklet der Film in Italien lediglich umgerechnet 20.000 Euro eingespielt war als ein vollständiger Flop.
      Deswegen gibt es den Film auch nicht synchronisiert, meine DVD hat aber deutsche Untertitel. Übrigens ist der Bruder des Regisseurs, Romano Scavolini der in diesem Film die Kameraarbeit übernommen hatte später in die USA übergesiedelt und hat dort den extrem dreckigen Video Nasty „Nightmare“ aka "Nightmare in a damaged Brain" gedreht. Das ist aber eine andere Besprechung...