Paul Tremblay - A head full of Ghosts

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  • Meredith genannt Merry erzählt ihre Geschichte. Sie hat sich an Rachel, eine Autorin gewandt, die ihre Geschichte aufschreiben und die Geschehnisse wiedergeben soll. Analog ist die Fernsehsendung „Besessen“ entstanden. Ihre Schwester Marjorie, die 6 Jahre älter ist als Merry, benimmt sich merkwürdig. Sie wird von den Eltern zu dem Psychiater Dr. Hamilton gebracht, doch anscheinend kann er ihr irgendwann nicht mehr weiter helfen. Merry macht sich große Sorgen um ihre Schwester, denn auch sie weiß nicht, was mit dieser passiert ist. Ihr Vater John Barrett sucht deshalb bei Pater Wanderly Beistand und Hilfe, da irgendwann vermutet wird, dass Marjorie von einem Dämon besessen ist, und sie einem Exorzismus unterzogen werden soll. Begleitet wird das Ganze von einem Fernsehteam, was die Sache noch zusätzlich verkompliziert. Und in all dem Wirrwarr hängt Meredith fest und weiß nicht, wie sie ihrer Schwester helfen soll, denn Merry ist erst 8 Jahre alt. Ihre Eltern drehen langsam aber sicher durch und irgendwann scheint jeder in dieser Familie verrückt zu sein.

    Wertung:

    Eine Inhaltsangabe ist bei „A head full of Ghosts“ schwierig. Der Titel ist sehr passend, denn der Kopf von Marjorie schient wirklich mit Geistern „angefüllt“ zu sein, da sie teilweise mit anderen Stimmen spricht, die auch nicht zu ihrer eigentlichen Stimme passen wollen. Man weiß aber irgendwann auch nicht mehr, wer jetzt verrückt ist oder die Wahrheit sagt und das macht dieses Buch letzten Endes aus. Gleichzeitig wird eine Fernsehserie über das Geschehen produziert, was einen ganz anderen Aspekt mit hinzu bringt. Auch die immer wiederkehrenden Blog-Einträge, die bezogen auf die Fernsehserie als Erläuterung verstanden werden können, tragen zu Erzählung der Handlung bei. Das Ganze ergibt für sich ein konfuses alle Aspekte zusammen aber ein geordnetes Gesamtbild, da die Informationen aus allen drei Richtungen erfolgen. Das macht dieses Buch so besonders. Auch besonders ist die Sicht des 8jährigen Mädchens, wobei diese rückblickend von der erwachsenen Meredith wiedergegeben wird. Dies ist nicht so einfach zu verstehen, aber die durchaus reflektierte Sichtweise in der Erzählung deutet darauf hin, dass nicht die 8jährige sondern die erwachsene Meredith erzählt, und zwar so, wie sie es in Erinnerung hatte. Das gibt dem Buch eine gewisse Qualität, die sehr gekonnt umgesetzt wurde. Die Spannung selbst entsteht mehr oder minder dadurch, dass alles auf den Exorzismus hinausläuft. Ob dieses Buch jetzt ein Horrorroman ist, kann man gar nicht so einfach sagen, denn dieses Buch erinnert sehr stark an den Exorzisten (er wird im Buch ja auch erwähnt) und damit auch eher an klassische Horrorfilme oder -geschichten, wo es eher um Besessenheit geht. Dies haut in der heutigen Zeit eigentlich niemanden mehr vom Hocker, aber die Erzählung ist so gut gelungen, dass man mit fiebert und das Buch einfach nicht aus den Händen legen kann. Besonders gelungen finde ich hier auch den Querverweis zu Lovecraft, der zwar nur dezent aber dennoch vorhanden ist. Auch sehr gelungen ist die winzige Episode von „Gloomy Sunday“ (ja ich habe es mir angehört und lebe noch, aber allein wegen dieser Winzigkeit ist diese Geschichte so besonders), weshalb hier eine absolute Leseempfehlung ausgesprochen wird und eine Wertung von 10/10 Punkten absolut gerechtfertigt ist.
    Rezensionen im Blog...
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    "Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."

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