Ocean Vuong AUF ERDEN SIND WIR KURZ GRANDIOS

This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

  • Besondere Bücher bekommen besondere Aufmerksamkeit.
    Also hier nun ein ganz besonderes Werk.

    Ocean Vuong AUF ERDEN SIND WIR KURZ GRANDIOS
    Originaltitel: On Earth We're Briefly Gorgeous
    Deutsche Ausgabe als HC im Carl Hanser Verlag
    1. Auflage 2019
    269 Seiten

    Klappentext:
    „Lass mich von vorn anfangen. Ma …“ Der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird. Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio. Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Schizophrenie der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Vuong schreibt mit alles durchdringender Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen. Das kraftvollste Debüt der letzten Jahre, geschrieben in einer Sprache von grandioser Schönheit.

    Meinung:
    Lange habe ich auf die (übrigens sehr gute) Übersetzung gewartet und habe es kaum geschafft, dieses Buch aus der Hand zu legen.
    Ein junger Mann schreibt seiner Mutter einen Brief, in dem Wissen, dass sie diesen wohl nie lesen wird.
    In diesem Brief lässt er Leben Revue passieren, die gezeichnet sind von Krieg, Verfolgung, Intoleranz, Ausgrenzung, Anfeindung. Aber auch Liebe, Familie, Dazugehörigkeit.
    Eine vietnamesische Familie, die nach Amerika kommt und dort eine neue Heimat sucht. Aber was ist Heimat, wenn man nicht weiß, wohin man gehört? Wenn man als vietnamesisch-amerikanischer Mischling nirgendwo anerkannt wird?
    Der Verfasser des Briefes, Little Dog, erzählt, wie schwer es ist, als Migrant irgendwo Fuß zu fassen. Und er erzählt es mit solch einer Sprachgewalt, die widerum so zärtlich ist, dass es beim Lesen weh tut. Im positiven Sinne.
    Behandelt werden Themen wie Erwachsenwerden, Liebe, Hass, Schmerz, Sex, Drogen, Tod, Verlust...eben Dinge, die ein ganzes Leben beschreiben.
    Auch ein wichtiges Thema: Die Macht und Bedeutung der Sprache. Egal welcher. Geschrieben, gesprochen, gemalt, Musik oder einfach der des Körpers.

    Ich bin tief beeindruckt von diesem Debüt und verneige mich vor Vuong, der es geschafft hat, mich mit diesem kleinen Werk derartig zu begeistern.
    Es ist sehr tiefsinnig, fast schon philosophisch; macht traurig, wütend, nachdenklich. Ist aber auch gespickt von einer gewissen Situationskomik.

    Leseempfehlung? Auf jeden Fall.
    Wertung: Lesehighlight 2019 und darüber hinaus.
    If living is for learning
    Then dying is forgetting
    Once we have forgotten
    Then we can go on living

    Leseüberblick

    435 times read

Comments 0