Edward Lee - Flesh Gothic

Vivica Hildreth weiß nicht, wo ihr Mann geblieben ist, und sie hat keine Ahnung, was im Anwesen ihres Mannes am 03. April passiert ist. Sie weiß nur, dass es etwas Übernatürliches gewesen sein muss, weshalb sie Fachleute der Parapsychologie und Geisteswanderungen auf das Anwesen in Florida einlädt, und ihnen jeweils ein hübsches Sümmchen zahlt. Sie sollen gemeinsam herausfinden, was mit ihrem Mann in dieser Nacht geschah. Es gab zwar eine Todesanzeige und eine offizielle Beerdigung, doch man ist sich nicht sicher, ob Reginald Hildreth dort wirklich begraben liegt, und weil von einem schrecklichen Ritualmord in Kreisen von satanistenähnlichen Gruppierungen die Rede ist, sind Nyvysk, ein ehemaliger Priester, Cathleen und Adrianne, jeweils zwei verschiedene Arten von Medien, Willis, jemand der durch seinen Tastsinn Dinge sehen kann, Karen, die ehemalige Buchhalterin des Pornounternehmens von Hildreth sowie der Schriftsteller und Zeitungsredakteur Westmore dazu beauftragt worden herauszufinden, was wirklich am besagten Datum stattgefunden hat, und wo Reginald geblieben ist.


Doch dieses Haus ist merkwürdig und mehr als einmal haben die Anwesenden Visionen von Dämonen und dem Herrn der Fleischeslust. Und die Beteiligten wissen noch nicht, in was für eine Gefahr sie sich begegen haben. Denn die Geheimnisse um das rote Zimmer mit seinen vielen Opfern, die als Opfergabe dahingeschlachtet worden sind, ziehen alle in ihren Bann, und gerade für die Leute, die für die paranormalen Aktivitäten empfindsam sind, wird es nach und nach gefährlicher, denn das Haus lädt sich allein durch ihre Anwesenheit mit Energie auf. Und das Grauen, welches von Hildreth heraufbeschworen worden war, kehrt zurück, und will genau das vollenden, was am 03. April begonnen hat...


Wertung:


Das ist das erste komplette Buch von Edward Lee, welches ich gelesen habe, da ich die bisherigen Novellen eher noch als Kurzgeschichten bezeichnen würde. Und dieses Buch hier ist genial, da es immer wieder mit Überraschungen aufwartet. Im Klappentext ist noch die Rede von einer Beschwörung eines Dämons, was ordentlich misslungen war, und das stimmt so einfach nicht, denn gar nichts ist misslungen. Edward Lee schafft es hier wiedermal eine Geschichte zu inszenieren, die man so wahrscheinlich nicht verfilmen könnte, da sie in ihren Details einfach zu grausam ist, auch wenn es sich nicht um einen Roman der Extrem-Horror-Serie handelt. Das Konstrukt, welches um die Villa und um Hildreth gesponnen wird, ist genial in allen ihren Belangen. Dabei ist die Mythologie und der Glaube nur ein kleiner Teil dessen, was mit dazu gehört.


Wer den "Teratologen" gelesen hat, dem wird aufgefallen sein, dass bereits zum zweiten Mal eine Person namens "Westmore" hier mitspielt. Man muss allerdings das eben genannte Werk nicht für Flesh Gothic kennen, da so gut wie kein Bezug zum Teratologen aufgebaut wird.


Sprachlich ist das hier im Gegensatz zu seinen anderen Werken hervorragend, und das trägt sicherlich auch zur flüssigen Lesemöglichkeit dieses Romans bei. Das Cover allerdings ist total misraten, denn es spiegelt weder eine Person noch eine Handlung aus dem Buch wieder und ist lediglich für die reißerische Aufmachung verantwortlich. Dabei hätte dieses Buch genug Motive gehabt, und das amerikanische Original-Cover ist zwar optisch schlechter inhaltlich aber besser zur Story passen gehalten.


Aus meiner Sicht der bislang beste Roman von Lee, auch wenn er von seinen Grausamkeiten nicht an den Teratologen oder Das Schwein heranreicht, so ist dieses hier trotzdem oberhalb von "gewöhnlicher" Horrorliteratur ala Stephen King oder Clive Barker angesiedelt, und deshalb ist dieses Werk hier absolut lesenswert.

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