Carlton Mellick III - Der Baby-Jesus-Anal-Plug

Vorsicht. Hier vor mir liegt ein Werk des Abstrusen und Merkwürdigen, wo ich selbst gar nicht weiß, wie ich das rezensieren soll. Es handelt sich um Kurzgeschichten, die nicht miteinander in Verbindung stehen. In der Anzahl sind es 6, wobei eine merkwürdiger als die andere ist, und das hier ist mit absoluter Sicherheit das Merkwürdigste, was ich je gelesen habe.


Los geht es mit "Der Baby-Jesus-Anal-Plug", ein Titel einer Geschichte, der bescheuerter nicht sein könnte. Es geht dabei um ein Jesus-Baby, wie man es bei einem Züchter kaufen kann. Doch die meisten glauben, wenn man sich ein Jesus-Baby kauft, dass man es sich in den Arsch steckt, deshalb ist das Joe und Mary unangenehm ein Baby-Jesus zu besitzen. Und die Geschichte scheint irgendwie verdreht, so als ob Naturgestze, die immer gelten, irgendwie außer Kraft gesetzt sind.


Die zweite Geschichte heißt "New York", und ich bin mit dieser nicht wirklich warm geworden. Kann deshalb auch kaum was zum Inhalt sagen. Ist auch eine der Kürzeren.


"Zuckersüß" handelt von Knobert, der anstelle eines normalen Kopfes einen Lolly dort sitzen hat. Das macht es für ihn entsprechend schwer an Frauen heran zu kommen. Noch schwerer wird es, da sein Geschmack die Lieblingskreation der bärtigen Trucker ist, und die sich in seiner Gegenwart immer auf ihn stürzen um an ihm zu lecken. Doch während einer Käseverkostung wird ihm das zum Verhängnis.


"Die Stahlfrühstückszeit" ist die längste Geschichte hier in diesem Buch und sie ist ebenso merkwürdig, ja fast schon surreal, da man fast die ganze Zeit den Eindruck hat, dass man nicht genau weiß, was hier eigentlich "gespielt" wird. Es geht mehr oder minder um Tick-Würmer, die sich durch Menschen fressen und dabei Fleisch in Metall verwandeln. Der Protagonist der Story scheint aber auch kein kompletter Mensch zu sein. Jedenfalls baut er sich aus Fleischstücken eine Frau zusammen. Doch als er mit dieser unterwegs ist, werden sie angegriffen und müssen gerettet werden.


Die nächste Geschichte, "Einfache Maschinen" ist ebenso einfach konstruiert, denn sie handelt von einem Menschen, der auf einmal feststellt, dass er nur aus Holz besteht.


Die letzte Geschichte "Porno im August", erzählt wie eine Gruppe von Pornodarstellern auf dem offenen Meer auf ihre Crew wartet, wobei hier ein ums andere Mal unklar bleibt, wer jetzt
diese Geschichte erzählt und wo das ganze hinführt.


Wer sich auf Carlton Mellick III einlässt, der hat keine Ahnung, was ihn hier erwartet, denn was Tarantino oder Rodriguez vielleicht sogar Noe für die Filmemacher sind, das ist Carlton Mellick für die Autoren. Ich kann hier nicht sagen, ob das gut ist oder nicht, denn manch einer kann mit sowas rein gar nichts anfangen, und man braucht schon einen etwas abgedrehten Humor für sowas.


Von mir gibt es für diese einmalige Kurzgeschichtensammlung und -aufmachung 10/10 Punkten, denn ich habe mich selten so merkwürdig gefühlt während des Lesens, und ich musste
mich das ein oder andere Mal schlapp lachen. Ein Horror-Buch? Nein, nicht unbedingt, aber mit Sicherheit an Sonderbarkeiten kaum zu überbieten.

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