
Heather Fawcett - Emily Wildes Atlas der Anderswelten
Mit detektivischem Gespür folgt der Roman Emily Wilde, der Feenforscherin. Es ist etwas trocken, aber durchaus gut geschrieben. Fußnoten durchziehen das Tagebuch, was es teilweise wie ein Ausschnitt einer Wissenschaftsarbeit macht (aber der Absicht der Ich-Erzählerin, Emily Wilde, natürlich entgegenkommt). Insgesamt sind die Charaktere sehr interessant und gegensätzlich gestaltet, was das Buch viel Leben einhaucht und die Konflikte hervorhebt. Dabei bleibt die Sprache zwar durchaus schrullig akademisch, aber insgesamt hebt sich dann die prosaische Seite dann besonders hervor.
Roger Zelazny - Die Chroniken von Amber
Die Amber-Chroniken waren von der Erzählung her oftmals sehr schnell, erst im zweiten Band wird das (teilweise etwas zuviel) reduziert. Insgesamt ist die Handlung mit viel Intrigen zwischen den neun Brüdern und vier Schwestern durchwebt, die um den Thron von Amber kämpfen. Die Erzählung verbirgt oft einige Details, die erst später wieder aufgegriffen werden und nach und nach in ein großes Mosaik geknüpft wird. Insgesamt ist die Serie spannend und actionreich, hat aber auch seine lyrischen und poetischen Momente. Die Charaktere sind sehr gut ausgebaut, und da es viele Intrigen gibt, bleibt mir für die Kürze nur zu schreiben, dass die Konflikte und Motivationen durchaus überzeugend sind. Was mir nicht ganz gefallen hat, war die teilweise in die Länge gezogenen Reisen durch die Schatten, und - womöglich durch die alte Übersetzung - teilweise seltsame Formulierungen, z. B. "Steuerrad" anstatt "Lenkrad" im Auto. (Es ist Fantasy, das wird aber erst später im ersten Band klar)
Ray Bradbury - Der Katzenpyjama
Das 180 Seiten umfassende Buch enthält 20 Kurzgeschichten von Ray Bradbury aus allen Epochen seines Schaffens. Mit seinem Humor sind die Geschichten teils kurios, teils ernsthaft; manche sind politisch, wenige sozialkritisch. Die Charaktere sind oft Fokus der Geschichte und die Pointe oft perfekt getroffen. Meine Lieblingsgeschichten waren "Der Katzenpyjama", "Das Haus" und "Alle meine Feinde sind tot". In der ersten geht es um eine Katze, die von zwei Menschen gleichzeitig gefunden wird; in der zweiten um ein altes Haus, das der Ehemann gekauft hat, aber die Ehefrau nicht mag; und in der dritten geht es um einen Menschen, der alle seine Feinde verloren hat.
Eliza Haywood - Fantomina: Love in a Maze
War ich sehr neugierig drauf, weil es ein sehr frühes Werk der Romantik ist. Etwas kurz mit knapp 25 Seiten (es gibt wohl auch Ausgaben mit ein paar Illustrationen), aber für seine Zeit durchaus schon "pornografisch" - dabei geht es mehr um den sozialen Sprengstoff, den die Autorin durch ihre promiskuitive Protagonistin darstellt. Obwohl Fantomina weiß, dass ihre Liebe nicht erwidert wird, versucht sie es trotzdem. Und besonders das Ende ist für diese Zeit unüblich. Nicht ganz so flüssig zu lesen wie Jane Austen, aber das Frenglisch mag etwas anstrengend sein.
PS: Haywood hatte Crébillon gekannt, sie hatte "The sofa" ins Englische übersetzt.
Jane Austen - Pride and Prejudice
Perfection.
Sicherlich nicht die Romanitk im heutigen Sinn, aber wie Elisabeth und F. Darcy ein "from enemy to lovers" werden ist ein toller Lesegenuss. Vielleicht nicht für jeden etwas, weil es viele ausufernde Gespräche und Liebesbekenntnisse gibt, aber es ist teilweise lustig wie Jane Austen ihre Satire der damaligen Zeit umgesetzt hat.
Kommentare
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