Richard Laymon - Die Familie

Die Familie Mordock betreibt ein Hotel, und die Attraktion des Hotels ist die Höhle, die unter ihm verborgen ist, denn dort finden für die zahlenden Gäste Führungen statt. Eine von den Führerinnen ist Darcy, die von Kyle Mordock, dem Sohn des Hotelchefs, angegafft wird, und das bei fast jeder Führung. Nichts wäre ihm lieber, als Darcy nackt zu sehen und ihn einfach in sie reinzustecken. Zu dumm nur, dass Kyle gerade mal 15 Jahre als ist.


Aber es gibt einen Raum im Hotel, den sein Vater ihm gezeigt hat: Zimmer Nummer 115. Auch Kyle kommt dort zum Zuge. Doch was hat das alles mit Ely's Mauer zu tun? Diese staut den Fluss auf, und als der Strom unten in der Höhle ausfällt und die Deckenleuchten erlischen, weiß man unten nicht, was an der Oberfläche passiert. Die Gäste wissen nur, dass auch die Aufzüge ausgefallen sind, und sie somit verzweifelt auf Rettung warten. Auch oben sind Personen in Sorge: Darcys Mutter Chris und Paulas Vater Hank, denn seine Tochter hat ebenfalls an der Führung teil genommen. Sie bahnen sich den Weg von außen durch Ely's Mauer. Auch von innen versuchen Darcy und ein paar Begleiter diesen Weg einzuschlagen, ohne zu ahnen, was lange hinter dieser Mauer verborgen blieb...


Wertung:


Erstmal herzlichen Dank an Thilo, denn ohne den gäbe es diesen Beitrag hier noch gar nicht. Das ist jetzt der zweite komplette Laymon, den ich gelesen habe. Er gefällt mir nicht ganz so gut wie "Die Insel", aber er hat seine Stärken. Das, was hier gerade über den erst 15jährigen Kyle dargeboten wird, ist grausam, und er ist vielleicht neben seinem Vater der Abschaum hier in dieser Geschichte. Allerdings scheint die Familiengeschichte hier nur eine Nebenrolle einzunehmen. Das ist aufgrund des Titels und der Beschreibung eigentlich schade, denn es geht eigentlich mehr um die Höhle, und da bietet Laymon hier zwar den Horror etwas differenzierter da, aber spätestens seit "The Decent" und "The Hills Have Eyes" in Filmform kann man sich in etwa ausmalen, wie die Story verlaufen wird. Zu Gute halten kann man Laymon, dass das Buch bereits 1988 in den USA veröffentlicht wurde, und "The Decent" gab es da noch nicht. Kennt man hingegen einen der genannten Titel, so wird man der Thematik doch leicht überdrüssig, da sie sich irgendwie zu wiederholen scheint, auch wenn es nicht 1:1 das Gleiche ist. Auch in Carlton Mellick's "Clusterfuck" ging es um eine ebensolche Höhle, wobei das Setting und die Intention doch eine andere war. Es nimmt genau wie mit den sogenannten "Backwood Slashern" ein wenig überhand, wenn ein Werk nach dem anderen diese Richtung einschlägt, und das ist ebenfalls schade, denn das Buch wäre an richtiger Stelle veröffentlich wahrscheinlich besser plaziert gewesen und würde auch von der Wertung höher liegen.


Sprachlich ist es hier erstaunlich, dass man auch das ein oder andere Mal im Buch lachen kann, auch wenn es sich um einen Horrorroman handelt. Das lockert die Stimmung und lässt dieses Werk in nicht allzuernstem Licht erscheinen. In seiner Grausamkeit steht "Die Familie" der "Insel" nur knapp hinten an. Es wusste auf jeden Fall mit seiner Geschichte zu fesseln und diese kann in anderer Hinsicht die ein oder andere Überraschung beisteuern. Deshalb gibt es hier auch 08/10 Punkten. Mal sehen, was die anderen Laymons bereithalten werden.

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"Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."

Comments 2

  • Ich muß mal öfters in Deinenm Blog lesen Blaine, hast ja feine Rezis hier :) @Procy: Ich find die Heyne Cover beim Laymon eigentlich immer ganz angebracht, müssen ja nicht immer den Kern der Story betreffen.

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  • Deutsche Titel...ja ;) Wobei ich "Die Familie" hier dann doch aufs ganze Buch bezogen habe. Die netten Höhlenbewohner gehörten ja schließlich auch dazu. Vielmehr hatte ich mich gefragt, was die Aufmachung und der Klappentext so auf das Zimmer 115 eingegangen ist. Das fand ich eher unwichtig.