Terry Pratchett - Ab die Post

Diese Geschichte spielt auf der Scheibenwelt - getragen von vier Elefanten, die auf einer Schildkröte, genannt Groß A'Tuin, durch das All saust. Und wenn man nicht aufpasst, kann man sogar runter fallen.


Die Geschichte behandelt die Erlebnisse des Feucht von Lipwig. Er ist ein Gauner, der allerlei Leute um ihr Geld gebracht hat - z. B. indem er Checks gefälscht oder einen Glasdiamanten rein zufällig als echten verkauft hat. Deshalb wurde er eingesperrt und soll nun dem Henker vorgeführt werden. Doch der Patrizier Lord Vetinari gibt ihm eine Wahl: Schaffot oder Postminister werden. Eigentlich ist es keine Wahl, denn ohne Kopf lebt es sich halt schlecht. Doch nachdem er draußen ist - natürlich hat er ja gesagt - versucht er natürlich reiß aus zu nehmen. Wenn da nicht noch Herr Pumpe wäre. Herr Pumpe ist ein Golem in den Diensten des Patriziers, der vor langer Zeit nun eine Pumpe gewesen ist. Er fängt Feucht ein und sorgt dafür, dass er seine Arbeit im Postamt aufnimmt.


Und dort bietet sich Feucht ein merkwürdiger Anblick: Das Postamt scheint voll von nicht zugestellten Briefen zu sein, und sie reden und scheinen ein eigenleben zu führen. Denn niemand schreibt momentan Briefe. Alle bedienen sich der Klacker des Großen Strangs, einer Institution, die, Geführt von Reacher Gilt, in der Lage ist, durch Codes eine enorme Strecke für Textnachrichten in kurzer Zeit zurück zu legen. Und Feucht legt sich mit der Gesellschaft an, denn er will Briefe und Pakete befördern. Zur Hilfe hat er allerdings nur die Alteingessessenen Bewohner des Postamtes: Herrn Grütze, der immer noch Juniorpostbote ist, obwohl er schon ziemlich alt zu sein scheint, Stanley, einen Nadler, der sich darauf spezialisiert hatte, Nadeln in allerlei Arten zu sammeln, und Herrn Pumpe, der allerdings lediglich dafür Sorge zu tragen hatte, dass Feucht seine Pflichten als Postminister auch wahrnimmt.


Doch die Bewohner von Ankh-Morpork nehmen ihn als Postminister an, und in seinem goldenen Anzug scheint er Wunder zu bewirken. Bis er sich zu sehr mit dem Großen Strang anlegt. Und Reacher Gilt scheint noch gerissener zu sein, als Feucht selbst. Und es kommt schließlich zum Duell der beiden Logistikunternehmen, bei dem nur einer als Sieger hervorgehen kann.


Wertung:


Auch wenn man die Scheibenwelt an sich nicht kennt, so kann man hier seine Freude dran haben, denn es gibt wenige Autoren, bei welchen man so herzhaft lachen kann. Und das liegt einfach an der Absurdität der Geschichte an sich. Wenn man die Scheibenwelt bereits aus irgendwelchen anderen Geschichten, Computerspielen oder Filmen kennt, dann fällt einem der Zugang vielleicht ein wenig leichter. Namen wie "Ponder Stibbons", dem Dekan der Unsichtbaren Universität, die "Assassinengilde", den "Schatten" oder "Ankh-Morpork" ansich kommen einem bekannt vor und man weiß direkt, was es damit auf sich hat.


Dabei ist das sprachlich gar nicht so leicht zu verstehen und zu lesen, weshalb man gerade anfangs seine Probleme mit den Werken des mittlerweile an Demenz erkrankten Pratchetts hat. Dabei ist der Ideenreichtum an Absurditäten teilweise nicht zu überbieten. Für mich war es nicht das erste Werk aber eines der besten, und es wird mit Sicherheit nicht das Letzte gewesen sein. Als Wertung für eine Fantasystory, die mit ordentlich Humor durchzogen ist, gibt es hier 09/10 unzugestellten Briefen.


Wer das Buch nicht lesen möchte, der kann aber auch zu der seit 2010 ebenfalls erhältlichen Filmversion greifen, obwohl ich bezweifeln möchte, dass die Geschichte ebenso grandios wie im Buch zur Geltung kommt.

Rezensionen im Blog...
Festa-Sammlung im Forum
"Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."

Comments 3

  • Wie schaffst Du das nur jeden Tag 5 Bücher zu rezensieren, alle Achtung! :D Die Verfilmung habe ich gesehen, war klasse und auf jeden Fall eine Bereicherung des Film-Genres.

    • Es sind ja keine 5 pro Tag, das schaffe ich auch nicht. Dieses Review hier sowie auch "Ich bin die Nacht" und "Blind" hatte ich nur noch nicht hier online gestellt, deshalb waren das drei auf einmal :D

  • Kann ich nur beipflichten, Blaine...ein toller Pratchett, voll mit Ideen, herrlichen Anspielungen und witzigen Charakteren...auf jeden Fall einer meiner Favoriten des Autors!