Edward Lee - Golem

Ein tschechisches Schiff ist 1880 mit Kapitän McQuinn nach Lowensport unterwegs. Es transportiert einige Fässer, unter anderem auch Lehm in die Staaten.


die Gegenwart. Seth hat ein Haus in Lowensport gekauft und er will es mit seiner Lebensgefährtin Judy beziehen. Die beiden haben sich in einer Entzihungsklinik kennen gelernt. Er war auf Alkohol, sie auf Crack. Er ist Programmierer und hat ein außerordentlich erfolgreiches Computerspiel mit dem Titel "House of Flesh" erstellt, sie ist eigentlich Professorin für Theologie und Theosophie. Aber etwas merkwürdiges hat auf dem Gelände stattgefunden, denn die Arbeiter, die eigentlich Leitungen verlegen, finden ein Dampfschiff auf Seths Grundstück. Damit gehört alles, was sich auf diesem Schiff befindet, rechtlich gesehen ihm, und er lässt die Fässer in seinen Keller wuchten. Eines Tages jedoch sind einige der Fässer verschwunden.


Lowensport ist jüdisch geprägt. Es ist seine kleine Stadt doch auf der Straße regiert auch hier die Drogenhölle. D-Man und Nutjob sind zwei der Leute, die die Drecksarbeit machen, unter anderem für die führenden Polizeiofficer Stein und Rosh, die nicht nur daran interessiert sind, dass andere Dealer ausgeschaltet werden, sondern sie wollen ihr Crack auch möglichst weiträumig im Gebiet verbreiten. Doch D-Man hat noch einen anderen Auftraggeber, und dieser verlangt regelmäßig, dass er einen Laib Brot mit in das Grab frisch verstorbener legt, und die Leiche dann später wieder ausbuddelt. Und an den Opfern von den Massakern, bei dem regelmäßig Gliedmaßen ausgerissen werden, kann immer ein Rückstand gefunden werden: Lehm.


Wertung:


Rein für sich genommen ist dieses Buch nicht schlecht, aber Lee kann es besser. Der geschichtliche Hintergrund, der hier erzählt wird, wird auf zwei Weisen präsentiert. Zum einen sind einige Kapitel zu Beginn um 1880 datiert und wechseln dann in die Gegenwart. Zum anderen werden auch hier, wie es bereits in Incubus ausgiebig der Fall war, Lexikonartikel präsentiert, die von Judy, aus meiner sicht die eigentliche Hauptperson des Buches, gefunden werden. Soweit, sogut. Auch der Hintergrund der Siedler und die Geschichte um den Golem ist in Ordnung, sowohl sprachlich als auch inhaltlich.


Das Buch wurde 2009 von Lee geschrieben und es ist kein schlechtes, aber es gibt einen Punkt der mich inzwischen nervt, jetzt wo ich mehrere Werke in kurzer Zeit hintereinander gelesen habe. Was das ist steht im Spoiler und das kreide ich auch negativ an. Man sollte für den folgenden Text auch "Der Höllenbote", "Incubus", "Flesh Gothic" sowie "Creekers" kennen:


Der Golem ist zwar als neue Gestalt hier vorhanden aber der Kontext ist momentan hinreichend bekannt. Ja, es gibt Überrschungsmomente, die auch richtig mitreißen können (z. B. was Judy betrifft), und das ist auch wirklich gut, aber aufgrund der Thematik im Vergleich zu den anderen Lee-Romanen langweilt mich das Buch fast, und deshalb gibt es hier einfach weniger Punkte. Rein für sich genommen ohne einen anderen Lees zu kennen, mag das durchaus besser abschneiden, aber wieder und wieder etwas ähnliches zu kontruieren verdirbt irgendwann den Spaß am Lesen. Deshalb gibt es hier "nur" 08/10, was immer noch weit über anderen Büchern liegt, und Golem deshalb auch nicht wirklich schlecht ist.


Bitte einfach nächstes Mal ein Buch von Lee veröffentlichen, was nicht wieder die gleiche Thematik abhandelt und erst später wieder etwas ähnliches planen.

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