Carlton Mellick - Apeshit

Crystal, Desdemona, Rick, Kevin, Stephanie und Jason fahren in Richtung der Berge um ein schönes Wochenende in der Hütte seines Großvaters zu verbringen. Doch bereits auf dem Weg dorthin begegnen ihnen immer mehr tote Tiere am Straßenrand. Erst nur ein paar wenige, die auch hätten überfahren worden sein können, später aber auch größere, bis sich sogar eine mehrere Zentimeter hohe Wand erhebt. Mittendrin liegt ein Mensch. Doch dieser ist noch nicht tot. Er warnt die Jugendlichen sich nicht weiter in den Wald vorzuwagen, aber sie hören nicht auf ihn. Sie versuchen noch die Ranger zu erreichen, doch bereits am Telefon werden sie fast belanglos abgewimmelt.


Die Hütte ist als, aber dennoch versuchen es sich die 6 so gemütlich wie möglich zu machen. Und mit was vertreiben sie sich die Zeit? Mit Sex. Desdemona führt mit Rick und Kevin eine Dreierbeziehung, da letztgenannte erkannt haben, dass sie auch irgendwie aufeinander stehen. Und Rick hat sogar eine Überraschung für die beiden anderen: Er hat seinen Schwanz durch eine Vagina ersetzen lassen. Desdemona will das irgendwie gar nicht passen und ist deshalb richtig sauer. Crystal und Jason ziehen sich ebenfalls zurück. Und man hört auch gestöne aus Jasons Schlafzimmer, doch die beiden masturbieren nur nebeneinander, denn Crystal hat einen ganz bestimmten Fetisch: Ihr geht einer ab, wenn sie sich Bilder von Abtreibungen ansieht, auf jede erdenkliche Weise, und auch das, was hinterher mit dem Fötus angestellt wird. Nur Stephanie scheint alleine zu sein. Sie hat es schwer an Männer zu kommen, denn sie wird regelmäßig von ihrem Bruder vergewaltigt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass sie eine sogenannte vagina dentata hat - eine Fotze mit Zähnen. Deshalb bringt ihr die Zahnbürste nicht nur im Mund Freude. Doch alles wird irgendwie zu viel für sie, weshalb sie sich mit der Pistole aus der Hütte, denn Jasons Großvater war ein Waffennarr, die Rübe wegbläst.


Als Desdemona sie findet, glaubt sie erst, dass sie tot ist, aber das stimmt nicht. Per Telefon können sie aber keine Hilfe holen, denn sie haben so weit draußen keinen Empfang. Deshalb müssen sie Stephanie irgendwie in ein Krankenhaus bringen. Doch nicht alle fahren mit. Desdemona, Jason und auch Rick bleiben zurück, während die anderen los fahren. Doch sie haben noch nicht bemerkt, dass da noch etwas anderes im Wald lauert ... eigentlich war es nur eine Gruselgeschichte, die Jason von seinem Vater erzählt bekommen hat, als sein Bruder eines Tages beim Verstecken spielen nicht wieder aufgetaucht ist, aber vielleicht gibt Buddy The Lobstar Boy ja wirklich...


Wertung:


Ein Backwoodslasher ala Carlton Mellick kann gar kein normaler Backwoodslasher sein, denn dafür sind seine Ideen einfach zu verrückt und merkwürdig. Allein schon auf eine vagina dentata zu kommen, die dann auch wirklich Zähne hat, macht eine solche Geschichte einfach lohnenswert zu lesen, auch wenn diese mal wieder nur in Englisch verfügbar ist. Die Geschichte macht bedingt Sinn, aber bei Bizarro Fiction muss sie das ja auch nicht auf Teufel komm raus. Die Verständlichkeit für einen nicht Englisch als Muttesprache Gelernten ist in Ordnung. Der Plot wird ohne Probleme verstanden. In einzelnen Abschnitten kommen einige Wörter vor, die man nicht direkt übersetzen kann, aber das tut der Freude am Lesen keinen Abbruch.


Die Geschichte selbst könnte nicht merkwürdiger sein. Und es ist Mellicks blutigste Geschichte, die ich bislang gelesen habe (vielleicht kann Die Kannibalen von Candyland da aber mithalten). Mit 170 Seiten und einem kleinen Comic-Strip am Ende habe ich das Buch fast an einem Tag durchlesen können, ohne das ich mich sonderlich darauf konzentriert habe. Da ja momentan bei keinem Verlag irgendwas von Mellick auf deutsch erscheinen wird (es ist zumindest nirgendwo was angekündigt) kann ich zum wiederholten Male nur dazu ermutigen, diesen Autor in seiner Originalsprache zu lesen, auch wenn das am Anfang ungewohnt ist.


In "Clusterfuck" wird "Apeshit", dessen Titel irgenwie nicht wirklich was mit der Geschichte zu tun hat, als Folgeerzählung angepriesen. Das stimmt nur bedingt, denn bis auf ein ähnliches Setting ist "Apeshit" mehr wie "Cabin in the Woods" wohingegen "Clusterfuck" dem film "The Descent" entspricht. Man muss außerdem nicht das eine Werk kennen um das andere zu verstehen.


Als Wertung für wiedermal ein außergewöhnliches Schriftstück kann ich hier 09/10 Punkten vergeben.

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