Thomas Ligotti

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    • Thomas Ligotti

      Der fehlt hier noch ...

      Ich bin erstmals in "Die Saat des Cthulhu" auf Ligotti gestoßen. Sein "Harlekins letzte Feier" ist nicht nur mein persönlicher Höhepunkt dieser Anthologie sondern auch eine meiner liebsten Geschichten des Autoren. Ich habe im Zuge dieser Geschichte auch alle in Deutschland erschienenen Ligotti-Bände nachgekauft. Das wären die "Edition Metzengerstein"-Ausgaben "Teatro Grottesco" und "In einer fremden Stadt, in einem fremden Land" die ich jeweils als Neuware bekommen konnte, das später von Blitz veröffentliche "Das Alptraum-Netzwerk" und schlussendlich nach langer Suche zu einem halbwegs moderaten Preis DuMonts "Die Sekte des Idioten" (wobei etwa die Hälfte der Geschichten auch in "In einer fremden Stadt ..." enthalten sind). Ferner habe ich mich die beiden in der "Edition Metzengerstein" erschienenen Ausgaben von "Das schwarze Geheimnis" besorgt, weil in einem davon die Geschichte "Zehn Stufen zum Dünnen Berg" enthalten ist.

      Ligotti wurde am 09.07.1953 in der Industriestadt Detroit geboren. Er leidet seit Jahren an einer chronischen Angststörung. Über die genaue Art und Ausprägung seiner Krankheit möchte ich nicht spekulieren. Seine psychischen Probleme spiegeln sich jedoch durchaus in seinen Arbeiten wider. Dadurch sind seine Arbeiten nicht immer leicht zugänglich und oft auch sehr verstörend. Ligotti ist der einzige Autor, bei dem ich darauf achte, dass ich nicht zu viele Geschichten am Stück lese. Kein anderer Schriftsteller hatte bisher diese Wirkung auf mich (Eddie Angerhuber kommt dem manchmal nahe).

      Als jemand, der selbst mit Depressionen zu kämpfen hat, ist mir Ligottis oft triste Weltanschauung nicht fremd und sie gibt seinen Geschichten eine besondere Authentizität, die vielen anderen Autoren einfach fehlt. Ein wenig erinnert mich seine Schreibe an Franz Kafka, den ich ebenfalls sehr schätze. Aber irgendwie steht Ligotti doch ziemlich alleine da.

      Er hat mehrfach mit der Band Current 93 zusammen, einige seiner Geschichten wurde in Comicform adaptiert (sehr empfehlenswerte Ausgaben) und er wurde mehrfach für seine Arbeit ausgezeichnet. Dennoch ist er seit jeher eher ein Geheimtipp unter Kennern. So hat das Literaturphänomen Thomas Ligotti weder in seiner Heimat noch in unseren Breitengraden jemals die verdiente Aufmerksamkeit bekommen. Aber das mag ihm durchaus ganz recht sein ...

      Für "H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens" ist der komplette "Grimscribe: His Lives and Works". Hoffentlich nächstes Jahr ... Ich freue mich jedenfalls schon darauf und hoffe natürlich auf viele weitere Ligotti-Veröffentlichungen in Deutschland. Auch, wenn das utopisch sein mag ...
    • danke kain.
      das war nötig.
      ich kenne nur "In einer fremden Stadt, in einem fremden Land" und dieses
      büchlein vergisst man nie! es verstreut einer zauber wie ihn
      auch die besten lyriker, trakl, celan, bachmann wortwörtlich dunkel
      in ihrer poesie erschaffen...
      das einverständnis mit dem unsagbaren geheimnis lässt gar nicht zu
      ligotti zu verschlingen! :) man spürt ihm nach...
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:
    • mein sohn hat in seiner sammlung übrigens die audio-cd
      HR Giger's Vampirric, "die verloren gegangene kunst des zwielichts( mit einer titelstory von
      th.ligotti und "das federkissen" von horacio quiroga),
      es liest synchronsprecher lutz riedel
      1 x audio-cd, lpl-records mit vorwort h.r.giger.
      von 2004. gibts gebraucht günstig zu kaufen!
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:
    • Ich hatte das Buch. Habe ich irgendwann aber abgegeben. Ligottis Geschichte ist aber sowohl in "Die Sekte des Idioten" als auch in "In einer fremden Stadt ..." enthalten. Sonst hätte ich das wohl wegen einer Geschichte behalten. :D Nicht, dass der Band schlecht war, keinesfalls. Aber war auch nichts, was ich auf ewig behalten wollte.
    • ligotti lohnt sich auf jeden fall.
      ich hab mein buch damals zwischen irgendwelchen hc-
      thrillern gefunden... mich haben die heutigen preise auch abgeschreckt,
      man braucht eben geduld...

      ... aber man taucht wirklich in eine ureigene welt.
      ich denke ligottis texte sind auch besser selbst erlesen zu erfahren.
      obige lesung ist sehr gut, aber wie tiefe lyrik
      ist jede wort-stimme interpretation!
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:
    • hab grad das letzte harlekinfest gelesen ......war eine geschichte die ich so nicht erwartet habe ...könnte auch eigenständig stehen bleiben ohne bezug auf
      mr.providence.....war über alle maßen erstaunt .....und der stil .. irgendwie gehoben und nicht ermüdend wie zum teil andere geschichten im lovecraft universe..... :)
    • Gibt nun auch den zweiten Teil des Interviews in deutscher Übersetzung. Unbedingt lesenswert! Ligotti ist ein interessanter Denker, ich habe mich in vielen seiner Ausführungen wieder gefunden. Nun bin ich noch gespannter auf seine Geschichten und kann das Erscheinen des Festa-Bandes kaum erwarten.