Allgemeine Bücherrezensionen...

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    • Frank Festa wrote:

      Matt Dinniman - The Grinding ist schon übersetzt und erscheint bald bei uns ... :love:
      Ihr habst echt Geschmack! :rolleyes:
      Was will man mehr? Schön zu lesen, dass Du im vorauseilendem Gehorsam bereits Bücher übersetzen lässt, bevor wir selber wissen, dass wir eben genau diese lesen wollen. ^^ Ich finde besonders interessant, dass die Story trotz der beschriebenen Thematik, scheinbar kein Splatter im eigentlichen Sinne enthält. Interessant! Interessant! 8|
      "Bow down: I am the emperor of dreams" -Clark Ashton Smith-
    • Beendet: John Steinbeck "Von Mäusen und Menschen"

      Steinbecks Kurzroman-Klassiker fasziniert durch interessante, gut ausgearbeitete Charaktere und eine zu Herzen gehende, tieftraurige Story. Die Geschichte der beiden umherziehenden Erntehelfer George und Lennie wurde schon mehrmals verfilmt, zuletzt von Regisseur (und Hauptdarsteller) Gary Sinise.
      Lennie, der geistig zurückgebliebene Riese mit dem guten Herzen und den unkontrollierten Körperkräften (im Film genial von John Malkovich verkörpert) ist die tragische Hauptfigur des Romans...sein Schicksal wird von Steinbeck hervorragend und ergreifend geschildert, lediglich die damalige erste deutsche Übersetzung von 1940 (die ich dummerweise von reBuy ergattert habe) liest sich aus heutiger Sicht recht umständlich und die im Buch enthaltenen Dialoge der einfachen Leute vom Land klingen im Deutschen einfach nur grausig und erschweren den Lesefluß, ein Manko, dass auch schon die früheren Hemingway-Übersetzungen zur Tortur gemacht hat...
      Ich werde deswegen das Buch in der aktuelleren Übersetzung (2001) noch einmal kaufen (eine kurze Leseprobe zeigte mir, dass man trotz zeitgemäßer Satzstellungen die Atmosphäre und den Stil eines Buches nicht zwangsläufig zerstören muß) und mir demnächst ein zweites Mal zu Gemüte führen.

      Fazit: Tragisch, poetisch, mitreissend...zu Recht ein Klassiker der amerikanischen Literatur. Unbedingt lesenswert!

      *****+
    • Hi, Power!

      Ja, tu das, liest sich wirklich flüssiger, finde ich. Nichts gegen Ur-Übersetzungen, aber viele Schreibweisen sind aus heutiger Sicht schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäß. Frank hat es mit den Neuübersetzungen von Lovecraft ja vorgemacht und den Schreibstil behutsam aktualisiert...und es funktioniert hervorragend!

      Wie auch immer, "Von Mäusen und Menschen" ist auf jeden Fall brillante Literatur und mein Antrieb, weitere Werke von Steinbeck zu lesen! :thumbup:
    • Thomas Finn - Schwarze Tränen



      Worum geht es? Das letzte Gefecht auf Erden... die Pforten der Hölle öffnen sich und Lukas Faust, 13ter Nachfahre des berühmten Zauberers Johann Faust, steckt mittendrin.

      Wie ist es? Nicht so blutig, wie man vielleicht meinen könnte, aber stellenweise sehr böse. Wer mal lesen möchte, wie man Zaubererduelle sehr gut beschreiben kann, der liegt hier sicher nicht verkehrt. Finn hat wieder mal gut recherchiert und bringt das Thema Magie anschaulich rüber.

      Was war geil? Der Plot, die Hauptfigur, der Teufel



      Nicht so geil: Am Ende vorhersehrbar



      Urteil: 7,75 Punkte von mir.
    • Ihr wollt einen Endzeit-Thriller in dem Untote die noch Lebenden tyrannisieren? Wenn ihr die Frage mit Ja beantworten könnt, dann haltet ihr mit "Der Finder" das falsche Buch in Händen - sorry.



      Schlaf Kindlein schlaf

      *gäääähn* So erging es mir, als ich begann zu lesen. Abgehackte Sätze. Die. So. Aussehen. Und. Mich. In. Den. Wahnsinn. Trieben (schon gut, ich lass es sein). Es ist schwer ein Buch flüssig runterzulesen das so aufgebaut ist. Genauso erging es mir mit den kurzen Sätzen, die sich aneinanderreihten. Und als wäre das nicht genug, haben sich auch noch die beiden erwachsenen Hauptpersonen zu Anfang, wie Teenager verhalten. Es wirkte alles sehr gezwungen, wie Daniel und Esther miteinander agierten. Die Lesefreude sank somit schnell und ich mühte mich ab, dieses - bis zu dem Zeitpunkt - Schlafmittel weiterzulesen.



      Wurde der Autor kurzzeitig ausgetauscht?

      Nein, eine positive Wendung gab es trotzdem. Denn ab dem Zeitpunkt, als die Katastrophe ihren Lauf nahm, änderte sich einiges. Was mich an Daniels und Esthers Umgang miteinander vorher gestört hat, war fast wie weggeflogen. Denn das Hauptaugenmerk verlagerte sich auf die aktuellen Ereignisse und reduzierte ihre gemeinsame Zeit um ein Minimum, sodass ich als Leserin endlich das Gefühl hatte, einen Endzeit-Thriller vor mir zu haben. Einige Situationen, wie zum Beispiel die einsamen Streifzüge von Daniel, taten ihr Übriges zur bedrückenden Atmosphäre bei. Leider konnten die Höhen sich nicht das komplette Buch über halten und drifteten häufiger in unrealistische Handlungen der Charaktere ab.



      Das Spiel mit der Fantasie ...

      ist gelungen. Spekulationen gab es fiele, Antworten jedoch (erst einmal) keine. Als Leserin hat M. Schreckenberg mich zappeln lassen, um dann den Vorhang des Geheimnisses am Ende zu lüften. Das besagte "Spiel mit der Fantasie" hat einiges dazubeigertragen, dass an dem Buch was Unheimliches haftete - etwas das man kennen möchte, um der Angst vor dem Unbekannten zu entfliehen. Aber was ist, wenn man dem nicht entfliehen kann?



      Sei anders - sei kreativ

      Michael Schreckenberg hat sich von den vielen Endzeit-Thrillern in denen Vieren daran schuld sein sollen, dass das Madenfutter umherirrende Ungetüm - auch Zombie genannt - welches unsere Erde befällt und alles anknabbert, was sich noch normal artikulieren kann, distanziert. Er hat es gewagt eine eigene Idee zu haben, die nicht schon hundertfach kopiert und auf Film oder Papier gebannt wurde, herauszubringen.



      Zu Empfehlen ist "Der Finder", wenn du ...
      • auf Endzeitszenarien stehst - klar.
      • das Wort Zombie nicht mehr lesen möchtest.
      • einen ruhigeren Ton bevorzugst, der zeitweise lauter wird.
      • manchmal auftauchende, unrealistische Handlungen überlesen kannst.
      • deutschsprachige Autorenbücher bevorzugst.




      3 Punkte
      von 5 Punkte
      Gefällt dir etwas nicht, dann ändere es.
      Kannst du es nicht ändern, ändere deine Einstellung.
      Jammere nicht.
      Maya Angelou

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    • kann man ein buch besprechen, daß einen seit 1997 herausfordert ?
      georges batailles( 1897 -1962) der heilige eros habe ich eben beendet.
      und doch werde ich diese worte die um leben und tod, erotik und lust, verstümmelung
      und ekel tiefschürfend kreisen weiterverfolgen. wie begleittexte zu de sade oder
      extrem horror daherkommend, haben diese essays, artikel und vorworte des franzosen,
      des philosophen und autoren von die geschichte des auges
      ( die erste extrem-erzählung ) einen atemraubenden sog der erkenntnis
      der z.b. edward lee-geschichten heftigst erklärt.:thumbup:
      der heilige eros - georges bataille*****+
      luchterhand. hc 1963. 366 seiten. übersetzt von max hölzer.
      wer sich auf dieses gedankenwilde werk einlässt blickt in die abgründe
      des seins!
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:
    • Haruki Marukami - Kafka am Strand

      Mein erstes Buch von Marukami und er kommt gleich mit 9 Punkten davon. Die Geschichten des 15 jährigen Kafka, der 50+ jährigen Saeki, dem Herrn Oshima, der eigentlich eine Frau ist, dem dummen Nakata, der mit Katzen sprechen kann und dem LKW-Fahrer Hoshino eint eines: Sie alle sind leer. Leere Gefäße. Einige deshalb, weil ein zurückliegendes Ereignis durch einen Riss verschiedener Welten verursacht wurde, andere, weil sie sich zu denen hingezogen fühlen. Nun wird es Zeit, die Dinge gerade zu rücken, Johnny Walker will aus Katzenköpfen eine Flöte bauen, es regnet Makrelen, Geister und Colonel Sanders erscheinen und alles fügt sich FAST am Ende. Und dieses FAST begründet den Punkteabzug...
    • sein werk ist überschaubar und galt vielleicht auch deshalb im
      nachweltkriegs-deutschland als meilenstein der aufarbeitung
      der kriegsängste durch die macht der worte.
      wolfgang borcherts leben begann am 20. mai 1921 in hamburg und
      endete am 20. november 1947 in der schweiz.
      einen tag vor uraufführung seines dramas draußen vor der tür
      starb borchert mit 26 jahren viel zu jung. seine biographie liest sich wie ein
      abenteuerroman, nach seinem tod setzte ein erfolg sondergleichen
      ein, der bis in die schulbücher mündete.
      seine sprache ist von eiskalter klarheit, reduziert aufs wesentliche, ohne beschönigung.
      frau brack und frau kikuth, meinen hochgeschätzten deutschlehrerinnen gebührt die ehre
      mir diesen herrlichen schriftsteller nahegebracht zu haben. interpretationen zu den kurzgeschichten :thumbup: ^^
      ich empfehle, da gelesen:
      draußen vor der tür. ein stück - wolfgang borchert. bertelsmann hc, 1970er jahre. 125 seiten.
      das gesamtwerk - w.borchert. rororo, tb, 1991. prosa. lyrik, draußen vor der tür. biographisches nachwort: berhard meyer-marwitz. 349 seiten.
      wolfgang borchert - peter rühmkorf
      ! . rororo tb, 1976. 182 seiten.
      draußen vor der tür. eine wolfgang borchert-biographie - claus b.schröder. henschelverlag, hc. 1988. 343 seiten.
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:

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    • Peter Huth - Berlin Requiem



      Berlin wird zombifiziert. Aber nur Menschen mit Migrationshintergrund werden anscheinend infiziert, es wird eine Mauer um bestimmte Stadtteile gezogen. Aus der Sicht eines Reporters entwickelt sich ein Zombie-Polit-Thriller.

      Nicht mein Fall. Die ersten 100 Seiten hatten auf jeden Fall etwas, danach flaute es in Sachen Story-und Charakterentwicklung ab. Außerdem wurde es mir zu sehr in die bestehenden Debatten (Sarrazin und Pirinci) hineingeschrieben, wahrscheinlich um noch ein paar mehr Käufer zu gewinnen. Aber... ich schätze, dass das Buch dennoch viele Liebhaber finden wird. Ich lande bei 5,5 Punkten und will niemanden von einem Kauf abhalten. ;)