Clive Barker

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    • Clive Barker

      "Blutbücher sind wir Leiber alle; wo man uns aufschlägt: lesbar rot."

      Die "Books of Blood" von Clive Barker kann man mit Fug und Recht als moderne Klassiker bezeichnen. Als sie in den 80er Jahren auf den Markt kamen, waren sie im literarischen Sinn eine richtige Offenbarung. Eine solche schriftstellerische Klasse und gehobene, beinahe lyrische Ausdrucksweise hatte man seit vielen Jahren vergeblich gesucht.
      Seit den Zeiten von Lovecraft und Blackwood schien dieser elegante und komplexe Schreibstil verschwunden zu sein; Barker verknüpfte ihn mit (für damalige Verhältnisse) recht erotischen und blutigen Momenten.
      Stephen King lobte ihn in den höchsten Tönen, Romane aus dem Horrorumfeld folgten, bis er sich später mehr der Fantasy und dem historischen Roman zuwandte und sogar Jugendbücher verfasste, wenn auch immer noch mit einer unerschöpflichen Fantasie.

      Für mich jedoch bleiben "Die Bücher des Blutes" am meisten in meiner Erinnerung. In der Qualität natürlich auch mal schwankend, sind jedoch viele Storys (besonders in Band 1-3) zeitlos und bis heute äußerst wichtig für die gesamte Horrorliteratur.

      Wie beurteilt ihr Clive Barker?
    • Die Books Of Blood sind auch in meinen Augen moderne Klassiker (auch wenn die deutschen Titelübersetzungen mitunter absolut bescheuert waren. "Rohkopf Rex" oder "Der Mitternachts-Fleischzug", also bitte!). Stilistisch sind die Geschichten wirklich schon sehr besonders, wodurch es allerdings, wenn man zum Beispiel nur die Hellraiser-Verfilmungen kennt mitunter schon schwer fallen könnte, sich darauf einzulassen (oh ja, ich war ein nahezu anspruchsloses Splatter-Kid). Ich finde es mittlerweile, mit Abstand zur damaligen Blutgeilheit, schon sehr schade, dass sich diese lyrische Art zu schreiben später immer mehr aufgelöst hat, zumindest nach meinem Eindruck. Was nun aber nicht bedeuten soll, dass der Stil anspruchslos geworden wäre.

      Ansonsten habe ich nicht übermäßig viel von Barker gelesen. Zum einen natürlich "Das Tor zur Hölle" aka. Hellraiser. Sehr gelungen, wenn auch eher eine Novelle denn ein Roman. Dann waren da noch "Das Sakrament" (sehr dicht, aber auch sehr verwoben und deswegen mitunter schwer zugänglich) und "Spiel des Verderbens", welches in meinen Augen aber schon einen Schritt Richtung Fantasy gemacht hat und bis auf den Showdown auch auch eher so vor sich hin plätscherte.

      Besonders die "Bücher des Blutes" sind auch wieder eines dieser Beispiele dafür, dass es mitunter sehr schwer fällt, selbst einer Kurzgeschichte filmisch gerecht zu werden. "Rawhead Rex" und "Quicksilver Highway" waren gequirlter Mist, "Candymans Fluch" ebenfalls keine Offenbarung. "Lord Of Illusions" und "Midnight Meat Train" waren ansehbar, wirklich gut gefallen hat mir tatsächlich nur "Book Of Blood". Die Verfilmung zu "Dread" habe ich nicht gesehen, bin mir aber auch nicht so wirklich sicher, ob ich das nachholen möchte.
      “From even the greatest of horrors irony is seldom absent.”
      (H.P. Lovecraft)

      visit me @ stuffed-shelves.de
    • Da gebe ich Dir vollkommen recht, Sebastian, die deutschen Titel der Geschichten waren mitunter wirklich grausam...und das hat sich leider bis in die heutige Zeit gehalten, die deutschen Namen der Ketchum-Bücher sind auch absolut zum Davonrennen (man nehme sein geniales Buch "The Girl next Door"-was macht man in unserem Land daraus? Man nimmt einen nichtssagenden und blöden Titel, und dann auch noch ein englisches Wort! "Evil"... Wie doof ist das denn?)

      Aber ich schweife ab... ^^ Ich kenne leider recht wenig Blutbücher- Verfilmungen, lediglich "Lord of Illusions", der war ganz okay. Aber "Book of Blood" werde ich mir demnächst mal anschauen, und "Midnight Meat Train" bekommt man ungeschnitten nur in Österreich, glaube ich...
    • die "dread"-verfilmung war für mich eher mittelprächtig. die story war wesentlich eindringlicher...

      clive barkers " bücher des blutes" waren damals meine erste einlassung in den modernen buch-horror!
      so viele ideen, soviel stilistisches erproben - soviel hohe erzählkunst!

      man lobt bei der immensen qualität diese erzählungen: zu recht, aber es fehlen die superlativen...
      jeder horrorsammlung ohne diese werke fehlt etwas entscheidendes :!: :!:
      "Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle."
      Albert Einstein (1879 - 1955)

      jörgs bücher des jahres 2018 :thumbup:
    • Schön ist auch die Kurzgeschichte von Kim Newman "Der Mann, der Clive Barker sammelte" ^^
      Ansonsten Hab ich von Barker nur Cabal (dessen Verfilmung mir auch sehr gefallen hat), Hellraiser und Coldheart Canyon gelesen.

      Von den Filmen nach seinen Erzählungen fand ich "Midnight Meat Train" sehr geil.
      “There are not many persons who know what wonders
      are opened to them in the stories and visions of their youth; for when
      as children we learn and dream, we think but half-formed thoughts, and
      when as men we try to remember, we are dulled and prosaic with the
      poison of life.”
      -H. P. Lovecraft
    • Die Bücher des Blutes habe ich vor 20 Jahren gelesen, und fand sie damals grandios. Hellraiser habe ich mir sogar dreimal gekauft, eine englische Taschenbuchausgabe deutsch von Knaur und die wesentlich bessere Übersetzung von der Edition Phantasia. Cabal ist auch so ein fantastisches Werk. "Das Sakrament" habe ich in einer signierten Ausgabe,war aber nicht soo begeistert...

      Meiner Meinung nach ist Clive Barkers stärkstes Werk aber "Das Spiel des Verderbens", die Geschmäcker sind halt verschieden.. ;-)) Das muß ich mir noch signiert zulegen, Ebay machts (vieleicht) möglich.

      Nach "Gewebte Welt" hat mir dann leider nix mehr gefallen, er konnte sein hohes Niveau zumidest um mich als Leser zu behalten, nicht halten...

      Zu den Verfilmungen (Hellraiser!!!) werde ich im Filmsektor meinen Senf dazu geben!

      Grüße!!!
    • CABAL gefällt mir auch, neben den blutbüchern, am besten.
      die verfilmung wurde unter angehenden bibiothekaren in den 90ern als beispiel der ästhethik des
      mordens, in hausarbeiten, gewürdigt. warum gibts die verfilmung nicht mehr auf deutsch ?
      "Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle."
      Albert Einstein (1879 - 1955)

      jörgs bücher des jahres 2018 :thumbup:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von jörg wald ()

    • Verstehe ich auch nicht. Ich habe "Cabal" Anfang der 90er im Kino gesehen und mir später auf Video einverleibt, keine Ahnung, warum er noch nicht als Silberling erhältlich ist...

      @ Harry: Stimmt, die Schweiz ist natürlich auch eine Anlaufstelle. Nur hier in Deutschland muß man schon sehr genau aufpassen, was man kauft... Aber bei schnittberichte.com kann man ja prima überprüfen, was der Schere hierzulande zum Opfer gefallen ist!
    • Zu den "Books of Blood" habe ich ein eher gespaltenes Verhältnis. Ich habe die erst vor ein paar Jahren gelesen (Area-Ausgabe). Einige Geschichten fand ich sehr gut. Andere dafür nicht so sehr. Um es freundlich zu sagen. Das war etwa 2005/06. Ich glaube, dass mir das als pubertierender Teenager besser gefallen hätte. Da hatte ich auch meine Splatterphase, der ich aber ziemlich schnell entwachsen bin.

      Als ich 2009 Joshis "Moderne Horrorautoren" entdeckt habe, konnte ich auch nicht umhin, viel von meiner Wahrnehmung über die BoB in seiner Besprechung zu entdecken.

      Kleiner Fun-Fact am Rande: In einer Ausgabe von "Swamp Thing" lässt Alan Moore eine seiner Figuren in den "Books of Blood" lesen.
    • Kennt ihr (oder habt sie gelesen) die "Abarat"-Bücher von Clive Barker? Sind ja anscheinend als Jugendbücher konzipiert, klingen aber von der Handlung her äußerst fantasievoll (wie häufig gerade bei Jugendliteratur-dort gibt es teilweise so viel gute Ideen, die sucht man in vielen Büchern für Erwachsene leider vergebens...).
      Auch "Gewebte Welt" aus der Edition Phantasia hat laut Klappentext ein komplexes Thema, das mich sehr anspricht...

      Für Pro's und Contra's und eventuelle Leseerfahrungen von euch wäre ich sehr dankbar! :D
    • @ronald
      wäre "abarat" zur zeit von "momo" oder "märchenmond" raus gekommen
      wäre es wohl heute ein klassiker. vom horrorautor barker spürt man
      nichts mehr. da ist sein älteres jugendbuch "haus der verschwundenen jahre"
      einfach spannender...
      "gyre" oder "gewebte welt" war das letzte große barker-werk, meiner meinung nach... ;)
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      Albert Einstein (1879 - 1955)

      jörgs bücher des jahres 2018 :thumbup:
    • ich habe von ihm bis jetzt nur Hellraiser gesehen, und das ist schon sooo lange her....

      ansonsten habe ´noch nichts von ihm gelesen, wohl aber viel von Büchern des Blutes gehört, und wurde mir auch immer wieder empfohlen....



      was meint ihr wären die besten Einsteiger für Clive Barker? Was würdet ihr empfehlen?
    • Also, da Clive Barker in den letzten Jahren nur noch epische Ziegelsteine von Büchern schreibt, sind die "Bücher des Blutes" zum Einsteigen in Barkers Welt immer noch am besten geeignet, finde ich. Und hier speziell die ersten drei, da sie (auch wieder meiner persönlichen Meinung nach) die interessantesten und besten Geschichten enthalten.

      Jörg schrieb an einer Stelle, dass er die 6 Bände sozusagen als Einheit bewundert, ist natürlich auch richtig, die Bücher 4-6 besitzen gleichfalls wunderbare Storys, aber jeder hat natürlich auch seine Favoriten unter den einzelnen Bänden... :)