Bizarro Fiction?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Bizarro Fiction?

      Es gibt hier zwar einen Mellick-Thread, aber allgemein über Bizarro Fiction gibt es noch keinen, obwohl der Genannte wohl der Bekannteste des Genres ist. Es gibt den Beiträgen hier nach zu urteilen, ja einige, die was mit diesem Genre anfangen können. Deshalb gibt es hier mal einen Thread dazu, denn es gibt mehr als Mellick, auch wenn so gut wie nichts auf deutsch erschienen ist. Wahrscheinlich liegt das einfach an der fehlenden Nachfrage. Vielleicht sind die Autoren auch ihrer Zeit voraus und werden erst in der Zukunft richtig erfolg haben. Ein eigener Thread zu den jeweiligen Autoren lohnt aber momentan noch nicht.

      Neben den so zahlreichen Mellick Büchern, habe ich bislang noch nicht sehr viel aus dem Genre gelesen. Cameron Pierce ist ein weiter Autor (siehe Blog-Eintrag zu "Die eingelegte Apokalypse der Pfannkucheninsel"). Pierce schreibt etwas anders als Mellick ist aber doch unterhaltsam. Auf Englisch habe ich noch kein Werk gelesen aber schon welche hier. Aber auch ein Shane McKenzie, der ebenfalls im Festa Verlag erscheint, hat sich auf bizarre Pfade gewagt, z. B. mit "The Pus Junkies". Eric S. Brown fand ich bislang eher enttäuschend. "Jack Bunny Bäm Bäm" war dabei einfach zu wenig abstrus. Auch "Cowboys Vs. Zombies" konnte nicht genug überzeugen. Dabei haben die Geschichten durchaus Potential.

      Manch einer würde aber auch schon einen Terry Pratchett als bizarr einstufen, auch wenn das eher Humor-Fantasy ist.

      Filmisch ist das Ganze da schon schwieriger umzusetzen. Vor 20 Jahren hätte man Quentin Tarantino als Bizarro-Regisseur bezeichnen können, aber mittlerweile gehört der ja schon in jede gute Filmsammlung. Bei Gaspar Noe sieht das schon anders aus, denn auch dessen Werke sind auf eine gewisse Art bizarr, auch wenn sie eine normale Handlung beschreiben. "Irreversible" ist es aufgrund seiner Erzählweise, "Enter the Void" durch sein Farbenspiel. "Santa Sangre" ist auch eine Art bizarres Werk, auch wenn es in seiner Form so gar nicht mit den Autoren mithalten kann.

      Wie seht ihr das? Was haltet ihr von Bizarro Fiction? Warum lest ihr sowas oder eben auch nicht? Welche Autoren würden euch reizen oder von was habt ihr in welcher Richtung auch immer gehört? Ich weiß, dass es nicht viele Vertreter dieser Gattung gibt, aber vielleicht kann auch ich hier auf neue "bizarre" Ideen kommen.

      Das erste bizarre Werk für mich war "Der Baby-Jesus-Anal-Plug" und am Kauf ist vor allem der Titel Schuld. Werde hier ab und an meine Erfahrungen mit diversen Bizarro-Autoren berichten. Leider ist momentan außer "Eine handvoll Füße" nicht viel in deutscher Sprache in Sicht.

      Ich bitte um Meinungsaustausch, Erfahrungen, Wünsche oder was auch immer :thumbup:
      Rezensionen im Blog...
      Festa-Sammlung im Forum
      "Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."
    • Wie ich hier irgendwo im Forum schon mal schrieb, bin ich von der Bizarro Fiction doch sehr enttäuscht. Nachdem ich die Werke von Carlton Mellick 3 entdeckt hatte, war ich richtig aufgeregt: »Endlich frische, geile Literatur, was ganz Neues … Wow, was erwartet mich noch alles?«
      Und was kam? Nichts außer Klamauk und billiges Amateurgeschreibsel. Schnell hatte sich mein Interesse gelegt. CM3 ist der beste Autor des Bizarro, eigentlich sogar der Erfinder des Genres. Sonst fand ich nur bemühtes Gähnen … Um nicht ungerecht zu sein: Natürlich habe ich nicht jeden Autor gelesen und oft nur ein paar Seiten angelesen – aber die reichten mir dann auch.
      Schade! Sehr!
    • Vielleicht liegt es einfach daran, dass einige versuchen auf Teufel komm raus etwas abstruses zu konstruieren, und das kann dann natürlich schnell lächerlich wirken. Das ist aber glaube ich in jedem Genre so. Nur das es anteilsmäßig sehr wenige Bizarro Autoren gibt. Von Kevin Shamel bin ich z. B. auch mehr als begeistert.
      Rezensionen im Blog...
      Festa-Sammlung im Forum
      "Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."
    • Ich habe bis jetzt zwei CMIII gelesen und war begeistert und zwar gerade weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass dieses Genre mir gefallen würde...

      Vielleicht kann man Bizarro Fiction mit guter politischer Satire vergleichen?! Es gibt nur sehr wenige Leute, die aus dem Thema was wirklich gutes machen können, der Rest ist halt billiger Klamauk.

      Leider sind die vielen englischsprachigen Bücher von CMII für mich keine Alternative, da mein Schulenglisch nicht ausreicht, um sie zu genießen. Ich würde sie verstehen, es wäre aber Arbeit und kein Vergnügen für mich.
      Es gibt einen Grund unsterblich zu sein! Man kann die meisten wichtigen Bücher lesen!
      Real Music Fans: "God Give us Malcom Young back and we give you Justin Bieber!" God: "Fuck no!"
    • Ich hab bis jetzt ja nur "Die Kannibalen von Candyland" gelesen, war einfach nur neugierig, ob ich was damit anfangen kann und fand es besser als gedacht, ist halt mal was für zwischendurch, zum Entspannen :)
      Trotzdem bin ich anderen Autoren gegenüber immer noch etwas kritisch eingestellt :)
      ...It's a matter of time before you break
      Your eyes are closed when you're awake.
      The constant gambles that you take
      With demon's in your mind
      Is this the way to celebrate.
      The gift of life another day
      And all the treasures, you'd forsake
      For something you can't buy....

    • von mellick bin ich auch begeistert, aber bizarro muß ich nicht
      zwangsläufig lesen, mich reizen die themen allermeist nur im ansatz.

      in deutschland gabs von susanne popette betancor
      im jahre 2000 den roman „damenbart“, der auch recht
      bizarro ist.
      "Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle."
      Albert Einstein (1879 - 1955)

      jörgs bücher des jahres 2018 :thumbup:
    • Würde mich mal interessieren, ob die Japaner auch Bizarro schreiben und wie die das nennen. Denn viele japanische Filme passen eigentlich sehr gut in dieses Genre. Crazy, krank, verrückt, witzig und gruselig in einem. Ich fand auch, dass man den neuen Film Snow Piercer in das Genre packen könnte, es fängt zwar eher realistisch anmutend an, aber es wird dann immer schräger, ohne dabei lächerlich rüberzukommen. Der Film basiert auf einem koreanischen Roman und wurde auch von einem Koreaner geleitet (Regie), es spielen aber hauptsächlich amerikanische und europäische Schauspieler. (Vermutlich Süd-Korea, glaube kaum, dass man aus Nord-Korea im Moment irgendwelche literarischen Ergüsse erwarten kann. :/ )
    • Vor allem die Japan-Splatter sind teilweise extrem "bizarr". Gibt halt nicht nur Bizarro Literatur. Sowas wie "Zombie Ass" oder "Tokio Gore Police" hat es absolut verdient "bizarr" genannt zu werden, auch wenn es hauptsächlich Fun-Splatter sind.
      Rezensionen im Blog...
      Festa-Sammlung im Forum
      "Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."
    • Krallenfatzke schrieb:

      Ich fand auch, dass man den neuen Film Snow Piercer in das Genre packen könnte, es fängt zwar eher realistisch anmutend an, aber es wird dann immer schräger, ohne dabei lächerlich rüberzukommen. Der Film basiert auf einem koreanischen Roman und wurde auch von einem Koreaner geleitet (Regie), es spielen aber hauptsächlich amerikanische und europäische Schauspieler. (Vermutlich Süd-Korea, glaube kaum, dass man aus Nord-Korea im Moment irgendwelche literarischen Ergüsse erwarten kann. :/ )


      Ich fand den Film auch recht gelungen, allerdings dachte ich dass er auf einem französischen Comic (deutscher Titel "Schneekreuzer") basiert.
    • Bizarro Fiction ist jetzt nicht so meins, habs mit "Kannibalen aus dem Candyland" von Mellick versucht.

      Ein Titel, der mir gut gefallen hatte jedoch ist "Shatnerquake" von Jeff Burk, eine liebevolle Satire auf William Shatner, der in diesem Büchlein bei einer Star Trek Convention durch einen literarischen Anschlag der Campbellianer (Bruce Campbell Fans) auf fleischgewordene Inkarnationen all seiner Film- und Serienrollen trifft, etwa Captain Kirk, Denny Crane, TJ Hooker, um mal die bekanntesten zu nennen.

      Kann man Robert Rankin auch in dieses Bereich einordnen? Er selber bezeichnet seine Romane als Far-Fetched Fiction, ist aber auch sehr bizarr (für meinen Geschmack jedenfalls). Ich denke da an "Brentford Chainstore Massacre", wo ein Mad Scientist, der aussieht wie eine schwarzweiße Sherlock Holmes Zeichnung im Profil, vorhat aus DNA-Resten des Turiner Grabtuchs 6 Jesus-Klone herzustellen - einen für jede große Religion der Erde.
    • Jimmy Bones schrieb:

      Ich fand den Film auch recht gelungen, allerdings dachte ich dass er auf einem französischen Comic (deutscher Titel "Schneekreuzer") basiert.

      Das stimmt schon. Im Original La Transperceneige von Jaques Lob ;)
      Krieg...Krieg bleibt immer gleich.
      Seit Anbeginn der Zeit, als der Mensch erstmals die mörderische Kraft von Stein und Knochen entdeckte, wurde Blut vergossen.
      Ob im Namen Gottes, der Gerechtigkeit oder einfach aus tobendem Wahnsinn.


      Leseüberblick
    • Guckst du hier Kralle diezukunft.de/review/comic/apokalypse-im-eis ;)
      Der Film wurde zwar von einem Koreaner verfilmt, aber der Ursprung kommt aus Frankreich.
      Krieg...Krieg bleibt immer gleich.
      Seit Anbeginn der Zeit, als der Mensch erstmals die mörderische Kraft von Stein und Knochen entdeckte, wurde Blut vergossen.
      Ob im Namen Gottes, der Gerechtigkeit oder einfach aus tobendem Wahnsinn.


      Leseüberblick
    • Warum kann ein Drehbuchautor, wie hier Bong Joon-ho, nicht einfach die Idee haben einen Film zu drehen, der auf einer Idee aus einem Comic basiert? :D
      Ihr habt ein bizarres Denken :P
      Krieg...Krieg bleibt immer gleich.
      Seit Anbeginn der Zeit, als der Mensch erstmals die mörderische Kraft von Stein und Knochen entdeckte, wurde Blut vergossen.
      Ob im Namen Gottes, der Gerechtigkeit oder einfach aus tobendem Wahnsinn.


      Leseüberblick