Georges Simenon

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    • habe den, im april 2019 bei kampa erscheinenden, proto-maigret-roman
      "maigret im haus der unruhe" von georges simenon vorbestellt.
      eigentlich ist dieser, bisher in deutschland unveröffentlichte, roman die
      erste richtige große geschichte um den berühmten ermittler!
      daniel kampa, höchstpersönlich, hat dazu nachworte beigesteuert.
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:
    • Gestern habe ich "Maigret und sein Neffe" begonnen.
      Das ist der 19. Maigret. 56 weitere sollten folgen.
      Schon kurios, dass in Nr. 19 Maigret bereits im Ruhestand ist. Hatte Simenon schon keine Lust mehr? Hat er aus irgendeinem Grund seine Meinung geändert um danach nochmals 56 Maigrets zu schreiben?
      Die einzige Info dazu, die ich gefunden habe stammt von Wikepedia. Dieser Teil sollte 1934 tatsächlich der Abschluss der Reihe sein.
      Wisst Ihr hierzu mehr?

      Gruss
    • am freitag kam bei mir eine vermeintlich kleine sensation an:
      "maigret im haus der unruhe" - georges simenon. --- deutsche erstausgabe!
      kampa, hc, 2019, übersetzung: thomas bodmer, nachwort: daniel kampa, 219 seiten.

      MAIGRET IM HAUS DER UNRUHE
      wurde inzwischen, ausführlich, auf oliver hahns maigret-seite besprochen:
      "Als Einstieg in die Maigret-Welt wird der Roman nicht enttäuschen,
      aber ich würde Einsteigern sowieso immer mehr die Maigrets aus der Mitte empfehlen."

      maigret.de/docs/article/maigret_im_haus_der_unruhe

      edit: meine lektüre dieses maigrets dauert noch etwas, derzeit warten soooo viele
      herrliche bücher auf meine leser-augen.... ;)
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:

      The post was edited 1 time, last by jörg ().

    • Ausgelesen: "Maigret im Haus der Unruhe" von Georges Simenon.

      Einige Jahre vor dem offiziellen ersten Maigret-Roman "Maigret und Pietr der Lette" schrieb Simenon unter Pseudonym zwischen unzähligen Groschenromanen auch vier Stück, in denen die Figur des Maigret bereits auftauchte, mal mehr mal weniger. Der vierte Roman "Maigret im Haus der Unruhe" gilt dabei als 'vollständiger' Maigret-Krimi und erschien nun in deutscher Erstübersetzung im neugegründeten Schweizer Kampa-Verlag, der dankenswerterweise zukünftig das literarische Erbe Simenons betreuen wird.

      Der Roman hat bereits fast alles, was die späteren offiziellen "Maigrets" so überaus lesenswert macht: Spannung, Dramatik, Nachdenklichkeit, Figuren zum Gernhaben, psychologische Raffinesse und Tiefgründigkeit sowie Simenons geradezu unheimliche Fähigkeit, mit extrem wenigen Sätzen mehr Atmosphäre zu erzeugen als andere Autoren auf mehreren Seiten. Lediglich liebgewonnene Charaktere wie z.B. Maigrets treue Untergebene Lucas und Janvier finden sich noch nicht und auch Madame Maigret hat keinen leibhaftigen Auftritt, wird aber zumindest erwähnt. Jedoch die zeitbedingten Relikte der 30er Jahre sind zu erlesen (Kohlenofen im Polizeibüro, Anrufe, deren Verbindung mehrere Minuten dauert) sowie Angewohnheiten des Kommissars (die ich stets unheimlich witzig finde, z.B. sich während eines Verhörs oder Gesprächs vom Kellner eines Cafés Bier und Sandwiches ins Büro liefern zu lassen) tauchen auf und bereiten zusätzliches Lesevergnügen.

      Zum Fall an sich sage ich nichts (wen der Roman interessiert, möge der Spannung wegen die Story selbst erlesen), nur soviel, der Plot beginnt gemächlich, entwickelt sich aber zu einem psychologischem Drama mit starkem, spannendem und dramatischem Ende. Hat mir wirklich sehr gut gefallen...und ich hätte nicht erwartet, dass sich dieser frühe 'Groschenroman' literarisch so gut in die offiziellen 'Maigrets' einfügt. Nebenbei enthält diese Ausgabe noch ein informativ geschriebenes Nachwort von Verlagschef Daniel Kampa.

      Ein letztes Wort zur Ausgabe an sich: Der Kampa-Verlag hat in meinen Augen bei den Simenon-Werken ein sehr wertiges, edles Buchdesign (inklusive passender Cover) geschaffen, welches eigentlich zum Sammeln einlädt; lediglich aufgrund der etwas höheren Preisklasse werde ich nach bereits 70-80 ersammelten Simenons aus dem Diogenes-Verlag nicht mehr umsteigen, zum Füllen von Lücken werde ich jedoch zukünftig auf die Kampa-Ausgaben zurückgreifen.
      Übrigens sind auch die "Non-Maigrets" bei Kampa sehr hochwertig gestaltet, wobei mir die "Maigret"-Ausgaben umschlagtechnisch jedoch noch ein wenig besser gefallen.

      Fazit: Ein sehr früher "Maigret", der bereits fast sämtliche Zutaten der späteren Werke hat, sehr lesbare Übersetzung, ein spannender Plot und ein Kommissar, der schon hier gewohnt brummig agiert. Für Simenon-Bewunderer wie mich definitiv lesenswert.

      Bewertung: *****
    • bin ja eigentlich kein Freund von Kurzgeschichten, darum war ich sehr gespannt, wie Simenon das macht.

      Für mich waren die Episoden aus "Sechs neue Fälle für Maigret" ein Highlight. Fast noch besser als seine Maigret Romane.

      Vor allem "Das Wirtshaus zu den Ertrunkenen" und "Stern des Nordens" sind hervorzuheben.

      Grandios, welche Atmosphäre Simenon in wenigen Seiten aufs Papier bringt. Einfach nur auf den Punkt.

      :thumbsup:
    • Ausgelesen: "Maigret contra Picpus" von Georges Simenon.

      Auch dieser Maigret-Roman zeigt den Kommissar so, wie man ihn liebt: nachdenklich, ständig Pfeife rauchend, brummig, Zusammenhänge erforschend, seine Vorgesetzten verstimmend, helfend und vor allem reichlich trinkend.
      Der Fall selbst ist hier außerordentlich verzweigt; mehrere offenbar unzusammenhängende Ereignisse, die am Schluß des Buches von Maigret erläuternd in einen sinnvollen Zusammenhang gebracht werden. Dabei gelingt Simenon (vermutlich ungewollt) eine schöne Agatha Christie-Variation: Wie bei der Christie sitzen auch hier alle Beteiligten in einem Raum im Polizeirevier beisammen und warten auf den Kommissar, der den Fall von A-Z erläutern soll. Der Leser erlebt diese 'Komplettauflösung' jedoch als geistigen Monolog Maigrets, der sich auf das bevorstehende Treffen mit den Verdächtigen vorbereitet und. Somit wird der Fall aufgeklärt, aber nicht im üblichen Rahmen früherer Kriminalromane.

      Nebenbei gibt der Roman (wie immer bei Simenon) sehr viel Psychologisches preis, gerade die tiefgründige Dynamik innerhalb einer Familie wird hier beinahe schon schmerzhaft gezeigt. Und mit der Figur der Antoinette Le Cloaguen hat Maigret vermutlich eine seiner perfidesten und abstossendsten Frauencharaktere geschaffen.

      Literarisch und sprachlich ist auch dieser "Maigret"-Simenon wieder deutlich besser als viele der heutigen Werke der Spannungsliteratur, da es Simenon wie keinem Zweiten gelingt, mit zwei bis drei Sätzen eine derartige Atmosphäre zu erschaffen, dass man meint, das nächtliche, regnerische Paris quasi leibhaftig vor sich zu sehen. Die "Maigret"-Romane mögen vordergründig Krimis sein, aber im Grunde genommen sind es ebensolche psychologischen Studien des Menschen und seiner Umwelt, wie es (in noch stärkerem Maße) die "Non-Maigrets" von Simenon sind.

      Fazit: Wie immer unterhaltsam und spannend, diesmal mit einem recht vielfaltig angelegten Plot, der einige äußerst interessante Charaktere und verschiedene Schauplätze beinhaltet.

      Bewertung: +++++
    • habe meinen zweiten maigret in einer woche ausgelesen:
      maigret und der spion - georges simenon.
      cw niemeyer-verlag, hc, 1991, in großdruck und sehr löblich gestaltet, übersetzung:
      hainer kober, 182 seiten.
      folgt der diogenes ausgabe von 1986.

      und es machte riesigen spass!
      maigret tritt in diesem buch aus dem jahre 1931 erst recht spät auf.
      und so kann simenon nach herzenslust die menschlichen landschaften
      der täter, verdächtigen und suchenden erkunden, mit bravur und
      einsicht...
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup:
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      jörg wrote:

      @McFly74
      danke fürs teilen. :thumbup:

      hier die fein gestaltete verlagsseite der simenon-taschenbuch-edition:

      simenon.atlantik-verlag.de/start/
      Habe mir gestern diese neue Taschenbuch Edition mal angeschaut, sehen wirklich
      gut aus. Da ich aber leider keinen Platz für diese Bücher habe, habe ich mir
      nur die Simenon Sammelkarte mit den Buchtiteln und einen Simenon Promo Pin
      mitgenommen. :D
      "Ich schreibe so lange, bis der Leser davon überzeugt ist, in der Hand eines erstklassigen Wahnsinnigen zu sein". ... `Stephen King´
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      ausgelesen:
      "maigret memoiren" - georges simenon.
      diogenes, tb, 1978, übersetzung; roswitha plancherel, 179 seiten.

      hier gehts nicht um einen fall, sondern um maigrets sicht der dinge.
      wie er simenon kennenlernte & seine romanfigur wurde; wie er zu seiner arbeit, bei der polizei, steht;
      wie er seine frau louise kennenlernte; wie er seine "kundschaft" einschätzt; seine kollegen usw.

      simenon hat das so richtig gut hinbekommen und bekommt
      sein fett ab, bei dieser "abrechnung" seiner figur maigret.
      herrlich! :thumbsup: :love:
      "hin und wieder kitzelt mich das leben!"
      jörgs bücher des jahres 2019 :thumbup: