Herbert George Wells

  • ich kenne diese drei literarische fortsetzungen der zeitmaschine:

    egon friedell: die rückkehr der zeitmaschine, 1946
    diogenes tb, 1974
    wirkt wie ein schmankerl. ****


    stephen baxter: zeitschiffe, 2004
    heyne tb, 2004
    zeitlinien sind tückisch, baxter erweist sich als wells-kenner. *****


    k. w. jeter: die nacht der morlocks: die zeitmaschine kehrt zurück, 2010
    edition phantasia, brosch, 2010
    gute grundidee. ***

  • ich kenne diese drei literarische fortsetzungen der zeitmaschine:


    Der Zeitreisende kam auch in einer Kurzgeschichte Alan Moores vor, deren Kapitel jeweils ans Ende einer Ausgabe von "The League of Extraordinary Gentlemen" gesetzt wurden. Darin musste er ein Abenteuer mit Randolph Carter bestehen, der kurzerhand zu einem Verwandten von John Carter gemacht wurde. Allan Quatermain kam auch vor.


    Ich kenne "Der Krieg der Welten". War in Ordnung, aber nicht so gut, wie ich erwartet hätte. Mag an der Übersetzung gelegen haben, wer weiß (schwarz-gelbes Taschenbuch, war glaube ich von Diogenes). "The Time Machine" habe ich auf englisch gelesen. Gefiel mir deutlich besser. Daher auch die Vermutung mit der Übersetzung. Ansonsten sind mir nur die eine oder andere Kurzgeschichte bekannt.

  • Es gibt auch eine "Fortsetzung" zu Wells Der Krieg der Welten von Garrett P. Serviss.
    Kam unter dem Namen, Edisons Eroberung des Mars: Der zweite Krieg der Welten, raus.


    Leider gefiel mir das Buch überhaupt nicht, als ich es fand dachte ich zuerst, huh, genial eine Fortsetzung, dann kam aber die herbe Enttäuschung.
    Die Geschichte hat nicht mehr viel mit Wells Version gemeinsam, u.a. werden die Marsianer komplett anders beschrieben und natürlich sind die Amerikaner die Helden :whistling:


    Aber es gibt bessere "Fortsetzungen/Ergänzungen" zu Wells Krieg der Welten, leider mal wieder nur in englischer Sprache, da wären...


    The Further Adventures of Sherlock Holmes: War of the Worlds


    &


    War of the Worlds – Global Dispatches; mit 19 fiktiven Augenzeugenberichten der Marsinvasion z.B. von Albert Einstein, Jack London, Leo Tolstoi, Mark Twain, Jules Verne etc.
    H.P. Lovecraft ist natürlich auch mit von der Partie :thumbup: in der Kurzgeschichte: To Mars and Providence


    Seltsam? Aber so steht es geschrieben …

  • Ich bin mit Wells durch sein Erstlingswerk "Die Zeitmaschine" vom dtv-Verlag in Berührung gekommen bzw. habe damit begonnen, da ich seinen Namen und seine Bedeutung für die Phantastik kannte und einfach mal etwas von ihm gelesen haben wollte. Das Buch hat mich sofort begeistert und ich habe danach direkt damit begonnen, Wells zu sammeln. Ich habe auch mittlerweile gut 10 Werke von ihm auf Deutsch sowie "Der Prophet im Labyrinth". Gelesen habe ich noch "Der Unsichtbare", "Die Insel des Dr Moreau" und "Menschen, Göttern gleich". Allesamt wirklich ausserordentliche Bücher! Ich freue mich schon auf die weitere Lektüre.
    Filmtechnisch bin ich in Sachen Wells allerdings noch eher unbedarft. Ich habe "The Time Machine" von 2002 gesehen, welchen ich allerdings sehr schlecht fand. Durch die Änderungen und Kürzungen wird mehr eine dramatische Liebesgeschichte daraus und es wurde gar kein wirklich nachvollziehbarer Bezug von der Vergangenheit zur Zukunft hergestellt um die im Buch so fantastisch heraus gearbeitete Botschaft zu vermitteln, dass die Menschheit verschwinden wird und auf dem Weg dort hin auch noch fleißig mit helfen wird.
    "Der Unsichtbare" aus den 30er Jahren hat mir hingegen gefallen, die ganze Reihe habe ich mir aber bisher nicht gegönnt. Die Folgefilme werden wohl auch nur noch lose mit Wells zu tun haben, denke ich. Hier im Thread wurden jedenfalls einige Titel genannt, die wohl einen Blick wert wären.


    In Sachen Biographie könnte ich Interessenten die Wells-Folge der Doku-Reihe "Propheten der Science-Fiction" ans Herz legen. Diese insgesamt sehr gute Reihe widmet sich Autoren und Regisseuren, die großen Einfluss aufs Genre genommen haben. Neben Verne, Clarke, Heinlein oder Asimov ist eben auch Wells dabei. Ein Blick lohnt sich definitiv.

  • danke dekkard und herzlich willkommen im forum! magst du mehr
    von dir im vorstellungsthread erzählen ?


    die propheten der sf war doch, glaube ich eine dvd-doku, oder ?


    freue mich wenn du bei aktueller lektüre von ausstehenden wells-
    werken,hier berichtest.


    bei der, von dir angesprochenen "timemachine"-verfilmung hat
    h.g.wells-urenkel simon wells sich zusätzlich an notizen seines uropas
    orientiert und eigene ideen eingebracht. ich mag ja dann doch eher
    die george-pal verfilmung von 1960.

  • Quote

    danke dekkard und herzlich willkommen im forum! magst du mehr


    von dir im vorstellungsthread erzählen ?

    Danke und ja, dass kann ich tun.


    Quote

    die propheten der sf war doch, glaube ich eine dvd-doku, oder ?

    Das weiß ich nicht genau, möglich das es die auf DVD gibt. Bei youtube sind jedenfalls einige Folgen drin, die über Wells auf jeden Fall. Genauer Titel: "H.G. Wells - Zeitmaschine und Krieg der Welten". Ich habe sie vor 2 Jahren ca. gesehen, daher kann ich mich nicht an Details erinnern, aber ich habe alle Folgen als sehr informativ und spannend empfunden.


    Quote

    freue mich wenn du bei aktueller lektüre von ausstehenden wells-


    werken,hier berichtest.

    Das werde ich gerne machen! Mal sehen, wann Wells mal wieder dran kommt. Leider siegt ja in der Regel die Sammelwut über die zur Verfügung stehende Lesezeit, sodass man der Sammlung oft hinterher hinkt.


    Was heißt denn "an Notizen orientiert"? Gab es Notizen von Wells für eine alternative Fassung seiner Novelle oder ähnliches? Die Pal-Verfilmung kenne ich bisher nicht, werde ich mir aber mal besorgen.

  • @ dekkard
    diese notizen von h.g.wells würden mich, als fan seit 1979,
    sehr interessieren zu lesen.

    Das würde mich in der Tat auch mal reizen.


    die pal-verfilmung hast du bestimmt schon im tv geschaut ;)

    Ich glaube nicht, ich besitze auch schon seit fast 10 Jahren keinen Fernseher mehr. Das Programm ist einfach zu schrecklich. Alles was ich sehen will, kaufe ich mir oder gucke es im Internet. Bin aber auf den Film gespannt, Rod Taylor ist absolut ok.

  • @ dekkard
    den film habe ich mitte der 70er zum ersten mal im tv geschaut.


    zu den notizen. vielleicht gibts ja mal "die zeitmaschine"
    mit allen unterlagen, skizzen, ideen...
    gerade die ober-morlock-geschichte, die viele so aufregte,
    bei der 2000er verfilmung ist ja eine verworfene idee von
    h.g.wells himself :)

  • Habe mir jetzt die Tage die Pal-Verfilmung angesehen. Wirklich vom Hocker haut einen der Film im Hinblick auf die Botschaft leider nicht so richtig, aber für SF-Nostalgiker eine absolute Empfehlung.

  • für mich hat die pal-verfilmung einen
    plüschig-gute-alte-zeit-charme.
    die zeitmaschine hatte wells noch im glauben an
    die wissenschaft geschrieben. später wurde er
    zum fortschritt-skeptiker, weil die masse mensch
    nicht mitkäme, wie er mehrfalls sagte. auch die
    wissenschaftler, vorher die guten, wurden bei ihm
    mehr & mehr zu handlangern der mächtigen...
    aber so hat pal bei aller kritik, die er einbaute
    ( etwa den atom-weltkrieg ), vor allem den tatendrang
    kluger erfinder gewürdigt ;)

  • Ich habe jetzt etwas über die Hälfte von "Wenn der Schläfer erwacht" hinter mir, bisher komme ich aber absolut nicht rein. Dies ist das erste Buch von Wells, dass sich zieht, seine hier geschilderte Zukunft erschließt sich mir bisher nicht. Durchlesen werde ich es auf jeden Fall, aber meine Begeisterung hält sich arg in Grenzen.

  • Habe "Der Krieg der Welten" durchgelesen. Aufgrund der genannten Problematiken mit diesem schweizer Schandverlag werde ich es mir aber nochmal kaufen und dann auch nochmal lesen. Was bei diesem Buch aber keine Bürde ist, denn die Lektüre ist ein Hochgenuss. Frühe Science Fiction, wie man sie gerne liest. Das Werk genießt völlig zu Recht seinen Status als Klassiker und Basiswerk des Genres.


    Nun kannte ich schon einige von Wells' Romanen und "Krieg der Welten" kommt mir stilistisch schon etwas untypisch vor, denn es gibt Invasions-Action am laufenden Band. Nach nur wenigen Seiten der Einführung taumelt der Protagonist durch die gebeutelte englische Provinz, wird der Marsianer, ihrer Kampfmaschinen und der ersten menschlichen Verteidigungswelle gegen diese angesichtig. Er erlebt die Massenpanik der Bevölkerung und ihre Flucht. Auch seinem Bruder ergeht es in einem Nebenstrang der Handlung nicht besser, dieser muss sich sogar gegen Plünderer handfest zur Wehr setzen und mit einem erbeuteten Fahrrad aus London flüchten. Dazwischen gibt es eigentlich kaum mal Verschnaufpause, nur zum Ende hin wird es etwas ruhiger.


    Klingt jetzt aus heutiger Sicht nicht sonderlich spektakulär, aber für ein Buch von 1898 ist das schon sehr ordentlich und von Wells war ich bisher gewohnt, dass er seine Geschichten eher langsam aufbaut und selbst bei Szenarien, die für temporeiche Momente geeignet wären (bspw. "Der Unsichtbare") das Gaspedal nie wirklich durch drückt. Hier hat es einmal anders gemacht und ich muss sagen, es hat mir ausserordentlich gut gefallen.


    Sollte man als Genre-Fan definitiv gelesen haben!

  • Welcher Verlag war das denn? Ich habe die Geschichte in einem schwarz-gelb-gefärbten Taschenbuch gelesen und fand "The Time Machine" (im Original gelesen) ein gutes Stück besser als "Krieg der Welten".

  • Verlag Das Beste. Die Geschichte ist dort gekürzt, Jörg hatte mich darauf Aufmerksam gemacht.


    "Die Zeitmaschine" ist auch erstklassig, wüsste jetzt spontan nicht, welcher Story ich den Vorzug geben würde. Dafür sind sie auch zu verschieden, beide Themen sind interessant.