Arthur Machen

  • Ausgelesen: "Die weißen Gestalten" von Arthur Machen.


    Fünf sowohl kürzere als auch längere Erzählungen des englischen Altmeisters der phantastischen Literatur, die thematisch zusammenhängen und eine der großen literarischen Schöpfungen dieses Schriftstellers behandeln, nämlich die "Unterirdischen", zwergenhafte Kreaturen, die sich aufgrund der Übermacht der Menschen unter die Erde geflüchtet haben und sich bei Erscheinen anderen Spezies gegenüber feindlich benehmen...


    In zwei der Geschichten ("Die leuchtende Pyramide" und "Die rote Hand") erscheint ein Hauptcharakter, den Machen öfter verwendet hat, der kriminalistisch veranlagte Schriftsteller Dyson, der immer wieder mit phantastischen Problemen und Phänomenen konfrontiert wird. Die atmosphärisch stärkste Geschichte ist für mich "N", eine Story, die geschickt mit Halluzinationen, Schein und Sein, Einbildung und Aberglauben spielt.
    Lediglich die längste der Geschichten, die Titelstory "Die weißen Gestalten", erschien mir aufgrund ihrer recht langgezogenen Handlung und ihren extrem ausgedehnten Naturbeschreibungen etwas schleppend...hier wäre weniger vielleicht mehr gewesen. Fraglos gut geschrieben, aber im Mittelteil etwas langatmig, dabei jedoch stets wohlformuliert.


    Insgesamt würde ich die Geschichten in diesem Buch eher fantasievoll und interessant als spannend und unheimlich nennen. Insgesamt gesehen ein faszinierendes Werk, wenn es auch für mich persönlich nicht ganz an "Furcht und Schrecken" heranreicht, einer Novelle Machens, die einen extrem unheimlichen und bedrohlichen Eindruck beim Leser hinterläßt.


    Fazit: Solide, fantasiereiche Geschichten, die aufgrund der speziellen Thematik eine Einheit bilden und mit schöner, ausformulierter Sprache begeistern. Und für Freunde der klassischen phantastischen Literatur ohnehin ein Muss.


    Bewertung: ****+

  • machen, auch magier im golden dawn, hat seine texte auch
    für verschlüsselungen von magischen weisheiten genutzt. ;)

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • Die leuchtende Pyramide


    Fünf Gruselgeschichten aus dem Ende des neunzehnten und dem Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Den Schreibstil fand ich gut und die Handlungen waren meistens interessant. Am besten haben mir "Der große Gott Pan" und "Die lechtende Pyramide" gefallen, wobei das erstere fast schon die Länge einer Novelle hat.

  • bei a.machen würde ich eine kommentierte ausgabe befürworten,
    die neben bezügen zur literatur, die der magie nicht ausser acht lässt! ;)

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • Vermutlich liegt es an meiner Unkenntnis (die Magie betreffend) oder daran, dass ich Kalkas Übersetzung gelesen habe...aber "Die weißen Gestalten" hat mir im Vergleich zu anderen Geschichten Machens weniger gefallen, da sich die gesamte Story extrem langatmig hinzieht, schon bedingt durch exzessive Naturbeschreibungen (etwas, was man z. B. Tolkien Zeit seines Lebens ankreidete).
    Gut geschrieben, keine Frage, aber eben zu zerdehnt und handlungsarm.

  • *Die leuchtende Pyramide und andere Geschichten des Grauens.
    suhrkamp verlag, tb, ü: herbert preissler 1982, 243 seiten.
    inhalt:
    *die leuchtende pyramide
    *die geschichte vom weißen pulver
    *die geschichte vom schwarzen siegel
    *die weißen gestalten
    *der große gott pan
    bisher war die übersetzung ins deutsche dieser ausgabe, die, die mir am besten gefiel,
    ich habe allerdings die festa-übersetzung noch nicht selbst gelesen.

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • Ich habe mich mit "Die weißen Gestalten" locker zwei Wochen aufgehalten, weil ich immer wieder zurück geblättert und Passagen wiederholt gelesen habe. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, und ich kann verstehen, dass dir, Creed, das zu langatmig ist. Ich liebe es dagegen, versteckte Bedeutungen zu ertüfteln. Ich glaube, ich könnte die Novelle noch fünf mal lesen und trotzdem jedes Mal etwas Neues entdecken. Für mich ist das große Literatur.

  • Ich habe mich mit "Die weißen Gestalten" locker zwei Wochen aufgehalten, weil ich immer wieder zurück geblättert und Passagen wiederholt gelesen habe. Das ist natürlich nicht jedermanns Sache, und ich kann verstehen, dass dir, Creed, das zu langatmig ist. Ich liebe es dagegen, versteckte Bedeutungen zu ertüfteln. Ich glaube, ich könnte die Novelle noch fünf mal lesen und trotzdem jedes Mal etwas Neues entdecken. Für mich ist das große Literatur.


    Und ich kann Deinen Standpunkt sehr gut nachvollziehen, Frank! Wie schon geschrieben, ist der Mangel an Vorwissen verschiedenster Themen magischen Ursprungs vermutlich der Hauptgrund, warum sich gerade diese Geschichte bei mir so gezogen hat. An Machens Stil lag es bestimmt nicht, der ist elegant und komplex wie immer. Schreiben und atmosphärisch erzählen konnte dieser Schriftsteller fraglos. Nur haben mir Storys wie "N." zum Beispiel besser gefallen, wobei ich fairerweise sagen muß, dass ich noch längst nicht alles von Machen gelesen habe...kommt aber noch! :)

  • machen erreicht das einverständnis mit dem geheimnis durch seine gewieften
    verschlüsselungen im text. insofern müsste man ihn wohl im original lesen.
    preisslers übersetzung lässt aber die magie & die mythen atmen...
    deshalb war die lektüre für mich sehr auf- und anregend.
    ich hab passagen des buchs auch öfters gelesen um dem verborgenen zu begegnen.
    das ist 20 jahre her und hallt nach... ;)
    kalkas übersetzungen sind viel nüchterner.

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • für machen-fans von interesse:


    der magier. ein parapsychologischer roman - w.somserset maugham
    diogenes tb, 1975, 220 seiten, übersetzung: melanie steinmetz und ute haffmans.
    original: the magican, 1908.

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • Falls es hier bereits irgendwo schon steht tuts mir leid aber, kennt jemand eine Quelle wo man "Der Große Pan" auf deutsch herbekommt ohne dafür ein "kleines Vermögen" zahlen zu müssen o.O
    DIe Buchhandlungen haben mich abgewiesen und auf Amazon kostet das gute Stück 80,-€
    Nicht falsch verstehen aber für den gleichen Groschen bekomme ich auch 8 - 10 Taschenbücher.^^

  • Falls es hier bereits irgendwo schon steht tuts mir leid aber, kennt jemand eine Quelle wo man "Der Große Pan" auf deutsch herbekommt ohne dafür ein "kleines Vermögen" zahlen zu müssen o.O
    DIe Buchhandlungen haben mich abgewiesen und auf Amazon kostet das gute Stück 80,-€
    Nicht falsch verstehen aber für den gleichen Groschen bekomme ich auch 8 - 10 Taschenbücher.^^


    Bei Ebay bietet es gerade einer für 40€ oder Preisvorschlag an.
    http://www.ebay.de/itm/Der-Gro…447a96:g:LJUAAOSwUaNZy-Rf

  • an Fanatic:

    Ich wahre stets die Beherrschung, es sei denn, es wäre vorteilhaft, sie nicht zu wahren.