John Aysa

  • Ich lese gerade "Prinzessin" von John Aysa das ist ein heftiges hartes Horrorbuch.


    Über den Autor: John Aysa wurde in Wellington, Neuseeland, geboren. Nach mehreren Zwischenstationen ließ sich die Familie in Wien nieder und unterzog sich einer radikalen Namensänderung. Seiner persönlichen Neigung folgend, wurde John Buchhändler, wechselte in den eCommerce und arbeitet jetzt u.a. als Teilzeit-Bibliothekar. Seiner ausgeprägten Vorliebe für oft sehr drastische Stoffe gab er bei Veröffentlichungen von Kurzgeschichten für diverse Verlage und in Eigenregie nach. Er bezeichnet seine Erzählungen als “fiese Miststücke von Geschichten“. Der Autor ist verheiratet, zweifacher Vater und führt sein privates Leben unter dem angenommenen Namen, während er für das Publizieren auf seinen Geburtsnamen zurückgreift, das »Ich in mir«, wie er es ausdrückt.


    Das Amok-Journal schreibt:


    Gibt es eigentlich auch so etwas wie negativen oder darken Eskapsmus? Wie sonst kann ich es mir erklären, daß mich an literarischen Genres das der Dystopie am meisten reizt? Also: Immer wenn die Erde kaputtgehaut wurde, ein paar Überlebende aus ihren Löchern kriechen und dann mit einer gefährlichen, postapokalyptischen Welt voller mutierter Kreaturen konfrontiert werden, lacht mein Herz. Das ist irgendwie wie Lego spielen auf einem echten Kriegsschauplatz. Oder so.
    Der Autor, dessen Namen ich heute preisen möchte, ist wahrlich kein Neuling im Genre der Dystopie – schon mehrfach hat er seine blut- und schleimgetränkten Endzeitvisionen voller Sex & Violence unter die geeignete Leserschaft gebracht. Falls du John Aysa (auch als Alexander Ater berkannt) noch niemals gelesen hast, hier ist das Buch, mit dem du beginnen kannst: “Prinzessin“, vor wenigen tagen im mkrug-Verlag erschienen.
    Dieser mkrug-Verlag, das ist nicht irgendein zusammengeschusterter Selfpublisher-Mist, dahinter steckt der Mann, der mit dem Otherworld-Verlag Geschichte in vielen geilen Genres schrieb, damals unbekannte Genialitäten im deutschsprachigen Raum bekannt machte, später wie der tapferste aller Krieger um sein Unternehmen kämpfte und aufgrund widriger Umstände, wie sie jedem passieren können, der im Verlagswesen tätig ist, scheiterte. Und zu unserer aller Freude am dritten Tage wieder auferstand. Dass Michael Krug in seinem neuen Verlagshaus nur ausgewählte Köstlichkeiten serviert, dürfte also klar sein.
    Das spürt man schon bei den ersten Sätzen von Aysas “Prinzessin“. Darf man sich versteigen zu der Ansicht, dass Aysa einem die klar, knapp und kalt modellierten Sätze aus der Geschichte einer ums nackte Überleben ringenden Kampfamazone namens “She” wie weiland Cormac McCarthy um die sowieso schon vor Aufregung geröteten Backen klatscht?
    Die Sätze sind Kugeln mit schwerem Kaliber. Grobschlächtige Axthiebe, deren wuchtige Schnitte in weiches Fleisch hinein Blut, Urin und Scheiße in feinen Tropfen wie Fontänen aufsteigen und dann auf ungeschützte Köpfe herabregnen lassen. Wirklich, ich bin begeistert. Chuck P., James E., der erwähnte Cormac McC., all das drängt sich wie böse Migräne in meinem Hinterkopf. Lest dieses Buch.
    Dr. Nachtstrom


    John Aysa über "Prinzessin":


    Prinzessin, mein postapokalyptischer Roman, wird – sozusagen – in letzter Minute einer Änderung unterzogen. Ein Kapitel fliegt raus, mein Verleger meinte, es steche als surreal aus dem Text heraus und wäre bis zu einem gewissen Grad redundant.Weil ich ihm vertraue und er etliche Größen des Horrors u. Thrillers unter Vertrag hatte – Brian Keene, Scott Sigler – und noch immer hat – David Moody, Gord Rollo, Jeff Sttrand – wird er wohl wissen, was gut für das Buch ist. Damit ist klar, das Kapitel fliegt, auch wenn das eine etwas schmerzhafte Angelegenheit ist.Allerdings werde ich den Text soweit umarbeiten, dass er als eigenständige Geschichte bestehen kann. Was ich mit der Geschichte dann mache, da hätte ich schon die eine oder andere Idee.


    Natürlich sind nicht alle Ideen, die ein Verleger so haben kann, gut und müssen befolgt werden. Es kommt ganz darauf an, ob es eine Vertrauensbasis gibt und ob man das Gefühl hat, der Verleger versteht was von seinem Handwerk. Fehler können natürlich allen Beteiligten unterlaufen, aber wenn, dann hoffentlich bei dem Versuch, das Beste für das Werk zu wollen.In diesem Fall ist es zweifelsohne so und darum werde ich seinem Vorschlag folgen.

  • Danke für den Tip, habe auf die Printausgabe gewartet :thumbup:


    Die Kurzgeschichtensammlung "Am Anfang war die Tat" war schon nicht ganz übel.


    Wäre toll, wenn Du auch Deine eigene Meinung abgegeben und nicht bloß zitiert hättest ;)


    Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten ;)


  • Ziemlich heftiger Stoff was Sex und Gewalt angeht. Wäre hier ein Fall für die Extrem-Reihe und abolut humorlos. Wird wohl auch mit dem Titel Kriegerin fortgesetzt. Und der Verleger hatte recht - das Kapitel war zu surreal für den Hauptteil. Wurde nun als eigene Bonusgeschichte mitgeliefert.

    The water in my whisky is the poison in my brain

  • So, habe denn mal PRINZESSIN von John Aysa gelesen.


    Der Mann hat alle Zutaten drin, einschließlich Gewalt, Sex und jede Menge guter Ideen aus denen man etwas machen kann/könnte. Hinzu kommt seine kleine Verbeugung vor Edward Lee, indem er eine Figur nach ihm benennt. Nur schreiben wie Edward Lee kann Aysa nicht. Oft wirken die Sätze etwas hingeklatscht und abgehakt. Dann bekommt er die Kurve wieder und schreibt flüssiger. Auch bei manchen Kapiteln besonders im letzten Drittel habe ich etwas verwundert gestockt. Da hat She (die Hauptfigur) plötzlich überreizte Sinne aber wovon...warum...sind Drogen dafür verantwortlich...? Keine Ahnung, denn das nächste Kapitel dreht sich völlig um Sex. Müsste da auch She sein, aber mit wem? Und die überreizten Sinne...erst mal kein Thema mehr. Ich mag ja derben Sex und Gewalt in guten Romanen, aber Aysa scheint gerade die Sex-Schraube hier gewollt etwas zu überdrehen während er bei der Story selbst etwas schludert.


    Wie gesagt, der Härtegrad ist hoch, Ideen sind reichlich gute drin (aber es bleibt das Gefühl das sie nicht richtig genutzt werden) und der Sex wird ebenfalls eindringlich (und quasi als Hauptseite) beschrieben. Das mag auch reichen, wenn man eine Porno-Hardcore-Story in einem phantastischen Gewand kleiden will. Doch wie gesagt, die Story schludert etwas und wirkt gesamt gesehen nicht wirklich durchdacht (was Edward Lee Aysa eben voraus hat), sondern wartet mit einigen dicken Logiklöchern auf, die den Lesefluss etwas stören. Mit etwas mehr Übung könnte John Aysa es schaffen, mal Edward Lee das Wasser zu reichen, aber PRINZESSIN schafft diese Höhen noch nicht. Müsste ich dem Roman Punkte verpassen, würde ich ihm 6 von 10 Punkten geben (mit gutem Willen und der Hoffnung auf Besserung). Oder anders gesagt: Man kann PRINZESSIN durchaus lesen und seinen Spaß an der Story haben, aber man sollte die Messlatte nicht wirklich zu hoch legen für den Autor.

    ~ ABANDON ALL HOPE YE WHO ENTER HERE ~

  • @K.Wolfram: Auch von mir danke für die Rezension :thumbup:


    Habe schon so was befürchtet, die Geschichtensammlung "Am Anfang war die Tat" fand ich auch schon sehr durchwachsen :S


    Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten ;)


  • He y


    Hab ihn mir bestellt. Mach mir mein eigenes Bild. Mal seh'n.


    Danke für den Tip doom.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • Das ist auch durchaus richtig so, weil Meinungen immer subjektiv sind und Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Sag aber dann mal wie er dir gefallen hat. Ist ja interessant verschiedene Meinungen zu lesen. ;)

    ~ ABANDON ALL HOPE YE WHO ENTER HERE ~

  • So hab " Prinzessin " beendet.


    Tja, was soll ich sagen. Aysa ist kein E.Lee aber das ist auch nicht leicht.Für mich als Gore und Hardcore Fan macht er es trotzdem verdammt richtig, da werden keine Gefangenen gemacht er hält mit der Kamera voll drauf würde man in der Filmsprache sagen.


    Für mich nicht das letzte Buch von Aysa.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • So, habe "Prinzessin" ausgelesen...erstaunlich gut geschrieben, hätte ich so nicht erwartet...insbesondere die actionhaltigen Kampf- und Metzelszenen besitzen eine wirkliche Rasanz, Aysa hält sich in Sachen Gewalt und Ekel alles andere als zurück, für Gorefans ist ausreichend Anschauungsmaterial zu finden...und für die Freunde von Urin, Kot, Kotze und Sperma müßte das Werk ein Kultbuch werden! ^^ Der Gewaltlevel schraubt sich in ungeahnte Höhen, vielleicht eines der derbsten Bücher, das ich kenne.


    An anderer Stelle habe ich schon die ( für mich) zwei kleinen Schwachpunkte des Romans genannt...zum einen erscheint mir die Geschichte nicht so ganz rund erzählt, vielmehr hatte ich beim Lesen das Gefühl, jedes Kapitel wäre eine eigenständige Kurzgeschichte. Und dann empfand ich die ständigen Kopulationsszenen irgendwann als etwas langweilig...nichts gegen Sex in Büchern, gehört dazu und ist prima, aber so hat man irgendwie den Eindruck, es wäre ein Porno-Roman mit etwas Endzeit drumherum...Gina Wild trifft Mad Max, wenn man so will...aber das ist natürlich mein persönliches Empfinden, andere wird es gar nicht stören, ich fand jedoch, dass die Handlung dadurch etwas ausgebremst wird.


    Ansonsten gibt es in meinen Augen nichts zu meckern, Schreibtalent besitzt John Aysa unbestritten, und ich werde mir die bald erscheinende Fortsetzung von "Prinzessin" auf jeden Fall zulegen...wenn er in Zukunft seine Plots noch etwas weiter ausarbeitet und straffer erzählt, dann wird man von ihm noch so einiges Interessante lesen können...


    Bewertung: ****+

  • kennt jemand seine anderen werke?


    Am Anfang war die Tat
    Ferve der Dreckfresser


    und noch andere


    hab absolut keinen schimmer,welche art bücher das sind.
    kann einer was darüber berichten?

  • Am Anfang war die Tat


    Ist eine Sammlung von Kurzgeschichten mit ganz unterschiedlichen Themen. Habs zu Hause, aber noch nicht ganz durch. Bei Ferve sollte es sich um den zweiten Band mit Kurzgeschichten handeln ;)


    Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten ;)


  • Prinzessin spaltet mich. Ist hart und dreckig aber haut mich nicht so weg wie Lee oder White. Vielleicht bin ich deutschen Autoren gegenüber auch einfach nur skeptischer.
    Ich weiss es nicht...macht schon Spass aber es fehlt mir der besondere Kick...Teil 2 werd ich aber auch reinschaun!

  • wenn man sich hineinsteigert,ist es genau das,was ich mir wünsche von einer frau. ( in so einer apokalyptischen welt voller scheisse und gewalt ).
    sie wäre für mich,meine traumfrau: stark,absolut durchsetzungswillig/fähig,sexy.bei ihr müsste man sich um absolut nichts gedanken machen,sie weiss,was zu tun ist.
    und im innern,ist sie gefühlvoll,intelligent,anmutig,stolz,ehrvoll,einem mann ebenbürtig,wenn nicht sogar überlegen.


    deswegen war dieses buch ein hochgenuss für mich....


    wenn einige menschen (nicht nur frauen ) in unserer zeit,auch nur etwas von ihr sich aneignen würden,würde unsere welt um einiges leichter sein/erscheinen.