Jack Ketchum

  • Weiß ehrlich gesagt nicht so recht. "Evil" wäre auf jeden Fall nichts für mich.


    "Evil" ist meiner Meinung nach aber auch ein absolutes Ausnahmewerk von Ketchum. Ohne den anderen Büchern eine gewisse Leichtigkeit im Umgang mit Grausamkeit absprechen zu wollen, stellt "Evil" das für Ketchum dar, was "Bighead" für Lee ist. Zwar subjektiv, aber im direkten Vergleich mit den weiteren Werken der Autoren für sich jeweils das Werk, welches in der Darstellung die bisherigen deutlich übertrifft.

  • @ Jimmy: Sehe ich genau wie Caffalor, "Evil" (der "deutsche" Titel nervt mich bis heute) ist bei weitem das härteste Werk Ketchums. Faszinierend finde ich an diesem Schriftsteller, dass sich seine Bücher stets um das Thema Gewalt und dessen Auswirkungen drehen...egal, ob in der Familie, der Ehe oder sonstwo.


    Die Romane "Blutrot" (nicht von diesem ebenfalls bescheuerten deutschen Titel täuschen lassen), "Wahnsinn" und "Amokjagd" sind auf ihre Weise anspruchsvoll, gut geschrieben und transporieren das Thema Gewalt ohne übertriebene Splattersequenzen...

  • Amokjagd fand ich nicht unbedingt anspruchsvoll, aber "Blutrot" auf jeden Fall.
    Ketchum ist definitiv ein vielseitiger Autor und wenn einem eines der Bücher nicht zusagen sollte, kann einem trotzdem ein anderes gefallen.

  • "Blutrot" kenn ich nur als Film, mag ich aber auch gar net lesen, fand den Film schon böse.
    Wie war das doch gleich? Es ist alles gut, solange der Hund überlebt.
    Nee, sowas geht mir persönlich immer zu nahe...
    "Wahnsinn" war auch sehr gut, "Amokjagd", nu ja, war okay und die 3 "Beute"-Teile fand ich auch ganz unterhaltsam.
    "Evil" is noch mal ne ganz andere Kategorie...

    Ja jetzt bin ich nicht mehr wie früher
    aber das find' ich ganz okay
    denn ich hab' alles hinter mir gelassen
    was mich aufhält
    und jetzt bin ich nicht mehr wie früher
    ja, vielleicht wirkt das arrogant
    doch vielleicht haben wir uns all die Jahre
    nie wirklich gekannt.


  • "Blutrot" ist ein absolut faszinierendes, ruhig erzähltes Buch, in dem Ketchum zeigt, dass es keine Blutorgien braucht, um eine düstere Geschichte vor dem Leser auszubreiten...und es schüttelt mich bis heute, wenn ich an den sinnlosen deutschen Titel und das reisserische, völlig unpassende Heyne-Cover denke...wird dem Werk nicht im Mindesten gerecht.


    Überhaupt ist das Problem, dass Ketchums Bücher allersamt als Horror-Literatur vermarktet werden...lediglich die "Beute"-Trilogie und (in gewisser Weise) "Evil" würde ich den Stempel 'Horror' verpassen, der Rest (jedenfalls für mein Empfinden) sind düster und realistisch erzählte Bestandsaufnahmen unser verrohten Gesellschaft.

  • "Blutrot" (Red) ist die einzige Verfilmung, wo ich das Buch von Ketchum nicht gelesen habe. Allerdings reicht mir da auch der Film völlig aus vom Thema her. Das will bei mir aber auch schon mal was heißen, denn von Ketchum kann ich eigentlich nicht die Finger weg lassen (es sei denn, die fangen mit diesem Quatsch an und veröffentlichen nur was als eBook, dann bin ich auch in dem Punkt raus).

    "Latet in veritate mendacium"



  • Dieses Jahr kommt ja endlich wieder ein Roman in deutscher Übersetzung von Ihm raus : Jagdtrip.
    Und im Mai kommt noch "Buch der Seelen: Vier Stories" aber leider nur als Ebook. Ich weiß auch nicht, ob Heyne mit diesem Titel
    die richtige Wahl getroffen hat. Soweit ich weiß ist Buch der Seelen mehr etwas biografisches.


    Wie stehen denn die Chancen, dass man bei Festa vielleicht mal einen seiner Kurzgeschichtenbände veröffentlicht? Ich wäre sofort dabei!

  • Es ist eigentlich Schade die Rechte der Jack Ketchum Bücher größtenteils (vermutlich) bei Heyne liege so selten wie da was von Jack rauskommt, Festa sollte das komplett übernehmen mit da mal was wird :D

  • @ Frank Festa Echt? Wow! Dass ist schon die coolste Nachricht des Tages überhaupt!
    Ich hatte ja bei Heyne Hardcore nachgefragt, ob die dieses Jahr vielleicht eine Art Signier Aktion machen da er ja in Deutschland ist.
    Die wussten nichts davon. Man, die veröffentlichen doch dieses Jahr zwei Titel von Ihm und wissen dass nicht?

  • Ab heute gibt es ja das "Buch der Seelen". Ich schätze, dass wird etwas zwiespältig aufgenommen werden, da es sich ja um die Biografie von Ketchum handelt, wie er selber mal gesagt hat. Vier Autobiografische Geschichten. Für mich als Fan ein super Sache, da ich auch Kings "Das Leben und das Schreiben" sehr genossen habe. Aber das Heyne ausgerechnet diesen persönlichen Band auf deutsch veröffentlich ist schon überraschend, vielleicht war die Lizenz auch besonders günstig. Natürlich wären ein paar Horrorkurzgeschichten den meisten lieber aber schon nach der ersten Erzählung über Ketchums Vorbild Henry Miller und sein Treffen mit ihm bin ich begeistert. Schade dass es das Buch der Seelen nur als Ebook geben wird.