Allgemeine Film- und Serienrezensionen

  • Den Hype um die Human Centipede Reihe werde ich wohl nie verstehen.

    Während die Idee ja doch recht böse ist und man sich das lieber nicht vorstellen mag, fand ich den ersten Film stinklangweilig, den zweiten noch schlimmer und den dritten hab ich mir ganz verkniffen.

    Na ja, zum Glück hat jeder einen anderen Geschmack, so gibt es für uns alle genug zum Ansehen. :)

    Ja jetzt bin ich nicht mehr wie früher
    aber das find' ich ganz okay
    denn ich hab' alles hinter mir gelassen
    was mich aufhält
    und jetzt bin ich nicht mehr wie früher
    ja, vielleicht wirkt das arrogant
    doch vielleicht haben wir uns all die Jahre
    nie wirklich gekannt.


  • Zum "Human Centipede" ...


    Der 1. Teil war halt Kopfkino und "lebt" von der absurden Idee...


    Der 2. Teil zeigte, was der erste nur andeutete... (Wobei ich ihn schon dezent verstörend fand) das schwarz weiß gab dem Film Stil .. es gibt auch eine ominöse Farbfassung.


    Teil 3 ist, wie das, was der zusammengenähte Verdauungstrakt für den Mund bedeutet : für'n Arsch

  • Ehrlich gesagt kenne ich nur den zweiten HUMAN CENTIPEDE und fand ihn vom Ekelfaktor her durchaus annehmbar (so pervers sich das jetzt anhören sollte). Doch am Ende des Films habe ich mich ernsthaft gefragt, ob da irgendwo noch was spannendes kommen würde, aber ... Pustekuchen.

    Seit dem steht der Film im Regal und wurde bisher nicht mehr in den Player gesteckt.:rolleyes:

    ~ ABANDON ALL HOPE YE WHO ENTER HERE ~

    Edited once, last by K. Wolfram ().

  • Review zu Closer - Hautnah, nachdem ich das Theaterstück dazu von Patrick Marber im Original innerhalb von etwas mehr als einer Stunde gelesen habe. Review ist auch in der OFDB zu finden.


    Hier bei diesem Film fällt es schwer, eine Inhaltsangabe zu machen. Die Erzählung lebt sehr von den einzelnen Dialogen und Taten der Einzelcharaktere, so dass es schwierig wird einen Inhalt zusammen zu fassen, ohne, dass man gleich alles verraten wird.


    Es gibt insgesamt vier Hauptcharaktere, auf welche der Film auch reduziert ist, denn es kommen fast keine weiteren Personen außerhalb der Statisten vor. Und diese Hauptcharaktere setzen sich wie folgt zusammen (in der Reihenfolge ihres Auftretens):


    1. Alice (Natalie Portman)

    Alice ist 24 Jahre alt, Stripperin, wobei man manchmal nicht genau weiß, was sie wirklich ist. Sie ist unbekümmert und wird gleich nach dem Auftauchen einen Unfall haben, nach welchem sie von Daniel Woolf, genannt Dan, ins Krankenhaus gebracht wird. Im Verlauf entwickelt sich daraus eine Beziehung. Alice ist in Konkurrenz zu Anna um Dan, und Alice begreift praktisch sofort, dass sie eifersüchtig auf Anna ist, als sie sich zum ersten Mal begegnen. Außerdem besteht eine Beziehung zu Larry. Dieses Verhältnis ist jedoch nicht als Beziehungsverhältnis gedacht, jedoch benutzt Larry eben jene Alice für seine Zwecke.


    Natalie Portman passt perfekt in diese Rolle, da sie zum Zeitpunkt des Filmdrehs fast genau Alice Alter hat. Gerade der Charakter der Alice hat viele verschiedene Facetten, so dass die Rolle wahrscheinlich die komplexeste Rolle in diesem eigentlich in Buchvorlage als Theaterstück vorliegendem Film ist. Dabei wirkt Alice auch ein Stück weit naiv und gerade deshalb ist der Charakter so absolut authentisch.


    Natalie Portmans bester Film, wobei ich Black Swan noch nicht gesehen habe.


    2. Daniel Woolf genannt Dan (Jude Law)


    Dan ist ein etwas anderer Schriftsteller, denn am Anfang schreibt er hauptsächlich Nachrufe für eine Zeitung. Erst später hat er seinen Durchbruch mit dem Titel Das Aquarium, für welches Werk er in dem Studio von Anna Fotos machen lässt. Er liest Alice von der Straße auf, als diese ihren Unfall hat, und im Verlauf verliebt er sich in sie. Als er jedoch bei Anna ist, begehrt er sie sehr, und er findet, dass sie eine eigene Vernissage haben sollte. Alice passt natürlich überhaupt nicht, dass Dan sich an eine andere heran macht, was dann in einem tränenerfüllten Foto widergespiegelt wird. Doch Anna weist ihn zurück, und Dan macht per Zufall in einem Chatroom Larry auf Anna aufmerksam, gedacht als Streich mit einhergehender Belästigung, nichts ahnend, dass er damit Anna und Larry in eine Beziehung bringt.


    Auch Jude Law, den man vielleicht eher als Dr. Watson kennt, verkörpert den Charakter des Daniel Woolf ziemlich gut, denn dieser wirkt anfänglich wie ein verschüchterter, junger Mann, erweist sich im Film aber dann manchmal als das Gegenteil. Ab und an kommt aber genau die eben genannte Seite wieder zum Vorschein, woran man sieht, dass er als Person sehr verletzlich ist. Er ist am Ende wahrscheinlich der Verlierer der Geschichte.


    3. Anna Cameron (Julia Roberts)

    Anna ist eine Fotografin, die für das Fotoshooting mit Dan erstmals im Film auftaucht. Es entsteht dort auch direkt ein erster Annäherungsversuch durch Dan. Dieser bringt sie dann unfreiwillig mit Larry zusammen, den sie im Verlauf auch heiraten wird. Doch nach ihrer Vernissage, bei welcher Alice als Foto extrem markant auftaucht und alle vier Hauptpersonen erstmals gemeinsam interagieren, beginnt Anna ein Verhältnis mit Dan, obwohl sie weiß, dass diese mit Dan zusammen ist. Nur hält sie das vor Larry geheim, denn sie weiß nicht, wie dieser reagieren wird. Als es dann doch zur Sprache kommt, entsteht ein Bruch in der Beziehung Anna und Larry und es entsteht die Beziehung Anna und Dan.


    Julia Roberts passt zwar sehr gut in die Rolle der Anna, jedoch hat sie in ihrer Karriere weitaus bessere Rollen gespielt, wenngleich Anna Cameron keine schlechtere Rolle ist. Man kann diese aber nicht mit der Größe einer Rolle aus Die Akte als Darby Shaw oder einer Erin Brockovich vergleichen. Als am weitesten in ihrer selbst entwickelten Charakter bietet Anna aber einen guten Kontrapunkt zu der noch jungen Alice. Anna ist dagegen eher elegant, hat etwas erreicht im Leben, doch auch hier merkt man, dass sie sich nach Liebe sehnt, obwohl sie im Film auch auf ein Angebot eingeht, was das Gegenteil vermuten lässt.


    4. Larry Gray (Clive Owen)

    Larry Gray ist ein Dermatologe, der in einer Klinik arbeitet. Er wird eher zufällig über den bereits oben erwähnten Chat ins Geschehen gezogen, und gerade diese Anna, mit der er glaubt zu chatten, trifft er erstmals am Aquarium in London. Und er beginnt eine Beziehung mit ihr und heiratet sie schlussendlich. Doch erfährt er von ihrer Affäre mit Dan, so dass hier die Beziehung zu Ende scheint. Larry ist jedoch sehr berechnend, er scheint genau zu wissen, was er will und wie er das erreichen kann. Und außerdem weiß er auch genau, wie er seinem Gegenpart schaden kann, und das macht er dann auch mit einer trickreichen Tat, die ihn wieder zu Anna zurück bringen soll. Man merkt, dass er sie liebt, und durch die Lebenserfahrung, die er in diesen Film mitbringt, denn er ist der älteste der vier Charaktere, wird er wahrscheinlich als einziger zum Gewinner des Schauspiels.


    Neben Natalie Portman ist Clive Owen eigentlich der Star des Films, denn der Charakter, den er spielt, hat ein sehr starkes Gewicht im Film, obwohl ihm vielleicht weniger Zeit als Dan vergönnt ist. Durch sein Handeln bringt er aber das Gesamtgefüge zum Wanken und schlussendlich wahrscheinlich auch zum Einsturz, wenngleich dazu immer mehr als eine Person gehört.


    Clive Owens zweitbester Film, denn als Dwight McCarthy in Sin City gefiel er mir etwas besser.


    Durch diese vier Charaktere lebt der Film, der jeweils mit Zeitsprüngen versehen ist, ohne, dass diese angekündigt werden. Allein durch das, was die Personen sagen und machen, muss man auf die entsprechende Zeitdauer schließen, und das macht diesen Film etwas anspruchsvoller, als es bei vergleichbaren Filmen der Fall ist. Hautnah dem Genre eines Liebesfilms zuzuordnen, wird ihm eigentlich nicht gerecht. Am ehesten würde eigentlich die Bezeichnung Beziehungsdrama passen, denn das ist es, da alle vier Personen in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen.


    Zu Atmosphäre trägt außerdem die Musik des Films bei, die auf der einen Seite aus Mozarts Cosi fan tutte besteht und zum anderen den extrem markanten Song The Blower's Daughter von Damien Rice beinhaltet. Insbesondere die Zeile I can't take my eyes off you ist extrem prägenden für den Song und so sehr passend für den Film, so dass diese eine Zeile das Gefühl und die Stimmung des Films sehr gut zu transportieren vermag.


    Im Nachhinein habe ich das Theaterstück von Patrick Marber in der Originalsprache gelesen, und in sehr großen Anteilen hält sich der Film an die gleichen Ausdrücke. Die Handlungsabweichungen sind zwar nur in ganz geringem Maße vorhanden aber an ein oder zwei Stellen durchaus markant, ohne dass man dadurch die Qualität des Films verminderte.


    Auch erst hinterher ist mir etwas aufgefallen, was mir bei vorherigen Sichtungen gar nicht bewusst war (hier muss ich leider etwas vage bleiben, damit kein Spoiler auftritt): Die Gedenktafel aus dem Film gibt es wirklich in London, und diese Tafel ist für den gesamten Film sehr bedeutend, so dass eine ganz andere Sicht auf den entsprechenden Charakter gelegt werden kann.


    Für mich ist es einer meiner liebsten Filme, die ich bisher gesehen habe, und ich kann ihn immer wieder ansehen, da immer wieder neue Aspekte zum Vorschein kommen. Nicht jeder kann mit so einem Film aber etwas anfangen, weshalb ich dieses Mal zwar die Höchstwertung aber keine klare Sichtungsempfehlung gebe.

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  • Vor einigen Tagen "Die Farbe aus dem All" von 2019 gesehen. Man darf keine 1:1 Umsetzung erwarten:


    Nathan Gardner lebt zurückgezogen mit seiner Frau Theresa und seinen drei Kindern Lavinia, Benny und Jack in der Nähe von Arkham. Aus heiterem Himmel taucht Ward Phillips bei ihnen auf, da etwas mit dem Grundwasser nicht stimme. In der folgenden Nacht kommt es zum Einschlag eines Kometen direkt vor dem Haus der Gardners. Es ist ein kleiner Komet und er ist heiß und alle wollen ihn eigentlich einer näheren Untersuchung unterziehen. Doch das Grundstück verändert sich: Immer wieder tauchen Purpurtöne begleitet von grellem Licht auf dem Grundstück auf. Die Alpakas wollen sich nicht ihr eigentliches Verhalten annehmen und fremdartige Pflanzen beginnen auf dem Grundstück zu wachsen. Telefone funktionieren nicht, der Fernseher spinnt ebenfalls. Und die gesamte Situation ist mehr als ungewöhnlich und ja sogar gefährlich, denn einer nach dem anderen fällt der Farbe zum Opfer.


    Wertung:


    "Die Farbe aus dem All" ist ein Film nach einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die hier sehr frei in einer modernen Variante interpretiert worden ist. Es geht hier um eine Bedrohung die überirdischer Natur (Lovecraft selbst würde sie wahrscheinlich "kosmisch" nennen) ist. Und es kommt ziemlich gut zur Geltung, dass die Farbe selbst hier sowohl die Bedrohung durch ihren aggressiven Ton signalisiert als auch diese Farbe die Ursache oder sogar selbst das Unheil ist. Dabei ist hier der Aspekt des Außerirdischen relativ stark präsent, so dass hier auch Science-Fiction-Anteile neben einem starken Horrorteil vorhanden sind. Die Charaktere werden gar nicht groß beleuchtet, aber das kennt man (leider) auch von den Geschichten von Lovecraft selbst. Das gilt nicht generell, denn im vielleicht bekanntesten Lovecraft-Film "Re-Animator" ist durchaus einiges an Hintergrundinformation zu Dr. Herbert West vorhanden. An die Qualität eines "Re-Animator" kommt "Die Farbe aus dem All" aus meiner Sicht nicht ganz heran, obwohl die Filmtechnik deutlich moderner ist und dadurch gerade die technischen Aspekte der Farbeffekte viel besser zur Geltung kommen. Einen Vergleich mit "From Beyond" muss "Die Farbe aus dem All" aber nicht scheuen.



    Nicolas Cage ist hier als besorgt-zerstreuter Familienvater, der im Verlauf immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen scheint, eine nahezu ideale Besetzung, da er genau das verkörpert, was es für eine solche Rolle braucht. Der einzige andere tragende Charakter des Films ist Lavinia, gespielt von Madeleine Arthur. Alle anderen Rollen sind formal zwar vorhanden und vielleicht auch nicht unwichtig, jedoch fehlt mir bei diesen etwas die Präsenz. Am ehesten kann noch Joely Richardson als Theresa Gardner überzeugen, gerade auch wenn man bedenkt, was ihr im Film widerfahren ist. Das ist vielleicht auch das, was man dem Film ankreiden kann: Zu wenige Schauplätze und zu wenig Charakterentwicklung und deswegen reduziert sich die Handlung fast rein auf die Farben. Gerade der häufig vorhandene Bogen, der von Lovecraft immer wieder zu Arkham als auch zur Miskatonic Universität in Massachusetts gespannt wird, fehlt hier leider. Die Geschichte ist hier allerdings auch so frei interpretiert worden, so dass ein Vergleich mit dem Original nicht zwangsläufig erfolgen muss. Deswegen kann die Wertung auch komplett losgelöst davon erfolgen. Die Effekte gerade was die Lichtspiele am Ende betrifft sind zwar sehr gut gelungen, allerdings hebt das nicht den etwas schwachen Tiefgang der gesamten Geschichte auf. Auch die Handlungsweise der Hauptcharaktere wirkt etwas einfallslos. Insgesamt würde ich dennoch bei guter Unterhaltung gerade so 07/10 Punkte vergeben.


    Eine Anmerkung für alle Lovecraft-Fans:
    "Die Farbe aus dem All" ist eine 1927 erschienene Geschichte von Lovecraft, die zeitlich Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist, in welcher es natürlich keine Handys gegeben hat. Auch das Fernsehen oder Autoverkehr gab es zu der Zeit noch nicht. Der Hauptcharakter heißt eigentlich Nahum Gardner und die Geschichte wird eigentlich als Rückblick auf das erzählt, was an diesem Ort passierte, bevor die "verfluchte Heide" sich dort ausgebreitet hatte. Es fehlt die Selbstzersetzung des Probestücks des Meteoriten, bevor es untersucht werden konnte. Die Familie Gardner ist außerdem komplett zerrupft worden, denn aus Nahum, Nabby, Zenas, Thaddeus und Merwin wurden Nathan, Theresa, Lavinia, Benny und Jack. Die Geschichte ist demzufolge nicht als getreue Umsetzung anzusehen. Auch der Zeitrahmen der Kurzgeschichte würde einen normaler Film sprengen, obwohl "Die Farbe aus dem All" nur knapp 40 Buchseiten lang ist. Die Filmwertung versteht sich deshalb losgelöst von einem Buchvergleich, denn beides ist einfach nicht zu vergleichen.

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  • Heute kam der Film "H. P. Lovecraft's Dagon" (2001) bei mir an und musste natürlich auch gleiche gesichtet werden.

    Man sollte hier nun aber nicht wirklich von der entsprechenden Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft ausgehen. Vielmehr bekommt der Zuschauer hier nämlich quasi eine spanische Version von "Schatten über Innsmouth" geliefert, wo am Ende des Films dann auch gleich ein Zitat aus der Kurzgeschichte mitgeliefert wird.

    Es gibt beim Film so kleine Augenblicke, wo man schon erkennen kann, dass man es hier nicht mit einem Film mit hohem Budget zu tun hat. Das macht aber eigentlich nichts, denn man wird hier durchaus mit ziemlich düsteren Ideen und auch einigen recht derben bis ekligen Szenen (gerade so was liebe ich ja) ordentlich bedient und die Macher schaffen es auch, dem Film recht schnell eine recht intensive, düstere Atmosphäre zu verpassen, die den Zuschauer gleich mitzieht. Zumindest muss man den Machern also bescheinigen, das es ihnen hier durchaus gelungen ist, den Film DAGON nicht in Richtung Totalausfall zu manövrieren.

    Spannung und Atmosphäre machen den Film schön rund, der hier als BD mit einer Altersfreigabe von 18 Jahren daher kommt. Ein wenig dusselig in seiner Handlungsweise erscheint allerdings zumindest der Schauspieler Ezra Godden in seiner Rolle als Paul Marsh. Dafür wirkt Macarena Gomez optisch in Sachen "Leckerchen fürs Auge" wiederum recht positiv, zumindest wenn man sich mal ab der Taille abwärts die Tentakel wegdenkt.

    Gesamt betrachtet kann ich für den Film DAGON daher noch gute 7/10 Punkte vergeben, da er in Sachen Atmosphäre und Spannung durchaus auf einem recht ansprechenden Niveau liegt.


    Hier einige Kurzdaten:

    __________________________________________________________________________

    Regie: Stuart Gordon

    Drehbuch: Dennis Paoli

    Produktion: Brian Yuzna

    Cast: Ezra Godden, Macarena Gomez, Raquel Merono, Francisco Rabal, Birgit Bofarull u.a.

    Erscheinungsjahr: 2001

    Laufzeit: 97 Minuten (BD)

    Altersfreigabe: 18 Jahre

    Produktionsland: Spanien

    Originaltitel: Dagon, la secta del mar

    Label: 3L Vertriebs GmbH & Co. KG


    Und hier noch zum reinsehen der Trailer :

    ~ ABANDON ALL HOPE YE WHO ENTER HERE ~

  • Review zu "Once upon a time in... Hollywood":


    Der Schauspieler Rick Dalton ist auf dem absteigenden Ast. Er scheint keine Rollenangebote mehr zu bekommen. Außerdem hat er einen Verkehrsunfall gehabt, weshalb ihm sein Führerschein abgenommen wurde. Das ist der Grund, warum sein Stuntdouble Cliff Booth ständig an seiner Seite ist, denn dieser ist quasi sein Chauffeur und erledigt auch sonst einiges um Rick herum. Die Lage von Rick ist teilweise so schlecht, das er über einen Agenten Aufträge in Italien annehmen muss. Er verbringt dort einige Monate und lernt auch seine Frau dort kennen. In den Staaten lebt er in einer wohlhabenden Gegend in Beverly Hills als Nachbar von Roman Polanski und seiner hochschwangeren Frau Sharon Tate. Und auf diese hat es jemand abgesehen...


    Wertung:


    "Once upon a time in... Hollywood" ist ein ganz erstaunlicher Film, der ganz einfach die damalige Zeit so detailgetreu wie möglich abbildet. Das beginnt über die typische Kleidung in ihren typischen Farben über den damaligen Verkehr mit entsprechenden Modellen bis hin zu den Fassaden, die sogar mit den Originalkinostreifen und entsprechenden Plakate0n versehen wurden. Das macht diesen Film liebenswert, denn er zeigt zwar extrem viele Details aus der Zeit, verliert sich aber nicht in diesen. Diese sind einfach da, ohne weiter auf sie einzugehen.


    Der Haupthandlungsstrang besteht um Rick Dalton, der von Leonardo DiCaprio sehr gut dargestellt wird, wie er nach fast schon Aussortierung über das ausländische Kino wieder zu Aufträgen in Hollywood kommt und somit noch gerade so die Kurve bekommt. Das wirkt ziemlich gut ausgeklügelt, gerade auch die Schwierigkeit einen Film im Film darzustellen, und derer sind es mehrere (Stichwörter: Western s/w, Western Farbe, Nazis), und das wird in unterschiedlichen Formaten sehr gut bewerkstelligt.


    Gegenpart in der Haupthandlung ist Brad Pitt als Cliff Booth, der in einer etwas ungewöhnlichen Rolle sich um alle Belange seines Chefs kümmert. Dabei wirkt er in seinen fast immer vorhandenen Hawaii-Hemden etwas schrullig. Die Aspekte durch seinen Charakter gehen von einem rüpelhaften Verhalten über eine gewisse Fürsorge bis hin zu einer Spracheleganz, die nur der Feder eines Quentin Tarantino entstammen kann. Das ist zum einen die Szene mit dem Radwechsel, die mir deutlich im Gedächtnis geblieben ist, und auch die Szene mit Bruce Lee.


    Der Nebenhandlungsstrang besteht um Sharon Tate und die Manson-Family, wobei hier lediglich auf Sharon eingegangen wird aber weniger auf Manson und seine Begleiter.


    Spannung an sich gibt es eigentlich nicht, denn der Film lebt von seiner Atmosphäre, dem Gesamtflair und seinen Dialogen, so dass hier ein typischer Tarantino vorhanden ist. Die ganzen vielen Stars, die in diesem Film als Charakter (Roman Polanski, Sharon Tate, Bruce Lee, Steve McQueen) oder als Schauspieler selbst (Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Emile Hirsch, Timothy Olyphant, Luke Perry, Al Pacino, Danielle Harris, Kurt Russell, Michael Madsen und viele andere) vorkommen komplettieren das Bild eines vergangenen Hollywoods.


    Der Soundtrack fügt sich ebenfalls wunderbar in den Film ein, da vor allem auch Lieder aus den 60er Jahren verwendet wurden. An einigen Stellen sind sie abgewandelt im Vergleich zum Original, ohne das der Zeitgeist verloren geht.


    Schlussendlich ist "Once upon a Time in... Hollywood" ein Film, der von allen Filmbegeisterten gesehen werden sollte, denn er behandelt das Thema Film an sich und die damalige Situation in Hollywood. Die doch deutliche Länge von knapp 3 Stunden ist allerdings auch für einen solchen Film recht lang. Spannung im eigentlichen Sinn darf man nicht erwarten, obwohl man manchmal etwas überrascht wird. Gerade was die Szenen mit der Manson-Family betrifft, hätte etwas weniger Brutalität dem Film wahrscheinlich besser getan. Die Szenen kommen relativ plötzlich und man kann das so machen, aber das hätte es bei diesem Film jetzt nicht unbedingt gebraucht.


    Der Film ist insgesamt anders als die anderen Werke von Tarantino, was ihn besonders macht. Als Wertung für mich 09/10 Punkte, einzig aufgrund der Langatmigkeit etwas Punktabzug in der B-Note aber ansonsten vollends gelungen.

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  • Once upon a Time... In Hollywood spielt meiner Meinung nach ....


    [Spoiler]


    ...vor allem mit der Erwartungshaltung, dass es in der Nacht des 8./9. August 1969 -der Sharon Tate Morde - spielt. Die gesamte Handlung atmet den Flair der 60er ein & aus, der Summer of Love endete abrupt & der Summer of Hate nahm seinen Platz ein...


    Bis Tarantino dann kurz vor den entscheidenden Morden einfach den "es war einmal" Modus rein knallt.


    Der Film funktioniert v.a. wenn man sich mit der Manson Family & dem zeitlichen Ablauf der Tate / La Bianca Morde, der Spahn Ranch & Charlies Weltbild etwas auskennt und nun das Tate Massaker erwartet - bricht dann jedoch bewusst mit der Erwartungshaltung und endet im oben erwähnten Gewaltexzess...


    Mir gefiel OuaT...iH gut, die 3 Stunden im Kino verflogen, wie im Flug - auch wenn die Vorpremiere letzten August nur zu ca. 50% ausverkauft war...