Edgar Wallace

  • EDGAR WALLACE


    Wallace wurde unter dem Namen Richard Horatio Edgar als unehelicher Sohn eines Schauspielerpaares geboren und unmittelbar nach seiner Geburt von einem Londoner Fischhändler adoptiert. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und hatte keine abgeschlossene Schulausbildung. Dennoch arbeitete er sich im Burenkrieg bis zum Kriegsberichterstatter in Südafrika hoch. Nach seiner Rückkehr nach London arbeitete er als Journalist und Sonderberichterstatter.


    1905 erschien im Eigenverlag sein erster Kriminalroman Die vier Gerechten, der zwar ein Publikumserfolg war, aber für Wallace ein finanzielles Desaster bedeutete. Er hatte jedem, der die Lösung des Buches erraten würde, einen Preis in Höhe von 500 Pfund versprochen, für damalige Zeiten eine ungeheure Summe. Zu viele Menschen errieten das Ende des Romans, und er war damit finanziell am Ende. Es war nur dem Eingreifen von Lord Harmworth von der Daily Mail zu verdanken, dass Edgar Wallace diese Pleite überstand.


    Bekannt wurde er vor allem durch seine journalistische Arbeit und seine Afrikaromane, deren erster 1911 unter dem Titel Sanders vom Strom erschien.


    Wallaces berühmtester Krimi war Der Hexer, der als Theaterstück am 1. Mai 1926 uraufgeführt wurde und ein riesiger Erfolg war. In Deutschland fand die Uraufführung 1927 am Deutschen Theater in Berlin unter der Regie von Max Reinhardt statt. Für die erste Verfilmung seines Romans The Squeaker (dt. Der Zinker, 1930) schrieb er nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch selbst Regie.



    Wallace litt erheblich unter dem Erfolgsdruck. Er wurde stark übergewichtig und erkrankte an Diabetes, die nicht behandelt wurde. Auf einer USA-Reise starb er im Alter von 56 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.



    Die Romane von Edgar Wallace wurden in vierundvierzig Sprachen übersetzt. Auch gab es nach dem 1959 gedrehten deutschen Spielfilm Der Frosch mit der Maske in den 1960er- und 1970er-Jahren einen regelrechten Edgar-Wallace-Boom in Deutschland mit 38 Wallace-Verfilmungen. Viele dieser Filme wurden mit dem Spruch „Hallo, hier spricht Edgar Wallace!“ eingeleitet. In den Filmen stellte Klaus Kinski oft den Verbrecher oder einen Verdächtigen dar. Zu weiteren Stammschauspielern der deutschen Serie gehörten auch Eddi Arent, Joachim Fuchsberger, Siegfried Schürenberg und Heinz Drache. Auch in Großbritannien entstanden in dieser Zeit viele Romanverfilmungen, die jedoch in Deutschland kaum bekannt sind.


    Das gesamt Werk von Edgar Wallace ist gewaltig, er hat über 100 Romane geschrieben, Kurzgeschichten, Gedichte und Essays kommen noch hinzu.


    Gerade die Afrikaromane von ihm sind einfach Spitze.Seine Bücher leben von der düsteren Atmosphäre und tollen Plots.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • Schöner Thread, Xorron! Edgar Wallace ist aus der Kriminalliteratur nicht wegzudenken, und für ihn gilt das gleiche wie für Agatha Christie...die Verfilmungen sind sehr unterhaltsam, haben aber mit den Büchern rein gar nichts zu tun...


    Ich habe leider erst circa 15 Bücher von Wallace gelesen (allesamt toll), habe aber noch etliche im Regal stehen, die auf mich warten...seine Afrikaromane kenne ich gar nicht, ist ein guter Tipp!


    Die Kriminalromane von Edgar Wallace besitzen ihren ganz eigenen Stil, sie sind rasant, gut durchdacht und (trotz der rasenden Geschwindigkeit, mit der Wallace schrieb) vom Plot her stets logisch und überraschend...


    Wallace zu lesen macht einfach Spaß...und meine bisherigen Favoriten von ihm sind:


    1. Tür mit den sieben Schlössern
    2. Der rote Kreis
    3. Der Hexer
    4. Der schwarze Abt
    5. Bei den drei Eichen

  • @ Creed


    Favoriten


    Der Frosch mit der Maske
    Die Toten Augen von London
    Die vier Gerechten
    Der Hexer
    Der Zinker


    Ja Wallace hat es geschafft trotz des vielen Ouputs immer diese geniale unheilvolle Stimmung zu erzeugen.


    Toller Christiethread übrigens.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • Danke, Xorron, hat auch Spaß gemacht, den Thread zu verfassen...ist immer am schönsten, wenn einem ein Thema am Herzen liegt! ^^


    Ja, "Die toten Augen von London" ist auch noch einer meiner gelesenen Favoriten, aber wie gesagt stehen noch richtig viele Werke von Wallace auf meiner "noch-zu-lesen-Liste"...


    Ebenfalls gefallen hat mir auch die Lektüre von "Der grüne Brand", "Der Teufel von Tidal Basin", "Das indische Tuch" und "Zimmer 13"... :thumbup:

  • @ Creed


    Das einzige was jetzt noch fehlt wäre eine Edition wie die von Ian Flemming bei Cross Cult.


    Viele Werke von Wallace sind gekürzt und fehlerhaft übersetzt. Siehe der Zinker und Das Gasthaus an der Themse.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • @ Xorron: Ja, diese verdammten Kürzungen findet man bei vielen Schriftstellern vergangener Tage, vornehmlich Krimiautoren...eine komplette, frische Edition von Wallace, ungekürzt und behutsam neuübersetzt (einige Dialoge könnte durchaus sprachlich aktualisiert werden...), dann würde ich mir das gesamte Werk anschaffen und die alten Auflagen rausschmeissen... ^^ Bei der Christie ist dies in letzter Zeit ja geschehen...teilweise neuübersetzt (ob völlig ungekürzt, kann ich nicht sagen...allerdings wurden jetzt die bislang fehlenden Widmungen eingefügt und die Romane mit einem Nachwort versehen...) und mit schönen neuen Covern versehen.
    Könnte man also durchaus auch bei Wallace tun...

  • Hey


    So hab gestern "Der Grüne Bogenschütze" von Edgar Wallace beendet.


    Was für ein harrsches Buch.Wallace generiert eine Atmosphäre, bei der ich Gänsehaut bekomme. Der Plot ist fantastisch und ob er Film auch gut gemacht ist mit dem fantastischen Gert Fröbe kommt er an das Buch lange, lange nicht heran.


    Ganz große Leistung Mr. WALLACE.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • Hört sich gut an, Xorron, "Der grüne Bogenschütze" besitze ich bereits, habe das Buch aber noch nicht gelesen...ist überhaupt 'ne Idee, Dein Thread regt mich an, mal wieder den einen oder anderen Wallace zu inhalieren...mein letzter gelesener Roman von ihm ist fast ein Jahr her, der war gut, aber recht kurz: "Töchter der Nacht"...

  • Ich habe mir kürzlich die komplette Dr Mabuse-Reihe von CCC aus den 60er Jahren angesehen und im Zuge dessen auch zum ersten Mal darüber nachgedacht, mich mit Edgar Wallace zu befassen. Ich wollte mir schon die ersten beiden DVD-Boxen kaufen, als ich überlegte, ob es nicht vielleicht sinnvoll wäre, erst die Romane zu lesen oder ob diese nicht schon zu angestaubt wären. Ich lese hier nun aber einiges an Begeisterung für seine Bücher heraus. Was würden die Wallace-Kenner mir empfehlen?

  • @ Dekkard: Natürlich haben die deutschen Wallace-Verfilmungen ihren ganz eigenen Charme und Witz, allerdings würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen, zuvor einige der wichtigsten und bekanntesten Romane dieses Schriftstellers zu lesen, als da z.B. wären:


    Der Hexer
    Der schwarze Abt
    Der Zinker
    Der rote Kreis
    Die toten Augen von London


    + die von mir noch nicht gelesenen, aber von Wallace-Kenner Xorron empfohlenen Bücher:


    Der Frosch mit der Maske
    Der grüne Bogenschütze


    Diese Werke zeigen quasi die kriminaltechnische Essenz von Edgar Wallace...

  • Es gibt im Netz diese Bertelsmann Ausgabe (allerdings weitaus billiger als das da) mit 5 Geschichten von Wallace. Kennt die jemand, ist sie empfehlenswert (Übersetzung, Kürzungen) ? Wäre vielleicht mal was zum Reinlesen ...


    Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten ;)


  • @ Dekkard


    Ja es gibt leider viele verschiedenen Ausgaben von Edgar Wallace. Die Übersetzung der Wallace Werke ist anscheinend eine schwierige Sache ganz zu schweigen von den Kürzungen. Ich habe die rote Taschenbuchausgabe aus dem rororo Verlag mit 66 Einzelbänden, gibt's heute leider nicht mehr, und selbst hier gibt es Kürzungen. Wie schon bei Ian Flemming sollten die Verlage endlich mal eine Ausgabe herausbringen und auf die Kürzungen verzichten.


    Zur Frage Buch oder Film, für mich ganz klar Buch. Die Verfilmungen sind schon sehr gut und die Romane von Wallace auch gut verfilmbar, allerdings weichen die Drehbücher oft vom original ab.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • Ich habe Edgar Wallace bisher noch gar nicht als Schriftsteller auf dem Schirm gehabt... wird sich Dank des Threads wohl bald ändern.



    Die Verfilmungen fand ich als Kind allesamt gut und gruselig, von dem Hörspiel "Die toten Augen von London" konnte ich wochenlang keine geschlossenen Räume mehr ertragen, aus Angst von irgendwo würde gleich Wasser einlaufen.

  • Hey


    Soeben beendet " Das Geheimnis der gelben Narzissen".


    Rätseljagd nach Edgar Wallace. Faszinierend auf was für Ideen der Mann damals gekommen ist. Die Tötungsarten sind so vielfältig da könnte sich mancher Slasherregisseur von heute eine Scheibe abschneiden.Dje Sache mit dem Salzstein bei den Toten Augen von London war ja schon klasse aber die gelben Narzissen toppen das noch für damalige Verhältnisse echt tolle Ideen.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967

  • Hey


    Nachdem ich die gelben Narzissen beendet hatte und mit Aysa's Prinzessin begonnen hatte beschloß ich die vier Gerechten noch einmal zu lesen parallel.


    Die vier Gerechten war der erste Roman von E.Wallace und mit Rechten sagen viele sein Bester.Ich will nichts verraten da Wallace damals eine Prämie ausgesetzt hatte um das Ende zu erraten. Aber den Roman unter diesem Gesichtspunkt zu lesen macht eine Menge Freude und ich hätte das Geld wohl nicht eingestrichen.


    Yes Sir

    Bond: Wer würde wohl für meinen Tod eine Million Dollar bezahlen? M: Eifersüchtige Ehemänner, wütende Chefs, verzweifelte Schneider…die Liste ist endlos! –


    Der Mann mit dem goldenen Colt


    Tanaka: "In Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite!" Bond: "Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen!"


    Man lebt nur zweimal, 1967