Schriftstellerinnen des Horror-Sektors

  • Shirley Jackson – Wir haben schon immer im Schloss gelebt
    veröffentlicht von Frank Duwald


    http://phantastikon.de/2015070…-immer-im-schloss-gelebt/


    "Spuk in Hill House" kann ich da nur empfehlen. Zumindest aus der Gruselkabinett-Reihe hat mich das ganz gut unterhalten.

    Rezensionen im Blog...
    Festa-Sammlung im Forum
    "Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."

  • Jenny Diski, britische schriftstellerin, ist mit 68 jahren, nach entsetzlichen leiden, die sie bei
    twitter und im blog teilte, verstorben. wenn man diese texte kennt, sieht man ihren tod
    als erlösung. jenny: RIP.


    berühmt wurde sie durch ihren sm-roman: "küsse und schläge".


    »Dieser Roman liest sich auch heute, nach fast dreißig Jahren, noch taufrisch. ... Diski
    geht es nicht um Spielarten der Erotik, sondern um Formen der Verdammnis. Wie sie es
    mit ihnen aufnimmt,ist denkwürdig.«
    Felicitas von Lovenberg, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.2.2015


    habe von jenny diski diese bücher geliebt:
    *küsse und schläge. - heyne, tb, 1991, übersetzung: bettina runge, 283 seiten.
    *regenwald. -heyne, tb, 1992, ü: bettina runge, 250 seiten.
    *das blaue herz des eises. - luchterhand, hc, 1997, ü: brigitte walitzek. 271 seiten.

  • Romanbiografie über Mary Shelley
    "Frankenstein"-Schöpferin war eine moderne und starke Frau.
    Barbara Sichtermann im Gespräch mit Joachim Scholl


    "Barbara Sichtermann erzählt in ihrer Romanbiografie "Mary Shelley. Leben und
    Leidenschaften der Schöpferin des Frankenstein" die spannende Geschichte einer
    inspirierenden, emanzipierten und starken Frau, die für die Liebe große Risiken
    eingeht und selbstbewusst ihren Traum vom Schreiben verfolgt.
    "Was hat die Autorin besonders an Mary Shelley, die bereits 1822 ihren Liebsten auf
    tragische Weise bei einem Bootsunfall verlor, fasziniert?


    "Das Leben dieser Frau ist so einzigartig, so seltsam und auch über weite Strecken so
    schwer gewesen, dass ich schon den Ehrgeiz hatte, sie darzustellen. Sodass man sich
    heute eine Vorstellung von ihr machen kann."
    ...

    "Die Vorstellung, dass man die Institution des Staates kritisiert, angreift, verändert und völlig
    neue Lebensformen propagiert – das erinnerte mich natürlich an meine Jugend, 1968.
    Es sind im Grunde dieselben Ideen."


    Warum wählte Sichtermann das Genre der Roman-Biografie?
    Die Autorin lacht: Dass der Verlag sie dazu verpflichtet habe – und nicht zu einer normalen Biografie
    – habe sie erst registriert, nach dem sie den Vertrag unterschrieben habe. Dies habe ihr natürlich
    sehr viele künstlerische Freiheiten – etwas bei den Dialogen – gelassen.


    Zur besonderen Qualität Shelleys als Schriftstellerin meint Sichtermann, es sei ihr
    vor allem darum gegangen, die besessenen Forschergeist darzustellen – verkörpert durch
    Victor Frankenstein, der die Rolle des göttlichen Schöpfers einnehmen will, ohne aber
    Verantwortung für seine Schöpfung zu übernehmen. Und daran schließlich zugrunde geht.

    Shelley blieb übrigens auch später auf Dystopien abonniert:
    Ein weiterer Roman entwirft
    das Szenario einer durch Krankheiten entvölkerten Erde, auf
    der nur ein einziger Mann überlebt hat.
    (frage von mir: welcher verlag bringt das mal in unsere stuben ?)


    Barbara Sichtermann:
    "Mary Shelley. Leben und Leidenschaften der Schöpferin des Frankenstein"
    Romanbiografie, Herder Verlag, 2017, 288 Seiten, 16,00 Euro


    http://www.deutschlandfunkkult…ml?dram:article_id=390859

  • Buchbesprechung: zombie - joyce carol oates:
    Der sarkastische Thriller "Zombie" handelt von einem gefühl- und gewissenlosen
    Serienmörder, einem Psychopathen, der seine homosexuellen Fantasien ausleben
    möchte und deshalb hofft, sich durch eine Lobotomie einen Sklaven schaffen zu können,
    der ihm jederzeit zu Willen ist: einen Zombie.
    Weder seine gutbürgerlichen Eltern noch seine Psychotherapeuten ahnen etwas von dieser
    Obsession, denn Quentin benimmt sich ihnen gegenüber stets bescheiden, höflich und
    zuvorkommend. Zwar gilt er als Versager und Außenseiter, aber niemand würde ihm eine
    Gräueltat zutrauen, und dass er sich an einem Minderjährigen verging, wird als einmalige
    Entgleisung abgetan, zumal es sich bei dem Opfer um den zwölfjährigen Sohn einer
    unverheirateten Afroamerikanerin handelte.

    Die Romanfigur weist Züge des Serienmörders Jeffrey Dahmer (1960 – 1994) auf.


    Joyce Carol Oates versucht in "Zombie" nicht, das Verhalten des perversen
    Protagonisten zu erklären, sondern ihr geht es darum, dessen Gedankenwelt nach-
    zuvollziehen.
    Deshalb lässt sie ihn als Ich-Erzähler auftreten und reflektiert das auch in der Sprache.
    Quentin stellt also seine Wünsche, Gedanken und Taten aus seiner Perspektive dar.
    Skrupel kennt er ebensowenig wie moralische Wertungen.
    Als wenn es sich um eine alltägliche Verrichtung handeln würde, schildert er, wie er
    seinen sich aufbäumenden Opfern einen Eispicker durch die Augenhöhle ins Gehirn rammt,
    weil er glaubt, sie auf diese Weise zu einem Zombie machen zu können.


    Der Text wirkt deshalb so intensiv, weil die Autorin mit eiserner Konsequenz bis hinein
    in kleinste Sprachdetails bei der Innenschau des Killergehirns bleibt.
    (Michael Winter, Süddeutsche Zeitung, 26. März 2000)


    Einige kritisierten Joyce Carol Oates deshalb als distanzlos und hielten ihr vor, eine Bestie
    vermenschlicht zu haben. Ebenso verstörend ist es, dass der Serienkiller im Verlauf der
    Handlung weder entlarvt wird, noch ums Leben kommt, sondern auf den letzten Seiten
    des Romans "Zombie" von seinem nächsten Mord träumt.


    Joyce Carol Oates demonstriert damit jedoch auch, welche Abgründe sich hinter der
    bürgerlichen Fassade auftun: Gewaltverbrecher müssen nicht wie Monster aussehen,
    sondern in der Regel sind sie nicht von gewöhnlichen Bürgern zu unterscheiden.
    http://www.dieterwunderlich.de/Oates_zombie.htm#com
    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>><
    habe mir joyce carol oates buch endlich besorgt und will
    es unbedingt vor edward lees dahmer - buch (erscheint ja bald
    bei festa) lesen.


    oates brachte ihr buch im original 1995 unters volk,
    lee seines, in englisch, 2011.

  • eben beendet:
    zombie - joyce carol oates
    btb, tb, 2002, 213 seiten, übersetzung: renate orth-guttmann.


    joyce carol oates (*1938) gebührt der verdienst, weird- und horror-themen
    wieder in die moderne literatur gebracht zu haben. dafür wurde sie oft angepöbelt,
    aber die tapfere frau weiß sich mit worten zu wehren.
    das buch "zombie" erschien 1995 im original und erzählt die geschichte von
    quentin p. , man merkt sofort die dahmer - bezüge, der ein psychopathischer
    männermörder ist und der eigentlichen einen willenlosen fick-& kuschel-zombie
    für sich schaffen will.
    der roman aus sicht des zauberhaften, jungen mannes, wie seine großmutter
    ihn nennt, ist mit einer kälte geschrieben, für die es nicht wirklich vergleiche
    gibt. in thrillern wird das unrecht deutlicher herausgestellt, die extreme autoren
    machen morde zu events des verdrehten, oates läßt gefühls-beschränktheit
    für sich sprechen. fröstel.
    1999 habe ich mit "grenzüberschreitungen" mein erstes werk der vielfach preisgekrönten
    autorin und philosophin gelesen.
    mehr muß folgen... :thumbup:

  • beendet:
    patricia duncker:
    "sieben geschichten von sex und tod."
    :thumbup:
    berlin verlag, hc, 2005, übersetzung: barbara schaden, 272 seiten.


    1999 war "die germanistin" der engländerin patricia duncker mein
    zweitliebstes buch des jahres. die titelgebende figur ist, bis heute,
    eine meiner allerliebsten weiblichen, erfundenen bücherwesen.
    leider verlor ich frau dunckers spätere werke aus den augen.
    das ändert sich nun, 19 jahre später... denn sie schreibt gar zu gut.


    ihre geschichten dieses bandes haben wir, ihrem nicht einschlafen können,
    zu verdanken.
    patricia duncker sah sich darum gerne im französischen tv, horrorfilme an -
    und - ihr gelang dann endlich die nachtruhe.
    so ist dies ein wenig eine hommage an das genre, nicht alle geschichten
    sind allerdings wirklich horror.
    die dystopie "der streik." und die killerstory "sophia.walthers.shaw." haben
    mich am meisten begeistert. auch die ich werde beobachtet-geschichte
    "verfolgung" hat sich sehr, zu lesen, gelohnt.
    duncker erzählt eigen, wie ich es von anderen literatinnen nicht kenne.
    und nun hat sie, sie wieder: meine vollste aufmerksamkeit.
    weitere werke von ihr liegen lesebereit ... ^^

  • heute ausgelesen
    faye hell: tote götter
    amrun-verlag, tb, 2017, 496 seiten.


    mit faye hell, hat sich der amrun-verlag eine großartige, deutsche autorin
    geangelt, die in ihrem zweiten roman ihre art von weird-story mit horrorelementen,
    an den geneigten leser bringt.
    die handlung ist sehr vielschichtig bedacht, ähnlich wie in einem alptraumsumpfgefühl
    versucht die protagonistin hannah, hinter all ihrem erleben, noch die wirklichkeit zu
    sehen. ...
    mehr über den roman auszuplaudern wäre - gemein...
    für freunde anspruchsvoller phantastik ein hochgenuß. :thumbsup:

  • "Diesmal wollte ich über zwei Bücher von Shirley Jackson und einige Gemeinsamkeiten sprechen.
    We Have Always Lived in the Caste - Wir haben schon immer im Schloß gelebt
    The Haunting of Hill House - Spuk in Hill House"


    ilke von buchgeschichten:


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    gibt es bald, laut frank, NEU bei festa! auf deutsch! :thumbup:

  • in deutschland war sie besonders in den 20er jahren des letzten jahrhunderts, in vieler
    kritiker munde und ihre texte erreichte auch hier mehrere auflagen.
    die französin RACHILDE lebte von 1860 - 1953 und ist in frankreich und england nach wie
    vor beliebt, zumal sie moderne themen, auch weirdthemen, zubereitete.


    heute begann ich ihren roman: "der wölfinnen aufruhr. ein kloster-roman."
    er erschien 1920 im verlag bruns in minden, der u.a. auch edgar allen poe im
    programm hatte, und erlebte mindestens 4 auflagen.
    die übersetzung besorgte damals berta huber, illustriert hat ludwig enders.
    326 seiten umfasst diese geschichte, mein buch ist in fraktur gesetzt.


    im anhang gibt es etliche lobende kritiken, die rachildes kunst preisen.
    leider gibts eher in papiernen, alten literaturmagazinen oder z.b. im erzählungsband,
    "der panther", den ich 2013, hier im thread kurz vorstellte, infos über die
    frau mit den radikalen themen.
    im internet gibts auf deutsch wenig vertiefendes.
    wenn ihr was von ihr findet: ZUGREIFEN..!

  • "der wölfinnen aufruhr. ein kloster-roman." - rachilde
    bruns, hc, 1920, übersetzung: berta huber, illustration: ludwig enders. 326 seiten.


    der frühe katholische bischof und historiker gregor von tours (538 - 594 n.chr.)
    berichtete in seiner chronik frankreichs, vom aufstand zweier adliger nonnen,
    denen hirten, bettler, soldaten und galgenvögel folgten.
    rachilde spürt den ereignissen auf ihre unnachahmlichen weise nach.
    sie gräbt in den eingeweiden der erkenntnis.
    rachildes sprache atmet diese wilde, frühmittelalterliche zeit nach, sie ist
    deftig, sinnlich und ohne (zensur-) scheu.
    ob sex oder abschlachten, schüchtern erzählen will rachilde selten.
    rachildes hauptaugenmerk gilt dem was wohl sünde sei, sie taxiert das wechsel-
    spiel der geschlechter aus, enttarnt die "rolle" der frau als verführerin trefflichst.
    die macht der kirche funkelt überall durch, auch wenn die protagonisten, gerade
    die aufrührerischen nonnen, dies, für sich, allzugerne ausblenden würden.
    - dies buch ist keines der berühmten bücher von rachilde, zeigt aber, von seiner
    thematik her, warum die mutige autorin, am stoff gefallen fand.
    :thumbsup:

  • "control freak." - christa faust
    rotbuch, hc, 2009, übersetzung: gerold hens, 316 seiten.


    christa faust (*1969) kennt sich als domina in der sm-szene, gerade
    der heftigeren, gut aus. vor 20 jahren hat sie in amerika diesen
    krimi unters volk gebracht und für mächtig aufsehen gesorgt.
    die bondage-liebhaberin, stolze hundebesitzerin und sammlerin
    klassischer crime-cover führt vor, wie man noir-stimmung mit fetischsex
    mischt. querverweise zum horror sind da durchaus beabsichtigt.
    vorzüglich auch ihre figurenbeleuchtung und das versumpfen der
    hauptfigur, krimiautorin caitlin, in der zwielichtigen sm-szene.
    ohne frage < ein moderner klassiker! :thumbup: