Wohlfühlen im Horror: Die Anziehung von Lovecraftian Horror in Videospielen

  • Hallo,

    liebe Horror-Community.

    Ich befinde mich gerade im Endspurt meines Studiums der Volkskunde/Kulturgeschichte. Zum Thema meiner Masterarbeit habe ich mir unseren lieben H.P. Lovecraft auserkoren, oder genauer, die Präsentation seiner Form des Schreckens und seiner Ideen in Computerspielen.

    Dazu möchte ich gerne auch eure Meinung hören. Was macht für euch den Reiz der Lovecraft-Themen, besonders in Computerspielen aus? Warum habt ihr Bock Spiele, die in diese Kerbe schlagen zu spielen? Was denkt ihr, warum sind gerade die Ideen Lovecrafts derzeit so beliebt und warum fühlen wir uns in Ihnen zu Hause? Aber schreibts auch rein, wenn ihr das ganze Cthulhu-Gedöns nicht mehr sehen könnt, und vor allem warum? Es gibt keine falschen Antworten. ;) Jede Antwort und jedes Feedback sind hilfreich. Und wenn jemand auf den Thread stößt der mit Videospielprofis zu tun hat, wäre es super, wenn ihr der- oder demjenigen einen Link schicken könntet. :)

    Danke schonmal im Voraus.

  • Procyon

    Changed the title of the thread from “Wohlfühlen im Horror: Die Anziehung von Lovecraftian Horror in Videospieleni” to “Wohlfühlen im Horror: Die Anziehung von Lovecraftian Horror in Videospielen”.
  • ich wäre auf das endergebnis sehr gespannt...

    (bin zwar selbst kein spieler ..., aber mag lovecraft schon länger )

    - beziehst du auch die lovecraft pen und paper-spiele mit ein ?

    - du wirst viele kontakte knüpfen müssen, auf fanpages gehen müssen, game-firmen anschreiben

    müssen, eventuell eigenerfahrungen einbringen können,

    usf. --- viel erfolg dabei & geduld ! :thumbup:

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • Da kann ich mich jörg schon mal voll und ganz anschließen.

    Denn auch ich lese ab und an bei Lovcraft rein oder sehe mir entsprechende Filmproduktionen an, gehöre aber generell nicht zu dem Personenkreis, der sogenannte Computerspiele spielt.

    Ansonsten auch von mir viel Erfolg für deine Masterarbeit.:thumbup:

    "Hackfleisch kneten ist wie Tiere streicheln ... nur eben später!":D



  • Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich "Tentakel-Horror" lächerlich finde:D? Mich gruselt oder ekelt da auch nichts dran. Lovecraft hat zwar viele Anhänger, atmosphärisch hat er auch einiges drauf. Aber ich persönlich finde ihn überbewertet.

  • Reiz von Lovecraft speziell auf die Computerspiele bezogen... hmm... ich versuche es mal Managarmr


    Wenn ich Lust auf ein PC Spiel mit Bezug auf Horror und Monster habe, ist Lovecraft immer eine willkommene Option. Egal ob Shooter, RPG, oder sonstiges. Dann hab ich auch gerne gute und gruselige Monster als Gegner. Und es sollen ja auch nicht immer Zombies sein. Aber ich möchte auch eine gute Story drum herum haben.

    Bei Lovecraft kommen nicht nur gute Monster auf die Bühne, sondern es wird direkt oder auch indirekt eine ganze Geschichte, gar ein ganzes Universum mitgeliefert. Auch wenn es aktiv nicht vom Spielehersteller eingebaut wird, hab viele Spieler schon ihre eigenen Erfahrung mit dem Lovecraft-Universum gemacht, was sich meines Erachtens auch auf die Wahrnehmung und das Erleben des Spiels auswirkt (Stichwort Wiedererkennung von Elementen/Figuren/Plätzen/etc.). Wo bei anderen Spielen evtl. auch Story-Lücken entstehen, kann man sich hier vieles mit dem Wissen aus dem Lovecraft-Universum erklären bzw. herleiten. Somit entsteht ein individuelles und durchgängiges Spielerlebnis. Und ich persönlich mag an Lovecraft besonders, dass er es so gut versteht, dass sich die Menschen klein vorkommen. Sie sind nicht der Mittelpunkt alles Handelns und die nicht die Spitze der Evolution. Und dies kommt nicht nur beim Lesen und TV gut an, sondern definitiv auch bei den PC Spielen.

  • Managarmr Ich persönlich habe meine Probleme mit Lovecraft was Filme und Spiele angeht. Der Horror bei Lovecraft kommt bei mir gerade daher, das dieses unvorstellbare Grauen, das die betroffenen Personen in den Geschichten ja meist schon beim puren Anblick wahnsinnig macht, nie im Detail beschrieben wird, sondern immer nur Andeutungen erhält. Nichts ist gruseliger und Atmosphärischer als die eigene Vorstellungskraft. Und genau das macht die Geschichten von Lovecraft so gut. Leider funktioniert aus genau dem selben Grund die Filme/Spiele für mich nicht... Es wird meist zu viel gezeigt, wirkt zu gewollt.

    Anders empfinde ich das wenn es im Horror/RPG Bereich etc. nur lose Andeutungen auf Lovecraft gibt (Zum Beispiel das Necronomicon als sammelbaren Gegenstand etc.), das finde ich aus irgendwie immer cool und freu mich ein bisschen wie ein Kleinkind, keine Ahnung warum das ist einfach so. Ich hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.

  • Computerspiele finde ich zu diesem Thema ansprechend, weil ich hoffe, dass ich diese Atmosphäre auch selbst erleben kann.

    Vor kurzem habe ich ein Let's Play von The Shore gesehen. Gameplay und Story waren jetzt eher mäßig, aber die optische Umsetzung des Lovecraft - Themas fand ich doch sehr gelungen und atmosphärisch.


    Viel Erfolg bei deiner Masterarbeit :thumbup:

    Every hour wounds. The last one kills.


    It gets easier. Every day it gets a little easier. But you gotta do it every day. That's the hard part. But it does get easier.

  • @Managarmr

    magst du über deine fortschritte bei der masterarbeit, deine erkenntnisse und wege berichten ?

    welche foren konntest du z.b. ansprechen, wie sehen deine zielsetzungen aus ?? usw. usf. ;):)

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • Ich vermute mal der Thread-Ersteller kennt das Video schon, aber bei "Game Two" gab es erst vor einigen Wochen einen sehr witzigen Bericht über das neueste Computerspiel im Lovecraft-Universum: "The Shore". Ungefähr bei Minute 16:30 geht es los, aber eigentlich ist auch das gesamte Video sehr sehens- und empfehlenswert.


    Ich selbst war wohl vor allem in jüngeren Jahren ständig am daddeln und bin dann sogar auch über Videospiele überhaupt erst auf Lovecraft gestoßen. Also schon ein paar Jahre bevor ich mich auch in Buchform für eher düstere Fantasy interessierte.

    Speziell gespielt hatte ich die beiden folgenden Spiele:

    - Prisoner of Ice (1995)

    - Call of Cthulhu - Dark Corners of the Earth (2005)


    Sind also aus heutiger Sicht schon etwas ältere Spiele und man konnte diese Spiele auch noch nicht wirlich als Horrorspiele bezeichnen, so wie es sie dann ein paar Jahre später gab. Aber zumindest "Call of Cthulhu" würde ich zumindest als Vorreiter für heutige Horrorspiele bezeichnen. Das Spiel bezog seine Spannung vor allem daraus, dass man den vielen Gegnern im Spiel praktisch immer vollkommen unterlegen war. Man hatte nur einen kleinen Revolver - später auch eine Schrotflinte - aber immer nur ein Handvoll Munition. Man konnte sich also nicht mit Mühe und Not gerade so im Spiel verteidigen und oftmals half nur die Flucht. Richtig klasse fand ich dann damals auch, als Teeny, dass die eigene Spielfigur wortwörtlich dem Wahnsinn verfallen konnte. Wenn man irgendwelche "Kreaturen" zu lange anstarrte und/oder nicht schnell genug die Beine in die Hand nahm, wurde die Sicht immer verschwommener, immer dunkler und schlussendlich konnte es sogar passieren, dass die Spielfigur die Schrotflinte dann gegen sich selbst richtete und - BUMM - abdrückte! 8o

    Als Teeny fand man/ich das natürlich alles voll "cool". Und das ist dann letztlich wohl auch, was diese Faszination an düsteren, ernsten Themen generell für mich ausmachte. Quietschbunte, harmlos-spaßige Sachen kannte man zu genüge. Aber es gab (damals) nur sehr wenige Spiele, in denen auch ernste, erwachsene Themen vorkamen - Mord und Totschlag - spritzendes Blut, rollende Köpfe - und nich irgend so'n Klickibunti-Pokemon-Quatsch. :thumbsup:

    Aber ich muss dazu auch sagen, dass ich durch diese Spiele jetzt nicht unbedingt, plötzlich Lovecraft-Fan geworden war. Es war mehr so, dass ich dadurch halt mit dem Namen etwas anfangen konnte und dass ich wusste, seine Bücher bzw. Geschichten sind recht beliebt. Und irgendwann hab ich dann auch mal aus Neugier günstig eine Suhrkamp-Ausgabe in der Bucht erworben.


    Heutzutage, inzwischen gibt es "richtige" Horrorspiele. Also Spiele die diesen Namen auch wirklich verdienen.

    Aber auch hier - jetzt anders herum betrachtet - muss ich sagen, dass es da für mich gar nicht unbedingt einen Lovecraft'schen Horror benötigt. Dass klappt auch in beliebig anderer Horror-Form sehr gut. Wer mal einen "richtig geilen Horrortrip" erleben möchte, dem kann ich z.B. nur das Spiel "Alien Isolation" empfehlen. Wohl die Referenz schlechthin in diesem Bereich.

    Um es mal kurz auf den Punkt zu bringen, was hier die Faszination ausmacht: Man liest nicht nur wie Ripley vor dem Alien davonläuft, oder man sieht sie (auf dem TV-Bildschirm) von links nach rechts rennen - man "ist" Ripley und muss "selbst" um sein Leben laufen! Das ist einfach eine ganz andere Immersion.


    Hier dann aber auch mal ein wohl recht gutes Beispiel für typischen Lovecraft'schen Horror, in einem Computerspiel, beim Spiel "Amnesia" - wobei auch dieses Spiel inzwischen schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. (Im Computerspielbereich machen schon wenige Jahre halt oft noch ganze Welten aus. Das Medium ist halt noch vergleichsweise jung.)

    Solche Spiele muss man allerdings auch "richtig" spielen: Bei später Nacht, idealerweise allein im finsteren Kämmerlein und am besten auch mit einen (Surround-) Headset ... Wenn einem dann so schön mittendrin plötzlich die Freundin auf die Schulter tippt - dann läuft die Pumpe aber erst mal. ;)

  • Die besten Spiele aus dem H.P. Lovecraft-Universum

    https://spiele.tips/die-besten…vecraft-universum-cthulhu


    Cthulhu und die Großen Alten sind bis heute Kult, und aus Popkultur und Medien wie auch der Welt der Spiele nicht

    wegzudenken. Viele Spieleverlage haben ganze Franchises darum aufgebaut.

    Doch warum ist das so? Wie konnte sich das Werk dieses Mannes in der modernen Popkultur und der Spielewelt festsetzen?


    https://www.teilzeithelden.de/…welt-der-analogen-spiele/

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    Yves Klein (1928-1962)