Wandelnde Skelette in der Literatur

  • Philip Jose Farmer

    Dunkel ist die Sonne

    Details

    Die zusammengewürfelte Gruppe verschiedener intelligenter Spezies stößt bei ihrer Odyssee auf einer sterbenden Erde erst auf Spuren,

    Der erste Leichnam, den sie fanden, war buchstäblich zerfleischt. Nicht nur das. Die Knochen waren gebrochen und zermalmt. Fleischstücke und Knochen, an denen noch Fleisch war, lagen über ein riesiges Gebiet verstreut. Der Schädel sah aus, als ob Zähne, von denen jeder die Größe eines Elefantenkopfes gehabt haben mußte, ihn aufgeknackt und bis auf die Knochen abgenagt hatten .

    ...

    Im Wald fanden sie dann Spuren, mindestens sechzig Meter lange Abdrücke. Sie waren so tief, daß sie trotz der Größe deutlich sichtbar waren. Sie wirkten humanoid, aber an den Zehen saßen Krallen.

    dann auf einen leibhaftigen Vertreter derer, die man die Skinniwatikaw nennt:

    Der Lichtschein fiel auf riesenhafte Füße und -relativ gesehen- sehr dünne Beine. Der Rest war nicht deutlich zu erkennen. Aber es sah aus, als wäre es ein Skelett, bei dem die Organe an den Knochen hingen.

    Genau das war es auch: ein Knochengerippe unter einer dünnen Muskelschicht, an dem sich Beutel befanden, die Magen, Eingeweide, Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse, Milz und alle anderen lebenswichtigen Organe darstellten. Der Wind pfiff durch Rippen, Becken und Brustkorb. Und die Organe, die an den Knochen festsitzenden Beutel, schwangen bei jedem Schritt des Dings mit.

    Der Kopf war in etwa wie der eines Menschen geformt und bestand aus Knochen, die mit einer dünnen, freiliegenden Muskelschicht überzogen waren. Haar war keines da - oder zumindest nicht zu sehen. Aber bei der Dunkelheit und dem allgemeinen Entsetzen sahen sie ohnehin nicht sehr viel. Wo die Augen hätten sein sollen, waren nur zwei schwarze Löcher; es mußten eigentlich Augen da sein, aber auf die Entfernung gesehen wirkten die Löcher leer.💀(S.279-282)

    aus

    Dunkel ist die Sonne

    Moewig Verlag 1980

  • Larry Niven

    Der Tod im Käfig (Death in a Cage)

    in

    Rainbow Mars

    Details

    Rainbow Mars - Wikipedia
    en.wikipedia.org

    &

    Der Flug des Pferdes

    Details

    Hanville Svetz hat hier eine unheimliche Begegnung der knochigen Art:

    Haut zog sich über die Knochen, auch wenn sie selbst vom Weiß gebleichter Knochen war. In Reynolds Hals erblickte er Luft- und Speiseröhre ebenso wie die klumpige Reihe der Halswirbel.

    Der Brustkorb war schon wieder eine andere Sache. Nur kahle Knochen. Hinter den Rippen pulsierte ein schmaler Torso aus schwammigen weißen Fleisch wie eine Lunge. Rumpf und Unterleib hingen an der Wirbelsäule, aber das Tageslicht schimmerte zwischen den exoskelettalen Rippen hindurch.

    Nase und Augen waren bloße Löcher.

    Die Beckenknochen zeichneten sich scharf wie Axtklingen ab.

    Doktor Reynolds war sowohl haarlos als auch geschlechtslos.

    Er sagte: "Ich kann nicht gut reden. Die einzigen Menschen, die mich sehen und hören, sind immer Todgeweihte. Manchmal sind sie zu krank, um sich noch zu konzentrieren. Manchmal zu beschäftigt. Manchmal zu verängstigt." (S.458)

    aus

    Rainbow Mars

    Bastei Lübbe Verlag

    1. Auflage 2000

  • Scott (Russell) Sanders

    Anatomie-Unterricht

    Storytelling on a virtual platform: ‘The Anatomy Lesson’ – Scott Sanders
    As part of our ongoing story reading sessions, we read today Scott Russel Sanders brilliant short story ‘The Anatomy Lesson.’ I found this story in ‘100 Great…
    mangalapalliv.wordpress.com


    Steven Erikson

    Das Spiel der Götter - Zyklus

    Die T'lan Imass

    http://malazan.fandom.com/de/wiki/T%27lan_Imass

  • Jeffrey Thomas

    Der Untergang der Hölle

    Jay...kein wandelndes Skelett, sondern ein sprechendes, dämonisches Knochengewehr:

    Als es sie ansprach, fielen ihr zum ersten Mal die Lippen an der linken Seite der Waffe auf, weil sie sich bewegten - ein lebendiges Rosa, das sich vom weißen Rest des Gewehrs deutlich abhob. Sowohl das Auge, das weiter vorne in Richtung des Laufs angebracht war, als auch der rosa Mund weiter hinten, thronten in kreisförmigen Vertiefungen, die wie Buchsen im Material der Waffe wirkten.

    Vee erkannte jetzt, dass die Waffe aus Knochen geformt und nicht richtig weiß, sondern elfenbeinfarben wie die Computertasten war. Furchen zogen sich durch den Knochen wie durch etwas, das organisch gewachsen war, und hier und da fanden sich sogar verschnörkelte , bindegewebige Nahtstellen wie jene, die menschliche Schädelknochen voneinander abgrenzten.

    >>Entschuldigung<<, antwortete Vee verlegen. Und dann: >>Wer bist du?<<

    >>Ich bin die Waffe, die Sie anschauen. Ich habe eine Seriennummer: J611821.<< (S.35)

    aus

    Der Untergang der Hölle

    Festa Verlag

    1. Auflage August 2013

  • Wow, das klingt interessant. Hoffentlich wird das ins Deutsche übersetzt. Was meinst du?

    Die letzte Übersetzung von Stablefords Werken ins Deutsche (Genesys-Trilogie) gab es vor 25 Jahren...angesichts dessen und der derzeitigen Verlagsprogramme (💩tasy <X) : Keine Chance!

    Einmal editiert, zuletzt von Jorge (25. Februar 2026 um 01:03)

  • Joe R. Lansdale

    Straße der Toten

    Auf besagter Straße im Weird-Westen treibt ein Candyman (besser: Candyskellie) sein Unwesen...monströser Überrest eines zu Lebzeiten bestialischen Bienenzüchters 💀

    Durch die Risse im Hinterkopf schimmerte das Mondlicht ebenso wie durch die frischen Risse vorne an dem schrecklichen Schädel und durch die leeren Augenhöhlen. Das Bienennest, das im offenen Brustkorb zu sehen war, pulsierte honiggelb glühend zwischen den Rippenbögen. Immer wieder umkreisten kleine schwarze Punkte das Glühen, flogen empor und schwebten im Mondlicht über dem Kopf der Kreatur. (S.173)

    aus

    Joe R. Lansdale: Straße der Toten – Golkonda Verlag


    Joe R. Lansdale

    Der Fall mit dem lebendigen Schatten

    Es handelte sich bei diesen Dingern um Strukturen aus Knochen und verwesendem Fleisch. Die Schatten steckten wie Organe oder Eingeweide fest zwischen Knochen und der Haut. Ich konnte nur dastehen und starren, doch dann rührte sich einer der Knochen -ein Armknochen- und ballte die skelettartigen Finger, hob sie und griff nach mir.

    ...

    Das Skelett oder was auch immer es war, drehte sich, und plötzlich öffneten sich tausend Augen in der pergamentartigen Haut Es war eine lebendige Entität, aus Knochen, Haut und Schatten, und sie glitt voran, auf grauem Schleim, der darunter hervorquoll wie die Schleimspur einer Schnecke. (S.247)

    aus

    In den Bergen des Wahnsinns
    Acht Erzählungen, in denen Lansdale seinen Gonzo-Stil mit den unheimlichen Vibes von H. P. Lovecraft verbindet. Uralte Übel lauern und die geistige Gesundheit…
    www.festa-verlag.de
  • Alan Dean Foster

    Katechisten - Trilogie

    Die Bruderschaft der Gebeine

    Es dauerte nicht lange, und sie fanden sich in einem dichten und düsteren Teil des Waldes wieder, wo Fleisch rar war und abgescheuerte Knochen überwogen.

    Hasengerippe hoppelten zwischen den Wurzeln der Unterschlupf gewährenden Bäume umher. Vierbeinige Skelette huschten durch die Äste und zogen pelzlose Wirbel wie Skorpionschwänze hinter sich her. (S. 168)

    ...

    Scheppernd wie hundert Xylofone im Chor, stampften die Skelett-Krieger auf ihren Skelett-Pferden aus dem Wald. Sie schwangen die Waffen über den gebleichten Schädeln. (S. 176)

    ...

    "Wir sind die Bruderschaft der Gebeine. Diesen Wald beanspruchen wir für uns, ein Ort der Stille und der Dunkelheit, wo wir verweilen können, nachdem das Leben uns aufgegeben, aber der Tod noch nicht endgültig zu sich genommen hat. Hier weilen wir, wenn wir auch nicht leben." (S. 181)

    ...

    "Ihr habt viele aus der Bruderschaft entsandt und sie auf den letzten Weg zur Ruhe geschickt. Wer das tut, muss den Platz von mindestens einem, der uns verlassen hat, einnehmen. Wenn dies bereitwillig getan wird, dann dürfen die anderen weiterleben und als Bürger der Welt der Lebenden von hier fortgehen." (S. 183)

    ...

    Dann, geschmeidig und sicher, stieg Ehombas Skelett aus der Hülle des Körpers; es konnte bequem durch die große Öffnung heraustreten, die der seltsam erweiterte Mund geschaffen hatte. (S. 185)

    ...

    Er blickte hinunter und sah inmitten von Gewändern und Haut, die kurz zuvor seinen Gefährten in die Tracht des Lebens gekleidet hatten, das Gesicht seines guten Freundes zu ihm heraufstarren. Obwohl es ohne den stabilen Rahmen erstaunlich schlaff und flach aussah, lächelte es besänftigend.

    ...

    "Ich lebe und bin nur etwas schlaff. Wie ein nasser Waschlappen, wie man so schön sagt. Heb mich hoch, mein Freund. Ich möchte sehen, was geschieht." (S. 186)


    aus

    Alan Dean Foster

    Die Kälte des Schwerts

    9164 Heyne SF & Fantasy

    Deutsche Erstausgabe 4/2002

  • Flinkes Peterchen

    Ist mir in meinem Regal hinsichtlich der Bücher von Graham Masterton gestern aufgefallen.

    Festa hatte damals (schon verdammt lange her) den Roman DER AUSGESTOSSENE (Festa-Horror-Tb 1501) herausgebracht. Wo und ob man da aber noch gebraucht in gutem Zustand ran kommt, weiß ich gerade nicht. Aber hier spielt eine düstere Gottheit eine Rolle, welche auch bis auf die blanken Knochen die Jahrtausende alte Diät nicht optisch verkraftet hatte. Oder anders gesagt, die Kreatur ist eine recht knochige Erscheinung. ;)

    "Und in jenen Tagen werden die Menschen den Tod suchen und nicht finden, werden begehren zu sterben, und der Tod wird vor ihnen fliehen." (Offenbarung 9:1 - 11)

    Manchmal ist Liebe nicht genug, um die ganze Welt in ihrem Blut zu ersäufen

  • Deep State - Die dunklere Seite des Mondes

    Comic Review: Deep State Bd. 01 (Popcom)
    Comic-Autor Justin Jordan und Zeichnerin Ariela Kristantina legen mit „Deep State“ eine Creator-Owned-Serie aus dem Hause Boom! Studios vor.
    www.bizzaroworldcomics.de

    Hier kehrt nach Jahrzehnten der wirklich erste (verschollene) Mensch vom Mond zurück...ein russischer Kosmonaut (bzw. dessen skelettierte Überreste nebst Reanimation im Raumanzug) bruchlandet mit der Rückkehrkapsel in den USA.