Franz Kafka

  • hab mir eben gegönnt, weil: mußte einfach:
    bei unserer jokers-filiale shadowstrasse: für nur 2 euro:
    franz kafka: die verwandlung
    diogenes, hc, 2012, mit 23 bleistiftzeichnungen von tatjana hauptmann,
    nachwort von kati hertzsch. 103 seiten.


    und parzival von wolfram von eschenbach - für 6 euro
    in der reclam - prachtausgabe, hc, im schuber, 2011, mit 18 bildern von dieter asmus.
    prosaübersetzung von peter knecht, nachwort: volker mertens. 427 seiten.
    http://www.amazon.de/Parzival-…ie=UTF8&keywords=parzival reclam&qid=1463222330&ref_=sr_1_5&s=books&sr=1-5

  • Auszeichnung für Kafka-Biografen
    Reiner Stach erhält Joseph-Breitbach-Preis 2016
    "Mit dem dreibändigen Opus magnum über Franz Kafkas Leben und Schreiben habe
    Stach neue Maßstäbe für das Genre gesetzt, urteilte die Jury. Und fährt fort:
    "Mit Takt, Lebensklugheit und Empathie nähert sich der Autor Kafkas komplexer Persönlichkeit;
    fern von jedem Voyeurismus und von jeglicher Mystifizierung leuchtet er die geheimsten
    Winkel von Kafkas Psyche aus, ohne dem Schriftsteller sein Geheimnis zu nehmen.
    Diese über 2.000 Seiten umfassende Trilogie ist nicht nur akribisch recherchiert und kenntnisreich
    dokumentiert, sondern in ihrer Anschaulichkeit, atmosphärischen Dichte und psychologischen
    Subtilität selber ein großer literarischer Wurf;"
    http://www.boersenblatt.net/ar…ka-biografen.1146933.html

  • in welcher fassung liest du "das schloss", hanspeter ? :)



    ich habe mir vorgenommen, speziell "das schloss" nochmal vollständig zu lesen,
    da mir bei der erstlesung ( am 5.5.1987) viele begebenheiten um kafka
    noch völlig unbekannt waren.
    zudem wird es dann eine neu-fassung nach kafkas manuskript sein,
    keine liebevolle max brod-präsentation.

  • @ Jörg


    Das Buch ist von Suhrkamp in der Reihe "Romane des Jahrhunderts" erschienen.


    Es ist der Roman, eine Variante des Beginns, Fragmente, von Kafka gestrichene Stellen und ein Nachwort von Max Brod enthalten.


    Grüße!

  • ohne max brod hätten wir leser wenig von kafkas werk zu gesicht bekommen... ;)
    aber nicht zu übersehen ist, dass es seine variante der textaufarbeitung
    seines freundes gibt und eben die handschriften.
    sobald "das schloss", in dieser ur-fassung der manuskripte im fischer-tb,
    ankommt werde ich es lesen - und auch mit der m.brod-fassung vergleichen.
    ich bin gespannt.
    ist die suhrkamp-version wohl identisch mit der m.brod-version von fischer ?
    die hab ich damals gelesen.

  • @ Jörg: Ich besitze die Ausgabe von "Das Schloß" in der 'Fassung der Handschrift' aus dem Fischer-Verlag, Erstauflage seinerzeit Juni 2008. Ist das die Ur-Fassund, die Du bestellt hast?
    Das Buch gehört zu der Reihe im Fischer-Verlag, bei der auf den Titelbildern jeweils Fragmente von kafkas Unterschrift erkennbar sind und sich beim Nebeneinanderlegen der Einzelausgaben der komplette Namenszug bildet...


    Werde ich auch demnächst in Angriff nehmen... :)

  • genau, creed. :thumbup:
    ich will damit aber nicht sagen - diese ur-fassung sei besser.
    sie war eindeutig nicht druckreif.
    aber sie zeigt den kafka-text wie brod ihn vorfand.
    für die komma-fans des forums sei übrigens gesagt, dass m.brod
    da einige satzzeichen nachgeliefert hat. ^^;)

  • lese seit vorgestern in:
    das schloss in der handschriftlichen fassung - franz kafka
    fischer, tb, 2008, 405 seiten.


    1987 las ich die max-brod-fassung, beeindruckt, ehrfürchtig und literaturbeflissen.
    2016 nun geniesse ich die urtümliche kafka-fassung. wenn man darauf achtet, versteht
    man bei der "das schloss"-lektüre die behauptung, kafka sei ein meister der
    groteske ( dem vorläufer etwa von bizarro fiction ).
    dies groteske erklärt sich aus kafkas sinn für witz, seiner freude an kabarett und kino. und
    seinem wissen, diese texte sind ein privatvergnügen.


    so merkt man auch, wie kafka mit den kommas spielt, brod berichtigte diese fehler fleißig.
    aber kafka betonte mit seiner zeichensetzung - aussagen.
    während brod nach kafkas tod dann mit seines freundes texten
    geld verdienen wollte, machte er kafkas romanfragmente publikumsgerecht.
    in seiner erstausgabe von "das schloss" fehlten 1/5 des textes.
    die 3. max-brod-ausgabe, die ich, wie hunderttausende las, nähert sich der handschrift wieder.


    trotzdem, ich will schauen, alle kafka-texte im original der handschriften zu lesen.
    jetzt aber weiter gelesen im 1922 geschriebenen meisterwerk...

  • lese weiter in "das schloss", jenes kafka-romanfragment, welches in
    vielen lesarten bewältigt werden kann und welches, für mich, kafkas
    spleens und eigenarten im winterraum des dorfes, nahe des schlosses, raum bietet...
    kafkas zugriff auf die wirklichkeit, im detail überwahr, kann nie realistische
    schilderung sein, aber eigenwillig-bizarre spiegelung des vorgefundenen.
    ob absurde über-betonung des weiblichen kerns oder groteske beamten-charade...
    kafka geht an sein eingemachtes - er gibt sich preis, da diese texte ja nie
    für uns, dem lesepublikum, geschrieben wurden.
    bleibt die frage inwiefern figuren und deren handlungen zu deuten sind:
    etwa, der, teils ungenehm rechthaberische, k., wie viel kafka steckt in ihm ?,
    das schloss und seine beamten, z.b. klamm, was sagt es über kafkas vorgesetzte ?,
    frieda und olga und amalia - wie behandelt der autor seine weiblichen figuren und
    inwiefern repräsentieren sie seine geliebten und seine schwester ottla, z.b. ?,
    was hat es mit den tölpelhaften gehilfen auf sich ? und
    welchen teil kafkas repräsentiert barnabas, der bote ? sein gewissen ?
    es ist spannend sich, solche dinge, bei der lektüre - zu fragen...
    ... und auch zu sehen: kafka würfelt mit den begriffen: schicksal, wahrheiten der
    wirklichkeit, kommunikation und menschliche schwächen.


    hab noch etwa 120 seiten vor mir... ^^

  • noch gut 50 seiten vor mir...


    was wollte uns der autor, sprich f.kafka, mit seinem "das schloss"
    sagen ? gar nichts, ist auch eine lesart, an diesem roman ist der
    einzig wahre leser: kafka.
    dafür spricht die offensichtlich simple namensverschlüsselung und
    diverse lebensaspekte und -situationen, die kafka hier durchspielt.
    das macht der prager hochliterarisch, er konnte ja nur so, und voll
    beklemmender kafkatypischen groteskerie ist der text auch.
    aber, wenn kafka nicht sicher war, was dieses werk sein sollte, wie er
    es hätte überarbeiten müssen, um es publikumsgerecht aufzuarbeiten,
    zeigt sich seine private befangenheit zu diesem wortkunstwerk.
    zudem: es ist ein fragment, ein, an einigen stellen, sichtlich bearbeitungswürdiges
    rohmaterial.

  • ich versuche, als leser, jetzt ganz unbefangen an den text zu gehen.
    mir ist kafkas größe bewußt, man darf davor aber nicht vor ehrfurcht erschaudern. ;):)


    würde mir die lektüre keine freude machen, würde ich abbrechen.

  • Da bin ich vollkommen Deiner Meinung, Jörg! Man sollte sich auch von der Furcht des Nichtverstehens nicht von der Lektüre abhalten, sondern diese einfach auf sich wirken lassen. Jedoch muß man Kafka ohne schulischen Lesezwang entdecken, sprich als langjähriger Leser freiwillig in dessen bizarre Welt eintauchen, nur dann hat man Freude an dessen Werk, denke ich.