DAS HAUS VON JACK BELIAS ist wieder ein wirkliches Highlight seitens des britischen Horror Königs Graham Masterton gewesen.
Im Grunde gibt es ja jede Menge Haunted-House-Romane und die Frage ist eigentlich immer nur, wie spannend bzw. gruselig kriegt der betreffende Autor oder die Autorin
das auch in der Handlung umgesetzt. Letzteres dürfte da auch das wichtigste Argument sein, wenn man gerne zu dieser Sparte des Horrors greift.
Allerdings zieht Masterton die Sache mit den Geistern der Verstorbenen hier von einer ganz anderen und verdammt interessanten Seite auf. Denn bei ihm kann auch jemand
leben, auch wenn er bereits verstorben ist. Nur halt in einer anderen Zeitebene, also der Vergangenheit.
Was aber nun, wenn eine okkulte Sekte (im Roman im Benton House) oder eben ein bösartiger Sadist (im Roman im Anwesen "Valhalla") rein architektonisch in der Lage waren,
die Trennung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ineinander zerfließen zu lassen? Und was wird passieren, wenn das Böse dann auf labile wie auf empfängliche Personen
trifft, mit deren Körper man die Grenzen der Zeit einfach durchstoßen kann?
Hört sich das gerade etwas verwirrend an? Ist es am Anfang der Handlung von DAS HAUS VON JACK BELIAS auch. Aber trotzdem macht der Roman auch irgendwie gerade deshalb
eine Menge Spaß und die Spannung steigt mit jedem weiteren Kapitel merklich an. Doch spätestens wenn die ersten gewaltsamen Todesfälle in der Handlung auftauchen, dürfte
auch jede Leserin oder Leser endlich bei der Überlappung verschiedener Zeitebenen durchblicken ... versprochen.
Ein weiterer Punkt, wo der Autor Graham Masterton bei mir ebenfalls immer wieder besser punkten kann gegenüber seinem US-Kollegen Stephen King ist der Umstand, dass sein
Roman auch über 400 Seiten beinhalten kann, er aber die Handlung trotzdem perfekt am roten Faden orientiert weiter entwickelt. King hätte da nämlich längst schon eine Menge
Seiten verfasst gehabt, die von jeglichem roten Faden weit abschweifen können. Deshalb greife ich daher auch gerne nach einem Buch von Masterton mit über 500 Seiten, weil
hier beim lesen trotzdem die Zeit problemlos spannend wie im Fluge vergeht, ohne das man Panik schieben muss, weil trotzdem immer noch so viele Seiten vor einem liegen.