Georges Simenon

  • gibt es unter den festa-lesern fans des maigret-erfinders georges simenon ( 1903-1989) ?
    er gilt als chronist des verbrechens im 20. jahrhundert.
    seine texte zu lesen sei wie klares wasser trinken, nannte es jakob arjouni. ich brauchte bis
    2005 um den, in belgien geborenen, autoren anzufangen zu erlesen.
    75 maigret-krimis und über 140 roman durs ( die ich besonders schätze ) haben auf mich
    gewartet, ich empfinde den pfeifenraucher und bleistiftfan als besten krimiautoren... :love:

  • Ich habe leider bisher von Simenon nur sehr wenig gelesen, was ich bedaure aber auch sobald wie möglich ändern will (so viele geniale Autoren, wie soll man das nur alles schaffen...).
    Nun hat ja vor einiger Zeit der Diogenes-Verlag (den ich neben dem Festa-Verlag ebenfalls äußerst schätze) eine schöne und überarbeitete Neuauflage seiner Simenon-Titel gestartet, ein weiterer Grund, mich endlich mal in den legendären Belgier einzulesen.


    Wenn es aus meiner Richtung Fortschritte gibt, werde ich Dir berichten, Jörg!

  • @ creed: guten morgen!
    ich kann nur sagen: es lohnt simenon zu entdecken!


    hier meine empfehlungen (ich hab aber noch nicht alle gelesen, da gibts aber auch, siehe oben, viel lesestoff.
    der witz unter simenon-fans: wir lesen, fürs schreiben im netz ist keine zeit ;)
    für die maigrets


    1. maigret und die junge tote
    2. maigret zögert
    3. maigret in künstlerkreisen
    4. maigret und das gespenst
    5. maigret und das schattenspiel


    die neuauflage des diogenes-verlag ( nach festa bei mir an 2.stelle) ist natürlich ideal.
    aber auch die tbs früherer auflagen dieses verlages sind zu empfehlen.
    die texte wurden in der neuauflage "moderner" übersetzt.
    bei heyne hat der berühmte lyriker paul celan zwei maigrets eingedeutscht.

  • Guten Morgen und danke, Jörg!


    Wenn ich mit Simenon beginne (und das wird ziemlich bald sein, da ich schon mächtig gespannt auf dessen Werk bin) werde ich Deine Empfehlungen auf jeden Fall berücksichtigen!


    Und was den Diogenes-Verlag angeht, gebe ich Dir vollkommen recht, das ist nach Festa auch mein zweiter bevorzugter Verlag, da er stets für eine große Qualität in der Autorenauswahl und für (in meinen Augen) sehr schöne, stilvolle Buchcover steht.


    Nicht umsonst hat der von mir hoch verehrte und leider verstorbene Loriot zeit seines Lebens bei Diogenes veröffentlicht! :)

  • prima creed! freut mich sehr.


    diogenes hat simenon eindeutig aus der groschenroman-ecke herausgeholt.


    übrigens ist auch sein leben spannend und voller kurswechsel.
    ich möchte dieses jahr sein riesenwerk "intime memoiren" durchstudieren...


    als nächstes poste ich die 10 mir liebsten non maigrets/romans durs. :love:

  • die non-maigrets hat simenon selbst höher eingeschätzt
    als seine "geldquelle" maigret...


    auch von diesen roman durs habe ich längst nicht alle gelesen,
    etwa 20 wurden noch nie ins dt. übersetzt, einige kamen zuletzt
    anfang der 90er raus.


    meine empfehlungen für geneigte leser:


    1. brief an meinen richter
    2. schlußlichter
    3. der mann, der den zügen nachsah
    4. der uhrmacher von everton
    5. es gibt noch haselnusssträucher
    6. die wahrheit über bebe donge
    7. bellas tod
    8. die zeit mit anais
    9. der zug
    10. die ferien des monsieur mahe


    :thumbsup:

  • die non-maigrets sind melancholischer, würde ich es kurz nennen.
    psychologisch sind simenons bücher irgendwie alle.
    das ausweglose nach "der" tat erschreckt in seinem werk besonders...
    in dem wichtigen interview-buch "simenon auf der couch" haben
    ihn 5 ärzte/psychologen "verhört" ( so ein buch fänd ich auch mit e.lee nicht übel ) ,
    und g.s. gab einblicke in leben und werk, die man nicht hoch genug bewerten
    kann...
    simenon ist einfach seiner zeit voraus gewesen was die einschätzung von
    mördern angeht ...

  • Um so wichtiger, dass ich endlich mal mit Simenon beginne...und schlimm genug, dass ich als langjähriger Krimibegeisterter nie mit ihm in Berührung gekommen bin!
    Das Krimigenre ist aber auch ein extrem weites Feld...


    Wenn ich mich demnächst in diesen Autoren vertiefe, würde ich mich freuen, wenn wir hier im Forum ein wenig über Simenon diskutieren könnten, Jörg!

  • DIE seite über simenon, maigret usf. im netz ist
    oliver hahns
    QUAI DES ORFEVRES


    zu erreichen über " www.maigret.de ".


    mit viel liebe zum detail und ungeheurem fleiss zusammengetragen
    findet man alle hinweise zu leben und werk.


    ich hab sie erst dieses jahr entdeckt...

  • hier meldet sich der statistik-nerd in mir.


    seit 2005 lese ich simenon.
    habe bisher 58 bücher von/über den weltenbummler gelesen.
    2005: 13 bücher 2006: 6 2007: 12 2008: 5 2009: 7
    2010: 4 2011: 2 2012: 4 2013: 5 ( bisher )


    von den maigret-romanen gibt es 75 in deutsch, 17 habe ich gelesen, 0 liegen zum lesen bereit.
    von den roman durs/ non maigrets gibts ca.120 in dt., 37 gibts in meiner sammlung, davon sind 2 ungelesen.
    von/über leben und werk simenons gibt es ca. 30 bücher in dt., davon hab ich 7 ersammelt, eines liegt noch ungelesen bereit.


    simenon war ein besessener autor, meist schrieb er einen roman innerhalb 2,3 wochen fertig.
    er selbst meinte, dass der roman nicht bloss eine kunst sei, noch weniger ein beruf, sondern
    vor allem eine leidenschaft...
    das macht g.s. aus :thumbsup:

  • Bis ich mich durch diese Anzahl von Maigrets und Non-Maigrets gearbeitet habe, wird noch eine ziemliche Weile vergehen...aber eine wirklich beeindruckende Statistik, Jörg! Macht immer mehr Lust auf Romane von Simenon!
    Dass er mit einer derartigen Schnelligkeit schrieb, war mir neu...diese Rasanz kannte ich nur von Edgar Wallace...wobei man diese beiden Autoren natürlich nicht vergleichen kann, außerdem diktierte Wallace seine Bücher, während Simenon selbst schrieb.

  • auch ich hab sicher noch einige jahrzehnte simenon vor mir ronald!


    übrigens hat zwar simenon, zur beruhigung, bleistifte angespitzt,
    vor dem schreiben, meditativ beinahe.
    seine umgebung wußte dies zeichen zu deuten.
    tatsächlich hat georges s. aber seine romane in die schreibmaschine
    gehämmert...

  • Andererseits ist es ja auch schön, wenn man von Schriftstellern, die man mag oder liebt oder verehrt, stets noch eine stille Reserve vor sich hat, die gelesen, inhaliert, genossen werden kann...besonders, wenn es literarische Talente sind, die seit langer Zeit von uns gegangen sind.


    Ich bin sicher, Du empfindest genauso, Jörg...

  • ich denke auch ronald! :)


    gleichzeitig hat simenons leben einen reiz, den man gar nicht in wenigen
    worten schildern kann...
    soviele kurswechsel, , soviele lebensorte, soviel unrast, soviele frauen, seine kinder, eines hat selbst einen thriller verfasst
    ( pierre simenon: im namen des blutes ) , eines brachte sich um,- solch eine berühmtheit, soviel starglanz und "freunde",---
    soviel melancholie und einsamkeit.


    ich empfehle folgende biographien:
    * "simenon. eine biographie" von stanley g.eskin ( 1989 )
    * "georges simenon. sein leben in bildern" von daniel kampa, regina kaeser, anna von planta u. margaux de weck ( 2009 )

  • Die Biografien sind registriert! Ich habe mir allerdings zur Regel gemacht, erst eine Biografie zu studieren, wenn ich einige Werke des betreffenden Schriftstellers zuvor gelesen habe...


    Denn gerade Schriftsteller vergangener Tage ließen in ihre fiktiven Werke ja viel Selbsterlebtes einfließen, häufig waren die Protagonisten der Romane realen Personen nachempfunden, z. B. entstanden auf diese biografische Weise viele Bücher von Ernest Hemingway, Jane Austen , Thomas Mann und anderen. Wenn man einige Romane kennt und dann mit der Biografie des Autoren vergleicht, kann man häufig sehr interessante Parallelen entdecken.


    Ich könnte mir vorstellen, dass Simenon teilweise auch Biografisches eingebaut hat, vermutlich eher in den Non-Maigrets...

  • So, ich habe auf dem Nachhauseweg im Antiquariat meines Vertrauens gestöbert und einen Non-Maigret erstanden, "Wellenschlag". Die kurze Inhaltsangabe liest sich sehr interessant, freue mich schon!
    Leider ist dieses Wochenende mal wieder mit lauter Terminen (Essen gehen, Geburtstag bei Freunden, u.s.w.) gefüllt, sodaß ich nur marginal meine Leselust ausleben kann...man kann eben nicht alles haben! :)


    Jörg, hast Du eigentlich mal etwas von Amelie Nothomb (ebenfalls im Diogenes-Verlag erschienen) gelesen? Auch eine Autorin, die ich sehr mag, kurze Bücher, aber überbordende Fantasie...