Georges Simenon

  • Ich werde es Dich sofort nach Beendigung des Romans wissen lassen, Jörg! :)


    Nothomb kann ich Dir wärmstens empfehlen, auch heute noch, wenn man ihre sehr spezielle schriftstellerische Art mag. 3 kurze Tipps von mir (dann beende ich die Sache auch schon, geht ja um Simenon...):


    "Kosmetik des Bösen"...Zynische, intelligente Wortgefechte...


    "Im Namen des Lexikons"...Skurril und rasant...


    "Reality Show"...Satire oder Geschmacklosigkeit...muß jeder Leser selbst entscheiden...



    Und ich hoffe, ich bekomme es dieses stressige Weekend noch hin, Simenon zu beginnen...positiv denken!

  • lieber ronald! ich wünsch dir ein stimmig-rundes
    wochenende, let it be angenehm...
    meine frau ist ab montag zum meer, kann da
    kostenlos mit, ich freu mich für sie! werde hier
    das schiff auf kurs halten.


    a. nothomb ist wirklich eigenartig,allein ihre interviews.
    derzeit verlockt sie mich aber nicht genug...
    am tollsten haut mich seit letztem jahr ihre verlagskollegin
    astrid rosenfeld aus den socken... :love:


    simenon weltauflage liegt bei einer halbe milliarde. er
    wurde in 200 sprachen übersetzt...
    55 verfilmungen von büchern des autoren der schiffe mochte, gibts...
    viel freude mit "wellenschlag", ronald. :thumbup:

  • Danke, Jörg! Auch Dir wünsche ich ein entspanntes, gemütliches Wochenende...und das Wetter lädt ja geradezu zum Lesen ein!


    Über Astrid Rosenfeld habe ich viel Gutes gelesen...und Diogenes birgt ja nun einmal für Qualität...


    Für Deine Frau natürlich schöne Tage am Meer! Mein Meer werde ich bei der baldigen Lektüre von "Wellenschlag" haben...Simenon ist schon ein Phänomen...

  • Anscheinend nicht, Jörg! Da meine Frau heute alleine zu Freunden gefahren ist, habe ich doch noch etwas Zeit freigeschaufelt und die ersten 50 Seiten von "Wellengang" gelesen...interessante, dramatische Geschichte, sein knapper Schreiblstil gefällt mir, flüssig lesbar, trotzdem mit Anspruch geschrieben...er hatte die Fähigkeit, menschlich und spannend zu erzählen...


    Bin gespannt wie es weitergeht!


    Zu Astrid Rosenfeld: Habe vor kurzem ein interessantes Interview von ihr gesehen, dort skizzierte sie kurz den Inhalt von "Elsa ungeheuer"...verspreche mir einiges davon!

  • hallo ronald! wir gehen noch ein iin die simenon-
    geschichte als die mit dem thread ^^:)


    freut mich wenn dir wellenschlag zusagt. auch simenon hat
    so 3 maigrets und 5 non-maigrets verfasst, die als einstieg
    vermieden werden sollten... wäre "wellenschlag" so ein sperrig
    ding gewesen, ich hättte getröttet :whistling:

  • "mit simenon", meint wiglaf droste, "lernt der mensch sich
    und seine spezies kennen, und das ist tatsächlich
    aufregend." das leben ist kein wunschkonzert wird
    auch deutlich... simenon erfreut mit beschreibungen
    um das einrichten und abreissen der lebensweise. ^^

  • Das gilt auf jeden Fall für Simenon, aber auch bei einigen anderen guten Krimiautoren lernt man viel über den Menschen an sich, sein Denken und Handeln...Ruth Rendell (in ihren früheren Werken) ist z.B. so eine Autorin, oder auch (in höchstem Maße) Patricia Highsmith...


    Erstaunlich, wie profund Simenon von menschlichen Abgründen und Verfehlungen geschrieben hat...und dieser Autor sagte von sich, dass sein Werk keine Literatur sei...man hat fast den Eindruck, er hielt seine Bücher für Fastfood-Belletristik... ^^

  • die bescheidenheit von simenon war tief
    in ihm verwurzelt, er war nicht gerade
    ein fan der schiene: hohe kunst von
    berufsautoren zu erwarten...


    gerade in guten krimis ist das leben eingefangen
    und das zu erreichen ist eine kunst für sich...
    leben will geatmet sein, nicht konstruiert...


    die simenon-fans unter bekannter autoren
    sind reichlich! er ist eben eigen und erzählt
    ohne schnickschnack und blendwerk... 8)

  • So, gerade habe ich "Maigret und das Dienstmädchen" beendet, und wieder ein Buch voller Empathie und Psychologie gelesen.


    Simenon kam es weniger auf die Auflösung eines Falles an (etwas, das er z.B. mit Patricia Highsmth gemeinsam hatte), sondern auf das Warum hinter der Tat. Seine kurzen, knappen, sich nur auf das Wesentliche beschränkenden Sätze (Hemingway bewunderte Simenon, vielleicht wegen seines ebenso abgespeckten Schreibstils...) schaffen vor dem inneren Auge des Lesers genausoviele Bilder, als wenn er seitenweise Orte und Menschen beschreiben würde.


    Der Roman lebt wieder einmal von einer erstaunlichen Frauenfigur (das titelgebende Dienstmädchen), die anfangs recht nervig und skurril gezeichnet ist, im Laufe der Handlung aber dem Leser ans Herz wächst. Erstaunlich, wie Simenon es schafft, auf nur 160 Seiten eine pralle Handlung und überzeugende Figuren zu kreieren.


    Alles in allem volle Punktzahl für einen äußerst unterhaltsamen und klugen Kriminalroman! :thumbsup:

  • "Maigret und der gelbe Hund" ist ausgelesen, wieder ein rundum hervorragender Roman voller gut beobachteter Charaktere...erstaunlich aktuell geschrieben, wenn man bedenkt, dass das Werk 1931 entstanden ist...


    Und noch erstaunlicher, wie komplex der Fall aufgebaut ist und gelöst wird...wenn man sich weiterhin vor Augen führt, mit welcher Geschwindigkeit (meistens im Monatsrhythmus) Simenon seine Geschichten in die Schreibmaschine hämmerte.


    Kluge, spannende und anspruchsvolle Unterhaltung, die vollkommen zeitlos ist! :thumbup:

  • Ich bin noch unter 25, kann ich ihn trotzdem lesen? ;)

    I saw the best minds of my generation, starving hysterical naked
    dragging themselves through the negro streets at dawn looking for an angry fix
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    Allen Ginsberg: Howl