Howard P. Lovecraft

  • solche themen führen die grenzen der foren-idee vor. ;)
    gespräche wären da offensichtlich fruchtbarer, besser...


    ich lese lovecraft weiter. jeder hat zu ihm theorien, vor-urteile
    und enthusiamen.

  • Eigentlich wollte ich das Thema ja beenden, aber zum letzten Post von Dekkard möchte ich mich dann doch noch kurz äußern. :D


    Wenn Fakten existieren, die deine Meinung einschränken, warum sollte ich sie dann nicht abtun dürfen?


    Hab ich doch auch nie behauptet. Es ging mir nur um die Tatsache, dass du andere Meinungen einfach als "Blabla" bezeichnest.


    Deine Meinung dazu ist doch völlig uninteressant, wenn es keine Untermauerung gibt. (...) Es ging dabei nicht um die Tatsache, ob Lovecraft Rassist war oder so geschrieben hat, sondern um den Stil.


    Hier widersprichst du dir doch selbst. Erst kritisierst du meine Meinung, weil ich angeblich keine Fakten liefere, die diese belegen und dann behauptest du es wäre nie um die Fakten sondern nur um meinen Stil gegangen. (???)
    Zu ersterem (die Fakten): Lovecraft war Rassist und hat rassistische Texte geschrieben - Das ist ein allgemeiner Fakt und nichts was ich irgendwie erfunden hätte. Es wurden von mir doch auch Auszüge aus seinen Briefen (Stichwort: "stinkende Mischlinge") und auch eindeutige Beispiele für rassistische Texte (Stichwort: On the Creation usw.) gepostet - Was willst du denn sonst noch für Untermauerungen für meine Behauptung. :D
    Ich habe jedoch niemanden vorgeschrieben, wie er mit dem Thema umzugehen hat und ebenfalls erwähnt, dass viele Menschen, die ich unglaublich schätze, fanatische Lovecraft-Verehrer sind. Ich persönlich komme mit seinem Rassismus einfach nicht klar und daran werden auch die ganzen "Ja, aber..."-Argumente nichts ändern.
    Zu zweitem (Der Stil): Die Organisation der Fantasy Awards hat beschlossen sich, aufgrund Lovecrafts rassistischer Vergangenheit, von ihm zu distanzieren. Auch weil einige Preisträger Probleme mit dem Preis in Form einer Lovecraft-Büste hatten. 99,9% der Foren-User haben dafür kein Verständnis und ich habe es lediglich gewagt, zu erwähnen dass Lovecraft eben tatsächlich extrem rassistischen Kram geschrieben hat und ich die Entscheidung der Menschen hinter den Fantasy Awards durchaus nachvollziehen kann. Und was ist dann passiert? Alle haben sich auf mich gestürzt und meine Bedenken als völlig albern bezeichnet und ins Lächerliche gezogen - Auch nicht gerade stilvoll, oder? Hätte ich hingegen in meinem ersten Post geschrieben "Diese widerlichen Award-Gutmenschen kotzen mich an - Lovecraft war ein Gott!", hätte ich dafür sicher einige Likes bekommen und keinen Shitstorm ausgelöst.... aber zugegeben, ich bewege mich hier nur im Reich der Spekulationen. :D
    Aber jetzt mal ernsthaft: Das mein erster Post unglücklich formuliert war, habe ich doch eingeräumt - Aber was habe ich dort denn bitteschön so schlimmes geäussert? Ich habe Rassismus als widerlich bezeichnet und erwähnt, dass mir bei dem Thema leicht mal "die Kotze hochkommt". Sicher krass formuliert, aber bei diesem Sachverhalt sollte doch eigentlich ein allgemeiner Konsens bestehen, oder? Etwas anderes war jedoch nie meine Intention. Kam bei dir wahrscheinlich einfach falsch an. Nochmals sorry, wenn ich dich irgendwie provoziert haben sollte, Dekkard. Beim Thema "provokante Ausdrucksweise" hast du dich (wenn du ehrlich bist) aber auch nicht mit Ruhm bekleckert :D (siehe u.a. "Widerlich finde ich da ganz andere Sachen", "ideologisch aufgeladenen Halbwahrheiten und Denunziatonen", "einen Sturm der Phrasen losgelassen" etc.).


    ... das hast du eben nicht. Denn Aussagen wie " Lovecraft war nicht nur ein widerlicher Rassist...", " Von seinen Fans wird dieser Aspekt jedoch häufig völlig ignoriert oder mit der fadenscheinigen Erklärung "Das war damals halt so" abgetan." oder " Ich bin tatsächlich der Meinung, dass sich in meinem Bücherregal keine faschistischen Bücher befinden (Sollte das nicht eigentlich selbstverständlich sein?)" regen aus meiner Sicht stark die Annahme an, dass hier etwas allgemeingültiges kundgetan werden soll, ohne irgendwelche Belege angefügt werden und es wird stark gewertet.


    Auch hier verstehe ich dein Problem nicht, Dekkard. Ich habe hier keine Tatsachen geäussert, sondern nur meine Meinung wiedergegeben, die da wäre:
    - 1) Rassismus ist widerlich!
    - 2) Ich bin der Meinung, dass mit Lovecraft viel zu unkritisch umgegangen wird (Und dass fast das gesamte Forum kollektiv die Entscheidung der Fantasy Awards für völligen Quatsch hält, bestärkt mich in dieser Meinung). Hier muss ich jedoch einräumen, dass ich evtl. auf das Wort "fadenscheinig" hätte verzichten sollen. Ich kann nämlich durchaus akzeptieren, dass man das Ganze so sehen kann, für mich persönlich kommt diese Ansicht jedoch einer allgemeinen Legitimation gleich, die unter Umständen, ganz unangenehmen Elementen die Tür öffnen kann. Aber auch hier: Nur meine Meinung.
    - 3) Ich bin der Meinung, dass man Rassisten nicht fördern sollte. Tatsächlich Prüfe ich vor dem Kauf eines Buches, einer CD etc. den Hintergrund des dahinterstehenden Künstlers (soweit möglich) äusserst genau. Natürlich kann es trotzdem nie eine 100% Garantie geben.
    Wenn ich mich also dazu entschieden habe, aufgrund dieser Tatsache, keine Werke von Loftcraft ins Regal zu stellen, messe ich bei anderen Autoren natürlich mit dem gleichen Maß und beurteile sie genau so kritisch. Alles andere wäre doch auch bigott. Diesen Umstand habe ich daher also "selbstverständlich" bezeichnet. Im Sinne von: Selbstverständlich habe ich keine rassistischen Bücher bei mir rumstehen, sonst würde ich mich doch nicht so über Lovecraft echauffieren.


    Houellebecq kann man natürlich bringen, er wirft aber auch nur seine Meinung in den Ring. Absolut lesenswerter Essay und in vielen Punkten sicherlich stichhaltig, komplett folgen muss man ihm aber nicht und wenn man durch weitere Lektüre die Facetten von HPL kennen lernt, wird man die Schwächen des Essays erkennen. Dass China Mieville als Kommunist und andere ähnlich orientierte Autoren ihm folgen, überrascht nicht weiter, ist als Beleg für die Richtigkeit aber nicht wirklich tauglich.


    Und ich bin eben einfach (unter Vorbehalt) auf der gleichen Seite wie Houellebecq, Mieville, den Leuten der Fantasy Awards etc. Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe jedoch niemanden vorgeschrieben, wie er über Lovecraft zu denken hat, sondern immer nur von meinen persönlichen Problemen mit dem Autor gesprochen.


    Abschließend noch Folgendes, Dekkard: Ich habe echt das Gefühl, dass wir uns immer mehr im Kreis drehen und teilweise auch einfach aneinander vorbei reden.
    Ich hab meine Meinung zu Lovecraft (und komme mit seinem Rassismus nicht klar) und du hast deine Meinung zu Lovecraft (und bewertest das Thema einfach ganz anders) - Ist doch alles super. Es gibt kein richtig und kein falsch, keine Gewinner und keine Verlierer - Und generell sollte man sich wegen solchem Quatsch doch echt nicht streiten. Ich bin generell kein sehr streitlustiger Mensch und du wahrscheinlich ein echt netter Kerl. Im wahren Leben hätten wir diesbezüglich schon längst (mit den Worten "Lass uns einfach über was anderes reden") das Thema gewechselt und würden gemütlich bei einem Bier zusammensitzen.

  • Danke für den Artikel. Spannend.


    Grundsätzlich hat mich meines Wissens noch nie der Hintergrund eines Künstlers davon abgehalten, seine Kunst zu konsumieren. Seien es jetzt Bilder, Bücher oder Musik.


    Damit kann ich ganz gut umgehen. Ich fühle mich in keinster weise einer Meinung oder Haltung auferlegt, nur weil sich der Erschaffer der Kunst unbequem verhält oder sich nicht korretk in unser Sozialgefüge integriert. Zudem höre ich seit ich weiss Black Metal, da ist Unkorrektheit an der Tagesordnung ;)

    “The world is indeed comic, but the joke is on mankind.”
    H.P. Lovecraft

  • Ich muss ja sicher nicht erwähnen, dass ich dem Artikel größtenteils widersprechen würde ( :D ), aber gehen wir doch nur mal auf folgenden Punkt ein:


    Quote

    Older ignorierte Joshis weitere Angriffe und suchte stattdessen ein größeres Publikum, um seine Position zu vertreten. Im September 2014 – Older hatte zu diesem Zeitpunkt 2500 Unterschriften in seiner Petition gesammelt – gab er dem britischen „Guardian“ ein Interview, in dem er unter anderem äußerte, Lovecraft wäre ein „enthusiastischer Anhänger des Genozids“ gewesen – eine kühne und unbelegte These.


    Ist diese These wirklich so kühn und unbelegbar? Sehen wir uns doch mal an was Lovecraft in einem Brief an Belknap Long so von sich gegeben hat:
    "Ich hoffe, dass das Ende der Krieg sein wird – aber nicht bevor unser Geist sich vollständig von den humanitären Fesseln des von Konstantin aufgezwungenen syrischen Aberglaubens befreit hat. Gut denn, zeigen wir unsere physische Kraft als Menschen und Arier, vollenden wir eine wissenschaftliche Massendeportation, der man sich nicht entziehen kann und von der man nicht zurückkehrt."


    Laut Houellebecq schlug Lovecraft in anderen Briefen, auch die Verwendung von Giftgas vor, um sich diesem lästigen Problem zu entledigen (siehe dessen Essay "Gegen die Welt, gegen das Leben"). :whistling:

  • Ist diese These wirklich so kühn und unbelegbar? Sehen wir uns doch mal an was Lovecraft in einem Brief an Belknap Long so von sich gegeben hat:
    "Ich hoffe, dass das Ende der Krieg sein wird – aber nicht bevor unser Geist sich vollständig von den humanitären Fesseln des von Konstantin aufgezwungenen syrischen Aberglaubens befreit hat. Gut denn, zeigen wir unsere physische Kraft als Menschen und Arier, vollenden wir eine wissenschaftliche Massendeportation, der man sich nicht entziehen kann und von der man nicht zurückkehrt."


    Laut Houellebecq schlug Lovecraft in anderen Briefen, auch die Verwendung von Giftgas vor, um sich diesem lästigen Problem zu entledigen (siehe dessen Essay "Gegen die Welt, gegen das Leben").


    Dann ist die Welt ja wieder in Ordnung.

  • Gleich mal die nächsten drei Bände aus H.P.Lovecrafts Bibliothek des Schreckens bestellt!


    Hoffentlich wird die Reihe nicht umbenannt...

    Bücher 2015


    Wird momentan gelesen:


    Tony Ballard 29 - Im Namen des Bösen - Morland, A.F.


    1.Satz: "Kevin Madigan und Amy Doorman schlenderten Hand in Hand durch den großen, düsteren Park."

  • Am traurigsten ist die Konsequenz dieser albernen Chose, nämlich, dass man die Figur Lovecraft nun den wirklich üblen Gestalten rechter Couleur als Symbol ihrer Machenschaften und Gesinnungen in die Hände gespielt hat. Das war sowas von unnötig.
    Warum müssen sich manche Leute nur immer so aufspielen, um ein Quäntchen Aufmerksamkeit zu erhaschen? Dass es dabei nicht wirklich um Lovecrafts Rassismus ging, liest man ja ziemlich eindeutig zwischen den Zeilen.

  • warum haben all die jetzt zornigen us-experten, die in ihrer sprache briefe usw. von
    hpl, teils im original, vorliegen hatten solange an lovecraft festgehalten ???
    - rhetorische frage -


    ich finde spannend, wie oft geschrieben, was aus vielen briefen hpls wurde.
    viele sind ja in der hand von sammlern. einige vernichtet. etc.

  • Haste Recht, Jörg.


    Der Artikel, den Frank verlinkt hat ist schon entlarvend...


    Octavia E. Butler als neue Figur vorzuschlagen finde ich gewagt, gibts da nicht dutzende bedeutendere Schriftsteller in dem Genre?


    Lovecraft ein schlechter Stilist? Das merken die Kritiker erst jetzt...hüstel...!


    Was ein gewisser Daniel Jose Older von Lovecraft hält interessiert mich eigentlich nicht, HPL wirds übrigens auch nicht interessieren...


    Auch wenn diverse Aussagen von HPL gewagt, nein, einfach scheiße sind erfreue ich mich doch weiterhin an seinen Werken.
    Auch Klaus Kinski war ein großes Arschloch und was seine Tochter über ihn schreibt ist bestimmt wahr, trotzdem beibe ich Fan.


    Ist bei mir halt so.

  • danke hans peter.


    offensichtlich streitet man sich in den usa seit zwei, drei jahren darüber.
    siehe z.b. twitter...
    auslöser war wohl ein comic.
    diverse aussagen von lovecraft und anderen autoren zu der thematik rassismus
    sind scheiße, da gebe ich dir recht.
    aber das habe ich oft genug, auch hier im forum, geäußert.


    ich werde bald lovecrafts stories jenseits von cthulhu lesen. vorfreude! :thumbsup:

  • Wenn er die besseren Quellen hat. Kann ich allerdings nicht beurteilen, ich kenne bisher nichts von ihm. Die Sprague De Camp-Biographie kenne ich und die ist oft sehr wertend. Von den Darstellungen der Geschehnissen her schien sie mir aber in Ordnung zu sein. Ich kaufe mir die Joshi-Bio auf jeden Fall, wenn sie erscheint. Der erste Band soll 2016 kommen.