Märchen, Sagen, Mystik und Horror

  • geburtstagskind des tages ist
    Otfried Preußler :love:
    geboren am 20. oktober 1923. mit 89 jahren starb der gebürtige tscheche.
    der "vater" u.a. von krabat, der starke wanja, die kleine hexe und mehr unvergesslichen figuren
    hat mich auch bei einer begegnung in den 80ern schwer beeindruckt. :thumbup:


    edit: heute morgen viele fehlende buchstaben. :(

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

    Edited 3 times, last by jörg ().

  • "Die kleine Hexe" und "Das kleine Gespenst" haben mich durch meine Kindheit begleitet, seine weiteren Werke entdeckte ich in späterer Jugend. Die alten Hörspiele nach seinen Büchern habe ich immer noch.

  • Zyklopen und Wolfsmenschen
    Monster im Mittelalter


    Ein Monster – das ist laut Duden ein "furchterregendes, hässliches Fabelwesen
    - ein Ungeheuer von fantastischer, meist riesenhafter Gestalt." Mittelalterliche Monster
    haben viel mit Moral zu tun: Sie sind ein Sinnbild für die Mängel des Menschen.
    Ein Gespräch mit dem Buchautor Rudolf Simek.
    http://www.swr.de/swr2/wissen/…661224/1mkxz9m/index.html

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    Yves Klein (1928-1962)

  • Memoiren des Ludwig Emil Grimm
    Die Grillen des wilden Bruders
    Als Zeichner wurde er schon wiederentdeckt, als Schriftsteller steht es noch an:
    Die Lebenserinnerungen des jüngeren Grimm-Bruders Ludwig Emil gibt es nun
    als opulenten Band, in dem sich Text und Bild ergänzen.
    artikel auf 3 seiten:


    http://www.faz.net/aktuell/feu…den-bruders-13844136.html


    „Erinnerungen des Malerbruders Ludwig Emil Grimm“.
    Ediert von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz, begleitet
    von Albert Schindehütte. Die Andere Bibliothek,
    Berlin 2015. 576 S., Abb., geb., 79,- €.

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    Yves Klein (1928-1962)

  • Eines der bisher größten volkskundlichen Editionsprojekte der deutschen Wissenschaft
    ist abgeschlossen. Knapp 60 Jahre nach Beginn der Arbeiten sei
    die Enzyklopädie des Märchens vollendet
    , teilte die Akademie
    der Wissenschaften zu Göttingen am (heutigen) Dienstag mit.


    Das Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung liege nun in 15
    Bänden vor, sagte Sprecherin Adrienne Lochte. Mehr als 1000 Autoren aus 80 Ländern
    sind darin mit knapp 4000 Artikeln vertreten. Offiziell endet das Großprojekt mit einer
    internationalen Konferenz der Erzählforscher am 25. und 26. November in Göttingen.
    Die Enzyklopädie des Märchens war von Kurt Ranke gegründet und 1958 auf dem Deutschen
    Volkskundekongress in Nürnberg erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden.


    http://www.ffh.de/news-service…ach-60-jahren-fertig.html

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    Yves Klein (1928-1962)

  • "AKTUELL»Das Schloss der Träumenden Bücher«" von walter moers sollte im dezember
    erscheinen und "muss leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden." :thumbdown:
    "Sommer 2016: »Die Insel der Tausend Leuchttürme« – ein neues großes Abenteuer mit
    Hildegunst von Mythenmetz" ist angekündigt.
    http://www.zamonien.de

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    Yves Klein (1928-1962)

  • Märchen sind ein unerschöpflicher Schatz. Interessant finde ich es, dass viele Märchen im Laufe der Zeit immer mehr verharmlost wurden. Rotkäppchen zum Beispiel war ursprünglich viel krasser, bis hin zum versehentlichen Verspeisen der Großmutter durch das liebe Rotkäppchen (siehe Wiki Rotkäppchen).


    Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich ein paar sehr gute gruselige Neuinterpretationen der alten Grimm-Märchen entdeckt: "Eine dunkle & grimmige Geschichte" von Adam Gidwitz und die Zusammenstellung "Wer kann für böse Träume - The Secret Grimm Files".


    Zum Abschluss möchte ich noch das krasseste Märchen vorstellen, das die Brüder Grimm jemals aufgeschrieben haben, bei dem sogar Dichterkollegen wie Achim von Armin gesagt haben, dass es aus den Hausmärchen gestrichen werden sollte, weil es zu grausam ist (was dann auch geschehen ist). Also jetzt:


    Das Märchen vom Schlachten


    Einstmals hat ein Hausvater ein Schwein geschlachtet, das haben seine Kinder gesehen, als sie nun nachmittag miteinander spielen wollen, hat das eine Kind zum andern gesagt: "Du sollst das Schweinchen und ich der Metzger sein"; hat
    darauf ein bloß Messer genommen und es seinem Brüderchen in den Hals gestoßen.
    Die Mutter, welche oben in der Stube saß und ihr jüngstes Kindlein in einem Zuber badete, hörte das Schreien ihres anderen Kindes, lief alsbald hinunter, und als sie sah, was vorgegangen, zog sie das Messer dem Kind aus dem Hals und stieß es im Zorn dem andern Kind, welches der Metzger gewesen, ins Herz.
    Darauf lief sie alsbald nach der Stube und wollte sehen, was ihr Kind in dem Badezuber mache, aber es war unterdessen in dem Bad ertrunken; deswegen dann die Frau so voller Angst ward, daB sie in Verzweifelung geriet, sich von ihrem Gesinde nicht wollte trösten lassen, sondern sich selbst erhängte. Der Mann kam vom Felde, und als er dies alles gesehen, hat er sich so betrübt,
    daß er kurz darauf gestorben ist.



    ....und wenn sie nicht gestorben sind (oh ...das passt ja hier eher nicht) :S

  • was ist dein lieblingsmärchen, mason ? ^^
    dein beitrag freut mich sehr.
    ich beschäftige mich seit über 50 jahren mit dieser form von texten.
    und du hast recht. von der ur-version zum mainstream geht viel verloren...

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    Yves Klein (1928-1962)

  • Ein spezielles Lieblingsmärchen habe ich natürlich nicht, Jörg. ;)


    Aber ich freue mich immer insgeheim wie ein Schneekönig, wenn ich meinen Kids ein paar Märchen vorlesen kann und wundere mich, dass sie die Geschichten immer und immer wieder hören wollen. Andererseits bin ich auch oft sehr überrascht, wie krass doch manche Märchen sind. Neulich habe ich zum Beispiel ganz unbedarft das Grimm-Märchen "Allerleirauh" vorgelesen. In diesem Märchen geht es darum, dass eine Prinzessin vor ihrem wahnsinnig gewordenen Vater fliehen muss, weil der sie (seine Tochter) heiraten will (sic!).


    Kennt ihr eigentlich die Bücher des Mythenforschers Joseph Campbell? Der hat versucht, den ganzen Mustern in Mythen und Märchen auf den Grund zu gehen. Von ihm stammt auch der Satz: "Mythen sind öffentliche Träume und Träume sind private Mythen." Vielleicht faszinieren uns Märchen so sehr, weil sie direkt unser kollektives Unterbewusstsein ansprechen.


    Einige abgefahrene, oft in den Bereich Horror gehende Neuinterpretationen vieler Grimm-Märchen im Comic-Format (mit z.T. recht sexy Märchenfiguren :P) befinden sich übrigens in der Serie "Grimm Fairy Tales" von Zenescope.

  • Sehr interessant, das Thema.
    Was haltet ihr denn in dem Zusammenhang von Zensur und politische Korrektheit innerhalb von Märchen, Sagen oder Geschichten. Ich hab da zwei Beispiele, die mich sehr irritiert haben:


    1) - Von den Gebrüdern Grimm - Der Jude im Busch
    Dieses Märchen kenne ich seit meiner Kindheit so. Vor kurzen fiel mir eine Gesamtausgabe aller Grimms Märchen beim Trödler in die Hände. Äußerst irritierend fand ich da, dass eben jenes Märchen in "Der Böse im Strauch" umbenannt wurde. Soll das jetzt politisch korrekt sein?


    2) - Wilhelm Busch - Plisch und Plum
    OK - das ist kein Märchen, aber dennoch ein Klassiker. Lustig finde ich es, dass in einem Buch eines Bekannten das komplette Kapitel 5 fehlt. Hier ist es ebenfalls die politische Korrektheit, die mir bitter aufstößt. Denn schließlich geht es hier ja auch um einen klischeehaften Schacherer, den man in dem Kontext wohl auch den Juden zuschreiben kann.


    Versteht mich nicht falsch - das hat nichts mit Rassismus und/oder Antisemitismus zu tun. Aber es sind nur Geschichten - und damit ist das doch zweitrangig, Vor allem, da es sich um alte Geschichten handelt. Denn wenn man alle Geschichten zensiert und politisch korrekt machen will, müsste man ja auch Howard und Co. "umschreiben", da hier ja auch einige Stories nicht ganz pc sind ...

    "A life's a gospel - Some girls are soul
    Some baby's blues - Mine's rock'n'roll"


    Tiamat

  • ist ja mal richtig was los im thread.
    danke für eure beiträge.
    campbell hat, wie auch ich finde, wesentlich dazu beigetragen märchen als
    menschliches ur-erbe anzunehmen, erzählen als lebens-mittel.
    märchen verarbeiten u.u. auch ur-teile und vor-ur-teile in ihrer geschichte.
    bei den märchen spielt rassismus aber doch eine eher untergeordnete rolle. aber wegzureden
    ist es nicht.
    umschreiben wäre verfälschung, es wird aber gemacht: siehe z.b. otfried preußler.
    aber oft wurde, dem zeitgeist entsprechend, eingegriffen, verniedlicht. deshalb forsche ich immer
    nach den ur-versionen. :)

    siehe bei interesse auch: übersicht:
    http://www.lexikus.de/biblioth…nd-die-deutsche-Literatur

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    Yves Klein (1928-1962)

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