Märchen, Sagen, Mystik und Horror

  • @ ronald
    dieses märchen hat soviele geheimnisse, es ist wie die fragen
    die es aufwirft und erklärt nebenbei die bedeutung und wirkung
    von horror !

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • B L A U B A R T


    wichtige aspekte zur wertung des blaubart-märchens, eigene interpretationen
    und überhaupt auseinandersetzungen mit den faktoren macht-neugierde-sex-traum
    hat angela carter ( 1940-1992 ) beigesteuert. auch
    als poetisch-unverblümte autorin ist sie unvergessen...


    *sexualität ist macht. die frau bei de sade.
    rowohlt, brosch. 1981.
    *nichts heilig. feministische ansichten.
    dtv, tb, 1990.
    *blaubarts zimmer. märchen für erwachsene.
    rororo, tb, 1987.
    *die infernalischen traummaschinen des doktor hoffmann. roman.
    dtv, tb, 1988.
    *schwarze venus. erzählungen.
    dtv, tb, 1990.

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • nur zur info, wegen otfried preußlers "die kleine hexe", der
    neuauflage, woselbst einige worte geändert wurden...
    jetzt heißt es, er habe vor seinem tod diese änderungen autorisiert.

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • nur zur info, wegen otfried preußlers "die kleine hexe", der
    neuauflage, woselbst einige worte geändert wurden...
    jetzt heißt es, er habe vor seinem tod diese änderungen autorisiert.


    Und da er erst im Februar diesen Jahres verstarb ist das durchaus denk- und nachvollziehbar.

    "Freaks and fiddles, banjos and beasts: writing redneck horror" - Weston Ochse -

  • ich hatte vor kurzem ein interessantes
    gespräch über märchen mit einem studenten
    aus afrika. seine großmutter war eine
    weise frau und hat den kindern des dorfes
    gerne märchen erzählt.
    ihm in erinnerung sei vor allem ihre
    ghanesische version von hyäne und die
    sieben antilopen gewesen...
    so gute gespräche sind mir immer wertvoll!


    meine "märchentante" war meine mutter. :love:
    und meine oma väterlicherseits :love: hat gerne
    märchen erfunden und an einem see von
    wassernixen und regenzauberpflanzen gesprochen...

    "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist." =O

    Yves Klein (1928-1962)

  • es gibt einige menschenfresser-märchen...
    auch die grimms fanden z.b. dieses, "der okerlo":


    http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_okerlo


    in wrath james whites "schänderblut" geht es auch viel um serienmörder, kannibale sein, mythen usf.
    interessante sachbücher zu dieser thematik in deutsch:
    christian spiel: menschen essen menschen. die welt der kannibalen.
    (fischer, tb, 1974)
    reay tannahill: fleisch und blut. eine kulturgeschichte des kannibalismus.
    (goldmann, tb, 1979)
    nigel davies: opfertod und menschenopfer.
    (ullstein, tb, 1983)

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    Yves Klein (1928-1962)

  • Für alle, die dieses Thema etwas wissenschaftlicher angehen wollen, kann ich nur "Kinder brauchen Märchen" von Bruno Bettelheimempfehlen. :thumbsup:



    "Diese Augen! So schwarz wie die schwärzesten Kohle-Stücke und so tief wie der tiefste Waldsee. Überhaupt sieht das kleine Mädchen auf dem Buchumschlag aus wie Schneewittchen. Oder wie ein Kind, das Schneewittchen liebt.


    Denn alle Kinder lieben Märchen. Noch mehr: Alle Kinder brauchen Märchen. Dafür plädierte Bruno Bettelheim seit Mitte der siebziger Jahre mit großer Überzeugungskraft. Er mußte es wissen: Bettelheim, 1903 in Wien geboren, emigrierte 1939 in die USA, war dort Professor für Erziehungswissenschaften, Psychologie und Psychiatrie an der Universität Chicago und einer der bekanntesten Kinderpsychologen. Er starb 1990. In deutscher Sprache erschien sein vielfach rezipiertes Buch Kinder brauchen Märchen erstmals 1977.


    Bettelheims Erfahrung nach finden Kinder aller Entwicklungsstufen mehr Gefallen an Volksmärchen als an jeder anderen Art von Kindergeschichten. Der Frage, warum das Märchen so bezeichnend für das Innenleben des Kindes ist, ging Bettelheim nach; dabei wurde ihm mehr und mehr klar, daß das Märchen in einem viel tieferen Sinn als jede andere Lektüre dort einsetzt, wo sich das Kind in seiner seelischen und emotionalen Existenz befindet.


    Seine Analysen einzelner Märchen und die Einbettung in ein allgemeines Verständnis für das Kind sind mittlerweile zu einem Standardwerk geworden, das nicht nur für Pädagogen, sondern auch für Eltern aufschlußreich ist. Und wie wichtig die richtige Lektüre in der Kinderzeit ist, betonte bereits Friedrich Schiller: "Tiefere Bedeutung liegt in dem Märchen meiner Kinderjahre als in der Wahrheit, die das Leben lehrt." --Lilli Belek --"

    Quelle: Amazon.de

    Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn.

  • gerade weil märchen für kinder so wichtig sind
    und auch für erwachsene weiterhin, wenn man
    bruno bettelheim folgt, finde ich spannend, was
    horror-leser an lieblingsmärchen hatten/haben usf.


    wie siehts bei dir aus alhazred ? :)


    @ s.c.
    ein so großes tabu-thema, vertraut seit der kindheit :!:

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    Yves Klein (1928-1962)

    Edited once, last by jörg wald ().

  • Welches Märchen in meiner Kindheit mein Favorit war, kann ich ehrlich gesagt gar nicht mehr benennen...fest steht aber, dass mich damals "Der Struwwelpeter" als Kinderbuch (okay, nicht direkt ein Märchenbuch, geht aber irgendwie in die Richtung) am meisten geprägt hat.


    Ich fand das Werk interessant und ziemlich unheimlich...ein Buch, das der Arzt Heinrich Hoffmann 1845 für seinen Sohn gezeichnet und geschrieben hat, in Ermangelung eines Bilderbuches, dass er zu Weihnachten seinem Sohn schenken wollte.


    Heutzutage psychologisch und pädagogisch umstritten, war es in meiner Kindheit jedoch bei jedem Vorlesen für mich ein aufregendes und gruseliges Erlebnis...

  • gerade weil märchen für kinder so wichtig sind
    und auch für erwachsene weiterhin, wenn man
    bruno bettelheim folgt, finde ich spannend, was
    horror-leser an lieblingsmärchen hatten/haben usf.


    wie siehts bei dir aus alhazred ? :)


    Wenn ich ehrlich bin hatte ich nicht viele "Lieblingsmärchen". Ich habe generell gerne Märchen und Geschichten gehört. Mein Vater hat mir immer die Geschichte vom "Mädchen mit den Zündhözern" erzählt, während meine Mutter mir eher Klassiker, wie "Hänsel & Gretel" oder "Kalif Storch" (Märchen aus Tausend und einer Nacht) erzählt hat. "Der Gevatter Tod" war das erste Märchen, welches ich allein gelesen habe. Die Gebrüder Grimm haben mich daher schon nachhaltig geprägt. :-)

    Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn.

  • "kalif storch" ist von wilhelm hauff, der ja auch "der kleine muck", "zwerg
    nase" und "das kalte herz" verfasste...
    in div.märchenbüchern wird "kalif storch" (mutabor :) ) einfach als
    arabisches märchen hingestellt...


    @ alhazred
    danke für deine einblicke!
    "gevatter tod" ist grosses kino. das hab ich erst so mit 18,20 gelesen ;)

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    Yves Klein (1928-1962)

  • derzeit wird bei einigen kinderbuch-verlagen
    überlegt einzelne worte diverser märchen politisch korrekt zu ändern...
    bei einigen geschah es schon stillschweigend.

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    Yves Klein (1928-1962)

  • Das ist aber schon eine Weile im Gange Jörg. Agatha Christies "Zehn kleine Negerlein" wurde umbenannt, Tom Sawyer wurde glaub ich bereinigt, kürzlich erst Pippi Langstrumpf, einige Geschichten von Wilhelm Busch usw. Hatte vor einiger Zeit mal einen Artikel gelesen, wo die Bibel "umgeschrieben" werden und aus Gott eine neutrale Figur gemacht werden sollte.


    Find das alles schwachsinnig, aber da liese sich wieder mal trefflich drüber streiten ;)


    Der Hauptgrund für Stress ist der tägliche Kontakt mit Idioten ;)


  • Wo ich gerade irgendwo weiter oben "Hänsel & Gretel" las: das ist ja wohl eines der horrormäßigsten Grimm-Märchen überhaupt! Allein schon das Lied dazu ("will sie braten im Ofen braun wie Brot"). Aber mir hat es immer gefallen. Und seit kurzem beschäftigt es mich wieder mehr, weil ich gerade an einer Neu-Interpretation arbeite. Die wird dann - wie nicht anders zu erwarten bei mir - noch düsterer, schauriger und gemeiner. Ich verändere recht viel, ändere die Konstellationen und Rollen der Figuren, aber das Originalmärchen wird für den wissenden Leser erkennbar bleiben. Macht Spaß, das.

  • @jana, alex, ronald
    sicher ist alles im wandel. nimmt man märchen
    als zeichen erzählerischer tradition so müssen
    sie sich verändern, die zeit erfassen und verständlich bleiben.
    am märchen aber exempel zu statuieren ist schon eigenartig...


    hänsel und gretel birgt viel zündstoff, wie die sf-autoren zukunft
    mahnend beschrieben, wurde im märchen wie hänsel und gretel
    zeitgeist wach, hexenverfolgung, armut, teuerung im lande usf.

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    Yves Klein (1928-1962)