Joe R. Lansdale

  • Ich habe mich beim Lesen gefühlt, als sei ich bei meinem Opa auf dem Schoß gesessen, mit einem Kakao in der Hand, während er mir ein Märchen erzählt.


    Sehr geil ausgedrückt und spiegelt auch ungefähr meine Gefühle beim Lesen von "Ein feiner, dunkler Riss" wider. Einfach ein tolles Buch von Lansdale.

  • Dieses Buch muss ich mir auch bald mal vornehmen! Leider sind noch viele Lansdales ungelesen auf meinem SuB!

    Es gibt einen Grund unsterblich zu sein! Man kann die meisten wichtigen Bücher lesen!
    Real Music Fans: "God Give us Malcom Young back and we give you Justin Bieber!" God: "Fuck no!"

  • Du meinst wohl zum Glück! So kannst du sie alle noch genießen ;)
    Hab auch noch einige in petto. Mich freuts!


    OK! So kann man es natürlich auch sehen!

    Es gibt einen Grund unsterblich zu sein! Man kann die meisten wichtigen Bücher lesen!
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  • Der Teufelskeiler:


    Richard Dale, ein Teenager im Alter von 15 Jahren, lebt mit seinem Bruder Ike und seinen Eltern auf einer Farm in Osttexas in der Nähe des Sabine River. Die Zeiten sind hart und wenn es etwas Essbares auf den Teller gibt, darf man sich schon nicht mehr beschweren. Aus diesem Grund verschwindet sein Vater für ein paar Tage um zusätzliches Geld bei Preisboxkämpfen auf einem Jahrmarkt zu verdienen. Richard soll für diese Zeit den Mann im Haus stehen und auf alles ein Auge behalten. Dazu gehört selbstverständlich auf die kargen Maispflanzen auf dem Feld aufzupassen und sich um die wenigen Tiere zu kümmern.


    Unterdessen macht ein Gerücht über einen gigantischen Keiler den Umlauf, den seinerzeit schon der berühmteste und beste Jäger der Region nicht zur Strecke bringen konnte. Rein zufällig der Opa von Richards bestem Freund Abraham. Als er eines Abends im Dunkeln mit seinem Hund Roger von Abrahams Baumhaus zurück nach Hause unterwegs ist, fällt der verrückte Eber über ihn her, verfolgt ihn bis zur Farm und jagt allen einen riesigen Schrecken ein. Roger überlebt das Zusammentreffen nicht.
    Für Richard steht nun fest, die Sau böse und muss zur Strecke gebracht werden. Hilfe sucht er sich bei seinem Freund Abraham, dessen Farmhaus ebenfalls vom Keiler heimgesucht wurde. Wild entschlossen holen sich die Zwei Ratschläge von Opa Pharao, dem Jäger, dem das Schwein damals beide Beine zerfetzt hat. Das Abenteuer beginnt.


    Auch mit dieser recht kurzen Novelle kann mich Mr. Lansdale wieder einmal überzeugen und begeistern. Auf nur 141 Seiten schafft er es einen dichten Plot zu weben, den Charakteren Glaubhaftigkeit und Leben einzuhauchen und dann auch noch mit ein paar Gruselelementen den Spannungsbogen oben zu halten.
    Die Ausgabe aus dem Shayol-Verlag ist hochwertig und einzelne Zeichnungen schmücken die tolle Geschichte aus. Leider nicht mehr ganz günstig zu bekommen, da bereits out of print, aber in meinen Augen hat sich die Anschaffung gelohnt!


    Ich spreche mal wieder für Lansdalefans eine klare Leseempfehlung aus und bewerte das kleine Abenteuer mit 9 von 10 Punkten. :thumbup:

  • Sturmwarnung:


    In Galveston, Texas, haben es Schwarze im Jahre 1900 nicht besonders leicht. Immer noch werden sie von den Weißen ausgebeutet und ausgenutzt. Lil' Arthur John Johnson hat es gerade besonders schwer erwischt, denn er hat den amtierenden, weißen Box-Champion, Forrest Thomas, des örtlichen Sporting Clubs nach Strich und Faden verdroschen und sich als erster Schwarzer den Titel verdient. Dem Präsidenten des Clubs, Ronald Breem, gefällt das ganz und gar nicht, die weiße Rasse wurde beschämt und um diesen Schandfleck auszubügeln ist ihm jedes Mittel recht. Jim McBride wird daraufhin von ihm angeheuert um gegen Johnson anzutreten. McBride ist ein überaus ätzender Zeitgenosse, der nicht nur nicht davor zurückschreckt auf jede erdenkliche Weise Geld zu scheffeln, sondern auch noch möglichst gerne andere Leute dabei fertig macht. Eine Drecksau wie sie im Buche steht. Breem verspricht ihm einen Bonus von 500$, wenn er den Nigger im ring umbringt, was sich McBride keinesfalls entgehen lassen will. Lil' Arthurs härtester Kampf steht ihm bevor.


    Und da der Plot alleine nicht schon spannend genug ist, verpackt Lansdale ihn in ein historisches Ereignis, dem Galveston-Hurrikan vom 08.09.1900.
    Ich habe jetzt schon ein paar Lansdales lesen dürfen, aber so wie dieser hier, war noch keiner. Viele kleinere Einzelschicksale und zahlreiche Nebengeschichten zu den Charakteren füllen die wenigen Seiten bis zum Bersten. Auch das Finale hatte ich so nicht erwartet. Eines kann man von Lansdales Geschichten jedenfalls sicher erwarten. Sie sind immer für eine Überraschung gut! 8,5 von 10 Punkte!


    Dank der Sammlerausgabe "Gekreuzigte Träume" bin ich überhaupt erst auf den Autor gestoßen. Enttäuscht haben mich seine Geschichten bislang noch nie. Mal schauen was die zukünftigen Werke noch für mich bereit halten ^^

  • Ich habe mir vor kurzem die Miniserie Staffel 1/6Folgen von Hap und Leonard deutsch übersetzt
    reingezogen. Eine sehr gute Umsetzung des ersten Buches " Wilder Winter". :thumbsup:
    Freue mich schon auf die 2. Staffel. Leider ist die Miniserie nur über Amazon Prime übersetzt
    greifbar. Aber wird vielleicht wird sie ja in naher Zukunft auch als DVD erhältlich sein.

  • Ausgelesen: "Mucho Mojo" von Joe R. Lansdale.


    Band 2 der sensationell guten 'Hap & Leonard'-Reihe des wandlungsfähigen texanischen Schriftstellers, und auch dieses Buch ist rundum gelungen...spannend, gut geschrieben, ein wenig brutal und über alle Maßen witzig.
    Was die Abenteuer der beiden ungleichen Protagonisten Hap Collins und Leonard Pine vor allem auszeichnet, sind die rasanten, ironischen und staubtrockenen Dialoge, die den Leser immer wieder zum Grinsen bringen; diese verbalen Schlagabtausche macht Lansdale wirklich keiner nach.
    Darüberhinaus weiß aber auch der Plot von "Mucho Mojo" zu überzeugen, der von durchgeknallten Drogendealern in unmittelbarer Nachbarschaft, über Kindermorde bis zum (immer wieder bei Joe R. Lansdale durchklingenden) Thema Rassismus reicht und diese Komponenten zu einem spannenden Gesamtbild vereint.


    Lansdale hat bei aller Gewalt, allem Witz und aller Skurrilität seiner Storys stets literarischen Anspruch; er kann hervorragend schreiben, schneidet aktuelle, oftmals brisante Themen an und läßt seine Figuren darüber reflektieren. Und er ist ein absoluter Meister im Erfinden von treffenden, oftmals wirklich komischen Metaphern ("Das Toupet hing schief auf seinem Kopf wie ein Otter, der sich an einen Felsen klammert", und viele andere), die beim Leser garantiert Kopfkino erzeugen und die Romane zusätzlich bereichern.
    Hap und Leonard sind zweifelsfrei zwei der sympathischsten Charaktere, die die moderne Krimi- und Thrillerliteratur bislang hervorgebracht hat, und Lansdale zieht einen roten Faden durch seine Serie, der neben dem jeweiligen Hauptplot immer auch das Privatleben der beiden Helden weiterführt, weshalb eine chronologische Lektüre der 'Hap & Leonard'-Serie vielleicht nicht unbedingt nötig, aber zumindest ratsam erscheint. Witzigerweise taucht in diesem Roman ein farbiger Polizist namens Marvin Hanson auf, der eine durchaus tragende Rolle spielt. Lansdale-Leser werden erkennen, dass dieser Lieutenant Hanson der Hauptakteur aus Lansdales 1981 erschienenem Debüt "Akt der Liebe" ist, ein netter literarischer Einfall.


    Fazit: "Mucho Mojo" ist (wie schon "Wilder Winter") ein hochgradig unterhaltsamer Roman voller Spannung, Dramatik und einer riesigen Portion trockenen Humors mit zwei herrlichen Helden, die dem Leser garantiert ans Herz wachsen. Unbedingt lesenswert.


    Bewertung: *****+

  • Nach dem epochalen "Meine besten Geschichten " von Ketchum hatte Joe Lansdale das "Vergnügen" das nächte Buch zu sein...


    "Hap und Leonard Die Stories " haben aber locker die hohe Hürde übersprungen. Auf 270 Seiten gibt es 6 Geschichten und ein Vorwort von Michael Koryta (?), ein Interview von Lansdale mit Hap und Leonard und ein Nachwort von Lansdale. Zwei Geschichten sind relativ lang quasi Novellen, zwei ziemlich kurz und dicht. Zwei der Geschichten erzählen aus der Jugend unserer Helden und deren ersten Bewährungsproben. "Der Junge der unsichtbar wurde" geht Hap bestimmt immer noch nah... "In keiner von uns" geht es um einen jungen schwulen "Nigger" er sich nichr gefallen lässt...


    Im Anhang gibts noch ne kleine Werkschau und Golkonda der so wichtige Verlag kündikt schon die nächsten zwei Romane an...!

  • Joe R. Lansdale wird nach dem Golkonda nicht mehr in Erscheinung tritt von keinem Verlag weiter publiziert.

    Dieser göttliche Geschichtenerzähler braucht eine neue Plattform. Vielleicht könnte diese Festa heißen.

    Ich hoffe darauf wie viele andere Fans diesen Autoren in Deutschland.

  • Das wäre ein Kracher!:thumbup:

    Es gibt einen Grund unsterblich zu sein! Man kann die meisten wichtigen Bücher lesen!
    Real Music Fans: "God Give us Malcom Young back and we give you Justin Bieber!" God: "Fuck no!"

  • Ich bin erst Dank Festa auf den Autor Joe Lansdale gestoßen und habe mir seitdem alle seine Werke zugelegt. Das würde ich schon fast in lauten Jubel ausbrechen, wenn ihr ihn unter Vertrag nehmen würdet. Könnte mir ihn durchaus gut in der Must-Read-Reihe vorstellen.