Posts by Creed

    Tja, der "Erneuerer der Horror-Literatur" Stephen King ist jetzt auch schon 65 Jahre alt und seit guten 40 Jahren schriftstellerisch aktiv. Viele Leser sind vermutlich durch ihn an die unheimliche Literatur herangeführt worden. Im Juni erscheint sein neues Werk "Joyland" in deutscher Übersetzung. Eine Fortsetzung von Shining ist für das nächste Jahr angekündigt.


    Aber ist er heute noch zeitgemäß? Wie seht Ihr das? Lest Ihr King noch? Ist man ein ewiger Fan, oder wird er langsam aber sicher in der Lesergunst von Autoren wie Lee, Ketchum, Smith und Curran verdrängt?

    Guten Morgen Jörg!


    Tja, ich glaube, Frauen haben statt beim Horror vielmehr das Zepter bei blutigen Thrillern in der Hand. Besonders im "Forensik-Genre" tummeln sich etliche Autorinnen, allen voran natürlich Tess Gerritsen und Kathy Reichs und die Mutter aller Pathologie-Thriller, Patricia Cornwell.
    Weitere Autorinnen aus dem etwas härteren Thrillerbereich wären zum Beispiel Karin Slaughter, Jilliane Hoffman, Joy Fielding (die aber eher gemäßigt schreibt), Lisa Gardner und haufenweise weitere Schriftstellerinnen, die Thriller dann teilweise mit Liebesromanen kreuzen.


    Und auch im herkömmlichen Krimi-Sektor findet man viele weibliche Autorinnen. Angefangen mit den Klassikern wie Agatha Christie, Dorothy Sayers, Ngaio Marsh und Margery Allingham über Patricia Highsmith, Celia Fremlin, Joan Aiken bis zu den heutigen "Bestsellerinnen" wie Elizabeth George, Donna Leon, Martha Grimes, Ruth Rendell, Mary Higgins Clark, etc.


    Aber im Horror-Bereich machen sich die Damen eben leider etwas rarer...aber was nicht ist, kann ja noch kommen!

    Top: Jack Ketchum "Evil"
    James Herbert "Unheil"
    Dean Koontz "In der Kälte der Nacht"
    Greg F. Gifune "Die Einsamkeit des Todbringers"

    Kein Horror, aber ein unendlich geniales Werk und sprachlich einzigartig: T.C. Boyle "Wassermusik"




    Flop: Dean Koontz "Blindwütig"
    John Saul "Hauch der Verdammnis"

    Auch für mich immer wieder gut: "Wenn die Gondeln Trauer tragen" mit Donald Sutherland und Julie Christie. Wahnsinnige Atmosphäre, unheimliche Kulissen, tolle Schauspieler...und was für ein Ende!
    Okay, ich bin allerdings auch parteiisch, denn Venedig ist meine absolute Lieblingsstadt! ^^

    Stimmt, "Der Nachtwandler" hat mir auch sehr gut gefallen, Murxer. Viele meckern über den Roman, ich fand dagegen genau wie Du, dass er sich von den üblichen Fitzeks unterscheidet und durchaus überraschende Wendungen besitzt.

    Ich lese zurzeit "Die Straße" von Cormac McCarthy, ein erschütterndes Buch und in meinen Augen zurecht als Meisterwerk gelobt und mit dem Pulitzerpreis 2007 ausgezeichnet worden.
    Minimalistische, düstere Sprache (wie immer bei McCarthy) und wahlweise als Drama, dunkles Epos oder als Horror-/Endzeitroman zu lesen.
    Sehr interessant auch sein äußerst sparsamer Gebrauch von Satzzeichen. McCarthy verwendet niemals Anführungszeichen bei der direkten Rede...da gewöhnt man sich aber recht schnell dran.
    Kurzum: Geniales Buch, sehr zu empfehlen, aber beileibe kein Frohsinnswerk!

    Sebastian Fitzek gefällt mir auch nach dem achten oder neunten Mal immer noch sehr gut, auch wenn er stets die "Psycho-Traum-Thriller-Überraschungs-Kurzkapitel"-Schiene fährt. Aber seine Sprache reißt immer wieder mit.
    Lediglich seine Kooperation mit Michael Tsokos fand ich zwar spannend, aber etwas zu überkonstruiert. Immer empfehlenswert sind seine Lesungen, ich habe ihn jetzt vier Mal live gesehen und muß sagen...der Kerl ist wahnsinnig komisch! Die Lesungen sind interessant und vor allem wirklich witzig, dank seines charmanten Geplauders.


    Und wieder warte ich auf sein nächstes Buch...

    @ Harry: Kann ich nur unterstreichen, "Wolfen" ist ein hervorragender Roman und dass die kongeniale Verfilmung seinerzeit ein Mißerfolg war, ist mir bis heute vollkommen unverständlich.


    @ Alex: "Nightmare on Elm Street" ist heutzutage vermutlich so was von out, wird in meinem Herzen aber stets einen besonderen Platz haben. Der Film ist schlicht und einfach ein moderner Klassiker, Punkt. Die Fortsetzungen sind zwar größtenteils grenzwertig, aber der Regisseur Wes Craven hat mit dem Original einen der besten 80er-Jahre- Horrorfilme abgeliefert. Und dem Mann hat die Horrorfilmwelt etliche Impulse zu verdanken!

    Kim Harrison mit ihrer "Rachel Morgan"-Serie verkauft sich auch richtig gut, wie mir scheint. Zur Qualität dieser Bücher kann ich mir jedoch leider kein Urteil erlauben...wollte schon x-mal mit der Serie starten, aber leider kommt immer wieder ein noch interessanteres Buch dazwischen...

    Ich bin schon gespannt auf die neue Ketchum-Übersetzung "Versteckt", die wohl Mitte nächsten Monats erscheint. Für uns neu, für Ketchum uralt, das Original "Hide and Seek" ist 1984 erschienen.
    Dafür, dass Ketchum noch so einiges geschrieben hat, was bislang nicht übersetzt worden ist, sind die Zeiträume von einem eingedeutschten Ketchum-Buch zum nächsten mitunter arg lang. Da könnte der Heyne-Verlag wirklich mal zwischendurch ein paar Novellen von ihm veröffentlichen, oder auch "Triage", von dem ja zuvor schon die Rede war...aber das wird sich vielleicht auch der Frank Festa schnappen! :)

    Hallo Harry!


    Mein ewiger Favorit im Horrorfilm-Bereich (und da fällt die Wahl wirklich schwer) ist "The Fog" vom guten alten John Carpenter, als er wirklich noch der gute war.
    Ein Film, der mir deshalb so wichtig ist, weil er seine Spannung nicht durch tonnenweise vergossenes Blut, sondern durch Atmosphäre bezieht. Hinzu kommt die von Carpenter selbst komponierte Musik. Ist eben auch eine gute, traditionelle Grusel-Story.
    Es gibt dutzende Filme, die noch besser gemacht sind, realistischere Spezialeffekte beinhalten, aber leider recht seelenlos daherkommen.


    Das "beste" Beispiel hierfür ist die sinnlose "The Fog"-Neuverfilmung aus dem Jahre 2005...nee, geht gar nicht! :thumbdown:

    Ja, Alex, mit seiner Musik allein dazustehen, kenne ich...meine Frau denkt vermutlich ziemlich oft "mein Gott, was hört der denn da für 'nen düsteren Kram..." Außer Depeche Mode besitzen wir eigentlich kaum musikalische Gemeinsamkeiten. Ist aber trotzdem ganz gut, dass die Geschmäcker verschieden sind!


    Ich finde jedenfalls, dass gerade diese "speziellen" Musiksparten teilweise die größte textliche Tiefe besitzen...und die "Geisterfahrer EP" zeigt es mal wieder. Unheilig fand ich genau wie Du früher eindeutig besser, bei ihm tritt der Mainstream jetzt wirklich etwas zu sehr in den Vordergrund. Aber nach all den Jahren im Untergrund will er jetzt natürlich auch mal so richtig Geld verdienen, kann man ja verstehen... ;)

    Hallo, alle miteinander!


    Kurz zu mir:
    Mein Name ist Ronald, ich bin 42 Jahre alt (davon circa 25 Jahre Horrorfan...) :) , bin verheiratet, besitze einen höchst verfressenen Kater, lese außer unheimlicher Literatur sehr gerne Thriller und die guten alten englischen Krimis (Agatha Christie natürlich am liebsten).
    Musikalisch bevorzuge ich Mittelalter-Rock (Subway to Sally, In Extremo, u.s.w.) sowie Gothic und elektronische Musik (Tangerine Dream, Jean Michel Jarre, etc.)


    Ich freue mich auf viele interessante Dialoge hier im Forum und auf 'ne Menge Anregungen für neue Bücher!

    Sehr interessantes Interview...ich freue mich nach seinem spannenden und kurzweiligen Erstlingswerk schon sehr auf "Down"! :)

    Ein direktes Lieblingsbuch...da kann ich mich recht schwer entscheiden...
    Um es etwas einzugrenzen, nenne ich schon mal die beiden Autoren Greg F. Gifune und Edward Lee. Gifune wegen der melancholischen Grundstimmung, Edward Lee wegen der durchgeknallten Ideen und dem bewußten Übertreten jeglicher geschmacklicher Grenzen... :D


    Okay, dann entscheide ich mich für "Die Einsamkeit des Todbringers" und "Flesh Gothic"!

    Hallo Alex!
    Mein Musikgeschmack ist eigentlich breit gefächert, sollte ich eine favorisierte Richtung nennen, wäre es eindeutig der Bereich, den man im weitesten Sinne "Mittelalter-Rock" nennt, also z.B. In Extremo, Corvus Corax, Schandmaul, Schelmish, Saltatio Mortis, Tanzwut...und meine absolut unangefochtene Lieblingsband Subway to Sally.
    Im Gothic-Bereich bewundere ich ASP, nicht nur wegen der herrlichen Kompositionen, sondern vor allem wegen der tiefgründigen Texte.

    Ich verdamme das e-book keineswegs, werde jedoch für immer ein Freund des gedruckten Werkes bleiben. Nimmt viel Platz im Regal weg, völlig richtig, aber sieht eben auch schick aus.
    Ich habe mir seinerzeit ein elektronisches Buch angeschafft, um an Short Storys von Autoren wie Stephen King zu kommen, die ausschließlich als e-book veröffentlicht werden. Mir ist allerdings auch aufgefallen, dass sich im elektronischen Bereich mörderisch viele Schreibfehler tummeln...nimmt man es dort mit Lektoren nicht ganz so genau?

    Jack Ketchum ist im Bereich des Unheimlichen für mich der absolute Favorit, wobei ich finde, dass die meisten seiner Bücher vom deutschen Verlag fälschlich in die Horror-Ecke geschoben werden. Werke wie "Evil", "The Lost", "Wahnsinn", "Blutrot" und "Amokjagd" sind in meinen Augen eher Bestandsaufnahmen der düsteren, brutalen und verwarlosten Welt, die uns umgibt. Ketchum legt den Finger in offene Wunden der Gesellschaft...das ist oftmals (wie bei "Evil") extrem schmerzhaft zu lesen, aber durchaus nötig, um zu zeigen, was in der Menschheit schiefläuft.
    Zumal die Brutalität in seinen Büchern hart, aber nicht plakativ geschildert wird. Wenn bloß diese grauenvollen deutschen Titel nicht wären... :D