Posts by Caffalor

    Folge dem weißen Kaninchen von Philipp Hübl.


    So unterhaltsam das Buch angefangen hat, so platt ist es gerade in dem Bereich, in dem es um die Auseinandersetzung mit der Frage geht, ob es einen Gott gibt und wie das zu erklären wäre. Meiner Meinung nach ziemlich feines Stammtischniveau, auf dem er sich da bewegt. Hätte man auch ganz sein lassen können. Aber das kommt wohl dabei raus, wenn man Religion und Wissenschaft auf eine Stufe stellt und beides als miteinander im Konflikt stehend betrachtet.

    Quote from Philipp Hübl

    In der Wissenschaft stellt man aufgrund von Hinweisen Hypothesen auf, die man mit methodisch kontrollierten Experimenten und unabhängigen Studien überprüft. Man verwirft Theorien, die falsifiziert sind, sich also als falsch erwiesen haben. Im Wissenschaftsbetrieb werden diejenigen geächtet, die Ergebnisse fälschen oder andere Prinzipien der Redlichkeit verletzen. Religionen gehen genau umgekehrt vor. Sie stellen Behauptungen auf, ohne jegliche Hinweise zu haben, sie erkennen keine Gegenbeispiele an und sind nicht falsifizierbar.

    Und was hält man nun davon? Vielleicht einfach nur, dass Religion nicht Wissenschaft nicht Religion ist. Eigentlich nicht so schwer. Mal ganz davon ab, dass es beiderseits am entsprechenden Feingefühl den jeweils anderen gegenüber mangelt.


    Sei es drum. Das Kapitel ist gleich zu Ende und das Buch wird dann im Optimalfall wieder besser.

    Ich schleiche seit einiger Zeit um die Werke von Ernst Jünger herum, konnte mich bisher aber noch nicht überwinden, mir welche anzuschaffen. Kann dazu jemand etwas näheres ausführen? :whistling:

    The Powder Mage Trilogy (1) - Promise of Blood - Brian McClellan (548 Seiten)



    Virginy - 11 (3.120 Seiten)
    Corso - 9 (3.020 Seiten)
    Heiko - 8 (2914 Seiten)
    McFly 74 - 7 (2.855 Seiten)
    Frederick - 7 (2.403 Seiten)
    Bookworm - 7 (1.838 Seiten)
    Caffalor - 5 (1.944 Seiten)
    tweeka - 5 (1378 Seiten)
    Axel - 4 (1295 Seiten)
    DarthPlagueis - 3 (957 Seiten)
    depfaelzer - 1 (670 Seiten)

    Der Antichrist - Friedrich Nietzsche (126 Seiten)


    Virginy - 10 (2.849 Seiten)
    Frederick - 7 (2.403 Seiten)
    Corso - 7 (2359 Seiten)
    McFly 74 - 6 (2.511 Seiten)
    Heiko - 6 ( 1.915 Seiten)
    Bookworm - 6 (1.636 Seiten)
    Caffalor - 4 (1.396 Seiten)
    tweeka - 4 (978 Seiten)
    Axel - 3 (1024 Seiten)
    depfaelzer - 1 (670 Seiten)

    Ich weiß nicht, ob "Freuen" das richtige Wort ist, aber nach dem ersten Band bin ich überaus gespannt auf die beiden Folgebände des Archipel Gulag. Nur wann ich mir die hole steht noch aus.



    Viel wichtiger aber:


    Gegen Ende Februar kommt der dritte Teil von Ian Cameron Esslemonts "Path to Ascendancy"-Reihe: Kellanved's Reach. Das Buch, auf das ich mich in diesem Jahr am meisten freue.
    An zweiter Stelle kommt dann direkt Steven Erikson, der um November herum den ersten Band seiner neuen Trilogie im Universum des "Malazan Book of the Fallen" angesetzt hat.


    Nicht, dass ich es geschafft hätte, dafür Anhänger in diesem Forum zu rekrutieren, meine Freude bleibt trotzdem. :D

    Ecce homo - Friedrich Nietzsche (143 Seiten)



    Virginy - 10 (2.849 Seiten)
    Corso - 7 (2359 Seiten)
    Frederick - 6 (2.132 Seiten)
    Heiko - 6 ( 1.915 Seiten)
    McFly 74 - 5 (2.240 Seiten)
    Bookworm - 5 (1.462 Seiten)
    tweeka - 4 (978 Seiten)
    Caffalor - 3 (1.270 Seiten)
    Axel - 2 (640 Seiten)
    depfaelzer - 1 (670 Seiten)

    Der Archipel Gulag (1) - Alexander Solschenizyn (579 Seiten)



    Virginy - 10 (2.849 Seiten)
    Corso - 7 (2359 Seiten)
    Frederick - 6 (2.132 Seiten)
    Heiko - 6 ( 1.915 Seiten)
    McFly 74 - 5 (2.240 Seiten)
    Bookworm - 5 (1.462 Seiten)
    tweeka - 4 (978 Seiten)
    Caffalor - 2 (1.127 Seiten)
    Axel - 2 (640 Seiten)
    depfaelzer - 1 (670 Seiten)

    Mal sehen, ob es dieses Jahr mehr als fünf Bücher werden. :D



    "Theorie der Grundrechte" - Robert Alexy (548 Seiten)


    Virginy - 5 (1.547 Seiten)
    McFly 74 - 3 (1.349 Seiten)
    Frederick - 3 (950 Seiten)
    Bookworm - 2 (763 Seiten)
    Axel - 2 (640 Seiten)
    tweeka - 2 (418 Seiten)
    Caffalor - 1 (548 Seiten)

    @Caffalor: Archipel Gulag fand ich auch sehr intensiv. Wenn du damit durch bist, kannst du bei Interesse "Im ersten Kreis der Hölle" (ebenfalls von Solschenizyn) lesen, das fand ich auch sehr stark.

    Und steht auf der Liste. :thumbup:
    Ich weiß zwar noch nicht wann, da ich mich nach dem Archipel Gulag erst einmal verdaulicherer Literatur zuwenden werde, aber überzeugt hat mich Solschenizyn schon jetzt in jeder Hinsicht. Kannst du dennoch etwas dazu sagen, inwieweit es mit dem, was er im Archipel Gulag schreibt, übereinstimmt? In der Hinsicht, dass es Wiederholungen gleichkommt? (Ohne Wertung also, auch wenn es etwas negativ klingt: inwieweit kommt dem Buch eine eigenständige Bedeutung zu?)

    Eigentlich lohnt es sich dieses Jahr kaum, Bilanz zu ziehen.


    An Büchern habe ich so wenig geschafft, wie selten zuvor. Bei Filmen und Serien sieht die Bilanz noch trauriger aus. Ich weiß zwar, dass ich in dem Bereich deutlich mehr gesehen habe, wirklich nennenswertes war jedoch nicht darunter. Vielleicht dennoch mal ein paar Worte zu den Punkten, die mir aus den letzten Monaten noch geläufig sind:



    Persönlichkeit(en):


    Als bedeutendste Persönlichkeit in diesem Jahr muss ich für mich wohl neidlos Jordan B. Peterson benennen. Angefangen bei Videos auf Youtube, auf die ich eher durch Zufall gestoßen bin hin zu seinen beiden Büchern - zu letzterem gleich mehr.
    Eine überaus streitbare Persönlichkeit, wenn ich die Kontroverse um ihn gerade in den letzten Monaten/dem letzten Jahr richtig aufgefasst habe, bleibt mir doch zu sagen, dass er verdammt viel Gutes und Nützliches zu sagen hat und das auf eine Art, die erfrischend offen in ihrer Direktheit ist und gerade deshalb durch unglaubliche Kraft besticht. Der Grund, wieso ein ganz anderes Buch unten auf der kurzen Liste gelandet ist und noch in Bearbeitung steckt.



    Zu den Büchern (ohne Reihung außer der, die aus den paar Sätzen hervorgeht):


    Ich bin kein sonderlich esoterischer Mensch und war deshalb etwas unschlüssig, ob ich mir ein Buch holen soll, das "12 Rules for Life: An Antidote to Chaos" heißt. Im nachhinein bin ich froh, es getan zu haben. Für mich das Buch 2018 und damit letztlich auch unterstützend wieso o.g. Persönlichkeit die des Jahres 2018 für mich ist. Dass sein anderes Werk "Maps of Meaning" je nachdem, wie gut ich vorankomme, gegebenenfalls also Buch des Jahres 2019 werden kann, ist recht wahrscheinlich.


    "Astrophysics for People in a Hurry" von Neil deGrasse Tyson. Noch so eine Person, die ich vor allem über Youtube kenne, da mich das Gebiet bisher nicht wirklich interessiert hat. Was soll man sagen: noch so ein Mensch, der unglaublich gute und hilfreiche Dinge zu sagen hat und Grund, mich auch mal auf anderen Gebieten zu bilden, die mir zuletzt nur noch grob aus der Schule bekannt waren.


    "Der Archipel Gulag" von Alexander Issajewitsch Solschenizyn. Angefangen zu lesen, weil Jordan B. Peterson einiges über ihn zu sagen hatte. Band 1 von 3, noch irgendwo am Anfang. Im Bereich historischer - man möchte vereinfacht fast schon sagen - Erlebnisberichte allerdings das Fesselndste, was ich seit eh und je gelesen habe und der Grund, wieso ich im Moment mit anderen Sachen gar nicht mehr vorankomme. Egal, was ich lesen möchte, am Ende habe ich doch wieder das Buch in der Hand.



    Ansonsten bleibt mir eigentlich nur ein Autor zu benennen, der mich auch dieses Jahr nicht enttäuscht hat. Ja, der gute Herr Erikson schafft es doch immer wieder.
    "Forge of Darkness" - wunschlos glücklich. Wer sich gefragt hat, wie es ist, über etwa 600 Seiten minutiös zu lesen, wie eine nicht mehr ganz so blühende Zivilisation in einen Bürgerkrieg versinkt - hier seid ihr richtig.
    "Rejoice" - wunschlos glücklich auf einem ganz anderen Gebiet. Ernsthafte Scince Fiction grob über die Frage, ob die Menschheit es wert ist, erhalten zu bleiben. In Zukunft gerne mehr aus dem Bereich.
    "Willful Child" - Star Trek in unterhaltsam? Ja. Wenn die Serie so gewesen wäre, wäre ich sofort dabei gewesen.



    Filme(/Serien):


    Ich weiß, dass ich ziemlich viel gesehen habe. Was davon war es wert, es sich zu merken? Kaum etwas:


    Star Wars: The Last Jedi - oh ja, genau so. Mehr davon aus der Richtung. Mit dem nächsten bitte nicht wieder einen Schritt zurück machen.
    Ghostland: funktioniert beim ersten Sehen super. Zweitsichtung steht aus, ich bin aber noch nicht überzeugt von der Idee.
    Der Hauptmann: Kleider machen Leute.




    Die Bilanz ist bisher also überaus ernüchternd. Nicht einmal genug, um tatsächlich eine Top 5 in irgendeiner Kategorie zu veranstalten. Mal sehen, wie es nächstes Jahr wird.


    Ah, ein kleiner Zusatz zum musikalischen, da ich es beim Überfliegen gerade noch bei Procyon gelesen habe.
    Samsas Traum - Friedrichs Geschichte. Kunst. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

    @Jimmy Bones: Ich habe mich gerade mal grob informiert. Sehr interessant. Oder eben auch nicht. Ich ging jetzt eigentlich auch von einem Roman aus. Ich finde es bei Amazon ja ganz unterhaltsam, dass das silberne Lesebändchen extra hervorgehoben wird.
    Wie dem auch sei. Wird offenbar mit dem Silmarillion verglichen. Wenn das stimmt, kann es zumindest zum Teil interessant sein. Nun, Martin hat mich tatsächlich vor einigen Jahren verloren. Wenn er hiermit hingegen wirklich fertig wird und es sich als unterhaltsam herausstellt - mal gucken.

    Nach all der Zeit immer noch einige Optimisten unterwegs.


    Abwarten, würde ich mal sagen. Es gibt immerhin etwas umsonst (im Sinne von kostenlos). Sobald sich das erst einmal etabliert hat, wird es nicht mehr so lange dauern, bis Menschen, die ernsthaft die Arroganz besitzen zu glauben, auf derart wohltätiges Verhalten Anspruch zu haben, noch mehr fordern und sich beschweren, dass es nur auf Sammlerausgaben beschränkt ist.


    Ich finde es wirklich immer wieder erstaunlich, was man in diesem Verlag nicht alles unternimmt, um möglichst vielen Menschen gerecht zu werden und dabei immer wieder über all dem ganzen Geheule steht. Hut ab, dass du dir das immer noch erhältst, Frank. Ich hätte an so einer Stelle schon lange eine Friss oder Stirb Mentalität entwickelt. Wer bei einem Bücherkauf nicht mit Büchersendung verschickt haben möchte, soll halt mehr dafür zahlen. Andererseits hätte ich es damit wohl auch nie so weit gebracht. Von daher also noch einmal: Hut ab. ;)

    The Outsider


    In Kurzfassung ohne relevante Handlungselemente vorwegzunehmen: unfassbar starker Auftakt mit ebenso unfassbar schlechtem Schluss. Fast schon ein typischer King möchte man also sagen, wenn man sich nur "Die Arena" vor Augen führt. Dass mir darüber hinaus gerade kein weiteres Negativbeispiel einfällt, tut der Aussage ganz bestimmt keinen Abbruch. Vielleicht kann da ja jemand aushelfen.


    Vielleicht aber mit etwas mehr Substanz (und entsprechenden Hinweisen auf Handlungselemente etc. Wer das Buch also noch zu lesen wünscht, ab hier aussteigen):


    King kann es immer noch. So viel zu meinem Gedanken nach dem ersten Satz dieses Buches (auch wenn ich jetzt nachschauen müsste, was der eigentlich aussagt, das tut aber gar nichts zur Sache). Es hat mich direkt gepackt. Klassischer King für mich also an der Stelle. Jedenfalls, wenn ich den Auftakt zum dunklen Turm herausrechne, was ich jetzt einfach mal tue. Dass es danach zunächst nur besser werden konnte, dürfte der Thematik geschuldet sein. Die Verhaftung eines Baseball-Coachs während eines Spiels - was bedeutet, dass in dieser beschaulichen Kleinstadt absolut jeder anwesend ist, auch Frau und Kinder -, weil man davon ausgeht, er hätte einen Jungen missbraucht und umgebracht. Was das so mit einem anrichten kann. Wenn man es wissen möchte, dieses Buch beschreibt es nahezu im Sekundentakt. Von der Verhaftung an wechselt sich King zunächst mit Handlung und Protokollen von Zeugenaussagen - fast schon im Seitentakt - ab und schafft damit eine unfassbar dichte Atmosphäre der Geschehnisse, die aus den Augen des vermeintlichen Monsters, seiner Familie und Angehörigen der Polizei beginnen, die Fassade der Kleinstadt und all ihrer Angehörigen zu dekonstruieren. King kann das mit Menschen und Kleinstädten eben noch mit am besten. Er verliert nichts von seiner Glaubwürdigkeit, wenn er innerhalb weniger Seiten beschreibt, wie Freunde sich abwenden, wie Bekannte, mit denen man so oft zu tun hatte, zu Sympathisanten einer Lynchjustiz zu werden scheinen und dabei schon sehr früh ein Versprechen auf Gewalt ausspricht, bei dem man sich eigentlich fragen möchte, wie so etwas möglich sein soll, auch wenn man innerlich nur zu gut weiß, wie wenig es eigentlich braucht, um Menschen in rasende, vollkommen unverständlich und unzivilisiert handelnde Bestien zu verwandeln (mir kam beim Schreiben der Gedanke an den Facebook-Aufruf (es müsste ebenfalls um die Tötung (ggfs. Misshandlung) eines Kindes gegangen sein), ein Polizeirevier zu stürmen und den Tatverdächtigen am nächsten Baum aufzuknüpfen; noch aktueller dürfte sein, wenn man seinen Blick einfach mal in den Osten dieses schönen Landes streifen lässt).


    Worauf ich hinaus möchte: King beschreibt unglaublich Stark den ziemlich zügigen Niedergang zivilisierten Verhaltens im Umgang mit vermeintlichen Tätern. Dass derjenige, den man da festgenommen hat, tatsächlich unschuldig sein könnte - ein vollkommen abwegiger Gedanke. Dass er ein ziemlich starkes Alibi hat - alles Lug und Betrug. Was nicht sein kann, kann nicht sein und darf nicht sein. Oder so ähnlich. Jedenfalls ist man sich sicher, dass alles in bester Ordnung ist. Wenn da nicht die Frage wäre, wie ein Mensch an zwei Orten gleichzeitig sein kann. Am Tatort und ziemlich weit weg auf einem Kongress, bei dem man sogar auf Film festgehalten wurde? Nun, was nicht sein kann, kann nicht sein.


    Und ab diesem Punkt wird es etwas haarig. Ich habe nicht damit gerechnet, dass King es tatsächlich schafft, eine ordentliche Auflösung für dieses Dilemma zu finden und ich erzähle nicht zu viel, wenn ich sage, dass er es nicht hat. Was als hervorragendes Lehrstück dafür beginnt, wie man mit Tatverdächtigen gerade nicht umgehen sollte, wird in bester King-Manier zu etwas ... anderem. Er streift recht bald ins Übernatürliche ab. Damit war ab dem Punkt zwar zu rechnen, ab dem die Handlung der Bill-Hodges-Trilogie eingeführt wurde und ich habe damit als solches auch überhaupt kein Problem, ich denke nur, dass King sich damit keinen wirklichen Gefallen getan hat. Jedenfalls hat er die Chance verspielt, ein durchweg hervorragendes Stück über den öffentlichen Umgang mit dem gesamten Rechtsstaat zu schreiben (was ich von ihm gerne gesehen hätte). Dass es für das angesprochene Dilemma dabei kaum eine natürliche Auflösung geben kann, ich würde fast schon sagen geschenkt. Denn mit dem Unmut, den man über das Vorgehen der Polizei am Anfang verspürt (nach meinem Dafürhalten jedenfalls verspüren sollte), hätte King hervorragend bis zum Ende arbeiten können. Dabei wäre das Ende nahezu egal gewesen, da beide Richtungen funktioniert hätten und ich habe mir zeitweise stark gewünscht, dass der arme verhaftete Coach tatsächlich das getan hat, was man ihm vorwirft. Das hätte zwar ebenso ins Gegenteil umschlagen können (na seht ihr, war doch richtig, was die gemacht haben), hätte im Ergebnis dennoch vorgeführt, dass es vollkommen egal ist, ob man etwas getan hat oder nicht, der Umgang sollte immer so erfolgen, als hätte man nichts getan (ich weiß, ich schreibe mich hier wohl etwas - nicht in Rage - aber doch in irgendetwas, aber wie heißt es so schön: Unschuldsvermutung).


    Wie man sich denken kann: All das ist es nicht geworden. Was man stattdessen bekommt ist der Fokus auf ein übernatürliches Wesen, dessen Horror zwar ebenfalls nicht von der Hand zu weisen ist, ab etwa der Hälfte des Buches fängt es jedoch an, sich zu ziehen. Einerseits ist es schön, das Handeln bestimmter Charaktere mitzuerleben, die in mancherlei Hinsicht auch damals schon (Verweis auf gewisse Trilogie) zu wenig Aufmerksamkeit erhalten haben, andererseits verliert sich King mit diesem unfassbar bösem, das da im Hintergrund lauert viel zu sehr in altbekannte Muster. Der kleine Bruder von "Es", war zwischenzeitlich mein Gedanke. Gestaltwandler, ernährt sich von Angst, vergeht sich an Kindern, all so etwas eben. Nur ohne die Hintergründe. Tatsächlich erfährt man in diesem Buch nahezu nichts über das Monster. Es gibt am Ende eine Stelle, in der es zu einer Aussprache kommt und das Monster teils überheblich teils verängstigt ein bisschen etwas über sich erzählt, das wirkt im Hinblick auf all das vorher geschehene jedoch eher unglaubwürdig, schnell abgehandelt und dabei noch ein paar Informationen verteilt und dann ist das Monster nach einigen weiteren Sätzen auch schon besiegt.


    Ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass King am Ende selber nicht mehr wusste, was er mit diesem Buch letztlich eigentlich erreichen wollte. Denn während "Es" beispielsweise eine ständige Bedrohung war, man einiges darüber erfahren und trotzdem weitläufig im Unklaren gelassen wurde (was Es eigentlich ist, wird glaube ich im dunklen Turm erklärt?), erfährt man über den "Outsider" nahezu nichts, King verbirgt sich in Mysterien und Andeutungen, was für sich genommen nicht schlecht wäre, scheint hier aber eher dem Umstand geschuldet zu sein, dass er eben selber nicht wusste, was das mit dem "Outsider" eigentlich soll und er ihn vor allem genutzt hat, um die Geschichte irgendwie zu einem Abschluss zu bringen. Was nicht ganz korrekt ist, da er von Anfang an eine Rolle spielt, nichtsdestoweniger trotz komme ich nicht umhin festzustellen, dass King hier unfassbar viel Potential verspielt.


    Noch schlimmer, wenn man sich die vollständige Auflösung anschaut. Am Ende ist es heile Welt, alle haben sich wieder lieb und niemand ist zu Schaden gekommen. Mal von denjenigen abgesehen, die währenddessen auf der Strecke geblieben sind.
    Das war zwischenzeitlich alles so sehr von rosarot getüncht, dass ich gehofft habe, King haut gegen Ende noch einmal etwas raus, was dem Buch eine vollkommen neue Wendung gibt.
    Tut er nicht.


    Damit also: etwa die erste Hälfte ist jedem ans Herz zu legen, danach kann man das Buch auch ganz gut schließen und es bei dem belassen, was man hat. Das Ende wäre dann sogar noch interessanter als das Tatsächliche. Im Ergebnis also recht enttäuschend.

    Das wäre zumindest mal eine gewisse Abwechslung, wobei ich nicht bestreiten möchte, dass es ähnliches drüben, über dem kleinen Teich, schon gibt. :D
    Ansonsten steht uns mit den russischen Hungerspielen, soweit das nicht nur totaler Fake ist, womit ich mich bisher noch nicht befasst habe, eventuell etwas ganz unterhaltsames ins Haus. ^^