Posts by Blackbox

    Zwölf Mal Juli


    war mein erster Roman von Astrid Rosenfeld, und da mir alle drei Romane vorlagen und ich daraus spontan eines ausgewählt habe, nahm ich instinktiv das kürzeste Werk. 156 Seiten hat "Zwölf Mal Juli"... und ich finde es nach dem Lesen bemerkenswert, wie schwerfällig selbst diese gefüllt wurden.
    Zunächst aber: ich liebe Rosenfelds Schreibe. Ihr Stil ist der Wahnsinn, ich habe mich schon auf den ersten Seiten in diese reduzierte und wohldosierte Sprache verliebt. Was diesen Roman aber trotzdem nicht zu einem tollen Leseerlebnis machte. Leider. Aber auf jeden Fall bin ich gewillt, ihre beiden andern Werke demnächst zu lesen; und hoffe darauf, dass diese inhaltlich besser sind; wohlkonstruierter..
    Ich war mir durchaus darüber im Klaren, dass das hier Rosenfelds Roman ist, der auch das schlechteste Kritikerecho bekommen hat (bzw. der überhaupt schlechtes Kritikerecho bekommen hat, gerade ihr Erstling wurde ja eigentlich überall hochgelobt). Böse Zungen reden von "musste abgegeben werden", "Deadlinemachwerk", dies das.. und wenn man den Roman liest, dann kann man da leider schon einiges Wahres drin erkennen, auch wenn ich keine unwissenden Thesen zur Unfertigkeit des Buches aufstellen und äußern möchte. Aber die Geschichte von Juli, die zwölf Tage lang irgendwelchen mal mehr, mal weniger interessanten Leuten begegnet, bevor ihr Ex-Freund sie besucht, der sich vor einigen Jahren ohne ein Wort nach Afrika abgesetzt hat, ist wirklich nicht gut ausgearbeitet. Sie ist mit guter Feder notiert, sehr guter sogar!, wie schon gesagt. Und auch die einzelnen Plots der kleinen Geschichtchen sehen für sich gut aus, machen Spaß.. doch die Einblicke in die Charakterpsyche sind zu mager und oft nicht sehr gut eingebaut, und das Grundgerüst für die unterhaltsamen Begebenheiten ist sehr wacklig errichtet.
    Es war auch kein wirklich schlechter Roman, und das liegt dann vor allem an der Sprache und daran, dass die Stories innerhalb des Romans, den ich wirklich nicht so gerne Roman nennen möchte, guten Witz hatten und interessant waren. Trotzdem nur 6/10... ich freu mich dann mal auf ihre besseren Bücher, was? :D

    @volkerschwarz
    Ja, Jordan schreibt sehr gut. So gut, dass ich 30+ Einzelbände mit seiner grandiosen Sprache durchgehalten habe, auch wenn die Handlung mal schlimme Tiefen erreichte.. aber überwiegend höchste Höhen! :thumbup: Wünsche dir sehr viel Spaß!

    Schön, dass mal mit H&T-Vorschau aufgefahren wird :thumbup:
    Senécal, White und Thomas interessieren dieses Jahr also noch (Curran hab ich in der alten Ausgabe). Die Trilogie von Smith sieht von den Covern her ja mal nach so gar nix für mich aus.. und von der Beschreibung geht so. Ich würde da mal auf die Leseprobe warten und gucken, ob mich der Stil vielleicht überzeugen kann, dann wär ich beim ersten Band vielleicht auch mit dabei..
    Lee-Verschiebung.. naja, es wird ja eh alles von ihm bei Festa kommen in den nächsten Jahren, da find ich das nicht so schlimm, wenn man auch mal langsam anfängt sich die Veröffentlichungen einzuteilen (obwohl: es gibt ja schon noch einigen Stoff..) :D Gab dieses Jahr ja auch schon 3 Bücher von ihm plus Anthologiebeitrag.. 2017 darfs dann wieder gut welche geben :thumbsup:

    + Haruki Murakami "Kafka am Strand" (637 Seiten)
    + Gabriel García Márquez "Chronik eines angekündigten Todes" (120 Seiten)
    + Astrid Rosenfeld "Zwölf Mal Juli" (156 Seiten)


    Virginy - 105 (30.378 Seiten)
    Blackbox - 97 (27.568 Seiten)
    Corso - 78 (25.273 Seiten)
    efbomber - 75 (25.590 Seiten]
    Bodde - 51 (22.309 Seiten)
    Miss Norge - 47 (15.646 Seiten)
    McFly74 - 45 (16.129 Seiten)
    Bookworm - 45 (14.512 Seiten]
    dirk68 - 37 (12.212 Seiten )
    Patrick82 - 32 (9.699 Seiten)
    Jimmy Bones - 31 (11.874 Seiten)
    DarkArtika - 31 (10.892 Seiten)
    Blaine - 23 (7.336 Seiten)
    depfaelzer - 23 (6949 Seiten)
    Power86 - 23 (6.906 Seiten)
    Caffalor - 20 (8.620 Seiten)
    Lucifer - 19 (7.051 Seiten)
    SchneeKatze - 15 (6.147 Seiten)
    Freak - 13 (4.566 Seiten)
    schreikel -8 (3.560 Seiten)
    Alandor - 6 (945 Seiten)
    Weasley14 - 1 (264 Seiten)

    Jetzt beginne ich: "UC" von Helmut Krausser.
    Nebenbei immer mal ein paar Kurzgeschichten und Gedichtchen aus Jan Offs Sammelband "Hanoi Hooligans" gibts aber auch noch.. den hab ich nämlich gerade kurz aufgeschlagen und mich direkt komplett kaputtgelacht :thumbup:

    Kafka am Strand


    ist ein Traum von einem Buch, wenig bestimmteres lässt sich für mich über dieses Werk nicht sagen. Und dieser Traum ist sehr wörtlich gemeint.
    Die veworrene Geschichte rund um Kafka Tamura, einem von Zuhause weggelaufenen Jugendlichen, dem Katzensucher und mit-Katzen-Sprecher Nakata und vielen weiteren seltsamen Kreationen ist auf jeder der nicht wenigen über 600 Seiten unglaublich liebevoll und mit viel Freude erzählt. Ich habe selten bei einem Buch so gespürt, wie viel Spaß der Autor bei der Niederschrift gehabt haben muss!
    Der gekonnte Aufbau und das Spiel mit dem Zufall, das ist von Murakami alles bereits bekannt, doch er macht es in diesem Roman besonders gekonnt. Das Buch ist ein einziger Joyride, auch wenn es sprachlich ganz beruhigt und eher betont magisch als schnell durchgehetzt erscheint. Der Punkt, dass Murakami am Ende der Geschichte, hach nein, der gefühlt tausenden Geschichten, die "Kafka am Strand" erzählt, fällt beinahe nicht ins Gewicht. Somit bleiben offene Fragen und ungelüftete Geheimnisse zurück.. und das kann man furchtbar finden, aber auch wunderschön und sehr passend zum gesamten Buch.
    9/10, sehr sehr gut!

    "Leichenfresser" ist wirklich ein sehr guter Roman, in der Rückschau Keenes bester (bis jetzt auch deutsch veröffentlichter, da kann und sollte ja mal noch was kommen irgendwann, von irgendwem..) :thumbup:


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    So, in den letzten Tagen gelesen:
    Murakamis "Kafka am Strand", "Chronik eines angekündigten Todes" von Gabriel García Marquez und "Zwölf Mal Juli" von Astrid Rosenfeld.
    Alles wird besprochen werden.

    Chronik eines angekündigten Todes


    war meine erste Berührung mit der berühmten Schreibe von Gabriel G. Marquez. Ich habe das Buch zu meinem ersten Marquez erwählt, da es von den Büchern aus seiner Feder, die ich besitze, das kürzeste ist.. und siehe da: genau diese Kürze wurde mir beim lesen der "Chronik" zum Problem.
    Nicht, das es ein schlechtes Buch ist. Marquez hat einen Stil, der sehr schnell klar macht, warum er der berühmte Schriftsteller ist, der er ist. Und auch die Geschichte ist sauber von hinten bis vorne durcherzählt, hinkt an keiner Stelle.. sie hat einfach zu wenig Stellen, sie ist zu klein. Ja, die Story um zu Tode gejagten angeblichen Entblümer einer aufgrund fehlender Jungfräulichkeit abgeschossenen Braut, welche sich trotz ihrer kaum vorhandenen Länge auf 120 Seiten gut angebrachter Gesellschaftskritik bemüht und sogar Jesus-Vergleiche schafft, könnte so viel größer und ausgebauter sein. Es wäre sicher ein phänomenaler Roman, hätte man sich hier und da und dort mehr Zeit genommen -- doch auch so ist er nicht schlecht und eindeutig eine Lesung wert.
    Denn Marquez' Sprache ist zuweilen wirklich außerordentlich, und die Moralvorstellungen und Gesellschaftsnormen anprangernde, ansprechende, vielleicht ja enthebende Geschichte tut ihren Teil. 7/10

    Mit meinem Murakami nun fast am Ende. Ein sehr verschlingendes Buch.. jedoch habe ich morgen leider einen Tag, an dem ich das dicke Hardcover nicht mitschleppen kann und möchte, also werde ich wohl irgendwas leicht zu tragendes beginnen und dann erst später "Kafka am Strand" beenden können. Ist ja auch nicht schlecht :)
    Was das seitenschmalere Buch sein soll, ist noch entschieden, mal schauen.

    Ich habe erst etwa 200 Seiten von "Kafka am Strand" gelesen.. was jedoch keineswegs bedeutet, dass ich mich durch das Werk irgendwie durchquälen muss. Nein, es bedeutet, dass ich es mit Bedacht lese, Murakamis Märchenwelt mich unheimlich fesselt :thumbup:

    Habe den Senécal aus. Und verspreche, demnächst auch wieder längere Erklärungstexte zu meiner Meinung zu schreiben, aber jetzt gerade geht nicht. 7/10, denn es ist ein eindringlicher, spannender Thriller; das Ende fand ich jedoch nicht perfekt, und generell war das Buch irgendwie schnell vorbei, hätte bei dieser psychologischen Tiefe, die Senécal anstrebt, noch etwas länger sein dürfen, erklärender... Und dann noch zwar solide, aber nicht wirklich tolle Sprache (auch wenn ich diesen Punkt bis jetzt noch in keiner Review gelesen habe, scheine der einzige zu sein, der sich daran ein wenig gestoßen hat, dass so ein storytechnisch gutes Buch manchmal etwas plump klingt an Stellen, wo's wirklich schade ist).. Freue mich jedenfalls auf die baldige Lektüre des zweiten Festa-Senécals (der liegt hier im Regal), und auf die Neuerscheinung, die Ende des Jahres ja irgendwann noch kommen soll, wenn ich mich nicht irre..


    Jetzt: hach, ich musste einfach noch einen Murakami nachschieben. Es passt auch so schön zum Ferienbeginn, sich in so ein dickes Ding zu stürzen morgen. Also gibt es "Kafka am Strand"; bin sehr gespannt auf den ambitionierten, oft verwirrend, aber ebenso oft wunderschön betitelten Bildungsroman :thumbup:

    + Patrick Senécal "7 Tage der Rache" (379 Seiten)


    Virginy - 102 (29.959 Seiten)
    Blackbox - 94 (26.655 Seiten)
    efbomber - 75 (25.590 Seiten)
    Corso - 74 (23.832 Seiten)
    Bodde - 50 (21.918 Seiten)
    Bookworm - 45 (14.512 Seiten)
    McFly74 - 43 (15.260 Seiten)
    Miss Norge - 37 (12.291 Seiten)
    dirk68 - 36 (11.866 Seiten )
    Patrick82 - 32 (9.699 Seiten)
    Jimmy Bones - 31 (11.874 Seiten)
    DarkArtika - 29 (10.678 Seiten)
    Blaine - 22 (6.984 Seiten)
    Power86 - 22 (6.774 Seiten)
    depfaelzer - 22 (6.729 Seiten)
    Caffalor - 20 (8.620 Seiten)
    Lucifer - 18 (6.479 Seiten)
    SchneeKatze - 15 (6.147 Seiten)
    Freak - 13 (4.566 Seiten)
    schreikel -8 (3.560 Seiten)
    Alandor - 6 (945 Seiten)
    Weasley14 - 1 (264 Seiten)

    Ich bin schon beinahe wieder am Ende von Senécals sehr spannendem "7 Tage der Rache" angekommen.. seine Schreibe sagt mir bloß nicht so zu, es ist schnell und psychologisch definitiv heftig, aber es könnte ruhig etwas stimmungsvoller sein teilweise.. trotzdem ein guter Thriller!

    Ich habe Suters wunderbaren Roman "Lila, Lila" ausgelesen, muss aus Zeitgründen aber leider auf eine nähere Besprechung verzichten. Ich vergebe 8/10 an diesen wirklich sehr stimmungsvollen, toll geschriebenen und gut flowenden Roman, interessante Handlung und gute Charaktere, plus erstaunliches Ende! Suter kanns halt, ist mittlerweile sicherer Unterhaltungsgarant für mich, was soll man sagen :)


    Jetzt: Senécal, mein erster von ihm. "7 Tage der Rache", sehr gespannt drauf!