Posts by Blackbox

    Komme in der Anthologie gut voran, stehe vor der Tür von Lees Novellchen "Jede Nacht". Bis jetzt am besten gefallen hat mir die Thomas-Geschichte, aber ansonsten waren bis auf den Einläuter von O'Rourke (najaaaaa) alle gut :thumbup:

    Noch ein paar wichtige Romane möchte ich von ihm lesen, bevor ich mich in das Mammutprojekt Tagebücher stürze.. ich habe sie ja bereits vor einiger Zeit zusammengesammelt :thumbsup: Sie stehen bereit, aber vorher noch ein paar Bücher aus der "relevanten" Zeit..

    Fette Welt


    bildet den Abschluss zu Kraussers von einer turbulenten Entstehungs- und Veröffentlichungsgeschichte gekennzeichneten Hagen-Trinker-Trilogie, einer Reihe von Romanen, die sich alle mit Begebenheiten aus dem vielseitigen und sich ständig wendenden Leben der titelgebenden Hauptfigur beschäftigen, jedoch nicht als durchgängige Trilogie gelesen werden müssen. Ich habe es jedoch getan, wenn auch mit einigem Abstand zwischen den Bänden.. ob jetzt z.B. "Fette Welt" dadurch besser war, kann ich nicht wirklich sagen. Aber was ich sagen kann ist: es ist ein wahnsinnig gutes Buch, der beste Teil der Reihe und ein glorreicher Abschluss, eine immense Steigerung und Perfektion des Hagen-Stils, der sich in allen Büchern finden lässt.
    Nach dem Versuchsrockstar-, Spieler- und Reisebegleiterdaseins in den vorherigen Teilen ist Hagen, stets begleitet von ebensoviel Straßenhaltung wie irgendwo unter dem Ganzen verborgenem Intellekt, von ebensostarkem Abenteuerdrang und Durchkämpfvermögen wie Alkoholkonsum, bei den Obdachlosen angekommen. "Fette Welt" ist ein Pennerroman, der den Ton der Straße auf wunderbare Art und Weise in gekonnten, unglaublich nahen Dialogen so gut wiedergibt, wie noch kein anderer Roman, den ich gelesen habe. Durch den Blickwinkel des Ich-Erzählers Hagen, dem teils von sich selbst und teils von der furchtbaren (ach so furchtbaren!) Gesellschaft Kaputtgemachten und am allerletzten Ende Angekommenen, wird dem Leser sowohl ein unverfälschter und großartig-dreckiger, patziger Blick auf den Großstadtstraßen der 90er und ihrer Stadtstreicher, wie auch in Hagens krude Psyche gewährt.
    Der zur Zeit der Niederschrift noch junge und verwegene, gerne literarisch über die Stränge schlagenden, ausprobierende und vor allem einen sehr rotzigen Ton an den Tag legende Krausser schreibt seinen Charakter in "Fette Welt" mit einem Affenzahn durch die verschiedensten Situationen. Er verliebt sich, trifft einen Kindermörder, bekommt einen Job in einem Bestattungsinstitut und muss dann seine verlorene Liebe noch dazu zurücksuchen, denn die ist wieder nach Hause abgehauen nach ihrem kurzen Straßenintermezzo.. der Text ist in jeder Zeile so getrieben, hastig, genial und verworren wie Hagen selbst. Besonders Passagen wie das "wahre Alphabet" sind experimentelle Meisterleistungen, manche abdrifteten Beschreibungen wahrscheinlich Lektorenhölle, aber Lesergold.
    Im Nachwort zu "Schweine und Elefanten", dem chronologisch ersten Teil der Trilogie, der jedoch neu- und umgeschrieben erst viel später Ende der 90er erschien, berichtet Krausser darüber, dass er "Fette Welt" fast nur in einer stark zusammengekürzten und auf die Lovestory eingeschränkten Fassung hätte veröffentlichen dürfen. Nur durch ein anscheinend köderndes und umwerfendes Exposé zu seinem epischen 800-Seiten-Brecher "Melodien" durfte er den Text bei einem anderen Verlag als zuvor vorgesehen inhaltlich unverändert rausbringen. Gott sei Dank hat das geklappt, ist das Buch nicht in der Versenkung verschwunden.. denn es ist unglaublich gut. Megastarke 9/10!! Lesen! :thumbup:

    + Helmut Krausser "Fette Welt" (313 Seiten)


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    schreikel -8 (3560 Seiten)
    Alandor - 6 (945 Seiten)
    Weasley14 - 1 (264 Seiten)

    Aus dem öffentlichen Bücherregal entnommen:


    Anne Fine "Wer dem Teufel glaubt"
    Rafik Schami "Erzähler der Nacht"


    gerade Schami interessiert mich sehr und ich werde mich bald mit den beiden Büchern, die ich nun von ihm habe, auseinandersetzen. Habe letztes Jahr müsste das noch gewesen sein seinen Kurzgeschichtenband "Der erste Ritt durchs Nadelöhr" gelesen, war sehr angetan davon! :thumbup: Ist ja ein großes Werk, was der Mann sich angehäuft hat, mit vielen epischen Romanen, aber auch kürzeren Texten.. ist ein Vorhaben für die zweite Hälfte des Jahres :)


    Außerdem ist das Festa-Paket eingetroffen, die Anthologie + der Gonzalez :thumbsup:

    Für mich sind diese Bücher gerade deswegen interessant, weil sie die rohen Anfänge von Kraussers Talent zeigen. Okay, "Schweine und Elefanten" hat er später Ende der 90er neu geschrieben und dann erst veröffentlicht.. aber diese Bücher haben etwas dreckiges und einen sehr intensiven und echten Straßensound, das ist einfach, naja, sagen wir mal saucool.
    Man muss die Bücher übrigens auch nicht unbedingt in der Reihenfolge lesen. Muss halt nur wissen, dass Hagen vorher auch schon 2x interessante Lebensbegebenheiten hatte, wenn man jetzt z.B. "Fette Welt" einfach so lesen würde..

    Kraussers "Fette Welt", ein sprachlich eindringliches und kunstvolles, in den frühen 90ern für ihn die Größe im Vergleich zum Vorgänger und Debüt deutlich erhöhendes Werk, ist in 4 Bücher eingeteilt, trotz seiner gar nicht so massiven etwas über 300 Seiten. Zwei davon habe ich gelesen, mir bleibt noch etwa ein Drittel des Gesamtbuchs.. innerhalb der Hagen-Trilogie hatte ich noch nicht so einen Spaß mit ihm wie in diesem Roman, der als Finale dient :thumbup:

    Basar der bösen Träume


    ist eine Kurzgeschichtensammlung des Altmeisters Stephen King, der hier mal wieder beweist, das man ihn schon lange nicht mehr in die Horror-und-sonst-nichts-Schublade stecken sollte und auch gar nicht kann. Denn der "Basar" versammelt 20 Kurzgeschichten (wovon zwei sogar eher Prosagedichte sind, was ganz interessantes vom alten Stephen!), welche wunderbar durch viele verschiedene Genres springen, stilistisch und inhaltlich vielfältig und jedes Mal neu und anders sind... und die einen Heidenspaß machen!
    Natürlich kann in einer solchen Sammlung von fast 800 Seiten (denn "kurze" Kurzgeschichten kann King nicht wirklich, es lassen sich so einige Texte finden, die viel eher Novellen sind), die noch dazu mit so unterschiedlichen Stories bestückt ist, dem Leser nicht alles gefallen. Und auch ich muss sagen, dass ich z.B. mit der Baseball-Geschichte "Blockade Billy" einfach aufgrund der Thematik nicht so viel Spaß hatte wie mit dem Rest der Geschichten -- aber insgesamt ergibt die Sammlung ein sehr gutes Gesamtpaket. "Ur", "Batman und Robin haben einen Disput", "Leben nach dem Tod", "Nachrufe" und die tolle Schlussgeschichte "Sommmerdonner" kann ich meine Favoriten nennen. Doch auch so stilistisch sehr coole Sachen wie "Premium Harmony" oder "Tommy" haben mir gefallen.
    8/10 Punkte, starke King-Sammlung.. zugreifen :thumbup:

    Habe "Basar der bösen Träume" beendet, eine wunderbare Kurzgeschichtensmamlung, kleine Meinung gleich im King-Abteil :)


    Als nächstes mache ich mich endlich mal an die Beendigung der Hagen-Trinker-Trilogie und widme mich somit "Fette Welt" vom guten Helmut Krausser :thumbup: Freu mich drauf!

    + Stephen King "Basar der bösen Träume" (766 Seiten)


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    Lucifer - 18 (6479 Seiten)
    Power86 - 17 (5250 Seiten)
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    SchneeKatze - 15 (6147 Seiten)
    Freak - 13 (4566 Seiten)
    schreikel -8 (3560 Seiten)
    Alandor - 6 (945 Seiten)
    Weasley14 - 1 (264 Seiten)

    Finstere Nacht


    ist genau das, was ich von einem Gifune-Roman mittlerweile erwarte. Gifune ist für mich gleichbedeutend mit Schwermut und Finsternis, seine Bücher zeichnen sich alle durch eine ganz bestimmte Trade-Mark-Atmosphäre aus.. und die lässt sich natürlich auch wieder in "Finstere Nacht" finden, einem verworrenen, tiefen und groß angelegten Stück der besten Sorte Darkfiction-Psychodrama-Horror, die wahrscheinlich irgendjemand auf der Welt schreiben kann.
    Was mich an Gifunes Büchern immer sehr stark auffällt, sind seine gar nicht mal so großartigen Ideen, und in was für hervorragende Genre-Romane er sie umsetzt. Auch "Finstere Nacht" besticht nicht durch den besten Plot des Jahrtausends, die Idee ist keine dumme, aber auch nicht unheimlich brillant. Doch was der Autor daraus macht, wird dadurch nur noch bemerkenswerter. Mit wunderbar vielschichtigen und ausgearbeiteten Charakteren in immenser Vielzahl bestückt, durch geschickte Szenenwechsel und auch Rückblicke und tiefer in die einzelnen Psychen gehende Betrachtungen großartig strukturiert und aufgebaut, und nicht zuletzt mit hohem schriftstellerischem Talent in einem ruhigen, düsteren und melancholischen Ton erzählt, wird aus dem Ganzen ein echtes Highlight.
    8/10, sehr guter Gifune :thumbup:

    Kings Kurzgeschichten bis an die Schwelle von "Ur" gelesen, also etwas mehr als die ersten dreihundert Seiten. Gefallen mir ausgesprochen gut :thumbup: , schön vielseitig finde ich es auch von den Handlungen her.. Von den drei schon vorher auf deutsch veröffentlichten Geschichten kannte ich auch noch keine, deswegen konnte mich sogar "Böser kleiner Junge" & "Raststätte Mile 81" zum allerersten Mal begeistern (jaja, schon wieder böse Autos -- na und, ist ein geiles Thema und er gestaltet es mal wieder hervorragend! :D ), und die Kindle-Geschichte "Ur" wirds hoffentlich auch..

    + Greg F. Gifune "Finstere Nacht" (428 Seiten)
    + Michael Ende "Gefängnis der Freiheit" (300 Seiten)


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    Miss Norge - 37 (12.291 Seiten)
    Patrick82 - 32 (9699 Seiten)
    dirk68 - 32 (10374 Seiten )
    Jimmy Bones - 28 (10553 Seiten)
    DarkArtika - 26 (9829 Seiten)
    Caffalor - 20 (8620 Seiten)
    Blaine - 20 (6214 Seiten)
    depfaelzer - 17 (5171 Seiten)
    SchneeKatze - 15 (6147 Seiten)
    Lucifer - 15 (5690 Seiten)
    Power86 - 15 (4787 Seiten)
    Freak - 13 (4566 Seiten)
    schreikel -8 (3560 Seiten)
    Alandor - 6 (945 Seiten)
    Weasley14 - 1 (264 Seiten)

    Habe meinen Gifune beendet, die "Finstere Nacht" hinter mir.. und was für eine das war :thumbsup:
    Schreib morgen mal was dazu, wenn ich mehr Zeit habe..


    Dann hab ich mir noch Michael Endes Kurzgeschichtensammlung "Gefängnis der Freiheit" geschnappt.. und die war dann auch ganz schnell schon wieder weg. Dazu schreibe ich keine größere Rezi, nur so viel: das Buch hat mir ziemlich gut gefallen, jedoch hat es mich nicht so überwältigt wie früher dieses Jahr "Der Spiegel im Spiegel", was ja auch eine Storysammlung war, aber mit sehr surrealistischen und experimentellen Geschichten, die alle über Grundmotive miteinander verbunden sind.. "Das Gefängnis der Freiheit" hatte einige schöne Geschichten, die jedoch halt lose gebündelt wurden und durchaus Spaß zu lesen machen, aber kein Erlebnis sind. Solid gute 7/10-Lektüre.


    Jetzt mache ich mich an Kings Erzählungen im "Basar der bösen Träume".. ob ich sie nur nebenher lese und auch noch einen Roman, das weiß ich noch nicht genau. Aber ich glaube, King dürfte es schaffen, meine Aufmerksamkeit komplett in Anspruch zu nehmen :)

    WOOOOHOO, habe ich heute was gelandet.
    Es ergab sich die Gelegenheit, bei der Freundin meiner Mutter, die exzessiv viel und komplett querbeet liest und zusammenhortet und auch andauernd wieder wegverkauft oder -verschenkt, vorbei zu schauen.. und natürlich kam ich nicht mit leeren Händen (bzw. Taschen) heim. Von ihr habe ich auch irgendwann früher dieses Jahr die drei Kurzgeschichtenbände von GRRM bekommen, und nun durfte ich mir von ihrem "nicht mehr so wichtig"-Regal einige Schätzchen fischen. Die da wären:


    Stephen King "Basar der bösen Träume"
    Sibylle Berg "Wie halte ich das nur alles aus?", "Der Mann schläft", "Der Tag, als meine Frau einen Mann fand"
    Martin Suter "Lila, lila"
    Heinz Strunk "Fleisch ist mein Gemüse", "Fleckenteufel"
    Helene Hegemann "Jage zwei Tiger"


    :thumbup::thumbup:

    Ich meine mal bei einem Blick in deren ihr Forum (bin da nicht tätig) gehört zu haben, dass Voodoo Press an deutschen Keene-Rechten dran ist, in Kontakt steht. Mal sehen, was daraus wird :)


    in other news: Ich bin in der Mitte von meinem Gifune, und "Finstere Nacht" entfaltet sich zu einem wunderbaren und vielschichtigen Roman, so wie ich es immer wieder gerne von diesem Mann :thumbup:

    Der Teufel von Mailand


    ist ein ungeheuer sprachgewaltiges Buch, das schon mal vorneweg. Suter offenbart sich hier an vielen Stellen als Meister der schnellen und sinnigen Beschreibung, tischt pfiffige Dialoge en masse.. und findet ganz nebenbei noch einen wunderbar einfachen Weg zur Visualisierung von SMS/Handychat-Nachrichten in einem Roman, der sich mal so einige Schriftsteller annehmen sollten, wenn sie solche Schnipsel in ihre Bücher einbauen wollen :thumbup:
    Trotzdem konnte mich der Roman nicht so überzeugen wie mein letztes Suter-Werk "Die Zeit, die Zeit". Und das liegt an der Geschichte, die zwar eine sehr schöne Ausgangslage hat (wenn sich der Einstieg auch nicht unholprig gestaltet..) und auch interessante und gut gezeichnete Hauptcharaktere. Diese bewegen sich gerade im Zwischenteil jedoch in einer sehr schleppenden Handlung, die einfach nicht genug Spannung aufbauen kann und schwach dahindümpelt.. auch wenn's zum Ende hin wieder besser wird..
    Suters Schreibe macht jedoch einiges weg, machen wir mal 7/10 draus :)
    Werde mich schon bald weiteren Suter-Romanen zuwenden, mal gucken, was die so geben..