„Im Auge des Winters“ erweist sich nicht als gelungene Fortsetzung von „Sommer der Nacht“. Der Roman braucht viel Zeit, bis sich die Handlung entfaltet, und verliert sich dabei immer wieder in den Gedanken und Erinnerungen des Protagonisten. Dieses vertraute, eher passive Erzählmuster trägt das Buch nicht annähernd so fesselnd wie die lebendige Kindergruppe in „Sommer der Nacht“. Die Bedrohung bleibt über weite Strecken unbestimmt, und die Auflösung erfüllt die im Aufbau geweckten Erwartungen nicht, da sie zu vage oder zu vertraut wirkt. So legte ich das Buch nach wenigen Seiten gelangweilt und enttäuscht aus der Hand.
Beiträge von Silent.Wolf
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In einem Verlagsvertrag überträgt der Autor dem Verlag bestimmte Rechte, entweder für eine festgelegte Laufzeit oder für die gesamte Dauer des Urheberrechts. Üblicherweise darf der Verlag das Werk in mehreren Auflagen veröffentlichen, ohne für jede einzelne einen neuen Vertrag abschließen zu müssen. Fehlen jedoch im Vertrag klare Angaben zur Anzahl der Auflagen, sieht das Verlagsgesetz engere Grenzen vor: Im Zweifelsfall ist dem Verlag nur die Herstellung einer einzigen Auflage gestattet.
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Es gibt Menschen, die grübeln über die Unendlichkeit des Alls, und Menschen, die grübeln über Verlagskalender. Ich weiß ehrlich nicht, wer mir sympathischer ist.
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Jorge, das ist ja eine echte Überraschung. Ich hatte keine Ahnung, dass dieser großartige Autor sich auch an unheimliche, düstere Geschichten herangewagt hat. Bisher kannte ich nur seine bitterbösen, pessimistischen und wirklich aufrüttelnden Romane, die dankenswerterweise bei Pulp Master ein Zuhause gefunden haben. Umso spannender, jetzt zu entdecken, dass da noch eine ganz andere, gruselige Seite in ihm steckt. Danke für den Hinweis!
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"Katherine Arden Burdine (* 1987), bekannt unter ihrem Pseudonym Katherine Arden, ist eine US-amerikanische Schriftstellerin. Sie ist vor allem für ihre Winternight-Trilogie bekannt, eine Reihe von Fantasy-Romanen, die im mittelalterlichen Russland spielen und Nominierungen für den Hugo- und den Locus Award erhalten haben. Außerdem ist sie die Autorin der Small Spaces-Serie, einer Horrorreihe für Kinder der Mittelstufe. Der erste Band dieser Serie, Small Spaces, gewann 2020 den Vermont Golden Dome Book Award."
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Beherrschung fällt mir eigentlich ziemlich leicht. Schwieriger fällt es mir, gelassen zu bleiben, wenn ausgerechnet Formulierungen auftauchen, die früher einmal über einem KZ-Tor in Metall standen. Aber gut, man lernt ja nie aus, und ich bleibe entspannt, solange das bei Ihnen auch ankommt. Von meiner Seite aus ist die Sache damit erledigt.
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Kleiner Hinweis am Rande: "Jeder, wie er mag" klingt vielleicht etwas freundlicher als "Jedem das Seine" – letzteres hat halt so eine gewisse ... Vorgeschichte.
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Hallo,
meine Kritik ist zwar minimal, aber ehrlich gesagt braucht kein Verlag solche Kommentare. Und wenn sie, wie du selbst schreibst, wirklich so geringfügig ist, hätte man sie an der Stelle vielleicht einfach weglassen können. Du beginnst mit drei Sätzen als Liebeserklärung an den Verlag, um anschließend zwei durchnummerierte Punkte mit ausführlicher Begründung nachzuschieben. Das wirkt doch etwas widersprüchlich zu "meine Kritik ist minimal". Ich glaube, Festa wird weiterhin ruhig schlafen, auch ohne dass jemand ihnen erklärt, wie man Erscheinungstermine kommuniziert oder wie viele Bücher pro Jahr "genug" wären. Aber gut, jedem sein Bedürfnis, seinen Senf dazuzugeben, auch wenn es am Ende doch nur Meckern auf hohem Niveau ist, wie du selbst sagst. Wenn es dir geholfen hat, das alles mal loszuwerden, bitte, nur zu.
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Zum einen hast du sicher recht: Der Anpassungsdruck war real und existenziell. Wer als Schriftsteller 1933 seinen Beruf, sein Einkommen und seinen Zugang zu Verlagen behalten wollte, stand vor der Wahl, sich zu arrangieren oder ins Aus zu gehen – manchmal sogar ins Exil oder Schlimmeres. Und dein Argument mit dem Überleben der eigenen Familie ist ja auch kein abstrakter Gedanke, sondern etwas sehr Konkretes: Wer hätte schon leichtfertig seine Existenz und die seiner Liebsten aufs Spiel gesetzt?
Trotzdem würde ich die reine Überlebens-These nicht ganz so pauschal stehen lassen. Bei vielen dieser plötzlichen Anpassungen zeigt sich bei genauerem Hinsehen oft eine Gemengelage aus verschiedenen Beweggründen: Manche hatten schon vorher konservative, nationalistische oder völkische Neigungen, die einfach keinen politischen Resonanzraum hatten, bis dieser sich 1933 plötzlich auftat. Für andere war die neue Machtkonstellation schlicht eine Chance, sich beruflich neu zu positionieren oder Konkurrenten – oft jüdische oder linke Kollegen – aus dem Feld zu drängen. Bei sehr vielen spielte zweifellos echter Druck und echte Angst die Hauptrolle, so wie du es beschreibst. Wieder andere machten mit, ohne tiefe Überzeugung, einfach aus Bequemlichkeit und mangelndem Mut, sich zu widersetzen.
Zu deinem letzten Punkt, dass sich das "nie ändern" wird: Ich verstehe den Gedanken, und die Geschichte gibt dir in sehr vielen Fällen recht. Aber ich würde da nicht ganz so fatalistisch sein. Es gab ja immer auch diejenigen, die trotz Risiko nicht mitgemacht haben, ins Exil gingen, schwiegen oder sich verweigerten. Sie waren in der Minderheit, keine Frage. Doch ihre Existenz zeigt, dass Anpassung kein Naturgesetz ist, sondern eine Entscheidung unter Druck – eine Entscheidung, die die meisten Menschen zwar in eine bestimmte Richtung lenkt, aber eben nicht alle.
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mammut, das ist ein berechtigter Einwand. Gerade weil die Ideologie der NSDAP bekannt war und die überwiegende Mehrheit der Schriftstellerkollegen die Unterschrift verweigerte, stellte Seidels Entscheidung eine bewusste Minderheitenposition dar und keine erzwungene Anpassung. Dies begründet zumindest eine gewisse historische Verantwortlichkeit, die sich nicht allein durch den frühen Tod aus der Welt schaffen lässt. Gleichzeitig sollte eine differenzierte Bewertung weiterhin berücksichtigen, dass diese eine Unterschrift nicht mit jahrelanger aktiver Systemtreue oder ideologisch belasteten Werken gleichzusetzen ist.
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Erstens endete Seidels literarisches Schaffen bereits 1931, sodass er nach 1931 kein weiteres Werk mehr vollendete. Das Gelöbnis von 1933 ist also kein Ausdruck einer neuen, im Alterswerk sichtbaren ideologischen Ausrichtung, anders als es etwa bei Autoren der Fall sein kann, deren Spätwerk unmittelbar NS-affine Inhalte transportiert. Es handelt sich um eine politische Unterschrift ohne begleitendes literarisches Korrelat.
Zweitens starb Seidel bereits im Dezember 1934, gut ein Jahr nach der Unterzeichnung. Er hat die weitere Entwicklung des Regimes, etwa die Radikalisierung ab 1935 (Nürnberger Gesetze) oder die Kriegsjahre, nicht mehr erlebt und konnte sich entsprechend auch nicht mehr literarisch oder politisch weiter zum Regime positionieren.
Die frühen exotischen Erzählungen und Romane enthalten die für die Zeit typischen kolonialen Deutungsmuster, sind darin aber nicht spezifisch nationalsozialistisch, sondern Ausdruck eines breiteren wilhelminischen und spätkolonialen Zeitgeists, den auch zahlreiche später unbelastete Autoren teilten.
Bei den Werken der 1920er Jahre, die sich zunehmend kritisch mit Kolonialismus auseinandersetzen, entfällt dieses Problem größtenteils, da hier bereits eine Distanzierung vom exotischen Frühwerk stattfindet.
Die Frage einer ideologischen Belastung des Werks selbst durch NS-Nähe stellt sich bei Seidel anders als bei Autoren mit aktiver, mehrjähriger Verbandstätigkeit oder erkennbar NS-affinen Spätwerken: Es fehlt schlicht das Corpus, an dem sich eine solche Belastung nachweisen ließe. Die 1933er Unterschrift bleibt eine biografische Tatsache, die in einem Nachwort benannt werden sollte, ändert aber nichts an der Textsubstanz der publizierten Werke.
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Weil die bisherigen Ausgaben offenkundig nicht ausgereicht haben, um den Text in seiner ganzen Tiefe zu erfassen, liegt er nun endlich in der einzig wahren Fassung vor – kritisch rekonstruiert, das heißt: jemand hat sehr lange auf alte Manuskripte gestarrt und dabei ernst geschaut. Und dank der authentischen Variante können Leserinnen und Leser nun sicher sein, dass sie diesmal wirklich das lesen, was der Autor gemeint hat – im Gegensatz zu den ganzen unechten, inauthentischen Varianten, die sie bisher gekauft haben. Die neue Übersetzung war selbstverständlich unausweichlich, denn die letzte ist sprachlich hoffnungslos veraltet.

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Lovecraft kennt man, natürlich – schließlich gibt es zu ihm viel Merchandise. Cthulhu-Plüschtiere, Buchstützen, Brettspiele, T-Shirts mit Tentakeln und sogar einen eigenen LARP-Ableger sind nur einige Beispiele. Lovecraft ist damit das Einzige, was der deutsche Buchmarkt im Bereich kosmischer Horror wirklich verlangt: eine Marke mit hohem Wiedererkennungswert und Lizenzpotenzial. Das dahinterstehende literarische Ökosystem – Autoren wie Ligotti, Laird Barron, Simon Strantzas und die ganze düstere Nachfolgegeneration – existiert hierzulande als Kategorie schlichtweg nicht. Kein Genre bedeutet kein Regal, kein Regal heißt keine Empfehlung in Buchhandlungen, und keine Empfehlung bedeutet wiederum keinen Leser. So schließt sich der Kreis mit der Präzision eines gut geölten Verdrängungsmechanismus.
Gelegentlich bringt ein Kleinverlag ambitionierte Pläne hervor, verschwindet aber bald wieder in jenem kosmischen Nichts, über das Ligotti selbst so eindrücklich schreibt. Das ist das eigentliche Paradox. Ligottis Pessimismus hat tiefe deutsche Wurzeln: Schopenhauer, Mainländer, der späte Nietzsche und Cioran als rumänisch-französischer Umweg zurück nach Mitteleuropa. Man könnte meinen, ein Land, das Philipp Mainländer hervorgebracht hat – jenen Mann, der "Die Philosophie der Erlösung" schrieb, das Manuskript am Tag der Veröffentlichung in die Druckerei schickte und sich anschließend erhängte, um konsequent zu sein –, sei für antinatalistischen Horrorpessimismus bestens vorbereitet.
Stattdessen behandelt das Feuilleton solche Positionen wie einen schlechten Witz, den man höflich übergeht. In Frankreich funktioniert das anders: Houellebecq darf Zivilisationsekel als Hochliteratur verkaufen, weil die Franzosen in ihrer Intellektuellenkultur eine Tradition des lustvollen Nihilismus pflegen. Der Deutsche hingegen würde seinen Pessimismus am liebsten gebrochen, ironisch gebändigt, mit Erlösungsversprechen am Ende oder zumindest mit einem sorgfältigen Lektorat bei Suhrkamp sehen. Roher, unverstellter Antinatalismus ohne dialektische Auflösung wirkt hierzulande nicht tiefgründig, sondern unhöflich – als hätte jemand beim Abendessen laut ausgesprochen, was alle eigentlich denken.
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Stephen King, Shining. Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 1993
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Ich danke schon mal im Voraus.
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Wenn du deine Andeutung ernst meinst, würde ich mich freuen, den Schuber zu kaufen.
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Den Weird Tales-Schuber würde ich zum ursprünglichen Verkaufspreis kaufen. Allerdings ist das ziemlich unrealistisch, nicht wahr?
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Ich betrachte die Aussage „Dirk Berger ist ein begnadeter Künstler, seine Illustrationen sind einfach nur der Hammer“ etwas anders, weshalb ich diesen Schuber nicht erwerben werde. Schade, da ich mich sehr darauf gefreut hatte, dass einige erstklassike Werke von Richard Matheson wieder veröffentlicht werden.
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Ich verkaufe jedes Buch für je 15 Euro zzgl. Portokosten:
Graham Masterton "Der Ausgestoßene" (Festa Verlag, 2023)
Bentley Little "The Handyman" (Buchheim Verlag)Jeff Strand "Wenn das Blut im Schnee gefriert" (Festa Verlag)