Posts by Hahlebopp

    Ich vermute mal der Thread-Ersteller kennt das Video schon, aber bei "Game Two" gab es erst vor einigen Wochen einen sehr witzigen Bericht über das neueste Computerspiel im Lovecraft-Universum: "The Shore". Ungefähr bei Minute 16:30 geht es los, aber eigentlich ist auch das gesamte Video sehr sehens- und empfehlenswert.


    Ich selbst war wohl vor allem in jüngeren Jahren ständig am daddeln und bin dann sogar auch über Videospiele überhaupt erst auf Lovecraft gestoßen. Also schon ein paar Jahre bevor ich mich auch in Buchform für eher düstere Fantasy interessierte.

    Speziell gespielt hatte ich die beiden folgenden Spiele:

    - Prisoner of Ice (1995)

    - Call of Cthulhu - Dark Corners of the Earth (2005)


    Sind also aus heutiger Sicht schon etwas ältere Spiele und man konnte diese Spiele auch noch nicht wirlich als Horrorspiele bezeichnen, so wie es sie dann ein paar Jahre später gab. Aber zumindest "Call of Cthulhu" würde ich zumindest als Vorreiter für heutige Horrorspiele bezeichnen. Das Spiel bezog seine Spannung vor allem daraus, dass man den vielen Gegnern im Spiel praktisch immer vollkommen unterlegen war. Man hatte nur einen kleinen Revolver - später auch eine Schrotflinte - aber immer nur ein Handvoll Munition. Man konnte sich also nicht mit Mühe und Not gerade so im Spiel verteidigen und oftmals half nur die Flucht. Richtig klasse fand ich dann damals auch, als Teeny, dass die eigene Spielfigur wortwörtlich dem Wahnsinn verfallen konnte. Wenn man irgendwelche "Kreaturen" zu lange anstarrte und/oder nicht schnell genug die Beine in die Hand nahm, wurde die Sicht immer verschwommener, immer dunkler und schlussendlich konnte es sogar passieren, dass die Spielfigur die Schrotflinte dann gegen sich selbst richtete und - BUMM - abdrückte! 8o

    Als Teeny fand man/ich das natürlich alles voll "cool". Und das ist dann letztlich wohl auch, was diese Faszination an düsteren, ernsten Themen generell für mich ausmachte. Quietschbunte, harmlos-spaßige Sachen kannte man zu genüge. Aber es gab (damals) nur sehr wenige Spiele, in denen auch ernste, erwachsene Themen vorkamen - Mord und Totschlag - spritzendes Blut, rollende Köpfe - und nich irgend so'n Klickibunti-Pokemon-Quatsch. :thumbsup:

    Aber ich muss dazu auch sagen, dass ich durch diese Spiele jetzt nicht unbedingt, plötzlich Lovecraft-Fan geworden war. Es war mehr so, dass ich dadurch halt mit dem Namen etwas anfangen konnte und dass ich wusste, seine Bücher bzw. Geschichten sind recht beliebt. Und irgendwann hab ich dann auch mal aus Neugier günstig eine Suhrkamp-Ausgabe in der Bucht erworben.


    Heutzutage, inzwischen gibt es "richtige" Horrorspiele. Also Spiele die diesen Namen auch wirklich verdienen.

    Aber auch hier - jetzt anders herum betrachtet - muss ich sagen, dass es da für mich gar nicht unbedingt einen Lovecraft'schen Horror benötigt. Dass klappt auch in beliebig anderer Horror-Form sehr gut. Wer mal einen "richtig geilen Horrortrip" erleben möchte, dem kann ich z.B. nur das Spiel "Alien Isolation" empfehlen. Wohl die Referenz schlechthin in diesem Bereich.

    Um es mal kurz auf den Punkt zu bringen, was hier die Faszination ausmacht: Man liest nicht nur wie Ripley vor dem Alien davonläuft, oder man sieht sie (auf dem TV-Bildschirm) von links nach rechts rennen - man "ist" Ripley und muss "selbst" um sein Leben laufen! Das ist einfach eine ganz andere Immersion.


    Hier dann aber auch mal ein wohl recht gutes Beispiel für typischen Lovecraft'schen Horror, in einem Computerspiel, beim Spiel "Amnesia" - wobei auch dieses Spiel inzwischen schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. (Im Computerspielbereich machen schon wenige Jahre halt oft noch ganze Welten aus. Das Medium ist halt noch vergleichsweise jung.)

    Solche Spiele muss man allerdings auch "richtig" spielen: Bei später Nacht, idealerweise allein im finsteren Kämmerlein und am besten auch mit einen (Surround-) Headset ... Wenn einem dann so schön mittendrin plötzlich die Freundin auf die Schulter tippt - dann läuft die Pumpe aber erst mal. ;)

    Ich würde mich über eine deutsche Veröffentlichung von "Gun Monkeys" und "Shotgun Opera" von Victor Gischler freuen. Habe bisher nur "Die Go-Go-Girls der Apokalypse" von ihm gelesen (und mehr ist wohl bisher auch noch gar nicht auf deutsch vom ihm erschienen), aber das war wohl so mit einer der unterhaltsamsten Romane überhaupt, die ich in den letzten Jahren gelesen habe.

    Ich glaube der Autor würde auch sehr gut reinpassen bei Festa.

    Danke Hahlebopp für deine Einschätzung, wird berücksichtigt bei der Wahl meines zukünftigen zweiten Eschbach-Romans!

    Och najo, ich hab ja, wie geschrieben, erst zwei Bücher von Andreas Eschbach gelesen. Da bin ich dann wahrscheinlich doch eher der Falsche, um Empfehlungen geben zu können.

    Aber mein Tipp wäre, zumindest mal zu schauen, welche Bücher von Andreas Eschbach es über den großen Teich geschafft haben, also in die USA. Für einen nicht-amerikanischen Schriftsteller ist es ja wirklich schon eine besondere Auszeichnung, wenn man es auch zu einer Veröffentlichung auf dem US-Markt bringt, und vor allem natürlich, wenn diese dann auch noch gekauft und gelesen wird.

    "Eines Menschen Flügel" hab ich auch noch auf meiner Liste zu stehen, man liest ja doch recht viel Gutes über das Buch. Aber ist noch gar nicht so lange her, dass ich von Andreas Eschbach "Herr aller Dinge" gelesen habe und da war ich am Ende dann doch ziemlich enttäuscht. Daher ist "Eines Menschen Flügel" doch erst mal weiter nach hinten gerutscht, auf meiner sehr, sehr langen Wunschliste.

    Die Geschichte in "Herr aller Dinge" wirkte irgendwie nicht so richtig rund, ganz schön ziellos und verzettelte sich oft in Nebensächlichkeiten, welche dann ellenlang über dutzende Seiten ausgeführt wurden. Die wirklich guten und interessanten Ideen hingegen bekamen dann aber oftmals, lediglich kaum drei Sätze spendiert.

    Mit den Protagonisten wurde ich auch nicht so richtig warm und die Antagonisten wirkten sogar richtig aufgesetzt. Als hätte man sie nachträglich noch zur Geschichte hinzugefügt, damit es am Ende doch nochmal ein wenig spannend wird.

    Also kein wirklich schlechtes Buch, auch der Schreibstil hat mir recht gut gefallen und z.B. den ersten Abschnitt fand ich sogar noch richtig stark. (Ein kleiner Junge aus ärmlichen Verhältnissen - in einem Japan vor 40 oder 50 Jahren - freundet sich mit der gleichaltrigen Tochter des nahe residierenden, französischen Botschafters an. Also einem Mädchen aus völlig anderen, für ihn praktisch unerreichbaren Verhältnissen. Eine schöne, nostalgische Kindheitserinnerung mit einem Schuss Phantastik angereichert.)

    In Summe würde ich sagen, das Buch ist guter Durchschnitt. Allerdings erwarte ich von so einem dicken Wälzer dann doch ein wenig mehr...


    Um einiges besser gefiel mir allerdings "Ein König für Deutschland". Das war vor ein paar Jahren noch mein erster Eschbach. Sehr empfehlenswert, meiner Meinung nach. Wobei man für das Buch aber wohl auch ein wenig Interesse am tagespolitischen Geschehen mitbringen sollte.

    Also ich weiss auf jeden Fall, dass Eschbach es auch besser kann, als in "Herr aller Dinge".

    Allerdings habe ich - mitunter wohl auch der Grund, warum ich hier antworte - zufälligerweise heute erst "Die Haarteppichknüpfer" geordert. Wenn man nach den vielen sehr, sehr guten Rezensionen geht, scheint das Buch ja ein kleines Meisterwerk zu sein. Hatte das Buch schon ziemlich lange im Blick und heute hab ich dann endlich mal zugegriffen.

    Sind auch nur schlappe 300 Seiten. Mal sehn ob ich danach dann wieder etwas mehr Lust habe, auf diesen neuesten, richtig dicken Brocken von Herrn Eschbach. :)

    Quote from Procyon

    Mannigfach sind Trübsal und Not. Unglück und Gram sind vielgestaltig auf Erden.

    Oh, das ist ebenfalls eine sehr schöne Übersetzung. Ich würde sagen, diese steht der Variante von Barbara Cramer-Neuhaus und Erika Gröger in nichts nach. Weniger poetisch, aber auf ihre ganz eigene, erzählerische Art trotzdem sehr schön zu lesen.

    ... Da möcht man ja am liebsten beide Varianten lesen ... :S


    Puh! Also ich tendiere dann mal, ganz subjektiv ... zur Insel-Variante. Aber wirklich nur mit einem hauchdünnen Vorsprung.

    Also wie wäre es denn mit dieser dreibändigen Version vom Anaconda Verlag, Hahlebopp ?

    Ich kann da eigentlich nicht meckern und als Hardcover sind die drei Bände auch mit 14,95 Euro noch recht günstig.

    Die drei Bände habe ich jedenfalls und bin damit auch eigentlich sehr zufrieden.

    Mh, eine Neuausgabe einer Übersetzung von Theodor Etzel, von 1922...

    Wäre natürlich klasse, wenn du hier mal zum Vergleich zitieren könntest, wie Etzel den ersten Satz von Berenice seinerzeit übersetzt hat.

    Danke für eure Rückmeldungen.

    Ich hab dann heute auch mal selbst noch ein wenig gestöbert. Hier an dieser Stelle hab ich dann auch mal zumindest ein kleines Beispiel mit einem Vergleich zwischen verschiedenen Übersetzungen gefunden:

    http://www.alliteratus.com/pdf/klass_poe.baudelaire.pdf

    Am besten gefällt mir dort tatsächlich die Variante von Barbara Cramer-Neuhaus und Erika Gröger, was dann wohl in aktuellster Form diese Ausgabe hier wäre - ebenfalls herausgegeben von Günter Gentsch:

    https://literaturkritik.de/id/12292


    Hab dann noch ein paar Rezensionen dazu gelesen und so richtig perfekt ist diese Veröffentlichung wohl auch nicht:

    - nicht in gebundener Form erhältlich

    - an wenigen Stellen gibt es wohl französische und lateinische Textpassagen, allerdings ohne Übersetzung

    - "Der Rabe" ist nicht enthalten


    Tja, die Qual der Wahl ... was nehm ich?

    Aktuell tendiere ich ja tatsächlich dazu, mir beide Veröffentlichungen aus dem Insel-Verlag zuzulegen, also die alte, dreibändige und die neue, vierbändige Veröffentlichung ... :rolleyes:

    Naja, mal noch ein, zwei Tage abwarten, ob hier vielleicht noch andere Meinungen kommen.

    Ja, die Übersetzung von Arno Schmidt und Hans Wollschläger habe ich hier ganz bewusst aussen vor gelassen, denn wer einen Text mit "&" statt "und" sowie "1" statt "eins" komplett unlesbar macht, zusätzlich noch den Eigennamen "Usher" mit "Ascher" übersetzt, der hat bei mir einfach komplett verloren, da kann die Übersetzung an sich noch so gut sein.

    Darum verstaubt meine Ausgabe auch im Regal. Habe zwei, drei Kurzgeschichen gelesen und dann das Buch entnervt weggestellt.

    Na dann hab ich ja nochmal Glück gehabt. Nur aufgrund des hohen Preises hatte ich bisher noch nicht bei dieser vierbändigen Gesamtausgabe zugegriffen. Also, gleich mal von der Liste gestrichen ...

    Bleibt natürlich die Frage: Welche Fassung(en) würdet ihr denn nun empfehlen? Gibt es überhaupt eine umfassende, gelungene Gesamtausgabe? Und hat auch schon Jemand mal in die Neu-Übersetzungen von Andreas Nohl reingeschaut?

    Eine hochwertige Neu-Veröffentlichung sämtlicher Kane-Geschichten von Karl-Edward Wagner ... das wär doch mal was ... Golkonda hat ja vor wenigen Jahren bereits "Der Blutstein", "Kreuzzug des Bösen" und "Herrin der Schatten" veröffentlicht, aber ohne die genialen Kurzgeschichten zu Kane reizen mich diese Veröffentlichungen ja mal so gar nicht ...

    Idealerweise würde ich mir praktisch genau den gleichen Inhalt wünschen (und in der gleichen Reihenfolge), den die damalige zweibändige Bastei-Lübbe-Fassung bot. Das waren ja damals leider "nur" sehr dicke Taschenbücher und dementsprechend sind diese heute praktisch nur noch in einem furchtbar schlechtem, x-mal gelesenem, Zustand erhältlich.