Posts by Perrish

    Was haltet ihr denn vom diesem Lied von Danger Dan?



    Was den Inhalt angeht befinde ich mich ein bisschen im Konflikt mit mir selbst, musikalisch und rhetorisch finde ich es zu meiner Überraschung ausgesprochen gut. Hatte zuvor noch keine Berührungspunkte mit dem Künstler. Die Klaviermusik ist wunderbar eingänglich, es gibt noch ein weiteres Video mit Igor Levit, falls den Pianisten jemand kennt.

    Was den Inhalt angeht finde ich es gut, dass es klar gegen rechts positioniert ist. Der Aufruf zur Militanz ist folgerichtig, allerdings bin ich grundsätzlich kein Befürworter von Gewalt.


    Da man drüber diskutieren kann und es sehr angenehm zu hören ist muss es wohl ein künstlerisch wertvoller Beitrag sein.

    Vermutlich braucht man speziell geschultes Personal. Bei meinem Zahnarzt werden auch chirurgische Eingriffe durchgeführt von externen Fachärzten, was ganz "angenehm" ist, weil Umgebung und die meisten Gesichter bekannt sind. Zahnklinik ist noch unpersönlicher. Es gibt aber auch Alternativen zur Narkose, Lachgsas zum Beispiel. Was vielleicht sogar besser wäre, wenn grundsätzlich keine Panik vor der Behandlung besteht. Kosten trägt die Kasse aber auch nicht, glaube ich zumindest.

    Bin auch ein Narkose Fan, aber die schießen dich nicht auf Wunsch weg glaube ich. Und ganz ohne Risiko ist eine Narkose auch nicht. Zähne ziehen ist ja nochmal eine andere Kategorie als Kronen, selber bezahlen müsste man das vermutlich auch wenn sie es machen. Grundsätzlich kann ich die Überlegung vollkommen nachvollziehen, hatte das mit meinem Zahnarzt auch schon mal besprochen. Letztlich ging es dann ohne aber fragen kann man auf jeden Fall.

    Habe eben Später von King beendet. Bei diesem Autor bin ich ziemlich befangen aber ich denke, dass er hier auch objektiv passable kurzweilige Unterhaltung bietet. Viel falsch macht man nicht, wenn man dem Phantastischen zugetan ist und den kurzen Roman liest.

    Für den King-Fan bietet das Werk noch einen Mehrwert, eine wunderbare Ergänzung seines Universums und eine Hommage an seinen großen Roman, in welchem er schon früher Kinder mit dem Bösen konfrontierte. Als ich vom "Ritual von Chüd" las war das ein schönes Erlebnis, welches Erinnerungen weckte.


    Jetzt werde ich mit der Novelle Hoch Oben von Joe Hill weitermachen.

    Stand by me gehört für mich sogar zu den besten Filmen aller Zeiten und übertrifft die Vorlage, sage ich als Verehrer Kings. Seine neueren Bücher gefallen mir in letzter Zeit wieder ziemlich gut, Der Outsider oder Das Institut haben mich prima unterhalten und Holly Gibney ist eine spannende neue Figur.


    Ob jemals etwas an seine alten Werke herankommt bezweifle ich, weil ich mich verändert habe. Als ich zum ersten Mal ES gelesen habe war ich im selben Alter wie die Mitglieder des Clubs der Verlierer, dieses Erlebnis kann man kein zweites Mal haben. Bei Stand by me, bzw The Body verhält es sich für mich sehr ähnlich. King hat eine weitere fantastische Geschichte über das erwachsen werden geschrieben und Rob Reiner hat sie perfekt umgesetzt, das zu sehen oder zu lesen während man selbst erwachsen wird ist prägend. Ich befürchte das erlebt man in der Art nicht mehr.


    Trotzdem lese ich seine Bücher sehr gern und ich mag es wenn er weit ausholt und sich Zeit für die Entwicklung seiner Geschichte und seiner Charaktere lässt, weil er einfach toll erzählen kann. Mittlerweile begleitet er mich seit 30 Jahren und hoffentlich noch eine ganze Weile. Ich wünsche mir immer noch eine deutsche signierte Sammlerausgabe auch wenn das wohl ein Traum bleiben wird. Heyne scheint keine Ambitionen zu haben aber vielleicht gelingt Frank Festa nochmal die Sensation 😉

    Perrish ,

    sicherlich hast du den Satz schon einmal gehört, das der Mensch selbst der größre Feind des Menschen ist.

    Homo homini lupus est, bzw eigentlich lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit *klugscheißmodus*

    Allerdings war ich der Meinung viele Gesellschaften befinden sich auf dem Weg toleranter und liberaler zu werden, auch die Türkei.

    Mit seinen kognitiven Fähigkeiten und Empathie ist der Mensch zu einzigartigen Dingen imstande, deswegen finde ich es ganz gut nicht mehr auf einem Baum zu hocken. Gerade deswegen verstehe ich aber auch manche Entwicklungen nicht. Die Zunahme rechtsextremer Tendenzen in unserem Land trotz unserer Geschichte. Kreationismus in den USA, was dazu geführt hat, dass Kindern in Schulen(!) die wörtliche Auslegung der Bibel beigebracht und die Evolution geleugnet wird. Man ignoriert Fakten und ein Expräsident erhebt die Lüge zum poltischen Regierungsstil. Extremisten an der Spitze von Staaten, die eine Kehrtwende auf dem Weg der Öffnung und Toleranz zurück zum Nationalismus machen. Es wird einem immer bewusster wie fragil ein friedliches Miteinander der Menschen ist obwohl es doch im Interesse eines jeden sein sollte. Dass eine Konvention gegen Gewalt an Frauen geben muss ist schon ziemlich traurig aber was setzt man für ein Zeichen in der Öffentlichkeit wenn man daraus austritt? Einfach nur entsetzlich.

    Guten Morgen!


    Der Mensch ist schon sehr merkwürdig. Wir haben einen wunderbaren Planeten, auf dem alle zufrieden leben könnten. Stattdessen leiden unzählige Minderheiten (eigentlich stimmt Minderheit nicht, es sind eher "gemäßigte Bevölkerungsgruppen") unter Intoleranz und mangelnder Solidarität. Das war zwar immer so, gefühlt wird es aber statt besser mittlerweile wieder schlimmer.

    Folgende Schlagzeile bringt mich dazu den Beitrag zu schreiben: Türkei tritt aus Istanbul-Konvention gegen Gewalt an Frauen aus.

    Ich kenne die Hintergründe nicht aber der Ansatz einer Begründung:

    Quote

    Teile von Erdoğans Partei AKP beklagten, die Konvention untergrabe traditionelle Familienwerte in der Türkei

    spricht sehr für traditionelle Familienwerte. Hin und wieder die Frau verprügeln gehört vielleicht zum guten Ton 😒


    Ein Beispiel von unzähligen, die mich denken lassen, dass die gesellschaftliche, geistige, moralische Entwicklung in manchen Bereichen mittlerweile rückläufig ist. Auch hierzulande - nicht, dass das fälschlicherweise missverstanden wird.


    Euch allen einen schönen Frühlingsanfang!

    [...]Und hier sehe ich das Problem, dass die zählweise bei den Toten sowieso mehr nach oben geschummelt wurde, also durchaus niedriger ausfällt. [...] Die Letalität liegt also vermutlich weit unter 1%, was man nicht beweisen kann, da es keine realen Zahlen gibt. So eine Krux aber auch :)schreibt das Verhältnis der Todesfälle zur Anzahl aller Erkrankten und schließt auch nicht e

    Warum sollte es keine "realen Zahlen" geben? Die Letalität liegt in Deutschland gesamt bei 1,14%. Das ist ein wissenschaftlicher Wert, basierend auf diversen Studien und Metaanalysen. Die Wissenschaft hat nicht das geringste Interesse den Wert in irgendeine Richtung zu verfälschen.

    Quote

    Die Letalität beschreibt das Verhältnis der Todesfälle zur Anzahl aller Erkrankten und schließt auch nicht gemeldete und asymptomatische Infektionen ein

    Dagegen ist dein erster von mir zitierter Satz reine Spekulation deinerseits.


    Dazu kommt der Zusammenbruch des Gesundheitssystems bei unkontrolliertem Infektionsgeschehen, viele kritische Fälle könnten nicht behandelt werden, was vermutlich keinen positiven Effekt auf die Letalität hätte.


    Der Wert kann sich verändern und ist unterschiedlich für jedes Land, trotzdem sind 1,14% ein wissenschaftlich verifizierter Wert. Andere Studien und Metaanalysen kommen zu geringfügig anderen Werten. Das ist aber mit sämtlichen Belegen unter dem Link nachzulesen.

    Ich finde es schade, dass es weltweit kein Land gibt, dass keinerlei Einschränkungen und Maßnahmen zur Vorbeugung der Verbreitung des Virus vorgenommen hat. Dann hätte man mal vielleicht einen halbwegs echten Vergleich was die Maßnahmen tatsächlich bringen und wie fatal das Virus ist.

    Das ist eigentlich nur Mathematik und lässt sich darum ganz gut prognostizieren. Ohne Maßnahmen würde sich das Virus verbreiten bis zum Erreichen der Herdenimmunität. Die exponentielle Infektionskurve kennt man und die Zahlen würden in kürzester Zeit weiter steigen. Aufgrund der Mutationen, welche ansteckender sind, geht man davon aus, dass sich etwa 80% der Bevölkerung anstecken müssten. Wären in Deutschland ca 66,4 Millionen Menschen. Die Letalität liegt bei 1,14%, also sterben ungefähr 750.000 Menschen.

    Da unserer Gesundheitssystem völlig zusammenbrechen würde wären es vermutlich deutlich mehr als der theoretische Wert.


    Man nimmt die Bedrohung durch das Virus weniger stark wahr, weil die Maßnahmen wirken und fragt sich dann, ob die Maßnahmen nicht total übertrieben sind, weil die Pandemie wohl doch nicht so gefährlich ist. Präventionsparadoxon nennt sich das.


    Und Deutschland könnte sich da sich mal ne Scheibe von abschneiden. Ganz Israel ist praktisch fast schon durchgeimpft. Und unsere Politiker rennen wie ein Hühnerhaufen umher. Deutschland ist mittlerweile auf dem letzten Platz in Europa, was dass impfen betrifft.

    Es stimmt, dass es Probleme bei der Impfstrategie in Deutschland gibt. Teilweise wurden Lieferzusagen durch die Pharmakonzerne nicht eingehalten. Außerdem hat man sich von Anfang an für eine europäische Lösung eingesetzt, der Plan war nicht so schlecht und Solidarität ist mir grundsätzlich sympathisch.

    Israel hat deutlich mehr für den Impfstoff gezahlt und stellt Patientendaten zur Verfügung, da sie ein "digitales Gesundheitswesen" haben. Legitim aber hierzulande vermutlich problematisch. Außerdem hat Israel etwa 9 Millionen Einwohner. In Deutschland wurden knapp 9 Millionen Dosen verimpft. Es ist gewiß nicht gelaufen wie geplant, aber es ist auch nicht komplett hoffnungslos.

    Also berechtigte Kritik aber Hühnerhaufen finde ich übertrieben.

    Vergleiche mit anderen Ländern ziehen bei mir nicht. Ich lebe nun mal hier und es hat sich verschlechtert, da darf ich dann auch maulen. Nur weil es immer noch besser als woanders ist, muss ich es nicht stillschweigend hinnehmen und akzeptieren. Mit dieser Argumentationsgrundlage kannst du alle Entscheidungen verharmlosen.

    Es ging mir nicht darum etwas zu verharmlosen, allerdings fehlt bei einigen (das ist nicht auf dich bezogen!!) mittlerweile das Verständnis für grundlegende Begriffe. Das kann man an Vergleichen unterschiedlicher Systeme ganz gut zeigen finde ich.

    Wenn Demonstranten hierzulande auf offiziell genehmigten Demonstrationen "Coronadiktatur" skandieren ist das einfach absurd paradox. Wie man das übersehen kann ist mir unbegreiflich.


    China hat die Pandemie offiziell (und vermutlich auch tatsächlich) im Griff und begegnet neuerlichen Ausbrüchen umgehend mit drastischen Maßnahmen. Weil es in dem System möglich ist, ein Vorteil für die Bürger. So lange man auf Kurs ist (ohne das zu bewerten) lässt sich da wahrscheinlich ganz gut leben. Man sollte nur keine konträre Meinung haben oder gar in der Öffentlichkeit vertreten. Wer in einer Diktatur gegen die Diktatur demonstriert bekommt die Macht dieser Diktatur sehr wahrscheinlich nachdrücklich demonstriert. Persönlichkeitsrechte und Freiheit haben dort einen anderen Stellenwert.


    Wir sind eine Demokratie und jede Meinung findet Gehör. Ich denke manchmal, dass ich das so umfangreich nicht brauche, aber wo will man anfangen einzuschränken? Dadurch wird es viel schwieriger der Pandemie zu begegnen. Meiner persönlichen Meinung nach brauchen wir umgehend eine Verschärfung der Maßnahmen, um die Auswirkungen der dritten Welle noch zu begrenzen. In China wäre das schon lange passiert. Trotzdem waren gestern Bürger unterwegs, die gegen die Maßnahmen protestiert haben. Neben diversen rechtsextremen Subjekten gab es dort sicherlich auch Leute mit begründeten Anliegen.


    In einer Demokratie zählt glücklicherweise jeder. Allerdings macht das eine Entscheidungsfindung sehr schwierig und häufig umständlich. Das sollte man in Erinnerung haben, wenn es nicht so läuft, wie man es selbst wünscht. Mir fällt das manchmal schwer.

    Kritik ist immer erlaubt, solange sie sachlich bleibt. Leider ist das immer häufiger nicht der Fall. Die Anfeindungen gegen Karl Lauterbach waren eines von vielen Beispielen. Was immer man von ihm hält waren seine Einschätzungen in der Krise fast immer zutreffend und sachlich. Eigentlich Kompetenz, die man sich in einer solchen Situation wünscht. Dafür auf's übelste beleidigt und bedroht zu werden ist erschreckend. In China gibt es sowas nicht...


    Noch viel krasser waren Trump und der Sturm auf das Kapitol in seinem Namen. Wenn sich solche Vorkommnisse häufen könnte das irgendwann zum Gedanken führen, dass der chinesische Weg womöglich der bessere ist. Sachlichkeit und Respekt könnten dem vorbeugen.

    Dass die Zahlen jetzt in die Höhe schießen werden, wenn hoffentlich auch nur kurzfristig, ist den Testoffensiven geschuldet. Jetzt wird eben die Dunkelziffer angegangen.

    Ich befürchte, Crimson hat hier die wissenschaftlichen Prognosen auf seiner Seite und es liegt nicht nur an zusätzlichen Test Kapazitäten, sondern in erster Linie daran, dass sich die Mutationen durchsetzen. In der Prognose sind übrigens noch keine Lockerungen berücksichtigt. Eigentlich müssten die Maßnahmen deutlich verschärft werden. Alles hängt mittelfristig am Impfstoff.

    Perrish

    ich hoffe doch sehr, dass du auch meine Beiträge nicht als angriffe siehst.

    [...]nur kotzt mich eben dieses "wir sind alle ach so Solidarisch" gerede von Politikern an.

    Die können das gut sagen, die haben ihr Geld sicher und bekommen im Fall der Fälle auch ne Top Behandlung[...]

    Darauf wäre ich garnicht gekommen, ich konnte nicht den Ansatz eines Angriffs feststellen. Nur verständliche Frustation, zu der eine außergewöhnliche pandemische Situation beiträgt.

    Hatte das hervorgehoben, weil ich mich explizit auf den Beitrag eines anderen Users bezogen und ihm zum Teil widersprochen hatte. Es ist wichtig trotz unterschiedlicher Meinungen anständig miteinander umzugehen.


    Zum Thema Solidarität - viele sind solidarisch und fügen sich den Weisungen und es ist meiner Meinung nach fast die Pflicht eines Politikers das zu betonen. Ich verstehe es eher als Aufmunterung der Bürger noch weiter durchzuhalten. Die Politiker selbst sind davon auch betroffen.

    Eigentlich ist es sogar besser als immer diejenigen in den Mittelpunkt zu stellen, die aus Prinzip dagegen sind. Diese Verquerdenker erhalten sowieso zu viel Aufmerksamkeit. Wenn 700 davon mit fragwürdigen Parolen ohne Schutzmaßnahmen irgendwo rumschreien gibt es dazu eine Nachrichtenmeldung, während sich 70.000.000 einfach still und unbemerkt korrekt verhalten (Die Zahlen sind Mutmaßungen).


    Und zum Thema Politiker und Geld habe ich eine spezielle Meinung: Eigentlich verdienen engagierte und kompetente Politiker zu wenig, zumindest im Vergleich. Wobei in meinen Augen eher die anderen zu viel verdienen. Mit der Ansicht ist man dann aber schon ziemlich nah an kommunistischem Gedankengut.

    Hier ein aktuelles Beispiel für Maßlosigkeit in der Wirtschaft, darüber kann ich mich aufregen. Banken arbeiten nur für sich selbst und kümmern sich kein bisschen um das Gemeinwohl. Da lässt sich Geld verdienen, über die halbe Million, die Merkel im Jahr erhält können viele Top Manager nur müde lächeln. Dazu kommen die ständige Öffentlichkeit und die damit verbundenen Anfeindungen gegen Politiker. Die könnten fast alle gemütlich irgendwo in einem Aufsichtsrat sitzen und mehr Geld verdienen. Mit weniger Verantwortung. Vor allem Merkel hat mich persönlich in der Krise nochmal überzeugt, da wir eine Demokratie sind konnte sie sich aber nicht immer durchsetzen.

    Um mal ganz von Thema wegzukommen wird es noch wilder wenn es um Fußball geht. Messi mit seinen 555 Millionen Euro ist die Spitze des Eisbergs, Vereine die für internationale Partien kreuz und quer durch Europa fliegen während Hobbykicker nicht auf die Plätze dürfen und die dann noch die Dreistigkeit haben sich bei der Politik zu beschweren... Solidarisch ist das nicht, das ist Geschäft.

    Jedenfalls könnten die meisten Spitzenpolitiker wesentlich leichter wesentlich mehr Geld in der Wirtschaft verdienen (oder im Fußball ;), was Politik finanziell nicht so extrem attraktiv macht. Daher würde ich den meisten Politikern persönliche Überzeugungen als Beweggrund für die Karriere abnehmen. Würde man Wirtschaft und Politik rigoros trennen - was angebracht wäre - müsste man den Politikern mehr zahlen.

    efbomber


    Ich gehe mal etwas stichpunktartig auf deine Ausführungen ein.


    1.) Es ging mir nicht um die Selbsteinschätzung der Politiker, sondern um kritische Berichterstattung, die ich im TV und im Internet ständig sehe und die ähnliche Fragen stellt wie du, allerdings lassen sie die unbegründeten Verunglimpfungen weg, was ich gut finde.


    2.) Die Spaltung der Gesellschaft daran festzumachen, dass du auf die bewusste Missachtung einer Vorschrift hingewiesen wirst ist für mich nicht so recht nachvollziehbar. Wenn du dich damit unwohl fühlst, wie wäre es in einem "konsequenten" Land, in dem du einfach gezwungen wirst die korrekte Maske zu tragen? Ich denke in China würden sich Diskussionen über so ein Thema in Grenzen halten.


    3.) Auch Politiker sollen und dürfen Meinungen haben. Mit Sicherheit bin ich kein Fan von Esken aber grundsätzlich begrüße ich Demos gegen Rassismus und bin irritiert von den Demos gegen die Corona Maßnahmen. Erinnere mich noch an Sophie Scholl und Anne Frank Vergleiche, die ekelerregend in ihrer Verachtung und Unwissenheit waren.


    4.) Man kann keine Strategie für ein kaum bekanntes Problem festlegen, welches mutiert. Die Mutationen sind der Grund, warum der Inzidenzwert und der r-Wert angepasst werden mussten, weil die Mutationen einfach aggressiver sind. Dass davon jetzt abgewichen wurde ist meiner Meinung nach ein großer Fehler. Die aktuellen Zahlen zeigen eigentlich, dass Lockerungen nicht angebracht sind. Deren Auswirkungen werden sich später niederschlagen.

    Trotzdem ist das Dilemma ja nicht zu übersehen - Wirtschaft vs. Gesundheit. Darum ging es von Anfang an und dieser Balanceakt sorgt für Maßnahmen, die mal in die eine und mal in die andere Richtung ausschlagen. Es gibt hier Beiträge, die gleichzeitig den Lockdown und die wirtschaftlichen Folgen und den mangelnden Schutz vor dem Virus kritisieren. Beides geht einfach nicht. Wenn man dann noch Impfgegner ist befindet man sich in einer endlosen Spirale. Die Politik dafür anzuprangern ist am einfachsten, ich möchte die Verantwortung aktuell nicht tragen.


    5.) Eine Strategie, die durchgesetzt wird ohne auf die realen Auswirkungen zu reagieren ist keine gute Strategie. Wissenschaft bedeutet sich ständig in Frage zu stellen und neue Erkenntnisse und Entwicklungen einzubeziehen.


    6.) Stoffmasken schützen nach wie vor, allerdings nicht so wirkungsvoll wie medizinische Masken. Zudem schützen hochwertige medizinische Masken auch den Träger und nicht nur das Gegenüber. Zu Beginn der Pandemie gab es Lieferschwierigkeiten, heute sind Masken recht problemlos verfügbar.


    7.) Verweilverbote, nächtliche Ausgangssperren waren Reaktionen auf die Verantwortungslosigkeit einzelner Bürger, die sich unsolidarisch Verhalten haben. Natürlich geschah das zum Wohl der restlichen Bevölkerung.


    8.) Der Radius von 15km kam direkt nachdem sich chaotische Zustände in Wintersportgebieten abgespielt hatten. Ob ein Radfahrer 20km von seiner Basis entfernt ist juckt wohl nur die wenigsten. An einem Kfz im Wintersportgebiet kann aufgrund des Kennzeichens aber sehr schnell festgestellt werden, ob es aus der Nähe kommt.


    9.) Ein Nachtrag zu den Friseuren. Vordergründig nicht direkt ersichtlich sind sie auch Teil eines hygienischen Konzepts. Was mir erst durch einen Bericht im TV klar wurde. Es gibt ältere Menschen, die sich selbst die Haare nicht waschen können. Da geht es für einige um essentielle Dinge und nicht um die neue Frisur.


    Ich will dir deine kritische Meinung nicht nehmen, ich will nur zeigen, dass es meiner Meinung nach für alle Entscheidungen Argumente gab, deswegen gibt es dieses teils widersprüchliche hin und her. Jeder gewichtet Argumente anders, daher wird es immer Kontroversen geben und in einer Demokratie gibt es Möglichkeiten Entscheidungen begründet anzufechten.

    Die Wirtschaft nimmt massiven Schaden, während Menschen unter der Pandemie leiden. Wenn letzteres keine Relevanz hat ist die Entscheidung natürlich leicht, für manche Familien hingegen ist vielleicht schon ein einziges Mitglied relevant, welches einsam elendig erstickt.

    Mir machen Respektlosigkeit, fehlende Solidarität und Toleranz in der Gesellschaft mehr Sorgen als die politische Führung. Trotz einer endlosen Zahl an Beispielen für Missstände war Deutschland vor der Pandemie ganz gut aufgestellt und ich bin weiter froh hier im Wohlstand leben zu dürfen.

    Vielen Dank, dass du trotz unterschiedlicher Meinung auf persönliche Angriffe verzichtet hast, das weiß ich sehr zu schätzen!

    Ich bin jedenfalls nicht grundsätzlich unzufrieden, wie die Regierung mit der Krise umgeht. Natürlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten und es passieren Fehler, aber man sollte eine halbwegs differenzierte Sichtweise versuchen. Mit diesen pauschalen "alles scheiße" Beiträgen kann ich nichts anfangen. Natürlich gibt es viele Beispiele für Misstände oder Versagen der Politik und die nimmt man wahr, weil in den Medien darüber berichtet wird. Wenn etwas einfach funktioniert ist das meistens keinen Bericht wert.


    Beispielsweise finde ich es gut, dass eine europäische Lösung für die Impfstoffbeschaffung verfolgt wurde, statt deutschen Impfstoff exklusiv für Deutsche zu verwenden. Dass diese Strategie das Vakzin gerecht aufzuteilen kritisiert wird sagt für mich mehr über den Kritiker als über die Strategie aus.

    Wäre die Naturwissenschaftlerin Merkel eine Diktatorin wäre die zweite Welle erheblich glimpflicher ausgefallen, aber sie ist nunmal "nur" Kanzlerin und Teil einer demokratischen Regierung. Demokratie bedeutet auch Diskurs und Kompromisse und ich kann den weitaus größten Teil der Kompromisse während der Pandemie nachvollziehen, was nicht heißt, dass ich die Entscheidungen alle unterstütze aber ich sehe die Argumente dahinter.


    In Deutschland beschwert man sich immer noch auf ziemlich hohem Niveau, mir fallen wenig Länder ein in denen ich mich aktuell viel wohler fühlen würde aber ganz viele in denen ich jetzt weniger gern wäre.

    Crimson

    Mir gehen ganz ähnliche Gedanken durch den Kopf. Vor allem wo es absehbar ist, dass die Impfkampagne ins Rollen kommt. Es wäre vermutlich noch etwa ein Vierteljahr mit Einschränkungen gewesen bis genug Bürger ein Impfangebot bekommen hätten. Jetzt scheint eine dritte Welle garnicht so unwahrscheinlich.

    Natürlich stehen auf der anderen Seite Menschen mit Existenzängsten aber der Tod ist eine ziemlich endgültige Antwort, da hätte mancher vielleicht doch gern eine Alternative. Ich werde mich so weit möglich verkrümeln bis ich mir das Vakzin verabreichen lassen kann und hoffe es läuft besser als über den Winter, Frühling und Sommer sollten helfen.

    Ich nähere mich grade dem Ende von Das Kleine Land von Charles de Lint und bin sehr angetan von der Fantasy-Geschichte. Erinnert mich ein bisschen "an früher", als ich begonnen habe King oder Tolkien zu lesen, irgendwie altmodisch bzw klassisch. Danach habe ich noch Grünmantel als weitere antiquarisch erworbene Taschenbuchausgabe mit deutlichen Alterungserscheinungen und dann bleibt nicht mehr viel an deutschsprachigen Veröffentlichungen des Autors.

    Daher wünsche ich mir das ein oder andere Werk von Charles de Lint, der auch im Horrorgenre einen Namen hat. Vielleicht kann Festa helfen ;)