Posts by Bighead

    In seinen früheren Werken hat Sorokin öfter mit der Sprache experimentiert. Manches davon lässt sich kaum ins Deutsche übersetzen, wie das bei Wortspielen oft ist. Manchmal ist auch Vorwissen nötig, um die eine oder andere Anspielung zu erkennen und zu verstehen. Um z.B. "Der Dostojewski-Trip" wirklich genießen zu können, sollte man vorher sein "Der Idiot" gelesen haben.
    Ich mochte "Ein Monat in Dachau", kann aber auch verstehen, wenn es jemandem nicht zusagt.

    Glukhowski steht auch schon lange auf meiner Zu-Lesen-Liste, zuerst die Metro-Reihe und dann evtl. die anderen. Höre und lese von allen Seiten nur Gutes über seine Bücher.


    Ansonsten: Lem ist wirklich gut; ich mochte vor allem sein "Solaris". Die Geralt-Reihe von Sapkowski habe ich mir auch schon besorgt. Als Kind las ich seinen ersten Roman über den Hexer Geralt, habe die Reihe dann aber irgendwie aus den Augen verloren (Pubertät), und erst vor ein paar Jahren habe ich mich wieder daran erinnert und die Bücher gekauft.


    Was Sorokin betrifft, war seine ultimative Huldigung an den klassischen russischen Roman sein Roman mit dem Titel "Roman". Die Hauptfigur heißt "Roman" (ein geläufiger russischer/slawischer Vorname). Fängt wie Tolstoi an und endet wie Edward Lee.

    Influenz und Haunted fehlen mir noch, sonst habe ich alle deutschen Ausgaben von ihm gelesen. Enttäuscht wurde ich von keinem Buch.
    Wie sieht es mit Fehlern aus, Jörg? Bei Voodoo Press ist das Lektorat leider oft katastrophal. Ein paar gelegentliche Fehler sind ja normal und nicht weiter störend, aber was ich da manchmal bei VP gelesen habe, war einfach nur schrecklich (besonders bei "Shatnerquake"). Fehlende Wörter, doppelte Wörter, Unmengen an Rechtschreibfehlern, Sätze, die mittendrin enden, furchtbare Grammatik ... Wenn jedes zweite Wort falsch geschrieben ist, macht mir das Lesen keinen Spaß und ich habe die leise Hoffnung, dass die Bücher evtl. irgendwann bei Buchheim neuverlegt werden.


    Freue mich jetzt erstmal auf "Die Universität" im Oktober.

    Ich lese "Zodiac" von Robert Graysmith. Inhaltlich ist es ganz interessant, aber etwas hölzern geschrieben.


    Nebenbei "Abgründe der Medizin" von Lydia Kang und Nate Pedersen - sehr amüsant.

    Die neue Ausgabe von "Nighttrain" heißt "Nachtschatten" und ist dem Werk von Thomas Ligotti gewidmet. Habe ich gerade entdeckt und direkt bestellt.

    Von den Strugazkis habe ich immer noch zu wenig gelesen (die Bücher schon auf meinem SuB), aber was die anderen "Ostblock"-Autoren betrifft: Habe ja gesehen, dass Creed und Procyon und Jörg schon das eine oder andere gelesen haben. Was sind eure Favoriten?


    In Klammern stehen jeweils meine jeweiligen Favoriten.


    Klassiker (bis ~1980):


    Bulgakow (Meister und Margarita, Das hündische Herz)
    Dostojewski (Die Brüder Karamasow, Verbrechen und Strafe)
    Nabokov (Lolita, Ada)
    Gogol (Gesamtwerk)
    Samjatin (Wir)


    Lebendig (von 1980 bis jetzt)


    Sorokin (Gesamtwerk)
    Pelewin (Buddhas kleiner Finger, Tolstois Albtraum, Dialektik der Übergangsperiode von Nirgendwoher nach Nirgendwohin)
    Jelisarow (Die Nägel)


    In der Regel lese ich diese Bücher im Original, habe aber auch schon das eine oder andere zusätzlich in der deutschen Übersetzung gelesen und finde z.B. die Übersetzungen von Andreas Tretner sehr treffend.