Posts by Blaine

    Alan Parker ist gestern verstorben. U. a. verantwortlich für "Midnight Express", "Angel Heart" oder "Mississippi Burning".

    Ebenfalls schade. Seine Bücher waren immer recht kurzweilig und zwischendrin mal eben zu lesen. Bedeutet das eigentlich auch gleichzeitig, dass die Restbestände aufgebraucht werden und kein Nachdruck entsteht (für all diejenigen, die noch nicht alle Extrembände besitzen)?

    Mega. Hab hier ja schon seit Jahren immer als Avatar eines seiner Bücher. Kann man sich ja denken, was ich davon halten werde :thumbsup:


    "Apeshit" kenne ich, und ich würde es eher den normalen Werken zuordnen. (Die Fortsetzung ist "Clusterfuck"). Sowohl "Quicksand House" als auch "Village of the Mermaids" kenne ich auch auf englisch noch nicht. Wie groß ist die Chance, dass die Originalcover im deutschen Verwendung finden? Gerade das Cover von "Quicksand House" ist optisch recht gelungen.


    Habe heute morgen in einem Rutsch außerdem die deutsche Ausgabe "Jedes Mal, wenn wir uns in der Eisdiele treffen, explodiert dein verdammtes Gesicht" weginhaliert. Kompliment an die Übersetzung, denn dadurch ist das Buch anteilig richtig herzerwärmend (kommt im Original nicht so zur Geltung). Auch die türkise Aufmachung passt irgendwie. Ich freue mich sehr darüber, dass Mellick bei Festa wieder ein Zuhause zu haben scheint.


    Aktuelle Rangliste:


    01. The Haunted Vagina (englisch)

    02. Exercise Bike

    03. Jedes Mal, wenn wir uns in der Eisdiele treffen, explodiert dein verdammtes Gesicht (deutsch)

    04. Every Time we meet at the Dairy Queen your whole fucking Face explodes

    05. Die Kannibalen von Candyland (deutsch)

    06. Ugly Heaven (englisch)

    07. Adolf im Wunderland (deutsch)

    08. Der Baby-Jesus-Anal-Plug (deutsch)

    09. The Terrible Thing That Happens

    10. Apeshit

    11. Fishy-Fished

    12. Tumor Fruit

    13. Spider Bunny

    14. Kill Ball

    15. Sea of the Patchwork Cats

    16. Ultra Fuckers (deutsch)

    17. Clusterfuck

    18. The haunted Vagina / Ugly Heaven (deutsch)

    19. Razor Wire Pubic Hair

    20. The Menstruating Mall

    Jo ... passen würde das schon.

    Allerdings sehe ich das etwas so wie PiercedEye es oben schreibt.

    Ich persönlich kenne den Roman ja bereits seit Jahren und würde da wohl gleich versuchen bei einer Sammlerausgabe (da Abo) einen neuen Abnehmer zu finden, denn Ellis langweilte mich schon damals extrem mit seinen Ausführungen hinsichtlich Mode und Luxusartikel. Dabei kann der Autor eigentlich schreiben, verliert sich aber zu oft in seiner Kapitalismuskritik.

    Kann ich ebenfalls unterschreiben. Auch diese fragwürdigen Kapitel über "Genesis" und "Phil Collins" waren irgendwie am Thema vorbei...

    Apeshit von Mellick fertig gelesen. Der Mann hats echt drauf, Mellick schafft es einfach immer mit seinen kranken Ideen zu überzeugen, wobei ich Apeshit noch zu seinen weniger abgedrehten Geschichteb zählen würde weil er sich im Gegensatz zu sonst eine recht normale Handlung ausgesucht hat (Jugendliche in einer Hütte im Wald werden langsam abgeschlachtet) aber seine Charaktere sind so krass verrückt das es eine wahre Freude ist.

    Werde morgen dann "Immer wenn wir uns an der Eisdiele..." von Mellick lesen. Habe es letztes Jahr schon auf englisch gelesen und will es jetzt nochmal auf deutsch geniesen.

    "Apeshit" fand ich genau wie die Fortsetzung "Clusterfuck" ebenfalls nicht ganz so doll. Hatte mich damals an "The Descent" erinnert.

    Review zu "Once upon a time in... Hollywood":


    Der Schauspieler Rick Dalton ist auf dem absteigenden Ast. Er scheint keine Rollenangebote mehr zu bekommen. Außerdem hat er einen Verkehrsunfall gehabt, weshalb ihm sein Führerschein abgenommen wurde. Das ist der Grund, warum sein Stuntdouble Cliff Booth ständig an seiner Seite ist, denn dieser ist quasi sein Chauffeur und erledigt auch sonst einiges um Rick herum. Die Lage von Rick ist teilweise so schlecht, das er über einen Agenten Aufträge in Italien annehmen muss. Er verbringt dort einige Monate und lernt auch seine Frau dort kennen. In den Staaten lebt er in einer wohlhabenden Gegend in Beverly Hills als Nachbar von Roman Polanski und seiner hochschwangeren Frau Sharon Tate. Und auf diese hat es jemand abgesehen...


    Wertung:


    "Once upon a time in... Hollywood" ist ein ganz erstaunlicher Film, der ganz einfach die damalige Zeit so detailgetreu wie möglich abbildet. Das beginnt über die typische Kleidung in ihren typischen Farben über den damaligen Verkehr mit entsprechenden Modellen bis hin zu den Fassaden, die sogar mit den Originalkinostreifen und entsprechenden Plakate0n versehen wurden. Das macht diesen Film liebenswert, denn er zeigt zwar extrem viele Details aus der Zeit, verliert sich aber nicht in diesen. Diese sind einfach da, ohne weiter auf sie einzugehen.


    Der Haupthandlungsstrang besteht um Rick Dalton, der von Leonardo DiCaprio sehr gut dargestellt wird, wie er nach fast schon Aussortierung über das ausländische Kino wieder zu Aufträgen in Hollywood kommt und somit noch gerade so die Kurve bekommt. Das wirkt ziemlich gut ausgeklügelt, gerade auch die Schwierigkeit einen Film im Film darzustellen, und derer sind es mehrere (Stichwörter: Western s/w, Western Farbe, Nazis), und das wird in unterschiedlichen Formaten sehr gut bewerkstelligt.


    Gegenpart in der Haupthandlung ist Brad Pitt als Cliff Booth, der in einer etwas ungewöhnlichen Rolle sich um alle Belange seines Chefs kümmert. Dabei wirkt er in seinen fast immer vorhandenen Hawaii-Hemden etwas schrullig. Die Aspekte durch seinen Charakter gehen von einem rüpelhaften Verhalten über eine gewisse Fürsorge bis hin zu einer Spracheleganz, die nur der Feder eines Quentin Tarantino entstammen kann. Das ist zum einen die Szene mit dem Radwechsel, die mir deutlich im Gedächtnis geblieben ist, und auch die Szene mit Bruce Lee.


    Der Nebenhandlungsstrang besteht um Sharon Tate und die Manson-Family, wobei hier lediglich auf Sharon eingegangen wird aber weniger auf Manson und seine Begleiter.


    Spannung an sich gibt es eigentlich nicht, denn der Film lebt von seiner Atmosphäre, dem Gesamtflair und seinen Dialogen, so dass hier ein typischer Tarantino vorhanden ist. Die ganzen vielen Stars, die in diesem Film als Charakter (Roman Polanski, Sharon Tate, Bruce Lee, Steve McQueen) oder als Schauspieler selbst (Leonardo DiCaprio, Brad Pitt, Emile Hirsch, Timothy Olyphant, Luke Perry, Al Pacino, Danielle Harris, Kurt Russell, Michael Madsen und viele andere) vorkommen komplettieren das Bild eines vergangenen Hollywoods.


    Der Soundtrack fügt sich ebenfalls wunderbar in den Film ein, da vor allem auch Lieder aus den 60er Jahren verwendet wurden. An einigen Stellen sind sie abgewandelt im Vergleich zum Original, ohne das der Zeitgeist verloren geht.


    Schlussendlich ist "Once upon a Time in... Hollywood" ein Film, der von allen Filmbegeisterten gesehen werden sollte, denn er behandelt das Thema Film an sich und die damalige Situation in Hollywood. Die doch deutliche Länge von knapp 3 Stunden ist allerdings auch für einen solchen Film recht lang. Spannung im eigentlichen Sinn darf man nicht erwarten, obwohl man manchmal etwas überrascht wird. Gerade was die Szenen mit der Manson-Family betrifft, hätte etwas weniger Brutalität dem Film wahrscheinlich besser getan. Die Szenen kommen relativ plötzlich und man kann das so machen, aber das hätte es bei diesem Film jetzt nicht unbedingt gebraucht.


    Der Film ist insgesamt anders als die anderen Werke von Tarantino, was ihn besonders macht. Als Wertung für mich 09/10 Punkte, einzig aufgrund der Langatmigkeit etwas Punktabzug in der B-Note aber ansonsten vollends gelungen.

    Ich muss gestehen, dass ich wirklich geknickt bin. Nein, ich ärgere mich sogar etwas...

    Limitierungen, Sammlerausgaben etc.pp. sind eine feine Sache und machen Sinn: Für den Sammler... und für Frank sind sie sicher auch eine geschäftlich geschickte Strategie. Kann ich alles gut nachvollziehen und gut heißen. Aber die krasse Limitierung des Lovecraft-Schachbuches kam schon ziemlich aus heiterem Himmel.

    Ich habe von Festa alles, was mit Lovecraft und auch nur annähernd dem Dunstkreis zu tun hat. Ich strebe diesbezüglich eine Komplettierung an. Und auch wenn ich die Howard- und Smith-Hardcvover schon habe, werden die Taschenbücher daher natürlich trotzdem geholt. Über die Sachbuchreihe habe ich mich besonders gefreut und es ist eine Schande, dass die anscheinend nicht so gut gelaufen ist. Dass ich bei dem Religionsband aber nun leer ausgehe oder einen horrenden Preis bei einer Privatperson zahlen muss, verhagelt mir gerade die Gerste...

    Du kannst noch versuchen eine Email an Frank bzw. das Festa-Team zu schreiben. Es gibt manchmal den Fall, dass es zum Nichtbezahlen kommt oder der ein oder andere es sich doch anders überlegt (was ich mir bei einem solchen Preis auch vorstellen kann). Für sowas gibt es manchmal eine Nachrückerliste. Vielleicht hast du ja Glück (ich hatte das bei Oktopus).

    Für alle, die es nicht mitbekommen haben (und ich gehöre auch dazu):


    Im Splitter-Verlag gibt s seit 13.12. "Fight Club III, Band 1" zu erwerben, dem sich im Juli noch ein weiterer Band anschließt.


    Ach ich vergaß: Wir verlieren kein Wort über den Fight Club...8|

    Habe über die Suchfunktion nur grobe Aussagen gefunden, deshalb muss ich nochmal Fragen:

    Besteht Aussicht, dass "The Amityville Horror" von Jay Anson aus dem Jahre 1977 in einer der Festa-Reihen erscheint? (Must Read oder Festa Special?). Die Sache mit Voodoo Press scheint sich erledigt zu haben. Zumindest gibt es da keine neuen Erkenntnisse.

    Bin vor kurzem erst in den Genuss des Films gekommen, und bin ziemlich begeistert, da es noch ganz ganz klassischer Horror mit Kirche und Teufel und Übersinnlichem ist.

    Und das gerade bei diesem Buch preislich meine Schmerzgrenze überschritten wurde, liegt schlicht daran, dass es ein Sachbuch ist, welches mich auch vom Thema her nicht wirklich anspricht. An manchen Punkten muss man halt auch mal Prioritäten setzen, denn was bringt es, ein Buch zu ordern, welches dann eigentlich mal durchgeblättert, aber wohl von mir nie wirklich gelesen wird. Da lasse ich dann lieber die Finger davon und jemand der es wirklich lesen will, kommt so an ein Exemplar von einem Buch das limitiert erscheint.

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Vor einigen Tagen "Die Farbe aus dem All" von 2019 gesehen. Man darf keine 1:1 Umsetzung erwarten:


    Nathan Gardner lebt zurückgezogen mit seiner Frau Theresa und seinen drei Kindern Lavinia, Benny und Jack in der Nähe von Arkham. Aus heiterem Himmel taucht Ward Phillips bei ihnen auf, da etwas mit dem Grundwasser nicht stimme. In der folgenden Nacht kommt es zum Einschlag eines Kometen direkt vor dem Haus der Gardners. Es ist ein kleiner Komet und er ist heiß und alle wollen ihn eigentlich einer näheren Untersuchung unterziehen. Doch das Grundstück verändert sich: Immer wieder tauchen Purpurtöne begleitet von grellem Licht auf dem Grundstück auf. Die Alpakas wollen sich nicht ihr eigentliches Verhalten annehmen und fremdartige Pflanzen beginnen auf dem Grundstück zu wachsen. Telefone funktionieren nicht, der Fernseher spinnt ebenfalls. Und die gesamte Situation ist mehr als ungewöhnlich und ja sogar gefährlich, denn einer nach dem anderen fällt der Farbe zum Opfer.


    Wertung:


    "Die Farbe aus dem All" ist ein Film nach einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft, die hier sehr frei in einer modernen Variante interpretiert worden ist. Es geht hier um eine Bedrohung die überirdischer Natur (Lovecraft selbst würde sie wahrscheinlich "kosmisch" nennen) ist. Und es kommt ziemlich gut zur Geltung, dass die Farbe selbst hier sowohl die Bedrohung durch ihren aggressiven Ton signalisiert als auch diese Farbe die Ursache oder sogar selbst das Unheil ist. Dabei ist hier der Aspekt des Außerirdischen relativ stark präsent, so dass hier auch Science-Fiction-Anteile neben einem starken Horrorteil vorhanden sind. Die Charaktere werden gar nicht groß beleuchtet, aber das kennt man (leider) auch von den Geschichten von Lovecraft selbst. Das gilt nicht generell, denn im vielleicht bekanntesten Lovecraft-Film "Re-Animator" ist durchaus einiges an Hintergrundinformation zu Dr. Herbert West vorhanden. An die Qualität eines "Re-Animator" kommt "Die Farbe aus dem All" aus meiner Sicht nicht ganz heran, obwohl die Filmtechnik deutlich moderner ist und dadurch gerade die technischen Aspekte der Farbeffekte viel besser zur Geltung kommen. Einen Vergleich mit "From Beyond" muss "Die Farbe aus dem All" aber nicht scheuen.



    Nicolas Cage ist hier als besorgt-zerstreuter Familienvater, der im Verlauf immer mehr dem Wahnsinn zu verfallen scheint, eine nahezu ideale Besetzung, da er genau das verkörpert, was es für eine solche Rolle braucht. Der einzige andere tragende Charakter des Films ist Lavinia, gespielt von Madeleine Arthur. Alle anderen Rollen sind formal zwar vorhanden und vielleicht auch nicht unwichtig, jedoch fehlt mir bei diesen etwas die Präsenz. Am ehesten kann noch Joely Richardson als Theresa Gardner überzeugen, gerade auch wenn man bedenkt, was ihr im Film widerfahren ist. Das ist vielleicht auch das, was man dem Film ankreiden kann: Zu wenige Schauplätze und zu wenig Charakterentwicklung und deswegen reduziert sich die Handlung fast rein auf die Farben. Gerade der häufig vorhandene Bogen, der von Lovecraft immer wieder zu Arkham als auch zur Miskatonic Universität in Massachusetts gespannt wird, fehlt hier leider. Die Geschichte ist hier allerdings auch so frei interpretiert worden, so dass ein Vergleich mit dem Original nicht zwangsläufig erfolgen muss. Deswegen kann die Wertung auch komplett losgelöst davon erfolgen. Die Effekte gerade was die Lichtspiele am Ende betrifft sind zwar sehr gut gelungen, allerdings hebt das nicht den etwas schwachen Tiefgang der gesamten Geschichte auf. Auch die Handlungsweise der Hauptcharaktere wirkt etwas einfallslos. Insgesamt würde ich dennoch bei guter Unterhaltung gerade so 07/10 Punkte vergeben.


    Eine Anmerkung für alle Lovecraft-Fans:
    "Die Farbe aus dem All" ist eine 1927 erschienene Geschichte von Lovecraft, die zeitlich Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt ist, in welcher es natürlich keine Handys gegeben hat. Auch das Fernsehen oder Autoverkehr gab es zu der Zeit noch nicht. Der Hauptcharakter heißt eigentlich Nahum Gardner und die Geschichte wird eigentlich als Rückblick auf das erzählt, was an diesem Ort passierte, bevor die "verfluchte Heide" sich dort ausgebreitet hatte. Es fehlt die Selbstzersetzung des Probestücks des Meteoriten, bevor es untersucht werden konnte. Die Familie Gardner ist außerdem komplett zerrupft worden, denn aus Nahum, Nabby, Zenas, Thaddeus und Merwin wurden Nathan, Theresa, Lavinia, Benny und Jack. Die Geschichte ist demzufolge nicht als getreue Umsetzung anzusehen. Auch der Zeitrahmen der Kurzgeschichte würde einen normaler Film sprengen, obwohl "Die Farbe aus dem All" nur knapp 40 Buchseiten lang ist. Die Filmwertung versteht sich deshalb losgelöst von einem Buchvergleich, denn beides ist einfach nicht zu vergleichen.

    Ich fände ja weiterhin Sleepy Hollow mega. Das gibt es einfach nicht in einer bibliophilen Fassung sowie guter Übersetzung.

    Ich glaube, dass Sleepy Hollow alleine genommen zu kurz für so eine Veröffentlichung ist. Beim JMB-Verlag hat die reine Geschichte inklusive ausgedehntem Nachwort 59 Seiten. Es gibt im Insel Verlag eine Ausgabe, die inklusive einiger weitere Geschichten auf knapp 150 Seiten kommt. "Der Mönch" hat weit mehr Seiten. Thematik würde vielleicht passen, aber ich denke, dass der Umfang für eine solche Ausgabe einfach zu gering ist.

    Review zu Closer - Hautnah, nachdem ich das Theaterstück dazu von Patrick Marber im Original innerhalb von etwas mehr als einer Stunde gelesen habe. Review ist auch in der OFDB zu finden.


    Hier bei diesem Film fällt es schwer, eine Inhaltsangabe zu machen. Die Erzählung lebt sehr von den einzelnen Dialogen und Taten der Einzelcharaktere, so dass es schwierig wird einen Inhalt zusammen zu fassen, ohne, dass man gleich alles verraten wird.


    Es gibt insgesamt vier Hauptcharaktere, auf welche der Film auch reduziert ist, denn es kommen fast keine weiteren Personen außerhalb der Statisten vor. Und diese Hauptcharaktere setzen sich wie folgt zusammen (in der Reihenfolge ihres Auftretens):


    1. Alice (Natalie Portman)

    Alice ist 24 Jahre alt, Stripperin, wobei man manchmal nicht genau weiß, was sie wirklich ist. Sie ist unbekümmert und wird gleich nach dem Auftauchen einen Unfall haben, nach welchem sie von Daniel Woolf, genannt Dan, ins Krankenhaus gebracht wird. Im Verlauf entwickelt sich daraus eine Beziehung. Alice ist in Konkurrenz zu Anna um Dan, und Alice begreift praktisch sofort, dass sie eifersüchtig auf Anna ist, als sie sich zum ersten Mal begegnen. Außerdem besteht eine Beziehung zu Larry. Dieses Verhältnis ist jedoch nicht als Beziehungsverhältnis gedacht, jedoch benutzt Larry eben jene Alice für seine Zwecke.


    Natalie Portman passt perfekt in diese Rolle, da sie zum Zeitpunkt des Filmdrehs fast genau Alice Alter hat. Gerade der Charakter der Alice hat viele verschiedene Facetten, so dass die Rolle wahrscheinlich die komplexeste Rolle in diesem eigentlich in Buchvorlage als Theaterstück vorliegendem Film ist. Dabei wirkt Alice auch ein Stück weit naiv und gerade deshalb ist der Charakter so absolut authentisch.


    Natalie Portmans bester Film, wobei ich Black Swan noch nicht gesehen habe.


    2. Daniel Woolf genannt Dan (Jude Law)


    Dan ist ein etwas anderer Schriftsteller, denn am Anfang schreibt er hauptsächlich Nachrufe für eine Zeitung. Erst später hat er seinen Durchbruch mit dem Titel Das Aquarium, für welches Werk er in dem Studio von Anna Fotos machen lässt. Er liest Alice von der Straße auf, als diese ihren Unfall hat, und im Verlauf verliebt er sich in sie. Als er jedoch bei Anna ist, begehrt er sie sehr, und er findet, dass sie eine eigene Vernissage haben sollte. Alice passt natürlich überhaupt nicht, dass Dan sich an eine andere heran macht, was dann in einem tränenerfüllten Foto widergespiegelt wird. Doch Anna weist ihn zurück, und Dan macht per Zufall in einem Chatroom Larry auf Anna aufmerksam, gedacht als Streich mit einhergehender Belästigung, nichts ahnend, dass er damit Anna und Larry in eine Beziehung bringt.


    Auch Jude Law, den man vielleicht eher als Dr. Watson kennt, verkörpert den Charakter des Daniel Woolf ziemlich gut, denn dieser wirkt anfänglich wie ein verschüchterter, junger Mann, erweist sich im Film aber dann manchmal als das Gegenteil. Ab und an kommt aber genau die eben genannte Seite wieder zum Vorschein, woran man sieht, dass er als Person sehr verletzlich ist. Er ist am Ende wahrscheinlich der Verlierer der Geschichte.


    3. Anna Cameron (Julia Roberts)

    Anna ist eine Fotografin, die für das Fotoshooting mit Dan erstmals im Film auftaucht. Es entsteht dort auch direkt ein erster Annäherungsversuch durch Dan. Dieser bringt sie dann unfreiwillig mit Larry zusammen, den sie im Verlauf auch heiraten wird. Doch nach ihrer Vernissage, bei welcher Alice als Foto extrem markant auftaucht und alle vier Hauptpersonen erstmals gemeinsam interagieren, beginnt Anna ein Verhältnis mit Dan, obwohl sie weiß, dass diese mit Dan zusammen ist. Nur hält sie das vor Larry geheim, denn sie weiß nicht, wie dieser reagieren wird. Als es dann doch zur Sprache kommt, entsteht ein Bruch in der Beziehung Anna und Larry und es entsteht die Beziehung Anna und Dan.


    Julia Roberts passt zwar sehr gut in die Rolle der Anna, jedoch hat sie in ihrer Karriere weitaus bessere Rollen gespielt, wenngleich Anna Cameron keine schlechtere Rolle ist. Man kann diese aber nicht mit der Größe einer Rolle aus Die Akte als Darby Shaw oder einer Erin Brockovich vergleichen. Als am weitesten in ihrer selbst entwickelten Charakter bietet Anna aber einen guten Kontrapunkt zu der noch jungen Alice. Anna ist dagegen eher elegant, hat etwas erreicht im Leben, doch auch hier merkt man, dass sie sich nach Liebe sehnt, obwohl sie im Film auch auf ein Angebot eingeht, was das Gegenteil vermuten lässt.


    4. Larry Gray (Clive Owen)

    Larry Gray ist ein Dermatologe, der in einer Klinik arbeitet. Er wird eher zufällig über den bereits oben erwähnten Chat ins Geschehen gezogen, und gerade diese Anna, mit der er glaubt zu chatten, trifft er erstmals am Aquarium in London. Und er beginnt eine Beziehung mit ihr und heiratet sie schlussendlich. Doch erfährt er von ihrer Affäre mit Dan, so dass hier die Beziehung zu Ende scheint. Larry ist jedoch sehr berechnend, er scheint genau zu wissen, was er will und wie er das erreichen kann. Und außerdem weiß er auch genau, wie er seinem Gegenpart schaden kann, und das macht er dann auch mit einer trickreichen Tat, die ihn wieder zu Anna zurück bringen soll. Man merkt, dass er sie liebt, und durch die Lebenserfahrung, die er in diesen Film mitbringt, denn er ist der älteste der vier Charaktere, wird er wahrscheinlich als einziger zum Gewinner des Schauspiels.


    Neben Natalie Portman ist Clive Owen eigentlich der Star des Films, denn der Charakter, den er spielt, hat ein sehr starkes Gewicht im Film, obwohl ihm vielleicht weniger Zeit als Dan vergönnt ist. Durch sein Handeln bringt er aber das Gesamtgefüge zum Wanken und schlussendlich wahrscheinlich auch zum Einsturz, wenngleich dazu immer mehr als eine Person gehört.


    Clive Owens zweitbester Film, denn als Dwight McCarthy in Sin City gefiel er mir etwas besser.


    Durch diese vier Charaktere lebt der Film, der jeweils mit Zeitsprüngen versehen ist, ohne, dass diese angekündigt werden. Allein durch das, was die Personen sagen und machen, muss man auf die entsprechende Zeitdauer schließen, und das macht diesen Film etwas anspruchsvoller, als es bei vergleichbaren Filmen der Fall ist. Hautnah dem Genre eines Liebesfilms zuzuordnen, wird ihm eigentlich nicht gerecht. Am ehesten würde eigentlich die Bezeichnung Beziehungsdrama passen, denn das ist es, da alle vier Personen in unterschiedlichen Beziehungen zueinander stehen.


    Zu Atmosphäre trägt außerdem die Musik des Films bei, die auf der einen Seite aus Mozarts Cosi fan tutte besteht und zum anderen den extrem markanten Song The Blower's Daughter von Damien Rice beinhaltet. Insbesondere die Zeile I can't take my eyes off you ist extrem prägenden für den Song und so sehr passend für den Film, so dass diese eine Zeile das Gefühl und die Stimmung des Films sehr gut zu transportieren vermag.


    Im Nachhinein habe ich das Theaterstück von Patrick Marber in der Originalsprache gelesen, und in sehr großen Anteilen hält sich der Film an die gleichen Ausdrücke. Die Handlungsabweichungen sind zwar nur in ganz geringem Maße vorhanden aber an ein oder zwei Stellen durchaus markant, ohne dass man dadurch die Qualität des Films verminderte.


    Auch erst hinterher ist mir etwas aufgefallen, was mir bei vorherigen Sichtungen gar nicht bewusst war (hier muss ich leider etwas vage bleiben, damit kein Spoiler auftritt): Die Gedenktafel aus dem Film gibt es wirklich in London, und diese Tafel ist für den gesamten Film sehr bedeutend, so dass eine ganz andere Sicht auf den entsprechenden Charakter gelegt werden kann.


    Für mich ist es einer meiner liebsten Filme, die ich bisher gesehen habe, und ich kann ihn immer wieder ansehen, da immer wieder neue Aspekte zum Vorschein kommen. Nicht jeder kann mit so einem Film aber etwas anfangen, weshalb ich dieses Mal zwar die Höchstwertung aber keine klare Sichtungsempfehlung gebe.

    Drei Hörspielrezensionen, denn vor allem oben genanntes "Das kalte Herz" hat es überraschender Weise in meine Top drei aus der Gruselkabinett-Reihe geschafft:


    Das kalte Herz (Wilhelm Hauff)


    Peter Munk ist ein Köhler und verdient nicht viel in seinem Leben. Er lebt im Schwarzwald und kann sich gerade so den Lebensunterhalt leisten aber im Großen und Ganzen ist er zufrieden. Er hört von einem Waldgeist, der jedem, der an einem Sonntag zwischen 11 und 14 Uhr geboren ist, nach dem Aufsagen eines gewissen Spruchs einen Wunsch erfüllen. Doch es gibt nicht nur einen Waldgeist namens Schatzhauser sondern auch noch den bösen Holländer-Michel, der in der Vorzeit einen Holzunternehmer teilweise um seinen Lohn gebracht hat und dafür die Seele eines seiner Männer verkaufte. Peter Munk ruft den Schatzhauser. Und er hat drei Wünsche frei. Der erste Wunsch soll redlich sein, sagt der Waldgeist, denn sonst kann es sein, dass dieser nicht erfüllt wird. Und Peter wünscht sich, dass er mehr Geld hat, Besitz hat, und dass er gut tanzen kann. So wird es erfüllt, doch das Geld scheint Peter nicht zubekommen, denn sein Verhalten ändert sich und er ist weniger glücklich als wie zuvor. Und als er zwar als bester Tänzer unter dem Namen "Tanz-Peter" bekannt wird, so ist er später unter dem Namen "Spiel-Peter" in Verruf geraten, und er verändert er sich, und er ist auf der Suche nach einer Frau. Doch die Schatzmeister sind hinter seinem Geld her, denn sie wollen sein Vermögen pfänden und irgendwie, nur um sich zu retten, wendet sich Peter an den Holländer-Michel und verpfändet sein Herz und damit besiegelt er fast seinen Untergang...


    Wertung:


    "Das Kalte Herz" ist eine Geschichte, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte und sie gehört mit zu den besten Vertonungen des Gruselkabinetts überhaupt. Sowohl die Geschichte an Sich ist in sich schlüssig als auch die Atmosphäre, die im Hörspiel erzeugt wird. Die Sprecher sind dafür gut ausgewählt worden, insbesondere Jonas Minthe als "Peter Munk", Uli Krohm als "Holländer-Michel" (bekannt z. B. als Stimme von Gloin aus der Hobbit-Trilogie) oder Gudo Hoegel als "Schatzhauser" (Stimme von Gerald Broflovski aus South Park oder Al Borland in Hör' mal wer da hämmert) drücken dem Hörspiel ihren Stempel auf und machen hier in ihren Rollen eine fabelhafte Figur. Außerdem ist als weibliche Rolle "Lisbeth" gesprochen von Reinhilt Schneider ebenso gut gelungen, wenn nicht immer nur männliche Sprecher erwähnt werden sollen. Bekannteste weibliche Stimme hier aber ist Regina Lemnitz in der Rolle von "Barbara Munk", der Mutter von Peter. Sie ist vor allem durch die Vertonung von Kathy Bates, Whoopy Goldberg oder Roseanne Barr bekannt und ist hier vielleicht die hochkarätigste Sprecherin. Das Hörspiel ist mit 94 Minuten knapp länger als eine CD, weshalb es als Doppelfolge vorliegt. Dies ist nicht weiter schlimm, denn das Hörspiel kann durch seine Atmosphäre und auch mitreißende Geschichte überzeugen, weshalb von Langeweile hier nicht im Entferntesten die Rede sein kann. Genau deshalb rangiert "Das kalte Herz" unter meinen persönlichen Top 3 des Gruselkabinetts und bekommt natürlich 10/10 Punkte.


    Als Anmerkung am Rande:

    Von dem Ersteller dieser Geschichte (Wilhelm Hauff) habe ich zuvor nichts im Rahmen von Grusel- oder Geistergeschichten gehört. Von ihm ist aber unter anderem die Märchenerzählung "Der Zwerg Nasse" und "Das Wirtshaus im Spessart".


    Neue Rangfolge:


    01. Der Untergang des Hauses Usher (Edgar Allen Poe)

    02. Carmilla, der Vampir (J. S. LeFanu)

    03. Das kalte Herz (Wilhelm Hauff)

    04. Die Spinne (Hanns Heinz Ewers)

    05. Tauben aus der Hölle (Robert E. Howard)

    06. Der Mönch (Matthew Gregory Lewis, Zweiteiler)

    07. Das Haus des Richters (Bram Stoker)

    08. Die Unschuldsengel (Henry James)

    09. Die Maske des roten Todes (Edgar Allen Poe)

    10. Ewige Jugend (Leopold von Sacher-Masoch)


    Das innerste Licht (Arthur Machen)


    Mr. Dyson sieht an einem Fenster eine leblose Frau, die insgesamt ohne Gefühle zu sein scheint. Ihr Ehemann Steven Black hat etwas mit ihr gemacht, doch so ganz will er nicht glauben, was dort passiert ist. Steven Black scheint es gut zu gehen. er ist reich und ein angesehener Mann. Doch im Verlauf verfällt er dem Wahnsinn und muss in ärmlichen Verhältnissen hausen. Bei der Obduktion seiner Frau Agnes Black ist ein absonderliches Vorkommnis geschehen, denn das Gehirn von ihr ist nicht menschlich sondern eher teuflisch. Und Mr. Dyson will dem Geheimnis auf den Grund gehen.


    Wertung:


    Die Inhaltsangabe ist sehr reduziert, denn auch die Geschichte umspinnt wenige Handlungsstränge, die dazu noch etwas verworren sind. Es geht dabei hauptsächlich um den Opal, den Steven Black erzeugt hat und mit dessen Hilfe er die Seele seiner Frau gefangen hält. Das ist von der Erzählung her zwar ganz in Ordnung gemacht hier aber wenig zielführend, denn man weiß nicht so recht, wohin die Geschichte führen soll, und das ist genau der Hauptkritikpunkt an "Das innerste Licht". Die Erzählung lässt sich leicht verfolgen. Dazu tragen namhafte Sprecher wie Claudia Urbschat-Mingues, Marc Gruppe oder Axel Lutter bei. Von Arthur Machen gibt es im Gruselkabinett noch "Der gewaltige Gott Pan", welches mir insgesamt etwas logischer und besser aufgebaut war. "Das innerste Licht" ist wahrlich kein schlechtes Hörspiel kann aber mit den Top-Ausgaben hier im Gruselkabinett nicht ganz mithalten. insgesamt um 07/10 Punkten.



    Verlorene Herzen (M. R. James)


    Der junge Stephen Elliott wird zu seinem ihm bisher nicht näher bekannten Cousin Mr. Abney auf die Hall gebracht, denn Stephens Eltern sind gestorben, und Mr. Abney ist der letzte nähere Verwandte von Stephen, weshalb dieser das Aufenthaltsbestimmungsrecht für Stephen erhält. Stephen fühlt sich dort zwar wohl und versteht sich mit der Gouvernante Mrs. Bunch sehr gut, aber er hört Stimmen in der Hall und es ist ein Mädchen, welches er anfangs hört. Er soll bloß aufpassen, denn in dem Badezimmer, welches ständig abgeschlossen ist, sieht er dieses Mädchen. Eine fahle Haut in einem grünen Raum, und dann sieht er sie mit ihrem fehlenden Herzen und ihren langen Krallen und sie warnt ihn, dass er sich in Acht nehmen soll, denn auf der Hall scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen.


    Wertung:


    "Verlorene Herzen" ist aus meiner Sicht ein nicht ganz so passender Titel für eine allerdings vorzügliche Geschichte aus der Feder von M. R. James. Die Geschichte weiß sowohl von ihrem Charakter als auch von ihrem Unterhaltungsgrad her absolut zu überzeugen, so dass hier keine Langeweile aufkommen will. Die Sprecher sind gut gewählt, wenngleich lediglich Uli Krohm als Mr. Abney mir ein Begriff ist. Von M. R. James gibt es im Gruselkabinett noch "Das unheimliche Puppenhaus", "Der Eschenbaum", "Das Traktat Middoth", "Zimmer 13" und "Runenzauber". Der Autor steht für eine gewisse Qualität der Geschichten im Gruselkabinett, was sich hier nahtlos in "Verlorene Herzen" fortsetzt. Diese hier ist die beste Vertonung einer Geschichte von M. R. James, wenngleich keine schlechter als 06 Punkte von mir erhalten hat. "Verlorene Herzen" bekommt von mir genau wie "Der Eschenbaum" übrigens auch 09/10 Punkte. Erwähnenswert hier ist außerdem das Cover, denn dieses ist vorzüglich gestaltet und spiegelt den Inhalt des Hörspiels in exzellentem Maße wider.


    Randbemerkung:

    Die schriftliche Form ist in der Ausgabe "Sämtliche Geistergeschichten Band 1 und 2" in der Bibliothek des Schreckens enthalten.

    "Die Esche", "Eine Herzenssache", "Nummer 13", "Die Macht der Runen" und "Der Traktat Middoth" in Band 1, "Das Puppenhaus" in Band 2.