John Brunner

  • Er gilt als einer der vorhersager des internets und des computerwurms,
    er engagierte sich früh gegen atomwaffen und gründete eine martin-luther-king-
    gesellschaft. er war ein fan von h.g.wells, durch die lektüre u.a. von dessen werken
    wurde er von krankheiten abgelenkt, die ihn plagten. - er schrieb über 80 romane
    in denen er auch über außerirdische schrieb, mehr aber über die menschheit der
    zukunft, über den menschen in modernen zeiten, über die folgen von globalisierung
    und die macht der großkonzerne.
    die rede ist von dem briten john brunner (* 24. september 1934 - † 25. august 1995 ), den
    ich seit den 80ern immer wieder mit hochachtung lese. ich liebe seine social fiction,
    wie er sich den menschen späterer zeiten vorstellt. dabei schreibt er so fesselnd. einfach herrlich. :thumbup:
    meine lieblingswerke des unter bluthochdruckleidenden sind "treibsand" und "zeiten ohne zahl".
    werde in bälde seine werke, mit wertung, in übersicht vorstellen. :D:whistling:

  • aktuell lese ich von john brunner:
    der ganze mensch, dt. 1976, original 1964, heyne-tb, 204 seiten.


    nicht gelesen habe ich folgende bücher meiner j.brunner-bibliothek:
    die galaktische verbraucherzentrale, erzählungen, 1973, 1966, golmann-tb, 160 seiten.
    die plätze der stadt, 1980, 1965, heyne-tb, 348 seiten.
    morgenwelt. (Hugo Gernsback-Award. ), 1980, 1968, heyne-tb, 607 seiten.


    meine gelesenen brunners: teil 1:
    ***** von diesem tage an. erzählungen. 1984.1972. heyne-tb. 250 seiten.
    **** die wächter der sternstation. 1965.1964. moewig-tb. 159 seiten.
    ***** das gottschalk-komplott. 1982.1969. moewig-tb. 383 seiten.
    ****+ am falschen ende der zeit. 1979.1971. droemer-knaur. 143 seiten.
    **+ der kolonisator. 1975.1974. bastei-tb. 143 seiten. :thumbdown:
    ***** reisender in schwarz. 1982.1971. heyne-tb. 223 seiten.
    *****+ die dramaturgisten von yan. 1983.1973. bastei-tb. 170 seiten.
    ****+ sternenlauscher. 1982.1979. bastei-tb. 154 seiten.
    *****+ das geheimnis der draconier. 1984.1974. bastei-tb. 202 seiten.
    *****+ mehr dinge zwischen himmel und erde. 1983.1973. heyne-tb. 236 seiten. :thumbsup:
    **+ geheimagentin der erde. 1972. 1969. heyne-tb. 142 seiten. :thumbdown:
    *****+ zeiten ohne zahl. 1985. 1969-74. heyne-tb. 235 seiten. :thumbsup:

  • meine gelesenen brunners: teil 2:
    *****+ treibsand. 1982. 1967. heyne-tb. 283 seiten. :thumbsup:
    *** im zeichen des mars. 1971.1967. heyne-tb. 128 seiten.
    *** ein stern kehrt zurück. 1972.1968. heyne-tb. 142 seiten.
    *****+ der schockwellenreiter. 1981.1973. heyne-tb. 301 seiten. :thumbsup:
    ***** warnung an die welt. 1983.1974. heyne-tb. 191 seiten.
    ****+ fremde konstellationen. 1985.1980. heyne-tb. 203 seiten.


    einiges von dem guten john hab ich noch nicht ersammelt, einiges wurde
    bisher nicht ins deutsche übertragen.

  • beim rausholen aus dem regal ist mir aufgefallen, einige
    brunner-bücher hab ich verlegt, verliehen, verloren ???
    sobald ich weiß wo se geblieben sind gebe ich laut.


    hat noch kein leser hier brunner goutiert ?

  • Bin auf jeden schon sehr gespannt auf Brunner. Leider ist das Genre noch nicht ganz so meines. Habe bisher sehr wenig SF gelesen.
    Aber was nicht ist kann ja noch werden. John Brunner, Philip K. Dick, Philip José Farmer und John Shirley interessieren mich sehr.


    Von Farmer habe ich "Die Liebenden" gelesen und das fand ich sehr sehr gut.


    LG

  • heute ausgelesen:
    ***** der ganze mensch - john brunner
    heyne-tb, 1976. original: 1964. 204 seiten.
    übersetzung: rene mahlow.


    als 1976 john brunners verkopftes buch in deutsch erschien, galt sf in deutschland
    noch als totaler schund, was ja quatsch ist, sf war in vieler kritiker köpfe was
    für spinner und tagträumer, primitiv und ohne viel aussage.
    dabei nimmt sf und horror die moderne gehörig aufs korn.
    john brunner schrieb zuerst und aus geldgründen immer wieder vorhersehbare
    sf-geschichten voll außerirdischer und simpler handlung.
    mit "der ganze mensch" lebte brunner 1964 endlich seinen traum, zeigt literarisch was
    er kann und nimmt den menschen der nahen zukunft in den mittelpunkt.
    dieser mensch hier, gerald howson, ist telepath und körperlich deformiert. seinen
    werdegang macht brunner zu einer exemplarischen biographie der hektischen neuzeit.
    es geht um gesellschaft, krisen, was macht uns aus, kunst und den ganzen menschen.


    edit: ich wünschte mir eine umfangreiche brunner-biographie in deutsch. 8o

  • ich lese nun, nach jahrzehntelangem umkreisen:
    morgenwelt von john brunner.
    stand on zanzibar im original 1968. 1980 erschien "ein gigant
    von einem buch", wie heyne stolz mitteilte,"in jeder hinsicht.",
    in deutsch von horst pukallus. es mache brunner weltberühmt... ;)
    das buch umfasst 607 seiten und bekam u.a. folgende auszeichnugen
    als bester roman:
    * hugo gernsback award
    * british sf-award
    * british fantasy award
    * prix apollo

  • Mit SF bin ich quasi aufgewachsen, Jörg.
    Also noch in einem Alter, wo man immer höher, weiter und schneller sein will und das Jahr 2000 noch eine magische Zahl war. Muss aber gestehen, dass ich bisher nie einen Roman von John Brunner in Händen hatte. Liest sich aber sehr interessant, was du hier über ihn schreibst.
    Müsste irgendwann auch mal wieder einen SF-Roman lesen. Hatte ich jetzt quasi seit gut 5 Jahren keinen mehr in der Hand. Nur, wenn man wie ich auch seit vielen Jahren politisch aktiv ist und man sieht, was mittlerweile so abgeht (Politik, Krisen, Ökologie usw.), dann ist die Magie der möglichen Zukunft ziemlich verloren gegangen und ehrlich gesagt, sehe ich für die Menschheit verdammt wenig Zukunft, so wie sie sich gerade aufführt. Das mag das Interesse an SF bei mir auch etwas arg in den Hintergrund gerückt haben.

    ~ ABANDON ALL HOPE YE WHO ENTER HERE ~

  • leider hat brunner unsere gegenwart sehr echt
    vorausgesagt. liest man den klappentext von morgenwelt
    wird dies überdeutlich. brunner war politisch und war
    menschenkenner... vielleicht wirklich ein er-neu-ter sf-einstieg
    für dich, k.wolfram.

  • Danke für den Thread, Jörg.


    Viele SF Fachleute halten JB für einen ganz großen, leider habe ich nie was gelesen...


    "Schafe blicken auf" und "Morgenwelt" würden mich am meisten ansprechen, die Bücher sind mir aber sehr umfangreich...

  • @ hans peter
    vielleicht können dich "treibsand" und "zeiten ohne zahl" am anfang besonders
    begeistern. "morgenwelt" lese ich ja gerade, der sf-pendant zu j.joyce
    "ulysses", es wird allerdings über unsere zeit berichtet, eine ungemütliche
    welt beschwört j.b. herauf,mit eingeschränktem kinderwunsch-instituten,
    frauen heißen klunten, verhasste männer bluter, großkonzerne
    regieren die welt... die religionen zerfleischen einander.... puh.
    viele sf-klassiker sind heute, außer bei enthusiasten, vergessen, bei
    john brunner halte ich dies für tragisch, vielleicht ist er manchen zu
    visionär, zu wenig probleme-auf-andere-planeten-übertragend.

  • habe über die hälfte von john brunners mega-social-sf-werk morgenwelt
    gelesen. warum dieses werk ein kulturschock für viele science-fiction-fans
    ende der 60er bedeutet ist klar er-les-bar.
    es gäbe viel zu erzählen darüber... die alpträume der heutigen welt hat
    brunner vorab gut eingeschätzt.
    es ist aber auch abzusehen, daß ich etliche bücher des engländers als
    stärker einschätze. =O


    freue mich auf dein leseurteil zu j.b.s treibsand, power ;)

  • brunners morgenwelt nimmt fahrt auf. die verknüpfung der scheinbar
    unendlichen handlungsstränge gibt sinn. herrlich seine skurillen ideen
    für die zukunft ( herr & frau überall; zeitungen zersetzen sich, im tv
    gibts nachrichtensendungen der zeitungsredaktionen; der super-computer
    jener welt hat einen güldenen humor usf. ).
    insgesamt wirkt der roman wie ein sachbuch aus einer parallelwelt, mit
    menschlichen episoden. :)

  • Gerade "Treibsand" ausgelesen.


    Um was geht es:
    Paul Fidler arbeitet als Doktor in einer Nervenheilanstalt. Bald wird eine seltsame junge Frau eingeliefert. Sie wurde nackt im Wald gefunden, angeblich hat sie einen Mann angegriffen. Paul merkt bald, dass dieses Mädchen anders ist als alle anderen. Er behandelt sie und findet bald mysteriöse Dinge heraus.................


    Es ist keine einfache Lektüre, sondern ein sehr anspruchvolles Buch. Aber zum Teil auch sehr süß geschrieben. Mir hat das Mädchen bald sehr leid getan. Aber es bauen sich auch väterliche und auch erotische Gefühle auf. Also ich kann die Gefühle von Paul nachvollziehen. Mir ging es beim lesen ähnlich wie dem Protagonisten. Hmm, irgendwie schwer zu beschreiben.
    Der Schluss hat mich sehr verwirrt, geschockt, traurig und nachdenklich gemacht.
    Das Ende ist echt nicht ganz einfach geschrieben.


    Es ist auch schwer darüber was zu erzählen ohne euch zu spoilern. Deswegen schreib ich jetzt nichts mehr.


    Bin während dem Lesen immer mit der Endbewertung rauf und runter gegangen. Vergebe jetzt endgültig 4,5 Sterne. 8) Halber Stern Abzug weil das Ende doch relativ kompliziert daher kam.
    Muss auch dazu sagen, dass das Buch fast 50 Jahre auf dem Buckel hat. Also die Schreibweise ist etwas schwieriger als die heutige.


    Fazit: Ein wirklich sehr lesenswertes und anspruchsvolles aber auch unterhaltendes Buch.


    Wer nach diesem Buch behauptet, SF währe Kitsch, dann weiß ich auch nicht mehr weiter! ;)


    LG