Kosmischer Horror, Science Fiction & Utopien

  • Ich sagte nicht, dass es bei HPL kein SF-Element gibt. Ich beschränkt euch bei eurer Suche nach kosmischem Horror nur viel zu sehr auf diesen Aspekt. Im Gegenzug ist z. B. nicht alles mit Aliens oder anderen Planeten mit Lovecrafts kosmischem Horror gleichzusetzen, nur weil es etwas gruselig oder unheimlich ist.

  • Das habe ich nicht bestritten. Aber wenn ich mir den Thread so durchlese, wird hier eher nach Bedrohungen aus dem All gesucht, ob nun Aliens oder ein Virus, als nach kosmischem Horror in Lovecrafts Sinn. Lovecraft ging es um das Unbekannte (= alien). Das kann auch ein Werwolf sein. Oder ein Schlumpf.

  • bei diesem thread hab ich eben nicht nur an lovecraft gedacht, sondern vor allem an
    das drumherum!!! sprich sf...


    insofern können/müssen sich wohl alle bedrohlichen elemente der sf hier
    ein stelldichein geben, egal ob raumkrieg, zeitreise, gedankenkontrolle, veränderungen
    der erdatmosphäre, magie, mutanten, gesellschaft, computer/roboter = künstliche intelligenz etc.


    besonders mag ich in ihrer vielfalt ja die sf- kurzgeschichten des arthur c.clarke ( 1917-2008 )
    mit kubrick schuf er 1968 den filmklassiker "2001: odyssee im weltraum"...
    meine tipp:
    *verbannt in die zukunft,mit einigen von hobbyautoren gern "gecoverten" ideen


    einen sf-roman von william r.burkett jr aus den 60ern kann ich euch noch an herz legen...
    "die schlafende welt"spielt im jahr 2432, handelt von interstellare invasoren die schlafgas abregnen lassen
    um die menschheit schachmatt zu setzen. nur wenige menschen sind dagegen immun, aber was sollen
    sie schon gegen die gigantische übermacht tun ?...
    liest sich rasant weg... antiquarisch zu bekommen! :)

    "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!"

    Karl Valentin (1882 - 1948).

    Edited once, last by jörg wald ().

  • The Pupet Masters (dt. Weltraummollusken erobern die Erde) von R. A. Heinlein kann noch genannt werden.
    Buch = TOP, Verfilmung = auch gut für zwischendurch.


    Seltsam? Aber so steht es geschrieben …

  • heinlein, einer der väter der space-opera, gehört
    sicher mit seinem werk hierhin.


    natürlich auch cyperpunk, dessen vorläufer john brunner ist,
    mit william gibson, john shirley, rudy rucker...
    die ordnungen die wir selbst als menschen schaffen, zersetzen
    uns (etwa die "arm und reich"-problematik), wir werden fremdbestimmt und sehen
    nicht wer hinter dem leid steckt, wir verschwinden als kleines
    rädchen im getriebe der megastädte usf.

    "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!"

    Karl Valentin (1882 - 1948).

  • "The Pupet Masters (dt. Weltraummollusken erobern die Erde)"


    Ahhh, was für ein deutscher Titel.....!!!


    man müsste nen Thread für die bescheuertsten deutschen Verleih- und Buchtitel einrichten. ;-))



    P.S. Früher habe ich Henlein ganz gerne gelesen, mittlerweile ist es so gar nicht mehr main Fall.

  • Heinlein habe ich früher öfter gelesen, genauso wie Asimov und ähnliches, aber irgendwie bin ich seit dem "Wüstenplaneten" etwas von SF abgekommen..."Der Wüstenplanet" ist so komplex und voller Detailreichtum, dass mich danach fast alles in dem Genre gelangweilt hat...


    @ Hans Peter: Dem von Dir vorgeschlagenen Thread der unmöglichsten deutschen Film- und Buchtitel stimme ich voll und ganz zu! Da gibt es mehr Beispiele, als einem lieb ist! :D

  • von einer anderen seite ging, die für
    ihre erotischen romane, sozialkritischen bücher
    und ghostwriterarbeiten bekannte,
    fabienne pakleppa ( *1950 ) 1993 mit ihrem
    "die himmelsjäger" , bei suhrkamp, die sf-sache an.


    ein physik-prof, der die mensch-und-universum-sind-
    eins-theorie belegt hat, sendet eine probandin
    zum sternbild orion, doch der kontakt
    bricht ab... aber der prof. erlebt sehr fremdes...


    die übersetzerin, das ex-fotomodell pakleppa
    hat sich allein schon mit diesem buch einen ehrenplatz
    bei mir erschrieben. überzeugend anders!
    :love:

    "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!"

    Karl Valentin (1882 - 1948).

  • Von "Die Körperfresser kommen" existieren ja nun schon vier Versionen, "Die Dämonischen" (1956), "Die Körperfresser kommen" (1978), "Body Snatchers" (1993) und "Invasion" (2007).


    Die ersten beiden Verfilmungen sind aus meiner Sicht Klassiker, der Film "Body Snatchers" von Abel Ferrara hat durch die Schauplatzverlagerung in einen Militärstützpunkt durchaus auch noch seine reizvollen Momente, nur den (dummerweise ausgerechnet von einem Deutschen gedrehten) zuletzt produzierten Film "Invasion" würde ich persönlich als Gurke bezeichnen, trotz der Mitwirkung des von mir sehr geschätzten Daniel "Bond" Craig. Regisseur Hirschbiegel wurde noch während der Dreharbeiten von den Wachowski-Geschwistern abgelöst, die den Karren aber auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen konnten... ;)

  • zum einen finde ich es immer sehr vermessen, zu behaupten dass es kein ausserirdisches leben gibt... bei hundert millionen galxien, mit jeweils hundert millionen sternen.. zum anderen gibt es meiner meinung nach nichts tragischeres, als dort zu sterben wo dich niemand schreien hoert..ich mag also filme, wo die menscheit ins tiefe, dunkle all vordringt, und auf boese ueberaschungen stoesst.ich wuerde auch gern mal ein gutes buch in der richtung lesen, kenne aber keins, bis auf film und computerspiel romane.das thema bietet so unendlich viele moeglichkeiten.. ironischerweise wird fast garnichts gescheit umgesetzt. weswegen die ganzen perlen auch noch aus den neunzigern stammen...

  • @ madrabbit
    vielleicht ist das wirklich fremde darzustellen unmöglich,
    und alle sf-versuche zeigen unserer phantasie grenzen auf.

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    Karl Valentin (1882 - 1948).

  • das kann wirklich sein, joerg :)
    vieleicht macht sich aber auch keiner mehr die muehe, es zu versuchen... heutzutage wird innovation naemlich allzu gern bestraft. und das resultat sind dann solche schinken wie "prometheus", fuer mich die entauchung 2012.. vieleicht ist auch mit "offen lassen" mehr geholfen...

  • was man kennt ist eben nicht mehr unheimlich.
    es kann brutal oder nett sein, man weiß aber woran man ist...
    das unheimliche ist ins licht gezerrt.


    prometheus fand ich wirklich in ordnung. nicht so gut wie die ersten
    zwei alien-teile, aber bereichernd...
    sf ist leider so mainstream geworden! da scheint mir der horror hin
    abzurutschen. mainstream ist ablenkung, unterhaltung für die masse mensch...
    vampire, werwölfe, zombies, engel, der teufel --- fast alles ohne geheimnis.
    durch startrek "kennen" wir viele rassen des universums...
    könner brainstormen ideen. es gibt immer noch gute phantasien, aber die
    gehen oft unter...


    deshalb halte ich diesen thread auch im hinblick auf gutes altes für wichtig.
    und sf war oft visionär und ists bis heute!

    "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!"

    Karl Valentin (1882 - 1948).

    Edited once, last by jörg wald ().

  • gerade an den aliens, war ja das obskure ihrer herkunft das ausschlaggebende. seitdem man nun weiss, das sie praktisch aus der retorte stammen.. "puff" -da vergeht mein interesse... dass ist doch das beste beispiel, wieviel geeks haben sich frueher noch den kopf ueber den space jockey zerbrochen.. das waren immer so nette kleine geniestreiche, die subti zwichendrinn eingepflechtet wurden... und am schluss das epische ganze ergaben..


  • Ich dachte auch als ich mir das Buch zulegte, was ist das für ein bekloppter Titel, aber es hatte sich gelohnt.
    Mein absolter Heinlein Favorit ist und bleibt aber -Stranger in a Strange Land- (ungekürzte Ausgabe), nach der letzten Seite dachte ich einfach nur WOW.
    Wirklich ein verdammt gutes Buch.


    Seltsam? Aber so steht es geschrieben …

  • hal clement(1922-2003 ) schrieb sf auf sehr hohem niveau, einfühlsam und spannend, neugierig, die fremde eines fernen planeten
    reizte ihn nahezu... ich hab immerzu beim lesen gedacht (in den 80ern ), nur so kann man mit aliens mitfühlen lernen... ;)
    man merkt den texten auch den bomberpiloten im 2.weltkrieg und studierten chemiker an. er weiß bescheid, und doch erzählt er angenehmst lesbar.
    *unternehmen schwerkraft
    mission of gravity (1954, mein tb, heyne 1978 ) *****
    * eiswelt
    iceworld (1953, mein tb, bastei 1983 ) ***
    * der feuerzyklus
    cycle of fire (1957, mein tb, heyne 1975 ) ***** (mein lieblingsbuch! )
    * das nadelöhr
    through the eye of a needle (1978, mein tb, heyne 1983 ) ****
    * in der stickstoff-klemme
    the nitrogen fix (1980, mein tb, bastei 1982 ) *****

    "Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!"

    Karl Valentin (1882 - 1948).

  • Willy Seidel mit -Das älteste Ding der Welt- kann denke ich auch genannt werden.
    Erschien in der Phantastische Literatur TB Edition von Bastei-Lübbe.
    Allein schon die Cover und Zeichnungen in den TB´s sind einfach Kult :thumbup:


    Seltsam? Aber so steht es geschrieben …