Jack Ketchum


  • Wie immer bei derartigen Geschmacksthemen... ;)


    Das war auch weder der Weisheit letzter Schluss - doch, schon irgendwie - noch die Aufforderung, es in Zukunft zu lassen. Ich finde die Meinungen anderer meistens sehr interessant. Ganz besonders, wenn sie meiner doch sehr entgegenstehen. Allerdings macht der Ton wie immer die Musik und den finde ich hier teils etwas unangebracht. Dabei habe ich kein Problem damit, ein bisschen zu provozieren (vorsichtshalber mit dem Zusatz, dass ich diese Absicht hier niemandem unterstelle), allerdings sollte sich auch das in gewissem Rahmen halten.


    Bighead: Dann verstehen wir uns da soweit. ;)

  • Bighead, das die Filme schlechter sind das ist wiederrum deine Meinung!!
    So ist eben das Leben!! Der eine mag es der andere nicht.
    Jetzt mal im Ernst was haben die von dir erwähnten Autoren wirklich mit Hardcore Literatur zu tun.
    Eigentlich überhaupt nichts. Da bist du auf dem völlig falschen Dampfer. Der Heyne Verlag packt alles was
    anrüchig sexistisch oder brutal erscheint in dieses Paket . Ich wiederhole mich, was hat Joe R. Lansdale
    da zu suchen. "Akt der Liebe" ist der einzige Roman der irgenwie da reinpasst. Die Anderen haben einige Ansätze
    aber nicht wirklich etwas mit Hardcore zu tun. Vorangegangen sind diese Bücher im KLett Cotta Verlag erschienen,
    hier war nie die Rede von Hardcore Literatur!! Die springen einfach nur auf einen Erfolgszug auf!!

  • Auf ihre Weise schreiben auch Donald Ray Pollock und Irvine Welsh Hardcore. Hardcore muss nicht immer Gedärme und Non-Stop-Splatter bedeuten.
    Abgesehen davon muss ein Buch für mich gar nicht Hardcore sein, um mir zu gefallen. Kann sein, dass der Name des "Tochter-Verlags" von Heyne unpassend ist, aber das macht die Bücher und Autoren nicht schlechter oder "drittklassig". Mir ist egal, ob ein Buch bei "normalem" Heyne oder bei HH erscheint. Was zählt, ist die Qualität. Wieso bin ich auf dem falschen Dampfer?

  • Von drittklassig war nie die Rede, der Begriff Hardcore passt einfach nicht in die Schublade dieser Romane.
    Was du liest und gut findest ist deine ureigene Sache, da kann dir keiner reinreden. Tu es einfach!!

  • Ohne jetzt pingelig sein zu wollen, vor allem, da ich gerade nichts weiter sonst beizutragen habe, aber davon kann nicht die Rede sein, dass das Wort nie gefallen ist. :D


    Ich kann innerhalb dieser
    Reihe nichts Hardcoremässiges wahrnehmen. Hier tummeln sich Pornoakrobaten, Rockstars, Richard Laymon und einige drittklassige
    Autoren.

  • @'Horrorland
    Mehrheitlich wird EVIL als Ketchums Meisterwerk betrachtet. Innerhalb seines Gesammtwerkes. Wie gesagt - King hat es geadelt. Deswegen muss man es aber trotzdem nicht gut finden.
    Du kannst für dich auch entscheiden, das ein Stephen King ein absolut unbedeutender Stümper ist, dies steht doch jedem frei.
    Fakt ist aber, dass King der bedeutetsten, lebende Schriftsteller des Horror /Phantastik Genres ist. Und dennoch ist es in Ordnung, seine Bücher nicht zu mögen.
    Man muss doch nicht einen Autor oder dessen Bücher schlecht reden, nur weil sie einem nicht gefallen aber vielen anderen schon.
    Ich kann mit Edward Lee gar nichts anfangen, verstehe aber dennoch, dass er viele Fans hat. Diese Fans würde ich deshalb aber nie angreifen.


    Jack Ketchum wird von Heyne meiner Meinung nach völlig falsch unter der Hardcore Label geführt. Er hat die Kanibalen Reihe geschrieben - ja.
    Aber alle anderen, deutschen Bücher würde ich persönlich nicht mal unbedingt im Bereich Horror einordnen - gerade auch Evil nicht.
    Eher ein Psychothriller /Drama Autor. Wenn man sich mit ihm beschäftigt, weiß man, dass er zwar mit dem Horrorgerne verbunden ist, aber am liebsten über (echte) Menschen schreibt. Genauso wie King auch immer als Horrorautor beschrieben wird und ja auch viele andere Dinge geschrieben hat.

  • "Evil" steht auch noch auf meinem SuB und muss irgendwann auch mal gelesen werden!

    Es gibt einen Grund unsterblich zu sein! Man kann die meisten wichtigen Bücher lesen!
    Real Music Fans: "God Give us Malcom Young back and we give you Justin Bieber!" God: "Fuck no!"

  • Ach, Freunde..


    Heyne Hardcore ist was, was es geben muss. Abseitigere Ideen finden hier eine kleine Nische, die es beim großen Namen des Verlags vielleicht sonst nicht gäbe.
    Jack Ketchum ist bei Heyne echt nicht gut aufgehoben glaube ich, das kann ich wirklich auch mit Überzeugung sagen. Wie gerne würde ich mir einen liebevollen Verlag wünschen, der schönere Ausgaben seiner Werke bringt (die von Heyne wollen ja immer so reißerisch aussehen, weil muss sich ja verkaufen, und dann kommen so Klöpse wie der "Evil"-Untitel dabei raus oder das "Red"-Cover/Titel-Marketing-Malheur) und sich auch um Vollständigkeit bemüht und und und. Aber er ist immer noch besser bei Hardcore aufgehoben, und wird auch sicher nur noch wegen der Existenz dieser Nische überhaupt verlegt und ist nicht schon längst abgeschossen worden.
    Nicht nur Ketchums, sondern die Bücher viele Autoren finden eine gute bis zumindest annehmbare Heimat bei Heyne Hardcore. Heyne ohne den Titelzusatz als Großverlag hätte sich bestimmt nicht der Zweitverwertung/Neuauflage einiger von mir innig geliebter Bernemann-Werke angenommen, und damit den Autorennamen deutlich an Bekanntheit nach oben gepusht.. Richard Laymon, der anscheinend verkaufstechnisch ziemlich stark bei Hardcore läuft, würde vielleicht verkauftechnisch eben nicht so stark laufen und erfolgreich sein, wäre er beim großen Heyne gestartet und nicht mit dem Nischenverlag vermarktet worden.. Und einiges mehr bestimmt.

  • Da stimme ich dir absolut zu, Blackbox. Das Label enthält nicht immer das, was es verspricht. Einige Laymons sind aber bei Heyne auch unter dem Normalverlag erschienen. Warum ist das dann z. B. nicht auch mit "Blutrot" von Ketchum oder "Dunkle Gewässer" von Lansdale möglich gewesen? Genau, es würde sich vermutlich schlechter verkaufen, weil diese Autoren sich ja in der *hardcore*-Nische einen Namen gemacht haben. Das man eingefleischte Freunde der Extremliteratur damit aber auch vergraulen kann, muss man ebenfalls verstehen. Diese Romane sind unter Umständen für solche Leute nichts.


    Um hier noch etwas beim Thema zu bleiben, ich persönlich mag Ketchum sehr gerne lesen. Eines meiner liebsten Werke von ihm ist tatsächlich "Red"! Durch "Evil" und die Kannibalen-Geschichten habe ich den Autor kennen und schätzen gelernt. Aber die Sozialkritik, die es in allen seinen Werken gibt, wird einfach genial präsentiert. Ich freue mich über sämtliche, weitere Veröffentlichungen von ihm im deutschsprachigen Bereich. Völlig egal unter welchem Verlag und welcher Markteingplakette. ^^

  • Nun ja, man dreht sich genau in dem Moment im Kreis, wenn man seine persönliche Meinung zur Allgemeinweisheit erhebt. In dem Sinne fing der Kreis bereits (Sorry, ist aber so) bei der ersten Aussage von Horrorland schon an.


    Wenn ein Verlag meint, eine bestimmte Sparte "HARDCORE" zu nennen und was er dann alles da rein packt, ist erst einmal deren Entscheidung.
    Und Ketchum, dessen übersetzte Romane ich ebenfalls alle gelesen habe, bleibt für mich einer der ganz großen Autoren (und hier besonders für mich "EVIL"). Das entscheide ich für mich und muss da auch niemanden Fragen oder erst eine Erlaubnis einholen.

  • Ausgelesen: "Buch der Seelen: Vier Stories" von Jack Ketchum. (eBook)


    Diese vier Geschichten zeigen einen anderen, privaten Jack Ketchum, der auch bei nichterdachten, real erlebten Stories durch seinen speziellen, mitreissenden und intelligenten Schreibstil überzeugt. Drei der Geschichten sind noch nicht auf Deutsch erschienen (jedenfalls soweit mir bekannt ist), lediglich "Erinnerung an ein gefährliches Leben" existiert bereits in gedruckter Form, und zwar als Anhang seines Buches "Versteckt", da dieser Roman von Ketchums Erlebnissen in besagter Geschichte inspiriert wurde.


    Die drei anderen Stories sind durchweg unterhaltsam, interessant und lassen etwas mehr über den Schriftsteller Jack Ketchum durchscheinen. In "Henry Miller und der Schubs" erfährt man vom einzigen persönlichen Treffen Ketchums mit seinem literarischen Idol Henry Miller. Sehr sympathisch und gefühlvoll geschrieben. "Der Staub des Himmels" beleuchtet den Verfall des besten Freundes des Schriftstellers, ebenfalls sehr persönlich und detailliert erzählt. Die letzte Geschichte "Eine Lücke im Himmel" könnte man eher als kurzen Essay über die Nachwirkung des 11. Septembers bezeichnen, wobei Ketchum hier eigene Wege geht und nicht vom oft zitierten Trauma der USA schreibt, sondern Zusammenhänge von Politik und gesellschaftlichem Zusammenhalt erläutert.


    Fazit: Für wenig Geld (aber leider nur in eBook-Form) erfährt man Spannendes, Interessantes, Nachdenkenswertes und Trauriges über den Menschen und Schriftsteller Jack Ketchum. Wie üblich wunderbar erzählt, würde ich diese und noch einige weitere Stories gerne in Buchform veröffentlicht sehen.


    Bewertung: *****

  • Irgendwann muss ich mich mal an "Evil" wagen! Warum traue ich mich nicht an das Buch?

    Es gibt einen Grund unsterblich zu sein! Man kann die meisten wichtigen Bücher lesen!
    Real Music Fans: "God Give us Malcom Young back and we give you Justin Bieber!" God: "Fuck no!"

  • Keine Ahnung, McFly, vielleicht, weil man bei Literatur dieser Art nicht den fiktiven Abstand hat, der Roman ist verdammt nah an der Wirklichkeit und deswegen (jedenfalls für mich) mehr an die Nieren gehend als übliche Werke der Phantastik. Auf jeden Fall solltest Du das Buch lesen, es lohnt sich definitiv. Spannung, guter Schreibstil und Anspruch findet man nicht ganz so häufig, daher gehört dieses Werk auf jeden Fall ins heimische Regal... :thumbup:

  • eben traf per post ein:
    jack ketchum: "jagdtrip"
    heyne, tb, 2016, übersetzung: urban hofstetter. 367 seiten.
    original: 1987, titel: "cover"


    die thematische verwandtschaft , nach klappentext-lektüre, zu mcleans/mcbeans "wolf creek-zeit zu jagen"
    von 2014, macht mich neugierig... wie löste ketchum die

  • Ich hab den in meiner Orderliste bei meinem "Allerweltsverlage"-Shop. Warte aber noch mit der Bestellung bis auch der neue Lee Child kommt - hoffe ich. Keine Ahnung, ob ich mich bis Ende des Monats gedulden kann.

    The water in my whisky is the poison in my brain

  • @jörg Was meinst Du mit der Problematik, kenne jetzt Wolf Creek nicht.
    Ja auf Jagtrip freue ich mich schon, hätte ich es lieber auch mal bestellt ... ;-)
    Wobei dies ja die deutsche Erstveröffentlichung von Cover 1987 ist, also ein Titel, den Ketchum vor langer Zeit geschrieben hat.

  • @houdinix
    es geht in beiden werken um die


    ich habe bewusst alle jahreszahlen dazugesetzt.
    außer: in deutsch erschien "wolf creek - zeit zu jagen" im mai 2016.


    es geht mir nicht darum die werke in einen topf zu werfen, sondern
    ich finde diese traumatik - geschichte sehr übel. =O purer horror.
    ein neffe von mir kann lieder dazu / davon singen.

  • Wobei die Mutter aller modernen 'Soldatentrauma'-Bücher David Morrells "First Blood" von 1972 sein dürfte...
    Ketchum macht ja (genau wie Stephen King) vor allem durch seinen Schreibstil einen Roman interessant, weniger durch die Handlung, da sowohl Jack Ketchum als auch Stephen King meistens keine neuen, innovativen Themen präsentieren, sondern hinlänglich bekannte Plots auf ihre spezielle Art verarbeiten...ich bin (wie immer bei Ketchum) schon sehr gespannt auf "Jagdtrip", auch wenn ich es erst später lesen werde, da ich mir etwas in der Hinterhand behalten will und lediglich "The Lost" bislang noch nicht gelesen habe...und weil der Heyne-Verlag ja durchschnittlich zwei Jahre braucht, bis etwas Neues erscheint... ;)