Joe Hill - Teufelszeug

Ignatius genannt Ig oder Iggy Perrish wacht nach einem Saufgelage mit Hörnern auf. Er hält das zuerst für nicht wirklich, aber er muss schnell feststellen, dass diese absolut echt sind. Denn jeder, der mit ihm redet, erzählt ihm auf einmal die Wahrheit, und das von ziemlich unangenehmen Dingen. Igs eigene Last ist, dass man ihn seit jetzt einem Jahr für den Mörder seiner langjährigen Freundin Merrin Williams hält. Jeder kennt den Fall aus den Nachrichten und jeder hält ihn für den Mörder, obwohl er seine Unschuld beteuert und auch nicht dafür angeklagt worden war. Selbst seine und Merrins Eltern halten ihn für den Schuldigen.


Als er sich aufgrund seiner Auswüchse an seiner Stirn auf den Weg zum Arzt macht, merkt er, dass nicht nur Personen ihm alles mögliche erzählen, sondern dass er bei Berühung mit ihnen alles aus ihrem Leben erfährt, vorrangig die Schandtaten. Wer wem was geklaut hat oder wer mit wem ins Bett gestiegen war. Selbst der Pfarrer hier ist nicht frei von Sünde. Und Ig setzt nun alles daran seine Fähigkeiten für die Aufklärung des Mordes an Merrin einzusetzen.


Wertung:


Dieses Buch ist kein Horrorbuch. Punkt. Vom Autor her und auch vom Titel könnte man das meinen, aber es beschreibt in tieftrauriger und tragischer Weise die Verkettung von Umständen, die schlussendlich zum Tod von Merrin geführt haben. Dabei gelingt es Hill hier exzellent ein gutes Zusammenspiel zwischen aktuellen Ereignissen und den damaligen Geschehnissen angefangen vom Kennenlernen von Merrin und Ig zu spinnen. Anfangs kann man aufgrund der übersinnlichen Fähigkeiten von Ig noch der Meinung sein, dass es sich um ein Horrorbuch handelt, aber spätestens ab der Hälfte entwickelt sich die Geschichte in eine traurige Handlung hinein, die ganz am Ende zumindest fast ihren Höhepunkt erreicht.


Hill schafft es hier exzellent den Leser nicht zu langweilen und nicht, wie sein Vater häufig, sich in Ausschweifungen zu verlieren. Man hat das Gefühl, dass es direkt vom Anfang an los geht. Lediglich in der Mitte gibt es einen kurzen Durchhänger. Negativ auffassen kann man außerdem, dass die Sache mit den Hörnern nicht gänzlich aufgeklärt wird und das es insgesamt zu offensichtlich scheint, auf was das Ganze hinauslaufen soll.


Für Freunde reiner Horrorkunst nicht unbedingt zu empfehlen, denn es geht wie schon erwähnt mehr um Merrins Geschichte, die zwar schrecklich aber auch vom Horror auch ganz schön weit entfernt ist, zumindest was man unter der geläufigen Meinung Horror versteht, Als Wertung bleiben aber für eine sehr unterhaltsame Story 08/10 stehen. Im Vergleich zu Blind also etwas besser aber noch nicht das Optimum.


Es gibt übrigens im Buch einen kleinen Wink an das Vorwerk: Irgendein Radio spielt doch tatsächlich das Lied eines gewissen Judas Coyne... ;)

Rezensionen im Blog...
Festa-Sammlung im Forum
"Ihr seid Ka-tet, eins aus vielen. So wie ich. Wessen Ka-tet das stärkere ist, werden wir jetzt herausfinden müssen."

Comments